Manchester United – FC Bayern 1:1 (0:0)

Manchester United de Gea – Jones, Ferdinand, Vidic, Büttner (74. Young) – Fellaini, Carrick, Giggs (46. Kagawa) – Valencia, Rooney, Welbeck (85. Hernandez)
Ersatz Lindegaard, Nani, Fletcher, Januzaj
FC Bayern Neuer – Rafinha, Martínez, Boateng, Alaba – Lahm, Schweinsteiger – Robben, Kroos (74. Götze), Ribéry – Müller (63. Mandzukic)
Ersatz Starke, Van Buyten, Shaqiri, Hojbjerg, Pizarro
Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo (Spanien)
Tore 1:0 Vidic (58.), 1:1 Schweinsteiger (66.)
Gelbe Karten Valencia / Mandzukic, Martínez
Gelb-Rote Karten Schweinsteiger (90./wiederholtes Foulspiel)

Falls Ihr es verpasst habt: Der FC Bayern geht mit einer ordentlichen, aber durchaus kniffeligen Ausgangsposition in das Champions League Viertelfinal-Rückspiel in einer Woche. Guardiola setzte auf die erwartete Elf mit Schweinsteiger, Lahm und Kroos im Zentrum sowie Müller in vorderster Front. Bayern beherrschte von Beginn an den Ball (74 Prozent Ballbesitz, 806:281 Pässe) und schnürte die Gastgeber um den eigenen Strafraum herum ein. Trotz einiger guter Kombinationen und Hereingaben, die zumeist Müller knapp verpasste, blieben Torchancen auf beiden Seiten lange Mangelware. David de Gea verhinderte allerdings mit einer guten Parade gegen Robben den 0:1-Rückstand. United konzentrierte sich fast vollständig auf lange Bälle auf den lauernden Rooney und den weit auf die Flügel ausweichenden Welbeck. Letzterer stand in der 33. Minute nach einem Stellungsfehler von Boateng frei vor Neuer, der jedoch lange stehen blieb und den Lupfer aus der Luft fischen konnte.

Nach der Pause brachte Moyes Kagawa für Giggs und erhöhte damit ein wenig den Druck im Pressing. Das 0:1 durch Vidic fiel dennoch aus dem Nichts nach einer Ecke, die Bayern unglaublich schlecht verteidigte (58.). Guardiola reagierte mit Mandzukic für Müller und Bayern erhöhte merklich den Druck. Bastian Schweinsteiger traf nach schöner Kopfball-Vorarbeit von Mandzukic zum 1:1-Ausgleich in den Winkel (67.). Danach weiter viel Bayern-Ballbesitz und einige Halbchancen. Insgesamt wirkten die Münchener jedoch mit dem Ergebnis zufrieden und vermieden in der Schlussphase das allerletzte Risiko. Bastian Schweinsteiger sah kurz vor Schluss eine zumindest umstrittene zweite Gelbe Karte und damit Gelb-Rot und wird dem FC Bayern im Rückspiel fehlen. Gleiches gilt für Javi Martínez, was die Auswahlmöglichkeiten für Guardiola im Rückspiel stark beschränkt.

Es wird ein hartes Stück Arbeit im Rückspiel.

3 Dinge, die auffielen:

1. United noch defensiver als erwartet

Ich hatte es in der Vorschau geschrieben, dass Manchester sich ob der spielerischen Überlegenheit der Münchener nicht auf ein Spiel auf Augenhöhe einlassen wird. So defensiv und in Teilen auch destruktiv habe ich die Elf von David Moyes allerdings nicht erwartet. Es überraschte zunächst, dass der United-Coach Kagawa unten ließ – nach wenigen Minuten war jedoch klar warum. Moyes brauchte keinen Spieler der als Verbindung zwischen Defensive und den durchstartenden Angreifern agierte, da Manchester das Mittelfeld stets überbrückte und den Ball meist direkt aus der eigenen Hälfte weit nach Vorne drosch. Ein Vorteil dieser Maßgabe war, dass Bayerns Gegenpressing, das gerade zu Beginn noch gut funktionierte so nur extrem wenig Zeit hatte, um zuzugreifen.

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Ich habe lange keine Mannschaft mehr gesehen, die so konsequent mit hohen, langen Bällen agierte wie Manchester United an diesem Dienstag-Abend. Selbst Abstiegskandidaten in der Bundesliga spielen heute keinen solchen Fußball mehr. United postierte sich nach einer kurzen Phase des Angriffspressings in den ersten fünf Minuten mit sieben bis acht Feldspielern dicht gestaffelt um den eigenen Strafraum. Auffällig war dabei, dass die Red Devils nur sehr selten auf den Flügeln doppelten, sondern vor allem Pässe durch die Schnittstellen und Abschlüsse im Zentrum verhindern wollten. Das gelang über weite Strecken gut. 7 Torschüsse der Münchener wurden abgeblockt. Insgesamt schossen die Gäste übrigens 16 Mal aufs Tor – Manchester nur 6 Mal. Richtig gefährlich wurde es aber auf beiden Seiten nur in 2-3 Szenen.

Moyes hatte sich mit Fellaini, der nominell als zentraler offensiver Mittelfeldspieler begann, noch etwas besonderes überlegt. Der Hüne sollte einerseits bei langen Bällen als zusätzlicher Kopfball-Spieler agieren und gleichzeitig die Kreise von Schweinsteiger und Lahm im Aufbauspiel stören. Effektiv war das jedoch so gut wie gar nicht. Fellaini hing in der Luft. Manchester erspielte sich aus dem Spiel heraus nur eine echte Torchance. Mit der Hereinnahme von Kagawa für den schwachen Giggs zur Pause wurde das Spiel etwas passintensiver und das Gegenpressing (Manchester erzwang so die Ecke vor dem 0:1) etwas bissiger – an der Grundausrichtung änderte sich jedoch insgesamt wenig. Ich bin wirklich erstaunt, dass eine solche Spielweise im Jahr 2014 im Viertelfinale der Champions League tatsächlich noch möglich ist. Der (Teil)-Erfolg mit dem 1:1 gibt Moyes im Nachhinein leider sogar recht.

2. Fehlende Lösungen in Bayerns Offensivspiel

Vielleicht ist es das letzte taktische Geheimnis im modernen Fußball. Wie gelingt es gegen eine Mannschaft, die mit 8-9 Spielern vor dem eigenen Strafraum steht, aus dem Spiel heraus hochprozentige Chancen zu kreieren? Selbst der FC Barcelona hatte in seiner Hochphase vor 2-3 Jahren immer wieder Probleme beispielsweise mit den Mourinho-Teams. Moyes Ausrichtung war hier im Vergleich noch extremer. Bayern versuchte es lange mit einer zunehmend frei schwebenden, positionslosen Offensive und zahlreichen Diagonal- Horizontal- und Vertikalläufen von Robben und Ribéry, die damit gleichzeitig die beiden hinterlaufenden Außenverteidiger freispielten. Für Kombinationen durch die Schnittstellen fehlte aber spätestens 20 Meter vor dem Tor der Platz. Ein weiteres Problem: War der Ball auf dem Flügel, blieb meist nur der Weg zurück, da Flanken auf Müller gegen die beiden kopfballstarken Innenverteidiger Vidic und Ferdinand wenig vielversprechend waren. Einzig einige flache Hereingaben von Alaba sorgten zunächst für Gefahr. Insgesamt, auch das muss einmal festgehalten werden war die Defensiv-Leistung der United-Viererkette hervorragend.

