Keine Kontermannschaft

Der Tag nach der deutlichen und verdienten Niederlage des FC Bayern gegen Real Madrid im Champions League-Halbfinale war der Tag der Analysen und Erklärungen. Viele schossen dabei übers Ziel hinaus. Vom Kicker („Ballbesitz und Ballkontrolle sind mittlerweile zum Selbstzweck verkommen“) über Stern.de („Wer und was ist Bayern München? Die Identität der Mannschaft ist so unklar wie nie“) bis hin zu Spox.com („Auf der Suche nach der Identität“) wurden die ganz, großen grundsätzlichen Räder gedreht.

Ein Vergleich tauchte dabei immer wieder mal auf. Das 4:0 der Bayern gegen Barcelona im Vorjahr diente vielen Kommentatoren und Analysten als Referenzpunkt. Emotional und in der Symbolik kann ich das gelten lassen. Mit Blick auf die Spielanlage nicht unbedingt. Andreas Lehner brachte es für Spox am Deutlichsten auf den Punkt:

Die Bayern hatten Barcelona entgegen ihrer Natur den Ballbesitz überlassen und dann gnadenlos gekontert. So lief das im Hinspiel in München und so lief das im Rückspiel in Barcelona. Das Halbfinale in der Saison 2013/14 lief im Großen und Ganzen genauso ab – nur eben anders rum. Die Bayern waren Barcelona und Real Madrid war der FC Bayern.

Gnadenlos ausgekontert hätten Heynckes Bayern die Katalanen. Auch hier im Blog in den Kommentaren war der Verweis auf die Konter-Ausrichtung der Bayern, die Heynckes Variabilität im Vergleich zu Guardiola zusätzlich unterstrich, immer wieder zu lesen. Gnadenlose Konter gegen Barcelona wie Madrid gegen uns? Stimmt das? Ich rate jedem sich die Tore gerade beim 4:0 Hinspiel-Erfolg gegen die Katalanen noch einmal genau anzusehen.

Zunächst einmal ist klar, dass Bayern im Halbfinale des Vorjahres deutlich weniger Ballbesitz hatte als Barcelona. 34%:66%standen nach 90 Minuten des Hinspiels zu Buche. Barcelona ist eine andere Mannschaft als Real Madrid – von daher ist eine andere Ballbesitz-Verteilung als im Jahr 2014 logisch. Bayern stand kompakt. In den ersten 20 Minuten des Hinspiels sogar tief. War das so beabsichtigt? Setzte Heynckes auf die gleiche Taktik wie heuer Ancelotti? Spox selbst schrieb in ihrer Spielanalyse zum damaligen Spiel folgendes: „Früh bemängelte Heynckes die abwartende Haltung seiner Mannschaft und forderte mit deutlichen Handbewegungen seine Spieler auf, weiter nach vorne zu verschieben.“

Bayern war in den ersten 20 Minuten des Hinspiels unter Druck. Im Liveticker von Kicker.de war zu lesen: „Die Münchner machen den Platz bei Ballbesitz der Villanova-Elf eng. Daraus resultieren nun etwas mehr Ballgewinne, allerdings ist das Spiel von Lahm & Co. nach vorne noch zu fehlerhaft.“ Spox sekundierte: „Barca machte bei Ballbesitz der Bayern mit drei, vier Spielern extremen Druck auf die Abwehrspieler und provozierten so eine Reihe schneller Ballverluste, weil insbesondere Dante oft nur der hastige lange Ball übrig blieb.“

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In der 25. Minute geht Bayern mit 1:0 in Führung. Ein Konter? Eine Ecke. Barcelona bekommt den Ball nicht weg. Robben flankt, Dante köpft und Müller vollendet. Kicker.de lobt in der Folge die starken Kombinationen der Bayern aus der eigenen Abwehr heraus. Auch ein Blick auf die Passstatistik zeigt. Bayern sucht nicht unbedingt den direkten Weg nach vorne, sondern hält den Ball bevorzugt in der Defensive in den eigenen Reihen. 104 erfolgreiche Pässe spielen die Münchener im eigenen Defensivdrittel gegen Barcelona. Real Madrid am Dienstag nur 60. Mit 1:0 für Bayern geht es in die Pause.

In der 49. Minute erhöht Mario Gomez auf 2:0. Wieder nach einer Ecke. Müller überspringt Dani Alves, köpft zu Gomez, der aus kürzester Distanz einschiebt. Er stand bei diesem 2:0 im Abseits.

