1. FSV Mainz 05 – FC Bayern 0:2 (0:0)

1. FSV Mainz 05 Karius – Pospech, Bell, Noveski, Park – Moritz (84. Malli), Geis – Müller, Koo (46. Saller), Choupo-Moting (60. Bungert) – Okazaki
Ersatz Koch, Kresic, Malli, Diaz, Soto
FC Bayern Neuer – Lahm, Martínez, Boateng, Alaba – Kroos, Schweinsteiger – Robben (73. Shaqiri), Müller (64. Götze), Ribéry – Mandzukic (81. Pizarro)
Ersatz Starke, Van Buyten, Dante, Rafinha
Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg)
Zuschauer 34.000 (ausverkauft)
Tore 0:1 Schweinsteiger (82.), 0:2 Götze (86.)
Gelbe Karten Moritz / –

Falls ihr es verpasst habt: Nein noch keine Meisterfeier. Aber dennoch der nächste große Schritt in Richtung Titel. Bayern gewinnt eine kniffelige Partie gegen ideenreiche Mainzer mit 2:0. Mainz war über 55 bis 6o Minuten ein ebenbürtiger Gegner und setzte die Münchener mit gutem Pressing und riskantem Offensivspiel ziemlich unter Druck. Bayern hielt in dieser Phase ein 0:0 und befreite sich mit zunehmender Spieldauer immer stärker. Schweinsteiger löste mit seinem Kopfballtreffer in der 82. Minute den Knoten. Götze machte wenig später den Deckel drauf. Auf Grund der deutlichen Überlegenheit der Bayern in der Schlusshalbenstunde geht der Sieg absolut in Ordnung. Schon am Dienstag geht es nach Berlin. Zeit eine schon jetzt denkwürdige Saison zu krönen.

3 Dinge, die auffielen:

1. Tuchels Plan geht 60 Minuten auf

Thomas Tuchel hatte angekündigt den Bayern nicht nur eine, sondern mehrere Aufgabe stellen zu wollen. Seine Mannschaft wurde diesem Anspruch über knapp eine Stunde gerecht. Tuchels Matchplan baute zu Beginn auf zwei Säulen auf. Zum Einen spielte er ein sehr breites Angriffspressing, das Bayern enorm unter Druck setzte. Mainz zog sich nur in Phasen einmal zurück und drückte sonst in einem 4-2-3-1 bei dem Müller und Choupo-Moting die für Bayerns-Spielaufbau so wichtigen Außenverteidiger zustellten. Ein guter Indikator für ein gutes Pressing gegen die Münchener ist die Anzahl der langen Bälle zu denen die Viererkette+Torwart Neuer gezwungen ist. 57 lange Bälle der fünf Defensiven waren es gegen Mainz. Davon ein Großteil in der ersten Hälfte. Zum Vergleich: Gegen die Pressingverweigerer aus Gelsenkirchen spielten Viererkette+Neuer vor drei Wochen nur knapp 30 lange Bälle.

Besonders gegen Mainz war auch, dass sich die Hausherren nach Überwinden der Pressinglinie nicht komplett zurückzogen. Müller, Okazaki und Choupo-Moting blieben meist vor dem Ball und lauerten auf Höhe der Innenverteidiger auf Schnittstellenpässe. In der ersten Hälfte spielte Mainz fast 40 Prozent seiner Pässe im Angriffsdrittel. Ein Beleg dafür wie direkt und konsequent die Mainzer immer wieder den Weg nach Vorne suchten. Bayern ging selbst ebenfalls ein hohes Risiko und reagierte auf diese Spielweise mit einer sehr offensiven Abseitsfalle. 8 Mal tappten die Pfälzer allein in der ersten Hälfte in die Falle. Das erklärt warum Mainz trotz vieler guter Gelegenheiten in der ersten Hälfte nur drei Mal abschloss. Auffällig war auch wie viele Probleme Lahm mit dem 20 Zentimeter größeren Choupo-Moting hatte, der ihn im Dribbling und in Laufduellen mehrfach überpowerte.