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Ich bin mir momentan nicht sicher was die Lösung auf diese Herausforderung ist. Der mantraartige Hinweis auf „zu wenig Kreativität“ und „zu wenig Ideen“ ist mir zu einfach. An Ideen mangelt es nicht – wohl eher an der Risikobereitschaft diese auch umzusetzen. Es geht gegen so tiefstehende Gegner wahrscheinlich darum, noch konsequenter auf Torabschluss-Situationen im Strafraum zu drängen und die Viererkette durch einen Mix aus Flanken, Schnittstellenpässen und Dribblings immer wieder vor Aufgaben zu stellen. Nur so können Fehler und damit Torchancen erzwungen werden. Dazu gehört natürlich immer auch das Risiko eines Ballverlustes. Dennoch sollte Guardiola seine Elf gerade gegen tiefstehende Gegner ermutigen dieses Risiko zumindest in Tornähe stärker in Kauf zu nehmen. Es war zumindest auffällig wie oft der mögliche Pass in den Rücken der Abwehr oder durch die Schnittstelle auf einen der durchgestoßenen Offensiv-Akteure nicht kam. Gleiches gilt für die Direktheit im Umschaltspiel. Bayern verschleppte nach Ballgewinn einige vielversprechende Umschaltsituationen. Genau das sind die Momente, in denen eine ansonsten dicht gestaffelte Defensive aus der Balance zu bringen ist.

Im Nachhinein wäre sicher auch die Aufstellung von Mario Mandzukic von Beginn an die bessere Wahl gewesen. Seine physische Präsenz und seine Kopfballstärke, die er zum Beispiel bei der Vorarbeit zum 1:1 bewies, sind Fähigkeiten, die gegen einen so tief stehenden Gegner ein wichtiges Element sein können. Allerdings wird auch Guardiola davon überrascht gewesen sein wie tief und wie destruktiv der englische Rekordmeister agierte. Von daher war die Wahl eines spielerischen Stürmers mit Müller durchaus nachvollziehbar. Einen Vorwurf kann ich Guardiola deshalb nicht machen. Im Rückspiel erwarte ich dennoch, dass Mandzukic die Chancen von Beginn an bekommt.

3. Sperren reißen ein Loch

Die Gelb-Rote Karte gegen den insgesamt hervorragenden Bastian Schweinsteiger war sicher umstritten. Für mich war es in der Situation kein Gelb, aber auch keine Schwalbe von Rooney. Dass Schweinsteiger kurz vor Schluss am gegnerischen Strafraum Gelb vorbelastet überhaupt zu einer Grätsche ansetzt, ist zudem zu hinterfragen. Weil auch Javi Martínez im Rückspiel gesperrt fehlen wird, gehen Guardiola langsam die Auswahlmöglichkeiten aus. Wenn sich keiner mehr verletzt spricht im Rückspiel sehr viel für Lahm und Kroos auf den zentralen Mittelfeldpositionen mit Götze oder Müller davor. Götze hatte in der Schlussphase hatte ein paar gute Szenen und gefällt mir generell als Einwechselspieler momentan sehr gut. Wirklich eingespielt ist diese Kombination nicht. Lahm spielte meist mit Schweinsteiger oder Thiago an seiner Seite. Auch wenn ich es nicht unbedingt erwarte, könnte Guardiola diese Kombination am Wochenende gegen Augsburg durchaus mal über 50-60 Minuten testen, um einige Abläufe für das Rückspiel einzustudieren.

Gerade Kroos wird im Rückspiel besonders gefordert sein und muss nachweisen, dass er in der Lage ist auch ohne Schweinsteiger an seiner Seite Verantwortung in einem großen Spiel zu übernehmen. Es wird gerade für ihn persönlich ein ganz großer Test. Für Guardiola ist die Situation ohnehin eine Herausforderung. Verletzen sollte sich nun bitte niemand mehr.

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55 Antworten zu Manchester United – FC Bayern 1:1 (0:0)

  1. chicago_bastard schreibt:

    Die Überraschung über Uniteds Spielweise überrascht mich 😉

    Meiner Meinung nach war es ziemlich klar, dass United Chelseas 2012er-Finaltaktik versuchen würde, die ist gegen überlegene Ballbesitzmannschaften immer noch das erfolgreichste Mittel, Peps Barca scheiterte 2 mal daran, gegen Inter 2010 und Chelsea 2012. Überrascht war ich lediglich davon, dass sie es so gut hinbekommen haben und die Bayern leider dermaßen einfallslos dagegen angespielt haben.

    Bestätigt sehe ich mich im Hinblick auf die Robben-Diskussion in den Kommentaren zur Vorschau auf dieses Spiel, ohne Robben wäre man heute ja komplett ohne Durchschlagskraft gewesen, an jedem Torabschluss war er beteiligt, die meisten hat er sogar selbst gehabt, weil er fast als einziger auch mal Zug zum Tor reingebracht hat. Ich würde also ganz klar sagen, dass Robben unser wichtigster Offensivspieler gegen tiefstehende Mannschaften ist, weil er gerade nicht immer nur quer und zurück spielt.

    Fürs Rückspiel sollte es reichen, vor einem möglichen Halbfinale gegen Atletico oder Chelsea hab ich nach dem heutigen Spiel jedoch noch größere Bedenken als ohnehin schon.

    • derbayernblog schreibt:

      Naja. Also ich habe United0 in dieser Saison wirklich häufig gesehen, aber so eine Ausrichtung gab es da noch nie. Weder gegen Liverpool noch gegen ManCity oder Arsenal. Von daher war ich in der Konsequenz wirklich überrascht. Die Moyes-Elf hatte in den beschriebenen Spielen immer zwischen 47 und 55 Prozent Ballbesitz. Auch die vielen langen Bälle gab es so noch nicht.

    • derbayernblog schreibt:

      Auch gegen Real im Vorjahr war es in Manxhester zumindest bis zur roten Karte gegen Nani bei weitem nicht so extrem.

      • chicago_bastard schreibt:

        Aber die Bayern sind bei allem Respekt vor City und Liverpool eben nochmal eine andere Kategorie. So wie sich alle Mannschaften nach Barca gerichtet haben, richten sich die Gegner jetzt nach den Bayern und dieses United hatte eigentlich keine andere Möglichkeit ein gutes Ergebnis zu erzielen. Pressing haben sie bislang eben nie richtig gespielt und das kann man dann halt nicht mal eben in ein paar Tagen einstudieren, und eine offensive Ausrichtung wäre erst Recht nach hinten losgegangen.

      • derbayernblog schreibt:

        Da sind wir uns ja einig, aber es gibt einen Unterschied zwischen kompakt stehen/schnell umschalten und hinten reinstellen/hohe, lange Bälle nach vorne. Nichtmal Braunschweig spielt heute so gegen Bayern.

      • chicago_bastard schreibt:

        Ja, aber auf der Insel scheint das noch en vogue zu sein. Hat mich wirklich sehr ans Finale dahoam erinnert, vor allem halt noch das Gegentor durch einen Eckball.

      • derbayernblog schreibt:

        Mich erinnerte es eher an das 2:1 n.V. gegen den Regionalligisten FC St. Pauli in der ersten Runde des DFB-Pokals 2006/2007. Da stand es nach 90 Minuten auch 1:1… http://www.youtube.com/watch?v=G5-fAIUlaDI

  2. Geert H schreibt:

    Schweinsteiger Gelb/Rot völlig angemessen. Ich kann aber verstehen, warum er so reinspringt (wie ja auch schon bei der 1. Gelben): Er wollte halt auch mal einen Ball erobern.

    Warum pfeift er das 1:0 von Welbeck ab?

  3. Bayernexpat schreibt:

    Ein paar Sachen die mir aufgefallen sind:

    Obwohl ich nie zur Fraktion gehört habe die Schweinsteiger Regelmäßig in Frührente sieht, bin ich doch positiv überrascht wie sehr er ein Spiel beeinflussen kann. Auch mit wichtigen Toren wie hier, trotz der (auf dem Papier) eindrucksvollen Offensiv Fraktion vor ihm.

    Fuer mich ist das Ergebnis nicht unerwartet. In der CL ist alles möglich. Ich hoffe nur das es nächste Woche mit den Toren klappt.

    Mir war das zu sehr Barca (ohne Iniesta und Messi) light heute. Hämisch schon sehr an Barca – Chelsea von 2012 erinnert.

    Ich bin nach wie vor der Meinung das Martínez auf der IV verschwendet ist.