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Auch mit der 2:0-Führung im Rücken, sind Bayerns Angriffe nicht das klassische Konterspiel, das wir in zwei Spielen von Real Madrid gesehen haben. Fraglos: Bayern bemüht sich nach Ballbesitz schnell umzuschalten, die Ballgewinne erfolgten aber anders als bei Madrid unter der Woche viel früher. 15 Ballgewinne gelangen den Münchenern 2013 in Barcelonas Hälfte. Madrid hatte am Dienstag 5. Das Spiel der Bayern war auch längst nicht so vertikal wie das der Madrilenen. Bayern suchte auch nach dem Ballgewinn häufig den Weg in die Breite wie die beiden weiteren Treffer beim 4:0 gegen Barcelona zeigten.

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Schweinsteiger passte in der 73. Minute quer zu Robben, der zu einem Solo gegen zwei Mann ansetzte und dank Müllers irregulärem Block zum 3:0 traf. Auch beim 4:0 entblößt Bayern die Katalanen nicht durch einen Konter, sondern umspielt die im Prinzip gut gestaffelte Viererkette mit einem Hinterlaufen von Alaba, dessen Flanke Müller mit einer Grätsche in Bedrängnis ins Tor zwingt.

Am Ende steht ein 4:0. Eine Sternstunde für den FC Bayern. Erreicht durch einen guten Plan von Jupp Heynckes, der die Passwege auf Xavi/Busquets zustellte und damit Barcelona weit weg vom eigenen Strafraum hielt. Und einem aufopferungsvollen Kampf, der am Ende in einem Rausch endete, bei dem offensiv fast alles gelang. Eingeleitet haben diesen Abend und auch das Weiterkommen zwei Standardsituationen. Es zeigt im Übrigen ähnlich wie das Rückspiel 2014 gegen Real die Endlichkeit von Systemen in einem Champions League-Halbfinale. Manchmal sind es die kleinen Dinge. Ein Standard. Vielleicht eine Fehlentscheidung, die einem Spiel eine bestimmte Wendung geben und dem System so erst die Möglichkeit geben seine volle Wirkung zu entfalten.

Auch im Rückspiel 2013 gegen Barcelona waren es im Übrigen nicht unbedingt Konter, die Bayern mit einem 4:0-Vorsprung im Rücken den Sieg brachten. Eine Einzelaktion des nach innen ziehenden Robben (48.), ein Eigentor von Piqué (72.) und ein Kopfball von Müller nach einem Solo von Ribéry (76.) brachten die Tore.

Man kann die Leistung von Jupp Heynckes in der Triple-Saison 2012/2013 nicht überhöhen. Sie war die wohl beste overall Coaching-Leistung in der Bayern-Geschichte. Aber wer behauptet, dass Real Madrid den FC Bayern in diesem Jahr mit den eigenen Mitteln aus dem Vorjahr geschlagen habe, nämlich mit Konterfußball, der verklärt doch ein wenig die Realitäten. Bayern München war im Jahr 2012/2013 auch gegen keine Kontermannschaft. Sie war eine Ballbesitz-Mannschaft, die gegen Barcelona auf eine bessere Ballbesitzmannschaft traf und deshalb mit einem klugen defensiven Plan agierte, der Barcelonas Spiel weit vom eigenen Tor weghielt und viele frühe Balleroberungen erzwang.

Arsenal, Juve, Barca – alle wollten im Vorjahr spielen oder mitspielen gegen den FC Bayern. Der Rekordmeister war in diesen offenen Spielen stets die bessere Mannschaft. Im Finale gegen die anders ausgerichteten Dortmunder war es denkbar knapp. Real Madrid hat in zwei Spielen im Jahr 2014 gegen eine noch etwas stärker auf Ball- und Spielkontrolle ausgerichtete Münchener Mannschaft den Schlüssel gefunden. Wer von Guardiola mehr Variabilität, mehr Engagement im Umschalten nach Ballgewinn oder mehr Kompaktheit verlangt, hat recht. Der Verweiß auf Bayerns angeblichen Konterfußball in den Duellen mit Barcelona im Vorjahr greift aber etwas zu kurz.

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24 Antworten zu Keine Kontermannschaft

  1. Rolf schreibt:

    Moin
    Jau, genau. Was jedoch Real in diesem Jahr und Bayern im letzten Jahr auszeichnte, war das Gefühl des unbedingten Wollens. Des „heiß“ seins, des selbstverständlichen Selbstbewußtseins in den Zweikämpfen.
    Grüße
    Der Dingens

    • TinkerBella schreibt:

      Aus diesem Grund hat bisher noch keine Mannschaft den Titel verteidigen können.