Die Bayern reagierten auf die mutige Mainzer Spielweise gewohnt sachlich und ruhig. Man sah auch wieder verstärkt das Einrücken der Außenverteidiger, um eine zusätzliche Anspielstation im Mittelfeldzentrum zu generieren. Guardiola hatte dies gerade zu Beginn der Saison immer wieder mal eingesetzt. Außerdem kippte Kroos nach ca. 20 Minuten immer seltener ab, um Koo oder Geis weiter nach hinten zu ziehen. Spätestens nach 50 Minuten gewann Bayern mehr Kontrolle über das Spiel und drückte Mainz immer weiter in die Defensive. Es wird auch dem hohen Aufwand der ersten 50 Minuten geschuldet gewesen sein, dass Mainz spätestens ab der 60. Minute in eine extrem defensiven Ausrichtung mit 5er Abwehrkette wechselte und das 0:0 verteidigen wollte. Entlastungsangriffe gab es danach nur noch selten. Trotzdem: Tuchels Plan war gut und durchaus effektiv. Für diesen FC Bayern war das jedoch einmal mehr nicht genug.

2. Schweinsteiger geht einmal mehr voran

Es gab eine Situation – etwa in der 75. Minute, die für mich sinnbildlich für den Einfluss von Bastian Schweinsteiger auf dieses Spiel war. Bayern hatte seine erste echte Drangperiode gerade erfolglos beendet. Franck Ribéry winkte nach einer schwachen und von Mainz geklärter Flanke entnervt ab. Noveskis weiter Kopfball landete bei Schweinsteiger. Bayern orientierte sich eher rückwärts, wollte durchpusten und den Ball wohl erstmal in den eigenen Reihen halten. Schweinsteiger hatte einen anderen Plan. Er trieb den Ball direkt wieder auf die Mainzer Hintermannschaft zu, forderte Ribéry mit einer Geste zum Freilaufen auf und hielt den Druck auf die Hausherren mit einem klugen Pass auf Götze auf dem rechten Flügel aufrecht. Auch wenn daraus nicht das befreiende 1:0 entstand, unterstrich diese Szene wie der Anführer Schweinsteiger seine Kollegen fast dazu zwang sich nicht mit dem 0:0 zufrieden zu geben.

Es ist vielleicht das Geheimnis dieser Saisonphase, dass es immer noch genügend Bayern-Spieler gibt, die in schwierigen Situationen wie zuletzt gegen Wolfsburg oder im zähen Spiel gegen Leverkusen nicht bereit sind, den einen Schritt weniger zu gehen. Mal ehrlich: Ein 0:0 gegen ideenreiche und aufopferungsvoll kämpfende Mainzer wäre in dieser Saisonphase kein Drama gewesen. Es wäre sogar verständlich gewesen, hätte Bayern ein wenig Luft rausgenommen aus dieser Partie. Schweinsteiger hatte wie gesagt einen anderen Plan. Sein 1:0 war das i-Tüpfelchen einer starken all around Partie. 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 110 Pässe bei einer Passquote von 93 Prozent. Zwei Torschuss-Vorlagen. Zwei eigene Torchüsse. Ein Treffer. Schweinsteiger, der Anführer ist endgültig wieder da.

3. Guardiola nutzt seine Spielräume

Es gab gewiss schon deutlich auffälligeres in-game-coaching von Guardiola in dieser Saison. Dennoch war auch Mainz ein gutes Beispiel dafür wie klug der Bayern-Coach seine Spielräume von der Bank nutzt. Seine Wechsel waren eher konservativ und positionsgetreu – dennoch gingen sie auf. Shaqiri bereitete das 1:0 vor. Götze traf zum 2:0. Pizarro brachte zudem nach seiner Einwechslung ein gewisses anarchisches Element ins Sturmzentrum, das Mainz durchaus ein wenig überraschte. Diese Möglichkeit innerhalb eines Spiels gerade offensiv neue Reize zu setzen ist eindeutig ein weiterer ganz wichtiger Grund für den unfassbaren Lauf der Münchener in dieser Bundesliga-Saison. Götze, der sich zuletzt zurecht Kritik gefallen lassen musste, bot in seinen knapp 25 Minuten im Zentrum übrigens eine gute Leistung und machte damit Hoffnung auf eine ansteigende Form.