  4. Bazi78 schreibt:

    Die Aussagen wie “zu wenig Kreativität” und “zu wenig Ideen” sind auch für mich nur der stan­dard­mä­ßige Kommentar.Guardiola hat mit seinem Stil immerhin in den 4 Jahren bei Barca zweimal die CL gewonnen.Jetzt kommen natürlich wieder die Leute wie schon unter Van Gaal mit Ballgeschiebe und langweiliger Fussball.Was für eine Er­war­tungs­hal­tung haben denn mittlerweile einige Fans und vorallem die Medien.Keiner sollte mMn jetzt immer von einem Trible ausgehen.Warum hat denn noch kein Verein die CL zweimal hintereinander gewonnen? Es ist also sehr un­wahr­schein­lich das unsere Bayern in dieser Saison wieder die Champions League holen…

    • DasDing schreibt:

      Generell ist der Spielstil ja wirklich schön anzusehen, allerdings muss man sich auch Alternativen offenhalten. Gestern war es noch entschuldbar, da man ja nicht unbedingt ahnen konnte, dass ManU zuhause derart (!) defensiv auftritt. Allgemein muss man aber festhalten: gegen Busparker ist hoher Ballbesitzfußball nicht besonders hilfreich, das hat man schon gegen Chelsea 2012 oder bei Barca gegen Inter und Chelsea gesehen. In der Saison 12/13 hätte Bayern damit mMn weniger Probleme gehabt, man hätte den Gegner wohl mit tiefem Ballbesitz aus der Deckung gelockt und dazu eingeladen, die kompakte Formation aufzuweichen. Danach hätte man dann schnell mit Diagonal- oder Vertikalbällen auf die Flügel auf Angriff umgeschaltet. Leider scheinen mir die Lehren aus dem 2012er Finale momentan ein wenig abhanden zu kommen. Zumal ManUnited wohl nicht der letzte Gegner gewesen sein dürfte, der solch eine Strategie gegen den FCB benutzt – gerade in England scheint dieser Berti-Vogts-Fußball ja in Mode zu sein. Das liegt vermutlich auch daran, dass den englischen Mannschaften im Angesicht von Ggegenpressing oder fluidem Offensivspiel schlicht nichts konstruktives einfällt. Stärkste Liga der Welt, so ein Quatsch!

      Was man vielleicht gegen Manchester hätte tun können/ im Rückspiel tun kann:

      1. Häufiger ins Dribbling gehen. Die Offensivspieler müssen sich auch mal dazu aufraffen, den Ball nicht immer nur weiterzupassen, sondern das Risiko zu suchen. Durch Dribblings kann man vielleicht zwei, drei Gegenspieler aus der Formation herausziehen und Lücken reißen, und wenn man nicht durchkommt, kann zumindest noch ein Freistoß aus günstiger Position herausspringen. Natürlich gibt es dann das Risiko eines Ballverlustes, aber das muss dann auch mal einkalkuliert werden. Ballbesitz ist prinzipiell gut, aber kein Selbstzweck.

      2. Umschaltmomente besser nutzen. Selbst wenn man meist hoch steht, ergeben sich über 90 Minuten hinweg auch ein paar Möglichkeiten zum Kontern, so auch gestern. Wenn man dann allerdings querpässe spielt und das Tempo verschleppt, können die Spieler naturgemäß den Raum, der vor ihnen liegt, nicht nutzen. Vielleicht findet Guardiola Konter unattraktiv, aber am Ende zählen auch die Tore. Letztes Jahr hatte der FC Bayern fast nebenbei eine der stärksten Kontermannschaften Europas. Das gestrige Spiel ist mMn auch eine Warnung, dass man zu einem gewissen Grad flexibel bleiben muss.

  5. förbay schreibt:

    Martinez‘ Sperre ist nicht so schlimm. Jetzt spielen eben wieder Dante und Boateng, und irgendwie ist mir dabei wohler. Klassisches Innenverteidiger-Spiel gegen archaisches Kick-n-Rush. Aber die Sperre von Schweinsteiger ist wirklich ärgerlich. Rafinha hat mir in diesem Spiel nicht wirklich gefallen. Müller war auch nicht gut, und seine Auswechslung folgerichtig. Ich glaube, man hat nun genug Indizien, dass er gegen eine so tief stehende Mannschaft nicht effektiv ist, da fehlt ihm einfach Technik. Ich hab das ganze Spiel keinen Torschuss aus dem Strafraum gesehen, der spielerisch zusammenkombiniert wurde; bis Götze eingewehselt wurde. Und dann dauerte es auch nicht lange, und Götze legt im Strafraum mit einer winzigen Ballberührung auf Robben ab, der schießt und nur leicht verzieht. Die Szene war für mich vielsagend. Mandzukic hat das Spiel mit seinem recht kurzen Einsatz extrem positiv beeinflußt und das Tor in seiner trademark-Manier vorbereitet. Gibt es überhaupt sonst noch einen Fussballer, der seinen Kopf so einsetzen kann, wie andere ihre Füße? Aber auch seine Physis. Müller war abgemeldet gegen Manchester’s Verteidiger, Mandzukic hat ihnen Saures gegeben. Ich hoffe er spielt im Rückspiel von Anfang an und zeigt sein Gebiss. Ich will von ihm hart geführte Zweikämpfe und Kopfballduelle sehen. Da fällt mir noch eine Szene ein, es muss ziemlich gegen Ende gewesen sein, in der Mandzukic den Ball phänomenal zurückerobert hat. Auch deswegen scheint er mir fürs Rückspiel der richtige Mann im Sturm; eine starke erste Bastion im Gegenpressing, damit diese bizarrerweise verdammt gefährlichen langen Bälle gar nicht erst geschlagen werden.

    Meine Wunschaufstellung fürs Rückspiel:
    Neuer
    Alaba-Dante-Boateng-Lahm
    Kroos
    Ribery-Pizarro-Götze-Robben
    Mandzukic

    p.s.: auch Robben ist mir in einer Szene mit richtig geilem Gegenpressing aufgefallen. Es ist eigentlich kaum zu glauben, wie in 2 Jahren aus einer Diva ein so mannschaftsdienlicher Arbeiter geworden ist. Auch sieht man ihn jetzt vermehrt zentral als, ja, tatsächlich, eine Art Spielmacher. Die Ansätze sind super, und ich habe das Gefühl, das Spieler und Trainer eine Entwicklung in diese Richtung bewußt betreiben. Ich habe das Gefühl, das Robben auf seine alten Tage bei Bayern in mehrfacher Hinsicht noch Entwicklungsschübe macht, und bin echt gespannt, wohin das noch alles führt.

    • Bazi78 schreibt:

      Deine Wunschaufstellung ist doch sehr offensiv und damit un­re­a­lis­tisch.Kroos als 6er und auch sonst nur offensive Spielertypen im Mittelfeld das kann doch nicht gut ausgehen…Wie kommst du zu so einer Aufstellung?

      • förbay schreibt:

        Kann deinen Unglauben nachvollziehen, es sieht sicherlich etwas spekulativ aus. 🙂 Aber hab mir schon was dabei gedacht: Es ist doch so, Die Hoheit im Mittelfeld haben wir. Ok, Es gab Momente, wo man weniger Ballbesitz hatte, als es Guardiola sicher gerne sehen würde. Aber ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft in Punkto Spielkontrolle heir unter ihren Möglichkeiten geblieben ist. Also lediglich bezogen auf das Mittelfeld. Das waren Momente, in denen die Mannschaft verunsichert war, und dadurch die Dominanz unter die Räder kam. Im Normalfall ist die Mannschaft zu wesentlich mehr Ballbesitz in der Lage. Aber wichtiger noch ist, dass Manchester unseren 6er-Raum praktisch kampflos aufgegeben hat. Spiegel Online nennt sowas, dass „Philipp Lahm nicht immer seine Position halten“ wollte, was entweder der verkorkste Versuch ist, den affigen pseudo-comedy Ton der Süddeutschen zu imitieren oder einfach nur Verpeiltheit; denn was soll Lahm bitte sonst machen? Wenn kein Gegner für ihn im 6er Raum da ist? Ist doch klar, dass er aufrückt. Ich muss mir das Spiel nochmal ansehen, aber ich denke, faktisch war das gestern eher 4-1-4-1 als 4-2-3-1, und zwar mit Kroos als 6er. Und dort gab es keine Probleme. Viel wichtiger scheint mir, im letzten Drittel perfekt gegenzupressen, und das ist vor allem eine Frage von Einsatz, da müssen alle nochmal richtig die Arschbacken zusammenkneifen; vom Spielermaterial sehe ich keine Probleme, dass die von mir aufgemalte Vierer-Offensivreihe das umsetzen kann. Wie in meinem ersten Post ausgeführt sehe ich Mandzukic als obligatorisch an, aber er braucht Unterstützung. Ich erinnere mich an eine Szene in HZ1 in der eine Flanke von links kam (weiß nicht mehr wer Flankengeber war) und Müller mit gutem Timing fast in eine perfekte Abschlussposition kam, nur, dass er wohl vergessen hatte, dass der Verteidiger ihn mit seinem Laufweg offensichtlich abschirmen würde, was er dann auch tat. In der Situation musste ich sofort an eins der Tore von Pizarro gegen Hoffenheim denken und dachte, Mensch, der Pizarro hätte sich jetzt vor den Verteidiger geschummelt und das Ding gemacht. Also kurz gesagt, gestern fehlte mir bei Müller eigentlich alles, was ein 9er braucht, und vielleicht ist es mal einfach richtig, Pizarro diese Chance zu geben. Und ich kann mir vorstellen, dass die Kombi mit Mandzukic super funktioniert: Mandzu weiter vorne, als Bollwerk im Strafraum, als (Kopf-)Wandspieler, Pizarro als falscher 9er/10er, der überall auftauchen kann und mit allen Körperteilen und aus allen Positionen immer torgefährlich ist. Und sollte man doch irgendwie merken, dass man Probleme im Mittelfeld bekommt, ist Pizarro einer, der sich auch dort vernünftig einfügen kann. er kann zwar nicht wirklich am kreativen Aufbauspiel teilnehmen, weil er dafür nicht pressingresistent genug ist, aber um Kurzzeitig in einer Problemphase einfach mehr Personal im Mittelfeld zu haben und für Sicherheitspässe auf seine Mitspieler, die sich entsprechend freilaufen, würde das schon gehen. Ähliches gilt eigentlich für Götze: Ich habe nach 15 Miniuten gebetet, das möglichst schnell Götze reinkommt, weil dieses Bollwerk weder von außen noch zentral durch Müller zu durchdringen schien. Götze schaffte das eigentlich sofort. Mit ihm und Mandzukic zugleich in der Offensivreihe steht Manchester eindeutig vor einem breiteren Problemspektrum. Außerdem ist er gut in der Balleroberung, was wie gesagt im letzten Dritel mMn einer der Schlüssel ist.

      • Bazi78 schreibt:

        @ förbay
        Danke für deine ausführliche Antwort bzw Erklärung.Ich denke aber das Guardiola mit Lahm als 6er,Kroos 8er und Götze 10er im Rückspiel gegen ManUTD beginnen wird.Robbery auf den Außen und Mandzu als Mittelstürmer.Wenn es dann lange 0zu0 steht könnte ich mir deine Formation ab der 60 Min durchaus vorstellen.Dann mit Pizarro oder und Shaqiri für Rafinha und Lahm dann als RV…

      • derbayernblog schreibt:

        Zustimmung

      • förbay schreibt:

        ok, so gesehen habt ihr schon recht. denke auch dass genau diese aufstellung auf dem platz stehen wird. habe auch nicht daran gedacht, dass meine aufstellung sich da tatsächlich sehr einfach durch den wechsel von rafinha herstellen lässt. und pizarro ist eigentlich auch besonders gut, wenn er als joker reinkommt, und seine energie nicht auf 90 minuten aufteilen muss. ich bin gespannt!

    • Axel schreibt:

      Förbay, wie großartig: „den affigen pseudo-comedy Ton der Süddeutschen“ Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe deshalb aufgehört, die SZ zu lesen und verarbeite Spiele nur noch hier.

  6. DS schreibt:

    Ich hab eigentlich auch mit einer sehr defensiven Ausrichtung Manchesters gerechnet, aber die Vorstellung gestern hat dann doch nochmal alle Erwartungen übertroffen. Teilweise verteidigten sie mit de facto 4 Innenverteidigern, denn nicht selten agierten Fellaini und Carrick auf einer Höhe mit den eigentlichen IVs.
    Was jedoch auch angemerkt werden muss, ist das spärlich aber weitestgehend intelligent eingesetzte Pressing von United. Durch solche Pressingphasen konnten sie immer wieder für Gefahr sorgen und Bayern aus dem Konzept bringen.

    Letztendlich eine mittelmäßige Vorstellung der Bayern und am Ende wohl noch ein glückliches Ergebnis.

    Wie schätzt ihr die Ausgangslage fürs Rückspiel ein?
    Einerseits kann Utd nichtmehr länger auf 0:0 spielen, was Bayern in die Hände spielen sollte. Eine grundlegende Änderung der taktischen Ausrichtung ist jedoch nicht zu erwarten.
    Andererseits fehlt mit Schweinsteiger nun einer der durchschlagskräftigsten Bayernspieler.
    Die Martinez Sperre empfinde ich als nicht ganz so tragisch, denn auch wenn dieser gestern eine sehr solide Vorstellung abgeliefert hat, hätte er bei seiner gelben Karte auch durchaus rot sehen können. Wäre er schneller, wäre er vermutlich nie in diess Tackling gegangen und hätte versucht Chicharito im Laufduell in eine ungünstige Abschlussposition zu drängen.
    Dante ist hier ohnehin die vielleicht bessere Wahl, denn seine höhere Fehleranfälligkeit sollte hier vielleicht gar nicht zum Tragen kommen. Ich kann mich jedenfalls an kaum eine Situation erinnern, wo von Manchester solche Fehler provoziert worden wären.
    Der Ausfall ist natürlich doch bitter, aber er kommt möglicherweise zur perfekten Zeit, denn Martinez kann in dieser CL Saison keine weitere Gelbsperre mehr erhalten.
    Nichtsdestotrotz sind Peps Optionen jetzt sehr begrenzt und weitere Verletzungen darf es nicht geben.

    Was haltet ihr eigentlich davon mit Shaqiri im Mittelfeld zu spielen. Durch seinen goßen Zug zum Tor, könnte er hier potentiell deutlich mehr Durchschlagskraft erzeugen als Götze. Das große Problem hier ist natürlich die fehlende Spielpraxis Shaqiris vor allem auf dieser Position und die wohl fehlende Abstimmung der Mannschaft. Für Götze spricht natürlch auch seine Ballsicherheit und Kombinationsstärke auf engstem Raum.

    • förbay schreibt:

      ich habe auch schon an Shaqiri gedacht… wäre für mich die Alternative zu Pizarro, s.o.

  7. Migisi schreibt:

    Meiner Meinung nach, hat sich Pep mit seiner Austellung verzockt. Es wäre sicherlich ein anderes Spiel geworden, hätte er unsere #9 gleich von Beginn an spielen lassen. Spätestens zur Halbzeit, hätte Pep seinen Fehler korrigieren sollen. Die Gelb-Rote Karte von Schweini ist ok. Warum musste Valencia nicht vom Platz ? So wie der beim Foul von Boateng reingesprungen ist, hätte er Rot verdient gehabt. Was mich auch ziemlich angepisst hat, war die schauspielerische Leistung von Vidic beim Kopfballduell mit Mandzukic. Wenn ich mich nicht irre, hat er ihn doch gar nicht getroffen. Aber er daraus gemacht hat, war schon sehr armselig.

    • DS schreibt:

      Mandzukic ist Kroate, Vidic Serbe. Wenn du die Spiele Serbien gegen Kroatien in der WM Qualifikation gesehen hast, war die Aktion eh noch harmlos, weil sich beide Spieler den Umständen entsprechend zivilisiert verhalten haben.