      • Bazi78 schreibt:

        Unsere beiden Champions League Titel 2001+2013 sind vielleicht aus dem gleichen Grund geholt worden.Beide Mannschaften hatten ein bzw zwei Jahre vorher in einem Drama-Finale den CL-Titel verspielt.Durch diese schlimmen Niederlagen hatten beide Teams einen unglaublichen Willen und der führte dazu das jeweils der CL-Titel kurze Zeit später gewonnen wurde.Natürlich hatte man gegen Valencia und Dortmund auch das nötige Glück.Vielleicht war es auch nur Zufall aber ich denke das es schon eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte…

  2. DasDing schreibt:

    Das 4:0 der Bayern gegen Barca, ein Sieg einer Ballbesitzmannschaft, die an diesem Abend zwar keine war, aber eine sein wollte? Sorry, das kann ich so nicht unterschreiben. Ich habe das Spiel zwei mal gesehen, und auch wenn das mitnichten „klassisches“ Konterspiel von Bayern war, so wurde doch schnell offensichtlich, dass man auf hohe Ballbesitzzahlen hier keinen Wert legte. In den ersten 15 Minuten stand man recht tief hinten drin und war fast nur auf Absicherung bedacht (was ja auch im Artikel steht), danach schob man langsam nach vorne, um Barcas Spiel noch stärker zu neutralisieren. Ich kann mich an längere Passagen erinnern, in welchen Barca der Ball in deren Hälfte einfach überlassen worde, und die Katalanen wegen der guten Organisation der bayerischen Formation keine Möglichkeiten bekamen, in die FCB-Hälfte einzudringen. An der Mittellinie wurden sie mit giftigem Pressing erwartet, daraus resultierten dann Ballgewinne und Schnellangriffe der Bayern – Ich sage bewusst nicht Konter, da die Balleroberungen proaktiv (und bereits im Mittelfeld) herbeigeführt wurden und nicht aus Fehlern des Gegners am FCB-Strafraum resultierten. Eines der Ziele dieser Schnellangriffe war das Provozieren von Standards (vgl. die in-depth-Analyse auf Spielverlagerung), was auch ziemlich gut gelang. Im Vergleich zu Real war das kombinative Element bei Bayern auch damals natürlich stärker ausgeprägt, die Gegenstöße fußten auf vertikalen Ballstafetten und nicht auf simplem nach-vorne-jagen über 3 Stationen. Auch gab es natürlich einige längere Passagen mit tiefem Ballbesitz seitens des FCB. Von der Grundausrichtung her war das jedoch Umschaltspiel, wenn auch mit höherem Attackieren und mehr spielerischen Elementen als gemeinhin dabei üblich. Allzu oft habe ich eine solche Spielweise noch nicht gesehen, aber eines ist für mich klar: Reals Spiel gestern war dem Bayernspiel gegen Barca deutlich ähnlicher als das gestrige Bayernspiel (was nicht heißt, dass es gleich gewesen ist). Wie man darauf kommt, dass Bayern hier stärkeren Ballbesitz angestrebt hat, erschließt sich mir aus dem Spielverlauf nicht. Anfangs wird Heynckes seine Mannschaft wohl aufgefordert haben, Barca höher und konsequenter zuzustellen, so wie es später auch passiert ist – aber es wird wohl kaum zu geringer Ballbesitz gewesen sein, der JH (etwas) auf die Palme gebracht hat.
    Zu diesem Spiel 100%ig zu empfehlen ist die angeprochene in-depth-Analyse bei Spielverlagerung, auch wenn man zum lesen ein paar Minuten Zeit braucht.

    Und da das „irreguläre Abseitstor“ von Gomez (was übrigens für den Schiri schwer zu sehen war) im Text so oft erwähnt wird, sollte man auch noch erwähnen, dass den Bayern gut und gerne zwei Elfmeter verweigert wurden – damit gleicht sich das Ganze wieder aus. Der Schiri hat halt damals viel laufen lassen, so erklärt sich auch das 3:0. Und ehrlich gesagt finde ich eine lockere Linie in einem CL-Halbfinale auch besser als kleinliche Pfeiferei.