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39 Antworten zu 1. FSV Mainz 05 – FC Bayern 0:2 (0:0)

  1. SP schreibt:

    Für mich war das heute ein ziemlich starkes Spiel von Mainz. Wie du schon sagtest, hielten sie bis zur 60. Minute sehr gut mit. Es fehlte ihnen eigentlich nur noch ein Tor. Ab der 60. Minute würde ich sie jedoch immer noch nicht als klar unterlegen bezeichnen, da Tuchel das System auf ein 5-2-2-1 umstellte, um kraftsparend weiter die Null zu halten. Dies gelang ja eigentlich mit ein paar kleinen Ausnahmen, wo es gefährlich wurde (z.B. Riberys Chance) bis zum 0:1 hervorragend. Erst danach waren sie wirklich unterlegen und hatten keine Chance mehr, Punkte mitzunehmen.
    Dass Guardiola nicht ganz so viel änderte, liegt meiner Ansicht nach aber auch an dem Spiel der Mainzer. Denn wenn er versucht, das Spiel auf das Mainzer Angriffspressing vom Anfang auszurichten und daraufhin später in der Phase ab der 60. Minute, nach der meistens Bayern gegen andere Gegner in Führung geht, Tuchel das System ändert, dann würden alle Umstellungen Guardiolas im Sand verlaufen.
    Tuchel hat also das gemacht, was davor hier ja auch schon in den Kommentaren als einzige wirklich gute Möglichkeit, Bayern mal zu besiegen, angesprochen wurde. Er hat in mehreren Systemen gespielt um das Spiel der Bayern durch Angriffspressing zu stören (und dabei möglichst ein Tor zu erzielen), um sich daraufhin hinten reinzustellen und zu versuchen, das Ergebnis zu verwalten. Zum Glück hats nicht geklappt, aber ein Kompliment hats mMn auf jedenfall absolut verdient.

  2. Schweinsteiger wird immer stärker und unser Spiel wird immer schlechter. Es ist zwar schön zu sehen, wie weit Schweinsteiger mittlerweile schon wieder ist, aber seine Dominanz tut unserem Spiel einfach nicht gut.

    Er ist sowohl unser größte Segen als auch unser größtes Problem zurzeit. Hört sich paradox an, aber dadurch, dass er sein Spiel durchdrückt, müssen sich seine Mitspieler an ihn anpassen und werden dadurch in Rollen gepresst, die ihnen nicht liegen. Plötzlich ist z.B Kroos unser erste Ballverteiler, der von hinten das Spiel eröffnen muss. Weicht Schweinsteiger auf den Flügel aus, müssen die Außenverteidiger plötzlich nicht nur ihre Seiten abdecken, sondern auch die Löcher im Mittelfeld stopfen, die Schweinsteiger durch seine Läufe gerissen hat. Wären diese wenigstens effektiv, würde ich ja nichts sagen. Aber oft steht er mehr im Weg als das er wirklich dort gerade gebraucht wird.

    Schweinsteiger spielt eigentlich immer noch das, was er auch unter Jupp gespielt hat, während seine Mitspieler das spielen möchten, was sie diese Saison gewöhnt sind. Ihm fehlt einfach die beiden Vorbereitungen unter Pep, die er verletzungsbedingt verpasst hat. Das passt einfach noch nicht.

    Die Szene, die du beschreibst, wo er die Mannschaft antreibt, ist zwar ganz nett, aber dank ihm hätten sie auch genauso gut schon in HZ 1 dank seinen unnötigen Ballverlusten hinten liegen können.

    Natürlich hat Schweinsteiger uns durch seinen Willen heute auf die Siegerstraße gebracht, aber wäre dies überhaupt nötig gewesen, wenn man heute ohne ihn gespielt hätte? Spekulation, ich weiß, aber unser Problem war neben den Ungenauigkeiten unserer Offensivspieler Tempo in unser Spiel zu bekommen. Und daran hat Schweinsteiger nun einmal mit seinen ständigen auf den Ball treten einen großen Anteil daran.

    Er ist ein wichtiger Teil der Mannschaft, aber wenn er nicht fähig ist, sich etwas mehr an das Spiel seiner Mitspieler anzupassen, empfinde ich ihn einfach mehr als Hindernis als eine Hilfe.