      Und ja Schweinsteigers gelb-rot ist vertretbar (wenn auch umstritten), aber die Aktion von Valencia war eine noch eindeutigere Sache und auch ihn hätte man vom Platz stellen müssen. Vertretbar wäre im Übrigen auch ein Handelfmeter für Bayern in der ersten Halbzeit gewesen, denn Büttner(?) hat hier eine Flanke Rafinhas nur mit seinen Armen geblockt. Und letztlich hätte Martinez in der Szene wo er gelb sah, wohl auch rot sehen müssen, denn er war letzter Mann und Chicharito wäre durch gewesen.

      Insgesamt eine mangelhafte Schiedsrichterleistung.

      • chicago_bastard schreibt:

        Die Regel „Rot, weil letzter Mann“ existiert nicht, das ist nur ne Floskel, die sich in den ganzen „Experten“-Stammtischen im TV mittlerweile so etabliert hat. Tatsächlich ist im Regelwerk von der „Verhinderung einer klaren Torchance“ die Rede, wenn es um den berüchtigten Platzverweis für eine Notbremse geht. Und bei einem Foul am Mittelkreis wie dem von Martinez kann man nicht von einer klaren Torchance reden, da der Angreifer noch viel zu weit vom Tor entfernt ist. Die gelbe Karte war also eine korrekte Entscheidung, eine der wenigen dieses unsäglich pfeifenden Schiedsrichters.

      • DS schreibt:

        Natürlich ist im Regelwerk nicht explizit die Rede vom letzten Mann, aber in der Praxis sind die beiden Definitionen fast immer austauschbar. Auch in diesem Fall wäre Chicharito durch gewesen, denn sämtliche Verteidiger waren zu weit weg. Dass ein Spieler dann noch die letzten 30m in Richtung Tor laufen kann ohne dabei zu stolpern oder sich zu verlaufen kann wohl vorausgesetzt werden.

      • chicago_bastard schreibt:

        Hab dazu mal die Aussage eines Schiedsrichters gesehen, der meinte, bei einer derart großen Entfernung werde es nicht als Verhinderung einer klaren Torchance angesehen und folglich auch nicht mit Rot geahndet. Zudem war Lahm leicht seitlich versetzt auch noch da, kein Schiedsrichter hätte da Rot gezückt.

  8. förbay schreibt:

    P.S. Offtopic… bin gerade dabei, das Spiel nochmal anzuschauen… wenn ich mir die Positionierung der Bayern-IV ansehe, zur Kenntnis nehme, wo auf dem Platz Boateng in die Balleroberung geht, dann würde es mich nicht wundern, in ein paar Jahren so eine Art Neo-Libero zu sehen; einfach einen letzten Mann auf dem Platz, der praktisch nie die Mittellinie überquert und immer dazu da ist, den gegnerischen Stürmer bei Kontern abzufangen bzw. in normalen defensiven Phasen die Verteidiger abzusichern, die alle in die Balleroberung gehen können. Und der natürlich dann erste Anspielstation in der Spieleröffnung wäre. Müsste schnell sein, sicher in der Spieleröffnung und präzise lange Pässe spielen können. Boateng.

    • förbay schreibt:

      Also jetzt nicht dauerhaft im Sinne einer fixen Position, sondern eher als Rolle, die einer der IV situativ einnimmt, um eben bspw gegen einen Gegner wie Manchester United diese elendigen Konter zu bekämpfen. Und dann je nachdem wie und wo der Gegner mit wievielen Stürmern lauert eher mann- oder raumorientiert.

  9. Hartmut Wastian schreibt:

    3 Fragen, oder Dinge, die ich gerne diskutieren würde:

    1) Müller ist für mich zentral verschenkt, müsste wieder über rechts kommen. Ggf. statt Robben.

    2) Dass Guardiola ohne echte 9 spielt macht das Spiel für mich leider oft kuschelweich und vorhersehbar.

    3) Die Defensive ist arg anfällig gegen schnelle Vorstösse. Eine zweite 6 (oder auch defensive 8) könnten hier Abhilfe schaffen. Unsere IV ist halt nicht umwerfend…

    4) Insgesamt fehlen mir Biss und Zug der Vorsaison sehr. Zwar werden Ballsicherheit, Kombinationen und Spielfluss zurecht gelobt, aber mir fehlen hinten die Kompaktheit und vorne die Gnadenlosigkeit der Vorsaison.

    Alles nur Einbildung?

    • derbayernblog schreibt:

      Beziehst du das jetzt auf das eine Spiel oder die gesamte Saison?

    • derbayernblog schreibt:

      Frage unter anderem deshalb weil ein Satz wie Müller ist für mich zentral verschenkt auf die Saison gesehen keine Grundlage hat. Müller erzielte in 7 Spielen (darunter aber auch Spiele nach Einwechslungen) auf der 9 3 Tore und bereitete einen Treffer vor. Das ist eine sehr ordentliche Quote. In einem Spiel wie gestern ist er auf dieser Position aber in der Tat ein wenig verschenkt.

      • Hartmut Wastian schreibt:

        Ich meine schon die gesamte Saison. Danke für die prompte Statistik. 🙂 Ich sehe ihn aber meistens dann als Man of the match, wenn er über rechts kommen kann…

    • DasDing schreibt:

      Durchaus nicht nur Einbildung, wobei ich die jetzige Spielweise im Prinzip aber schon für genauso stark halte wie die letztjährige; die Stärken haben sich einfach verschoben.

      1) Robben ist momentan wohl der stärkste Offensivakteur, man sollte ihn lieber drinlassen. Müller kann auf der 9 sehr stark sein, wenn er etwas Raum hat. Gestern gab es den leider überhaupt nicht, aber damit war in dieser krassen Form auch nicht zu rechnen. Vor dem Spiel hatte ich mich auch für Müller auf der 9 ausgesprochen, da er mir gegen Kopfballstarke, aber eher statische IVs durch seine Beweglichkeit stärker erschien als Mandzukic. Wenn der Gegner so extrem tief steht ist Mandzu aber natürlich besser, da braucht es einen Brecher, der physisch dagegenhalten kann und die Verteidiger auch mal mit versteckten Fouls ärgert.

      2) Im Prinzip wird das Spiel dadurch variabler, wobei man auch sagen muss, dass die bayerische „Falsche 9“ einem echten Stürmer doch deutlich mehr ähnelt als die katalanische. Ideal für die Position ist wohl ein kombinativ starker, kreativer Mittelstürmer, welcher über große Durchschlagskraft vor dem Tor verfügt. Lewandowski ist demnach ideal, steht aber leider erst im Sommer zur Verfügung. Wäre Pizarro 5 Jahre jünger, wäre er auch absolut geeignet…vom reinen Spielerprofil her ist er wohl immer noch derjenige im Bayernkader, der am besten auf die Position passt. Mandzukic ist physisch stark und torgefährlich, aber zu unkreativ und kombinationsschwach, bei Götze ist es genau anders herum. Müller ist je nach Spielweise des Gegners stark oder schwach (s.o.).

      3) Die Gegner kommen zwar immer mal zu Kontern, aber insgesamt hält sich die Anzahl an Gegentoren in ziemlich engen Grenzen. Das System funktioniert, nur gegen die ganz primitiven, langen Bälle muss man sich mal was einfallen lassen.

      4) Das hat wohl hauptsächlich mit 2) zu tun, an sich kann das System mE sehr gefährlich sein. Was mir auch etwas fehlt, ist die Flexibilität aus dem Vorjahr. Mit so einer Duckmäusertaktik, wie man sie von ManUnited gestern sehen musste, hätte man den Bayern des Vorjahres wohl kaum schaden können.