    Mein Punkt sollte aber auch so klar sein: Das 4:0 gegen Barca war kein positiver Betriebsunfall und auch auch nicht aus der Not geboren, sondern letztlich das Resultat eines klaren Plans – und in diesem kam ein Ballbesitz >40-45% nicht vor. Die These von den flexiblen Bayern 12/13 kann mMn beibehalten werden.
    Und dass Real und in den letzten Wochen teilweise schon Dortmund, Manchester und Arsenal den „Schlüssel“ gegen eine bereits 12/13 fast komplett gleiche Spielweise gefunden haben, kann man so auch kaum sagen. Zu unterschiedlich ist gerade die defensive Organisation 13/14 im Vergleich zur Vorsaison. Sicher, in beiden Saisons wurde im Großen und Ganzen Ballbesitzfußball gespielt – aber in deutlich voneinander abgrenzbaren Varianten, wobei Heynckes‘ Interpretation mehr Raum für Umstellungen der eigenen Spielweise ließ. Ich befürworte weiterhin das Ballbesitzspiel, es passt zu 100% zum FCB – nur präferiere ich nach den Eindrücken der letzten Wochen eher die Version aus dem letzten Jahr.

    • derbayernblog schreibt:

      Vielleicht habe ich mich da unklar ausgedrückt. Bayern war im Vorjahr im Prinzip eine Ballbesitzmannschaft, die mit Barcelona auf eine bessere traf und deshalb sein Spiel von vornherein etwas anpasste. Das wollte ich mit dem einen Satz sagen. Der Plan von Heynckes war überragend, aber 1. helfen die beiden Tore nach Standards dem ganzen Spiel und 2. – das ist mein eigentlicher Punkt ist Madrids Spiel von dieser Woche – anders als viele schrieben nicht mit den Bayern aus dem Vorjahr zu vergleichen.

      • DasDing schreibt:

        Vielleicht habe ich das mit der „Unterlegenheit“ etwas falsch verstanden, ich wollte halt nur betonen, dass die Umstellung des Spiels keinem Zufall entsprang. Die Standardtore waren ebenfalls keine glückliche Fügung, sondern wurden wohl eher provoziert (wie ich bereits erwähnt hatte). Man wusste, dass Barcelona a) schwach bei der Verteidigung von Standards war, aber b) normalerweise kaum welche zuließ. Also dachte man sich etwas aus, um b) zu ändern…

  3. Uli schreibt:

    „Müllers irregulärer Block “
    Das war internationale Härte 😉

  4. tonweyano.12 schreibt:

    Danke für den sachlichen und gut recherchierten Artikel. Soweit ich mich an das Halbfinale letzes Jahr erinnere (ich war sogar im Stadion) kann ich dir komplett zustimmen. Die Mainstreammedien machen es sich oft zu einfach und denken nur an die Verkaufszahlen.

  5. tonweya schreibt:

    Hat dies auf Lieblingsplatz rebloggt.

  6. chicago_bastard schreibt:

    Klasse Artikel. Btw Glückwunsch zur Ernennung zum Gastblogger auf der Eurosport-Seite! Kann dem dortigen Niveau nur gut tun 😉

    Mich würde Deine Einschätzung interessieren, wie Guardiola jetzt reagieren wird. Wird er zu dem Schluss gelangen, dass er sein Konzept ein Stück weit an das vorhandene Spielermaterial anpassen muss und somit ein paar Elemente des „Heynckes-Fußballs“ übernehmen oder wird er mehrere Neuzugänge verpflichten, die seinen Stil besser umsetzen können als die aktuellen Spieler und die Spielweise so beibehalten? Die Medien spekulieren ja schon über fünf Neuzugänge, die er sich angeblich wünschen soll, das spräche ja für letztere Variante. Die würde mir jedoch ganz und gar nicht gefallen…

    • Erich_B schreibt:

      Interessant ist auch die Planstelle von Lahm nächstes Jahr…
      Ich denke das Pep einen Rechtsaußen-Verteidiger auf Spitzenniveau will um Lahm die 6er Position langfristig anzuvertrauen. Problem: Weltklasseaußenverteidiger gibts nicht allzuviele…

      Bedeutet für mich auch das mit Martinez nicht mehr geplant wird… In der IV hat er sich bei vielen Spielen nicht empfohlen…
      Konsequenz wäre wohl noch einen weiteren IV zu holen.

      Einen weiteren Flügelstürmer könnte ich mir auch vorstellen – als gleichwertigen Ersatz / Konkurrenz für Robben/Ribbery. Falls dies aber so kommt, stellt sich mehr denn je die Frage was mit Götze ist…

      5 Neuzugänge sind wohl zuviel, aber 3 wohl realistisch,

      Das Mittelfeldzentrum kann ich mir nächste Jahr so vorstellen:
      Lahm
      Schweinsteiger – Thiago

      Naja, alles „Kaffeesatzleserei“ – ich hoffe ihr verzeiht es mir 🙂

      • Bazi78 schreibt:

        Mehr als 3 Topspieler als Neuzugänge wird der Verein wohl auch nicht genehmigen.Die würden bestimmt dann schon 60-80 Mio an Ablöse kosten was dann wohl auch die Ausgabengrenze wäre.Wir haben ja auch schon Lewa als Topstürmer geholt.Nach aktuellem Stand tippe ich das Lahm weiter als RV eingesetzt wird.Wie schon gesagt wurde gibt es nicht viel Weltklasse auf den AV-Positionen.Der Verein wird bestimmt Schweini,Ribery und Robben weiter stützen wollen.An diesen Spielern wird also Pep nicht vorbei kommen.Mit diesen 3 und noch Thiago dazu sind wohl 4 von 5 MF-Positionen vergeben.Vielleicht möchte Pep deswegen vielmehr einen spielstarken 6er holen der auch Zweikampfstark ist.Ein neuer IV mit den gleichen Eigenschaften inkl.Kopfballstärke könnte mMn die wichtigste Verpflichtung zur neuen Saison werden.Wir sollten uns alle nicht von den Spekulationen der Medien ver­un­si­chern lassen.Die wollen damit nur Unruhe bzw noch mehr Un­zu­frie­den­heit bei den Bayernspielern pro­vo­zie­ren…

      • Erich_B schreibt:

        @Bazi:
        Persönlich glaube ich das Lahm sowas wie der A-Typus eines Spieler ist wie sich Guardiola ihn sich vorstellt:
        – zweikampfstark
        – wendig, klein
        – schnell
        – gute Technik

        Von daher denke ich das Guardiola ihn in einer zentralen Position sehen will, und ihn mit seinen Fähigkeiten auf der AV-Position für verschenkt hält.

      • Bazi78 schreibt:

        Klar kannst du auch recht haben ich kann nur nicht verstehen warum Lahm nicht als 6er weitergespielt hat.Ich hätte nie im Leben damit gerechnet das Pep ihn als 6er aufgibt bzw von seinem 4-1-4-1 abrückt.Der Abwärtstrend hat doch eigentlich damit begonnen als Schweinsteiger und Kroos als Doppelsechs spielen mußten.Thiago hat sich verletzt und Lahm wurde mehrfach als offensivstarker RV gebraucht.
        Auch mir würde das Mittelfeldzentrum mit Lahm – Schweini und Thiago am besten gefallen.Beim 4:0 in Hannover Rückrunde hat diese Besetzung auch gespielt.Guardiola könnte auch mal Martinez als 6er,Schweini und Thiago davor aus­pro­bie­ren.Aber wenn er diese Formation als Al­ter­na­ti­ve sehen würde hätte er es wohl schon gemacht…

  7. Erich_B schreibt:

    Ich denke der Grund ist Rafinha… das er kein Weltklasse AV ist denke ich ist allgemein anerkannt (also z.B. definitiv schlechter als Alaba oder Lahm in guter Form). Heynckes hat ja mal 1/2 – 3/4 Saison mit Rafinha gespielt, und dann aber (wieder) Alaba entdeckt (Rückspiel gegen Basel). Seitdem ist Rafinha 2te Wahl. Er hat dafür seinerzeit extra Lahm wieder von links auf rechts geschoben. Also die Erkenntnis scheint Heynckes schon gehabt zu haben.

    • Bazi78 schreibt:

      Damit kannst du wieder recht haben.Genau wird man es wohl erst zum Start der neuen Saison wissen.Dann sind alle Neuzugänge bekannt und wir können bei den ersten Testspielen die Planungen von Pep erkennen…