  10. förbay schreibt:

    1) Je nach Gegner mMn zutreffend oder auch nicht zutreffend. Müller hat als 9er auch schon gute Spiele gemacht. Auch/gerade gegen zb Real könnte ich ihn mir als effektiv vorstellen.
    2) Mandzukic spielt ja nun nicht gerade selten…
    3) Die Anfälligkeit hat mErachtens 2 Gründe: 1. Die Mannschaft ist darin nicht geübt, weil es im Ligaalltag fast nie vorkommt. 2. Man steht extrem hoch – Beides ist Folge der Guariola’schen Ausrichtung; man bekommt das Eine nicht ohne das Andere. Unsere IV finde ich übrigens extrem gut…
    4) Hinten, siehe #3. Gnadenlosigkeit? Kann man leicht denken, aber sehe ich nicht wirklich so. Einerseits wieder eben Folge der Grundausrichtung. Der extreme Ballbesitz aber auch die tatsache DASS die Mannschaft ihre Chance eigentlich schon gnadenlos nutzt zwingt fast alle Gegner auf der Welt dazu, sich extrem einzuigeln. Dadurch fehlt der Raum für Aktionen, die „durchschlagend“ aussehen so wie letzte Saison, als man noch verstärkt gekontert hat.

    • Bazi78 schreibt:

      Bei den Punkten 1-4 kann ich förbay nur zustimmen.Mit Guardiola haben wir einfach eine offensivere Grundausrichtung.Dazu gibt es auch im Defensivbereich die gegenseitige Absicherung wie unter Jupp nicht mehr als solche.Die Abwehrkette steht deutlich höher und die Innenverteidiger sollen proaktiv verteidigen.Die Doppelsechs gibt es wenn überhaupt auch nur in einer anderen Form.Also nicht mehr klar mit einem absichernden und spielmachenden 6er.Das alles und vielleicht noch mehr sind für mich Gründe warum wir nicht mehr die Kompaktheit wie letzte Saison haben…

    • Hartmut Wastian schreibt:

      Soweit so gut, aber bei den richtig engen Spielen hatten wir imho nur 3 gute: 3-1 gg ManCity, 3-0 gg BVB, 2-0 gegen Arsenal (auch erst ab roter Karte).

      Die Niederlage gegen ManCity war zu 80% Schluderei, aber gegen Arsenal, gestern und selbst teilweise gegen Leverkusen, den Club und Freiburg gabs Wackler. Hoffenheim erwähne ich nicht, da der Feierei geschuldet.

      Gegen eine aggressive, entweder kompakte (Chelsea!) oder kreative (Real!) Truppe könnte das Ballett m.E. an Grenzen stossen, wenn nicht mehr zwingende Chancen generiert werden.

  11. Pingback: #Link11: Gegen den schönen Fußball! | Fokus Fussball

  12. DasDing schreibt:

    Man kann zwar sagen, dass das von Bayern gestern keine Meisterleistung war, aber in Bezug auf das Niveau muss ich vor Allem mal was über ManUnited und den englischen Fußball insgesamt loswerden: Das ist ja alles dermaßen einfallslos und stumpfsinnig!! Bayern hat in den letzten Jahren 2x gegen Chelsea, 2x gegen Arsenal und dazu gegen ManCity und jetzt ManUnited gespielt, und in keiner dieser Partien wurde von den Engländern mal wirklich vernünftiger Fußball gespielt. Gut, das Supercupfinale kann man teilweise rausnehmen, da es taktisch attraktiv war (Mourinho) und das Einigeln im Strafraum erst in der Verlängerung so richtig losging. Aber ansonsten kam da in den letzten Jahren gar nichts, selbst Arsenal stand meist einfach nur hintendrin. Und man kann das mittlerweile auch nicht mehr auf Rote Karten etc. schieben, dafür kommt es viel zu regelmäßig vor.
    Die Ergebnisse mögen fast immer knapp gewesen sein, aber fußballerisch waren die Unterschiede dafür umso größer. Ich bin zu jung (22) um den Fußball der deutschen Nationalmannschaft in den 80ern oder später unter Vogts live miterlebt zu haben, aber das, was ich an Aufzeichnungen aus dieser Zeit kenne, sieht dem Verweigerungsfußball der englischen Teams auf internationalem Parkett schon verdächtig ähnlich. Auf moderne taktische Mittel wie zb. Gegenpressing haben die Engländer scheinbar überhaupt keine Antwort, weshalb sie sich regelmäßig hinten einigeln. Da drängen sich dann schon Fragen auf: Wie relevant kann der englische Fußball überhaupt sein, wenn er international nichts anbieten kann außer Strafraumverteidigung und langen Bällen nach vorne? Und wie kommt man eigentlich darauf, die englische Liga als stärkste der Welt zu bezeichnen?? Ist vielleicht die finanzstärkste Liga, aber sonst…

  13. giselher schreibt:

    Zum Schweinsteiger-„Foul“ der ultimative link:

    http://giphy.com/gifs/sbnation-rooney-ixCowfnRCiqQBYcqR2?utm_source=iframe&utm_medium=embed&utm_campaign=tag_click

    Was nix an der Dummheit von Bastian ändert, in der 89. (?) Minute so reinzugehen …

  14. Bazi78 schreibt:

    @ Der Bayern Blog
    Eine Frage zum Tor von Vidic bei dem Eckball.Neuer möchte ja niemand an beiden Pfosten stellen.Vielleicht wäre es beim Rückspiel aber gut am langen Pfosten einen kleinen Spieler wie Lahm oder Rafinha zu haben? Damit hätte man das Tor von Vidic bestimmt verhindern können.Im Achtelfinale gegen Arsenal letztes Jahr haben wir auch zweimal ein Tor nach einer Ecke bekommen weil am langen Pfosten keiner war…

    • derbayernblog schreibt:

      Es ist die alte Frage: 2 Mann am Pfosten oder 2 Mann mehr zur Verteidigung eines Eckballs. In der Trainerausbildung wird häufig darauf hingewiesen, dass die Statistik insgesamt dafür spricht, dass durch Verteidiger an den Pfosten weniger Tore kassiert werden. Allerdings endet diese Statistik nach der ersten Abwehraktion, sodass zweite Bälle (hier entsteht durch das notwendige Herausrücken der Verteidiger am Pfosten häufig Unordnung) nicht bewertet werden. Das 1:1 gegen Manchester im Finale 1999 (Vorsicht… tut weh: http://www.youtube.com/watch?v=zSqSsp-lNv8#t=26) ist hier ein sehr, sehr gutes Beispiel. Hier fallen übrigens beide Gegentore nach Ecke trotz Doppeldeckung an den Pfosten. Ich bin wirklich Zwiegespalten was das angeht. Möglicherweise macht es ob der Qualitäten von Vidic und Ferdinand wirklich Sinn die Absicherung zu wählen.

      • eike schreibt:

        Die Argumentation das bestimmte Tore (mit anschließender Aufzählung) hätten verhindert werden können ist zu einfach, da es eben keine aufschlussreiche Statistik gibt, welche das Verteidigen durch nicht besetzen der Pfosten erfasst. Dazu kommen dann eben noch die angesprochenen Anschlusssituationen.

        Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, das in einer Saison vielleicht 1-2 Tore durch einen Spieler am Pfosten effektiv verhindert werden. Aufgrund meiner Körpergröße stehe ich seit der Jugend, bei Ecken, immer am Pfosten 😉

  15. anandvishwanathan schreibt:

    Sorry, muss mal ein bisschen Gift sprühen:
    Hat Pep optimal für Man U aufgestellt?
    1. Mandschu auf der Bank. Gerade er ist doch der Brecher vorne der die IV´s bindet und das Doppeln auf den Außen einschränken kann. Rib + Rob + Müller hatten doch überhaupt keine Räume wenn es in den 16 er ging. Wir haben uns bereits nach 15 Minuten gefragt warum Mandschu nicht eingewechselt wird. Warum wartet Pep bis zum 0:1 gegen die Bayern bevor er Mandschu bringt?
    Und noch eine Sache zum Thema Mandschu: mir war bereits bei der Aufstellung klar dass zumindest ein Standard zum Tor für Man U führen wird. Wer verteidigt denn hohe Bälle außer Boa, Martinez und eventuell noch BS31? Da fehlt also ein Mandschu der bei Eckbällen und Standards mit verteidigt.
    2. Kroos auf der 6. Ist es denn nicht gerade Kroos der gegen tief stehende Gegner mit Schüssen zum Erfolg kommen kann? Hierzu müsste er jedoch in der 8er oder 10 Position sein.
    3. Ohne Lahm als Unterstützung läuft Robben vor eine Wand. Lahm war als Zweiter 6 er verschwendet. Kann sich jemand daran erinnern dass von Lahm oder Kroos irgendwelche vertikalen Impulse ausgegangen sind?
    Nachdem klar war dass Man U den Bus parkt hätten Lahm oder auch Kroos auf die 8 vorrücken sollen. Auf diese Weise wäre Lahm als Unterstützung für Robben und Kroos in gute Schussposition gekommen.
    4. Und dann diese nutzlosen hohen Eckbälle gegen Vidic + Ferdinand. Wer hat denn diese Order gegeben?