  8. SP schreibt:

    Ich weiß, dass das hier eigentlich gar nicht hergehört, aber falls dennoch jemand Lust hat, mir seine Meinung dazu zu äußern, würde ich mich freuen. Ich habe mir letztens zur nächsten Saison Gedanken gemacht, weil da ja auf manchen Seiten schon wieder spekuliert wird, wie es denn nun nach der Blamage mit Guardiola weitergehen soll. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass er mit Lewandowski, wieder Thiago (und möglicherweise Rode als Thiagoersatz im Verletzungsfall (passt das? ich kenn ihn kaum)) und mit dem vermutlich in kleineren Spielen nächste Saison wichtiger werdenden Höjbjerg deutlich mehr Anpassungsmöglichkeiten haben.
    Eine Aufstellung ist mir dabei aufgefallen, die mir sehr gut gefällt. Ich fände es nämlich toll, wenn man bei Bayern im nächsten Jahr auf ein 4-3-1-2 umstellt. Im Mittelfeld könnte man dann mit Martinez/Lahm, Kroos/Schweinsteiger, Thiago von der Aufteilung her spielen, wie dieses Jahr im 4-1-4-1. Statt davor aber viel über die Außen zu kommen (Dribblings und Flanken), wie in diesem Jahr, könnte man davor zum Beispiel mit Götze hinter den zwei Stürmern Lewandowski und Müller spielen. Lewandowski könnte sich nach hinten fallen lassen und in Kombinationen mit einschalten, Götze könnte mit Kombinieren und immer wieder in die Spitze durchstoßen und Müller könnte sich Räume suchen, aus denen er gut zum Abschluss kommen kann. Zusammen mit Thiago, der sich in die Kombinationen immer mit einschaltet wäre man denke ich ziemlich durchschlagskräftig.
    Sollte man allerdings nicht über Kombination im Zentrum durchkommen, weil der Gegner zu gut organisiert ist, könnte man mit dieser Formation und dem Spielermaterial ja auch auf ein 4-2-3-1 umstellen, das deutlich mehr auf Flanken ausgerichtet ist. Hier könnte man auf der Doppelsechs Martinez und Schweinsteiger aufstellen, auf der 10 Lewandowski, auf der rechten Seite Thomas Müller und im Sturm Mandzukic. Die restlichen Positionen wären eher unbedeutend. Wenn man dann mit einem Linksfokus agiert, könnte Müller immer wieder ins Zentrum ziehen und gemeinsam mit Mandzukic und den nachrückenden Lewandowski und manchmal auch Schweinsteiger hätte man mit vier relativ Kopfballstarken Spielern das Zentrum so gut besetzt, dass man mit Flanken auch gut zum Erfolg kommen kann.
    Ich habe also eigentlich sogar das Gefühl, dass obwohl Schweinsteiger, Lahm, Ribery und Robben immer älter werden, wir nächste Saison durch die Neuzugänge und nachrückende Spieler noch deutlich stärker werden könnten und dass, sollten diese Spieler schnell in die Mannschaft finden, der Ballbesitzfußball auch durchaus noch sehr gut mit der Mannschaft umgesetzt werden kann.

    • SP schreibt:

      Und was ich vergessen habe, zu erwähnen: Mit Ausnahme eines Innenverteidigers (ob er wirklich so dringend nötig ist kann ich nicht einschätzen, weil ich nicht über Badstubers Fortschritte weiß) ist mMn eigentlich keine weitere Investition wirklich nötig.

      • Bazi78 schreibt:

        @ SP
        Dein 4-3-1-2 ist mMn un­re­a­lis­tisch weil darin weder Ribery noch Robben ihren Platz hätten. Oder habe ich vielleicht deine Ausführung falsch verstanden?.Diese beiden Spieler und Lahm,Neuer,Schweinsteiger sind für die Bayern-Bosse wohl die wichtigsten Leistungsträger.Ich denke das Pep seine Mannschaft um diese Spieler aufbauen muß.Dazu wird er natürlich Alaba und Thiago nehmen.Danach kommt ein Mittelstürmer aus Lewa,Mandzu oder Müller.Götze könnte ebenso wie Müller als 10er oder Robbery-Ersatz seine Einsätze bekommen.Bleiben noch die beiden IV und ein RV falls mit Lahm als 6er geplant wird.Sollte Lahm wieder wie zuletzt mehrfach RV spielen wird wohl noch ein spielstarker 6er geholt.Ich denke also das man neben Lewa nur noch 2-3 Topspieler für den wirklichen Stammkader (15-16 Spieler) verpflichten wird.Wie es mit Kroos und Martinez weitergeht ist natürlich schwierig…

      • SP schreibt:

        Meine Aufstellung sollte zeigen, dass wir erstens in der Zukunft auch ohne Robben und Ribery Möglichkeiten haben. Dieses 4-3-1-2 wäre ohne Schweinsteiger, ohne Lahm, ohne Robben und ohne Ribery immer noch durchführbar und könnte denke ich sehr viel Torgefahr erzeugen. Zweitens ist der Punkt, den du Ansprichst der Punkt, wegen dem ich bezweifle, dass diese Aufstellung häufig so eingesetzt wird. Ich persönlich finde aber auch die Formation so doch sehr interessant und glaube, dass bei dieser Spielweise der Einzige Spieler, der schwer zu ersetzen wäre Lewandowski ist. Ich kann mir aber auch gut Ribery statt Götze vorstellen und Robben statt Müller, der diese Rolle dann aber anders interpretieren würde.
        Was ich auch meinte ist, dass bei unserem Kader 2-3 Topspieler mMn zu viele sind. Ich glaube kaum, dass so viele kommen. Erstens weil bereits jetzt darüber Gerüchte auftauchen, dass Müller, Götze… zu wenig Einsatzzeiten haben und zweitens weil unser Kader einfach schon sehr stark besetzt ist. Das wollte ich auch mit den beiden Aufstellungen zeigen. Wir könnten nächste Saison auch ohne weitere Einkäufe bereits entweder völlig ohne Flanken fast nur über Kurzpassspiel eine sehr starke Mannschaft aufbieten, wir können aber eben auch ohne weitere Einkäufe eine starke Mannschaft aufbieten, die nur über Flanken kommt. Mischformen gibt es natürlich auch zu genüge.
        In Sturm und Mittelfeld sind wir also schon sehr gut besetzt. (Shaqiri habe ich jetzt sogar komplett rausgelassen, der ist ja auch noch da und könnte nächste Saison wenn er sich nicht wieder häufig verletzt und wenn er sich steigert eine wichtige Rolle spielen.)
        Ich gehe daher möglicherweise von einem sehr guten Innenverteidiger als Neuzugang aus (Hängt stark von Badstuber und van Buyten ab) und relativ sicher von einem relativ guten Linksverteidiger (ähnlich wie Rafinha vor ein paar Jahren). Mehr brauchen wir mMn nicht mehr. Den Traum von einem Linksverteidiger auf sehr gutem internationalen Niveau würde ich aufgeben, denn es gibt da wohl keinen, der sich hinter einem Alaba anstellt. Es gibt ja sowieso schon sehr wenige so gute Linksverteidiger. Und wenn die schon zu einem Topclub wollen, obwohl sie dort nicht eingesetzt werden, dann gehen sie zu PSG… wegen der Bezahlung.
        Kroos bleibt mindestens noch bis 2015, das steht fest. Ich hoffe, er bleibt auch noch länger, da er ein Leistungsträger unserer Mannschaft ist. Ich bezweifle zwar, dass er nächste Saison wieder so viel spielt, wie dieses Jahr, aber das liegt an seiner Ähnlichkeit zu Schweinsteiger. 2015/16 wird er aber vermutlich den Vergleich mit Schweinsteiger eindeutig für sich entscheiden und wäre einer unserer wichtigsten Spieler.
        Martinez bleibt denke ich auch. Ich vermute, dass er ab nächster Saison dennoch langsam im Mittelfeld eingebaut wird, da er der einzige Spieler neben Lahm bei uns ist, der den alleinigen 6er spielen kann. Ich glaube, dass er diese Saison das vor allem nicht gespielt hat, da er die 6 noch nie allein besetzt hat und die Saisonvorbereitung nicht mitgemacht hat. Ok, ich gebe zu, dass Lahm in der Saisonvorbereitung wohl auch nicht so sehr auf die Rolle auf der alleinigen 6 vorbereitet wurde, aber der ist ja auch ein Viech. Wenn Guardiola auch dieser Ansicht sein sollte, dann bin ich mir relativ sicher, dass ein weiterer Innenverteidiger kommt.

  9. Amadona schreibt:

    Tja, man kann sicher immer viel spekulieren über Taktik, neue Spieler, neue Träner u.s.w.. Letzten Endes ist Fußball doch ein recht einfaches Spiel und das oftmals unabhängig vom System oder?: Du hast gute Chancen ein Spiel zu gewinnen, wenn du den Gegner frühzeitig attackierst bzw. den Ball nach Ballverlust schnell zurück eroberst (Häkchen FCB bis Meisterschaftsgewinn 2014). Das erfordert Laufbereitschaft und Agressivität, sprich „Bock auf den Ball“ (Häkchen FCB bis M 2014). Spiele wenig langen Diagonalbälle, sondern schnelle Ballstafetten und lass den Gegner laufen. Versuche dabei oft in den Rücken der Abwehr zu kommen, Rückpass, Abschluss (Häkchen FCB bis…M2014). Nimm den Gegner mit VERTIKAL gerichteten Doppelpässen auseinander, ach ja: das erfordert Laufbereitschaft (Häkchen…). Was will ich nun damit sagen? Ganz einfach: Das Spielermaterial und auch der grundsätzliche „Ballbesitzfußball“ des FCB sind in den Saisons 12/13 und 13/14 meiner Meinung durchaus ähnlich und für den FCB auch die richtige Spielanlage. Ich persönlich finde, dass unter Guardiola bis zum Gewinn der Meisterschaft sogar noch mehr Passgenauigkeit da war. Es wurde hoch attackiert, es gab im Offensivspiel eine gute Mischung aus Einzelaktionen, schnellen vertikalen Vorstößen und variablem Spiel. Bayern legte sich den Gegner sozusagen mit horizontalen Bällen zurecht, um dann schnell in die Tiefe zu spielen. Interessant ist, dass auch seitens der Presse die Bayern und Guardiola für das noch variablere System und die weiterhin vorhandene Lust auf Rekorde und am Fußball über den Klee gelobt wurden.
    Und nun gucken wir uns die jetzige Situation an: Die Presse stellt plötzlich den Guordiola/Heynckes Ballbesitz Fußball in Frage (nur weil Pep plötzlich die Bayern trainiert ist es jetzt ja Tiki Taka…). Und es fällt ihr nichts weiter ein, als die sogenannten Pressestandards: neue Spieler müssen her und natürlich ein neues System aber was ist eigentlich passiert? Spieler, die vorher Top Leistungen gebracht haben, konnten/können diese plötzlich nicht mehr abrufen. Die Agressivität, so wichtig für das Spiel an sich, ist weg. Die Wege, die weh tun, werden nicht mehr gegangen (schönen Gruß an den sonst sehr talentierten Toni Kroos), ein schnelles Umschalten und schnelles vertikales Spiel finden nicht mehr statt. Risikopässe? Fehlanzeige. Am heftigsten sicher der Abbau bei den Innenverteidigern Dante und Boateng. Wie habe ich vor ein paar Monaten noch über die Zweikampfstärke und Passgenauigkeit (gerade bei langen Bällen) von Boateng gestaunt.
    Sicher, gegen Real mit Schweinsteiger und Kroos eine zumindest fragliche Doppelsechs aufzustellen, war sicher nicht gerade eine Glanzleistung des Trainers (siehe auch den passenden Artikel „Vercoachet“ in der SZ), aber alles im allem hat einfach jeder Spieler (da nehme ich nur Robben aus) nicht die erforderliche Bereitschaft gezeigt. Und wenn ein Ronaldo/Bale bei Real in einem ähnlichen Formtief stecken würden, wie bei uns ein Ribery, ja Freunde, dann ist es nun mal gegen einen heißen und früh attackierenden Gegner mit der derzeiten Qualität wie Real schwierig.
    Ich glaube also nicht, dass Bayern grundsätzlich ein Qualitäts- oder ein Systemproblem hat. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Bayern ein offensives Ballbesitzsystem benötigt und jetzt mal ehrlich: wer kann sich schon über mehrere Spiele defensiv eingestellte „Spitzenteams“ wie Chelsea o.ä. angucken? Irgendwie ist nach dem Gewinn der Meisterschaft der Biss und der zwingende Offensivdrang verloren gegangen. Und dann reicht es eben nicht mehr für die absolute Spitze. Ich sehe da also eher ein Motivationsproblem, dass Guardiola zu lösen hat. Und vielleicht helfen da ja auch zwei oder drei neue Spieler. Doch noch mal: Es gibt genug Qualität (siehe auch Thiago, Shaqiri, Götze,…), die Qualität muss nur wie Thomas Müller gerade richtig angemerkt hat: „den Arsch hochkriegen“.
    Und zur Pressearbeit kann ich abschließend nur sagen: nicht ärgern, sondern nur wundern;-)

    Danke für das offene Ohr (oder Auge?)

    • Thomas schreibt:

      Ich habe auch nichts gegen das System, das Bayern spielt. Das paßt für die Mannschaft, das kann man hier und da justieren, wie beim Tuning in der Werkstatt 🙂

      Du bringst es auf den Punkt, wenn Du schreibst:

      >> „Irgendwie ist nach dem Gewinn der Meisterschaft der Biss und der zwingende Offensivdrang verloren gegangen. Und dann reicht es eben nicht mehr für die absolute Spitze. Ich sehe da also eher ein Motivationsproblem, das Guardiola zu lösen hat.“ <<

      Deswegen sollte unser Team versuchen, gegen den HSV und den VfB unserm Keeper eine weiße Weste zu bescheren. Und vorn sollten Müller, Götze und Ribery den Kellerkindern ordentlich einschenken 🙂 Dann hätte Mandzu zwar die Torjägerkanone verpaßt, aber mir ist ein hungriges und gefestigtes Bayern im Olympiastadion lieber als die kicker-Kanone.

      Ich möchte jetzt nicht in Peps Haut stecken, er muß viele unliebsame Entscheidungen treffen. Er muß seine Schützlinge mal ein bißchen streicheln …

  10. Thomas schreibt:

    Lieber Autor, warum hast Du die Überschrift verändert?
    „Gnadenlose Konter?“ war doch eine sehr eingängige Schlagzeile, die zum Lesen anregte. Ich finde die neue Überschrift schwächer. Das ist nur eine sachliche und trockene Feststellung.

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