    Hatte vor dem Spiel an Man U in der letzten CL Spielzeit im Bernabeu bei Real erinnert. Und genauso ist es gekommen. Fergie hat sich Moyes zur Brust genommen und hat an genau jene Spielweise sowie das 1:1 damals erinnert.
    Was unterscheidet die Grätsche von BS31 gegenüber dem „flying englishman“ Rooney von dem überharten Einsteigen von Valencia ( war bereits vorher für ein weiteres grobes Foul gelb verwarnt ) gegen Boa. Beide ( Valencia + BS31 ) kommen in der jeweiligen Situation zu spät ins Tackling. Einmal sehen wir einen lachenden Carballo der Zweikampf gestikuliert und beim Schweinsteiger Einsatz holt er sofort die gelb-rote heraus.
    Also unter dem Strich steht Ballbesitz 70-30 für die Bayern sowie ein 1:1 an Toren und 2 Spieler des FCB ( BS31 + Martinez ) für das Rückspiel gesperrt.
    Sorry, bei allem Respekt für die hervorragenden Leistungen von Pep hat mich seine Spieltaktik + Aufstellung gegen Man U doch sehr gewundert.
    Wir spielen gegen die Engländer im Rückspiel somit ohne die beiden Spanier sowie den absoluten Leitwolf.
    Apropos Spanien: in dem Spiel Barca – Atletico war deutlich mehr Pfeffer drin und man mag gar nicht daran denken was gestern geschehen wäre, wenn die Bayern bei Atletico hätten spielen müssen. Die Intensität bei den spanischen Teams war enorm hoch. Barca ist athletisch langsam wieder auf dem Niveau der Guardiola Zeit und Atletico ist eine ganz ganz ganz harte Nuss.
    Zum Glück haben es die Bayern NUR mit Man U zu tun.

    • DasDing schreibt:

      1. Dass Manchester derart defensiv spielt, war ja nicht wirklich abzusehen…von der Idee her ist Müller gegen statische, unbewegliche Abwehrspieler schon geeigneter. Ich bin aber auch der Meinung, dass der Wechsel zu Mandzukic früher hätte erfolgen können, vielleicht zur Halbzeit oder sogar nach 30-35 Minuten. Vor dem Spiel erschien Müller aber als bessere Wahl. Und mit einem Standardgegentor war eh zu rechnen, wäre aber nicht ins Gewicht gefallen wenn man vorne mehr zusammenbekommen hätte.

      2. Kroos sehe ich auch generell als 8er stärker als aus der Tiefe heraus…jedenfalls hat er auch der 8 in diesem Jahr stärker gespielt.

      3. Robben hat auch mit Lahm auf der 6 bereits starke Spiele gezeigt.

      4. Die hohen Ecken waren wirklich unverständlich, va da Mandzukic nicht spielte. Aber kurze Ecken sind auch nicht erfolgversprechender, allgemein sind Ecken nutzlos gegen eine solche Abwehr. Vll mal eine direkt versuchen 😉

      Atletico oder Chelsea wären wirklich üble Brocken…quasi ManUnited, nur gut. Barca und PSG wären von den möglichen HF-Kandidaten wohl noch die leichtesten, da sie selbst Konstruktiv spielen und sich so Räume für die Bayern ergeben. Und zumindest Barca ist defensiv nicht so sattelfest.

  16. Steinschweiger schreibt:

    Was man allerdings wie so häufig nicht vergessen sollte:
    Wir sind nicht bei Fifa 14. Wenn ein Müller gegen Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt wird und Mandzukic daraufhin kurz nach seiner Einwechslung den Ausgleich auflegt heisst das nicht unbedingt, dass Müller ein schlechtes Spiel gemacht hat oder Mandzukic ein besseres gemacht hätte. Die größte Enttäuschung war für mich Ribery, der zwar ordentlich spielte und die ein oder andere gute Aktion hatte aber größtenteils blass blieb. Gerade im Vergleich mit Robben. Anzumerken ist hier auch noch, dass Robben mit dem schwächeren Außenverteidiger kombinieren muss, wobei Alaba mittlerweile zu den Besten seines Fachs gehört.
    Sicherlich blieb Müller hinter seinen Erwartungen zurück. Aber einen laufstarken Spieler von Anfang an zu bringen, der die Innenverteidiger müde läuft damit der Joker mehr Freiheiten hat ist eben auch ne Variante. Ich denke, Müller hat sicher auch seinen Anteil am Tor.

    • anandvishwanathan schreibt:

      @Steinschweiger
      Rib war für mich in der ersten Hz. der beste Mann auf dem Platz. In Hz. 2 ist er wie eben auch Di Maria im Clasico Real- Barca aus unerklärlichen Grtünden überhaupt nicht mehr ins Spiel gekommen.
      BS31 war insgesamt der beste Bayern Spieler und krönte seine Leistung mit dem 1:1.
      Die gelb-rote durch Carballo war wohl ein Gastgeschenk an die noch verbliebenen spanischen Teams und mögliche Gegner der Bayern im HF der CL.
      Wenn er vorher Valencia vom Platz stellt dann kann man die 2. Gelbe gegen BS31 eventuell verstehen- so aber keinesfalls.
      BS 31 interpretierte die 8 er Position auf seine Art und Weise. Die taktische Grundausrichtung war auf ihn hin abgestimmt. Glänzte Kroos auf der 8 im Hinspiel gegen Arsenal so war es Schweinsteiger der das absolute Kommando gegen Man U übernahm. Bereits zu Beginn des Spiels presste der Leitwolf ganz weit in der Hälfte der Engländer. Kann mich an das Rückspiel gegen Barca im Camp Nou erinnern, wo er ebenfalls gleich zu Anfang hoch presste.
      Man hatte sich bei den Bayern ganz offensichtlich auf eine Pressingschlacht eingerichtet. Man U ließ sich darauf jedoch nur wenige Minuten ein und überließ dann den Bayern fast vollständig die Spielkontrolle. Und die ( Bayern ) konnten aus der haushohen Überlegenheit leider kein Kapital ziehen.

    • anandvishwanathan schreibt:

      Zum Thema Thomas Müller der in der letzten Saison einen sehr großen Anteil am Gewinn des CL Titels hatte und zudem bester Torschütze der Bayern in diesem Wettbewerb war: Des Weiteren war es Thomas Müller der das akrobatische Tor gegen Chelsea im CL Finale 2012 erzielte.
      Er ist der ideale Konterspieler ( siehe auch N11 Spiele bei der WM 2010 gegen ENG + ARG ) und kommt immer dann hervorragend ins Spiel wenn sich Räume offenbaren in die er reinstoßen kann. In seiner Anlage ist er Marco Reus sehr ähnlich. Beides sind coole Vollstrecker und kommen über ihr Tempo – wie auch Schürrle.
      Bei sehr tief stehenden Teams sind alle 3 in ihrer Wirkung sehr stark eingeschränkt.
      Sorry, Müller benötigt Mandschu ( speziell gegen englische Teams + auch Atletico Madrid ) der Lücken reißt und so Räume für die Mitspieler schafft.
      Das Spiel gegen Man U hat gezeigt wie wichtig Mandschu für das Team der Bayern ist. Nach der Verpflichtung von Lewa sah es ganz nach einem Abgang von Mandschu aus. Nun hat aber das Spiel gegen Man U den besonderen Wert des Kroaten gezeigt.
      Pep ist hervorragend darin dies aufzuzeigen. Bis auf wenige Individualisten ( Ibra, Ronaldinho, ET, Deco ) hat Pep bei Barca fast alle Spieler gehalten und entwickeln können. Das System bei Barca war auf Messi hin abgestellt. Die Anderen mussten sich dem unterordnen. Wer sich nicht anpassen wollte musste „Adios“ sagen. Das Team von Barca unter Pep akkumulierte in der Person von Messi.
      Also nehmen wir aus dem eigentlich mageren Ergebnis von 1:1 die wesentliche Erkenntnis mit dass Mandschu dem Team enorm helfen kann ( wenn er sich ins System einordnet ).
      Zudem haben wir gesehen dass BS31 langsam wieder an seine Topform herankommt.

  17. anandvishwanathan schreibt:

    Zur Personalplanung der Bayern für die nächste Saison:
    1. Ein schneller IV der möglichst noch gefährlich aus der Distanz schießen kann. Nicht von ungefähr wird von David Luiz gesprochen. Er hat jedoch defensive Defizite.
    2. Das Spiel gegen Man U hat gezeigt dass außer Kroos der auf der 6 festklebte kein weiterer schussstarker Spieler im Team für Schüsse positioniert war.
    Ziehe ich Alaba ins DM dann hat er kürzere Wege zum Tor und kann von Zeit zu Zeit seine gefürchteten und schier unberechenbaren Distanzschüsse anbringen. Ergo benötige ich dann die Rückkehr von Badstuber oder eine andere sinnvolle Alternative.

    Der Markt gibt wenige Kandidaten der Qualität Pique, Mats Hummels oder Thiago Silva her. Auf der LV Position gibt es ebenfalls nur wenige Optionen.
    Real verfügt mit CR7, Bale, Alonso und bedingt auch Isco über gleich mehrere Optionen um gegen tief stehende Teams mit Distanzschüssen zum Erfolg zu kommen. Und nicht zufällig waren sie das einzige Teams welches Atletico Madrid in dieser Saison klar besiegen konnten ( 3:0 im Bernabeu im Pokal ).
    Bei Man City fällt in dieser Saison besonders die enorme Torgefährlichkeit von Yaya Toure auf. Und auch Pogba kann ich mir sehr gut als torgefährlichen Schuss- und Kopfballstarken 6 er vorstellen.

    In jedem Fall wird es auf dem Transfermarkt ein großes Ringen um defensiv herausragende + spielstarke IV geben. Zudem werden schussstarke Spieler vom Typ Diego besonders gefragt sein. Er hat u.a. gegen die Bayern und auch Barca getroffen.
    Die Bayern brauchen einen Kunstschützen wie Roberto Carlos.
    Reiner Ballbesitz führt zu Nichts. Tore entscheiden nun mal die Spiele. Auf höchstem internationalem Niveau muss man immer damit rechnen das der Gegner das Tor verriegelt und dann helfen eben nur Distanzschüsse.

  18. Rheumakai schreibt:

    Frage: Dass wirklich hochkarätige Torchancen gefehlt haben, hat das neben fehlender Risikobereitschaft für den Schnittstellenpass nicht vielleicht auch daran gelegen, dass der jeweilige Zielspieler im Strafraum sich viel zu wenig bewegt hat? Mir sind noch ein Haufen Szenen in Erinnerung, in denen man schön in Handballmanier um den Strafraum rumgespielt hat, während Müller/Mandzukic (oder wer sonst grade im Strafraum war) buchstäblich an einer Stelle stehengeblieben sind und zugeschaut haben, statt seitwärts zu verschieben, Vidic und Ferdinand auseinanderzureißen und sich für den tödlichen Pass anzubieten.
    Das war teilweise wie unter van Gaal….

    • anandvishwanathan schreibt:

      Rib + Rob sind sehr viel rochiert- allerdings fast immer AUSSERHALB des 16m Raumes.
      Ballbesitz stand klar vor Risikobereitschaft. Da Man U häufig mit direkten langen Bällen auf Welbeck agiert hat ging es den Bayern ( + Pep ) hauptsächlich darum das Spiel zu kontrollieren und gleichzeitig möglichst keine Konterchancen zuzulassen.
      So wie Man U agiert hat bekommt der Gegner regelmäßig die Gelegenheit aus 20-25 m zu schießen. Aber auch hier lautete die Anweisung „Ballbesitz anstelle von Distanzschüssen“. Ansonsten wären die besten Schützen Kroos + Alaba vorgerückt um in bessere Schusspositionen zu kommen.
      Möglicherweise sitzt Roo ( bei der Schwalbe ist sein Zeh wohl mit einem Meteoriten kollidiert ) anfangs auf der Bank und Man U mischt noch mehr Beton an.
      Man hofft dann darauf dass die Bayern verzweifelt gegen diese Wand anrennen und bringt Roo + Chicharito ab Minute 70.
      Ergo könnte Pep sein Team darauf vorbereiten sich eben nicht müde zu laufen, sondern bei abermals sehr defensiver Taktik durch Man U geduldig aufzubauen und von Zeit zu Zeit Distanzschüsse ( Alaba, Kroos, Robben ) anzubringen. Auf diese Weise bleibt das Team frisch und ist athletisch darauf gut vorbereitet wenn Man U ab Minute 70 zum Angriff bläst. Es wird also eher Rasenschach am Mittwoch- wobei Pep darin seinem gegenüber Moyes überlegen sein sollte.
      Moyes denkt noch Everton ( ein Underdog der mit schnellen Kontern zum Erfolg kommen will ). Moyes ist ebenso wie Löw alles andere als ein Champ.
      Pep denkt und handelt im Barca Modus und versucht das Spiel vom ersten Moment an zu dominieren.
      Hier treffen also Underdog ( Moyes ) und Champ ( Pep ) aufeinander.

    • anandvishwanathan schreibt:

      @Rheumakai
      Bei Real mit Benz ( häufig über rechts ) sowie dem BVB mit Lewa hat man 2 wunderschöne Beispiele für etatmäßige MS die auf die Außen ausweichen und sich dann in den 16er kombinieren bzw. selbst eine Schussposition erarbeiten.
      Ein kluger Schachzug auch am Wochenende von Martinez bei Everton gegen Arsenal. Lukaku ( eine Personalie die den BVB interessieren könnte ) den etatmäßige MS auf RA zu bringen. Ein taktischer Schachzug der das Spiel praktisch entschieden hat.
      Bevor Wenger in der Hz. Pause versucht hat die Sache zu entschärfen war das Match praktisch entschieden. Die ersten 20 Minuten war Arsenal komplett verunsichert. Der Überraschungsmoment gelang.
      Die Idealbesetzung für einen MS der sich immer wieder fallen lässt, auf die Außen ausweicht, Chancen für seine Mitspieler kreiert und 11m herausholt ist Luis Suarez- der Inbegriff des Modernen MS.
      Mandschu war unter Don Jupp häufiger auf den Außen zu finden. Müller kam deshalb kaum ins Spiel da kaum eingeprobte vertikale Abläufe zu sehen waren. Auch hier die goldene Regel: „Ballbesitz ging vor Risiko“.
      Denke selbst Barca erkennt immer mehr dass Ihnen ein Stoßstürmer wie Mandschu, Benz ( durch die Verpflichtung von Zidane gestärkt ) oder Falcao helfen könnte- keine einziger Sieg in den letzten 4 Partien gegen Atletico Madrid. Die Ballzauberer und Ballbesitzfetichisten beißen sich an Simeones Team regelmäßig die Zähne aus.
      Welcher Barca Spieler ist ein Distanzschütze? Welcher Barca Spieler ist für seine Kopfballtreffer gefürchtet?
      Also, gegen tief stehende Teams greift die Barca Ballbesitz- und Dominanz Taktik nicht. Wobei Atletico durch ihre Aggressivität deutlich schwerer zu bespielen ist als Man U- was auch der aktuelle Tabellenstand in den jeweiligen Ligen beweist. .

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