    • SP schreibt:

      Zitat derbayernblog.com: „Schweinsteigers Zeit ist vorbei“
      Was beschwerst du dich also, ihr seid doch einer Meinung! 😀

      Spaß beiseite. Ich stimme nicht wirklich mit dir überein. Schweinsteiger fügt sich mMn gut in die Mannschaft ein. Er bereichert sie sogar noch.
      Dass Kroos das Spiel aufbaut würde ich nicht mit Schweinsteigers Einsatz in Verbindung bringen, da Kroos auch wenn Lahm spielt häufig das Spiel aufbaut. Außerdem finde ich, dass er das eigentlich ganz gut macht.
      Dass er auf die Außen ausweicht finde ich auch nicht immer schlimm. Es mag Momente geben, wo es nicht gut passt (in seinem ersten Spiel 2014 ist er zum Spielaufbau immer auf die Außen abgekippt, was gar nicht funktioniert hat), aber insgesamt ist da ja nichts schlechtes dabei. Das hat Kroos zum Beispiel heute auch ein paar Mal gemacht und Thiago macht es ja sowieso ständig. Das Problem dabei ist dann vielleicht eher, wie er es macht. Aber da ich keine genaue Szene im Kopf habe, in der das, was du beschreibst, vorkommt, kann ich dazu jetzt nichts mehr schreiben.
      Was mir aber bei ihm vor allem gut gefällt sind neben seiner Leadermentalität, die im Artikel ja gut beschrieben wird, seine Vorstöße in die Spitze, die in dieser Form kein weiterer Spieler, den wir auf der 6 einsetzen können, so durchführt. Das ist ein sehr effektives Mittel, das unser Spiel noch mal deutlich bereichert und nochmal deutlich die Torgefahr erhöht. Vor allem gefällt mir daran jedoch, wie er es einsetzt. Er stößt nämlich nicht in jedem zweiten Angriff mit nach vorne, sondern nur in einzelnen ausgewählten Szenen, wo erstens ein Raum da ist, in den er hineinlaufen kann und in denen zweitens ein knapper Spielstand vorherrscht. Nur dann geht er das etwas größere Risiko ein, seine Position zu verlassen, um das Tor zu erzielen. Würde er es öfter machen, dann wäre der Gegner besser darauf vorbereitet und könnte es besser verteidigen und den offenen Raum, den Schweinsteiger lässt für Konter nutzen. Dieses Mittel setzt Schweinsteiger also als einziger unserer 6er ein und kann es auch durch seine Robustheit und durch seine Qualitäten als Vollstrecker am besten wenn nicht als einziger.
      Schweinsteiger ist also mMn ein Spieler der die Mannschaft anführt, sich gut in sie einfügt und uns neben Mandzukic Kopfballstärke noch ein weiteres Mittel gibt, knappe Spiele zu unseren Gunsten zu entscheiden.

      • Bazi78 schreibt:

        @SP
        Ich stimme dir zu.Mit Schweinsteiger haben wir mehr Torgefahr aus dem zentralen Mittelfeld.Das nicht jedes Spiel schon 3:0 zur Halbzeit stehen kann liegt doch einfach auch am Gegner.Gerade Auswärts in der Rückrunde haben wir immer Probleme gehabt.Das war in Stuttgart,Nürnberg und Wolfsburg so.Schweinsteiger ist und bleibt mMn sehr wichtig für die Mannschaft…

  3. DS schreibt:

    Ich stimme dir da teilweise zu. Das Spiel mit Schweinsteiger erinnert zu großen Teilen mehr an das unter Jupp als an das der Hinrunde dieser Saison.
    Ich habe zwar ca. die ersten 15 Minuten des Spiels nicht gesehen, aber danach sind mir eigentlich keine gravierenden Ballverluste aufgefallen. Was aber auch sicher mit ein Grund war warum das heute nicht nach Guardiola’s Vorstellung gelaufen ist war Müller auf der 10. Viele Angriffe der Bayern resultierten nach überstandenem Mittelfeldpressing in fast schon lächerlichen Ballverlusten in der Offensive. Außerdem ging zumindest in der ersten Hälfte gefühlt alles über die Flügel, da Müller alles nur kein Spielmacher ist. Ohne Müller jetzt zu sehr kritisieren zu wollen – er hat in den letzten Wochen überwiegend weltklasse gespielt – war er wohl doch der schwächste Spieler auf dem Platz.
    Sollte es wirklich Guardiolas Plan sein mit Schweinsteiger auf der 6 und (jetzt schon mehrmals) Müller auf der 10, wieder das alt bewährte System zu spielen, müsste er aber auch so konsquent sein und Martinez neben Schweinsteiger auf der 6 bringen, denn das verleiht dem Spiel die derzeit fehlende Stabilität.

    Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass er lediglich einen Alternativplan mit etwas mehr Durchschlagskraft (dafür aber weniger Spielkontrolle) haben will und deshalb die angesprochenen Entscheidungen getroffen hat. Auch wenn es derzeit nicht danach aussieht, kann ich mir gut vorstellen, dass wir je nach Gegner wieder ein Mittelfeld bestehend aus Lahm, Kroos und Thiago bzw. Götze sehen werden, wo Lahm die alleinige 6 übernimmt und Schweinsteiger nur auf der Bank sitzt.

    Letztendlich kann man aber auch den heutigen Spielverlauf nicht nur an Schweinsteiger (und Müller) fest machen, denn dazu hat zum einen Mainz viel zu gut gepresst und zum anderen hat bei den Münchnern die letzte Knosequenz und Genauigkeit im Passspiel und wohl auch in der Laufbereitschaft gefelht, welcher es gegen solch engagiert auftretende Gegner bedarf. Ein Großteil der Ballverluste Bayerns in der ersten Hälfte waren nämlich individuelle Fehler.

    • DS schreibt:

      Der comment ist auf Balu der Bär bezogen.

      • SP schreibt:

        Findest du wirklich, Martinez muss wenn Bayern im 4-2-3-1 spielt wieder mit Schweinsteiger auf die 6?
        Erstens: Wenn das so wäre, dann könnte man Kroos oder Thiago gleich verkaufen, weil man die dann definitiv nicht mehr beide braucht.
        Zweitens: Das System ist zwar das gleiche wie letzte Saison, dennoch ist die Interpretation des Systems anders. Bayern spielt auch mit der Doppelsechs immer noch sehr hoch und wenn man dann einen Martinez, der letzte Saison als spielstarker Abräumer vor der Abwehr gespielt hat, daher wieder auf die 6 setzen soll, dann ist das mMn nicht ganz nötig, da die Rolle der Abräumer durch die deutlich höher stehenden Innenverteidiger ausgeführt werden soll. Wenn man die Positionen aus dieser Saison mit denen der letzten Saison vergleicht, dann erinnert mich die diesjährige Innenverteidigung eher an Martinez Rolle aus dem letzten Jahr, als an die Innenverteidigung der letzten Saison. Diese wird hingegen beinahe von Neuer allein ausgeführt.
        Ich bin also der Meinung, dass Martinez auch bei Guardiolas 4-2-3-1 in die Innenverteidigung gehört.

      • Das mit Müller habe ich ähnlich gesehen. Aber wirklich überraschend war das nicht. Der größte Verlierer unter Pep ist eigentlich Müller, weil die Räume, in die er immer so gern hinein geschlichen ist, kaum noch existieren. Er besitzt auch nicht die technischen Fähigkeiten, an der Ballzirkulation der anderen Mittelfeldspielern teilzunehmen. Wenn es etwas gibt, woran Müller trotz all seiner vielen Assists und Toren mehr als dringend arbeiten muss, dann ist das seine Ballkontrolle, die einfach nicht unseren Ansprüchen genügt.

        Wobei heute auch Ribery und Robben nicht wirklich besser waren in dem Punkt. Wie oft hat Robben sich heute den Ball zu weit vorgelegt oder Ribery, der ständig hängen geblieben ist? Die drei zusammen plus noch ein Mandzukic, der heute sehr, sehr statisch gespielt hat und kaum mal seinen Strafraum verlassen hat, waren natürlich auch ein Grund, warum wir es den Mainzer sehr einfach gemacht haben.

        Es ging mir im übrigen nicht darum, Schweinsteiger alleine den schwarzen Peter zuzuschieben, da auch andere sicherlich nicht das geleistet haben, was sie eigentlich können. Ich wollte viel mehr auf ein generelles Problem aufmerksam machen, dass zurzeit besteht. Die Ergebnisse stimmen zwar, aber wirklich überzeugend ist es zur Zeit eher selten und könnte sich gegen stärkere Gegner international noch rächen.

        Glaubst du wirklich, dass Guardiola nochmal auf ein Mittelfeld aus Lahm, Thiago und Kroos setzen wird? Wenn dann, höchstens in einem unwichtigen Bundesligaspiel um Schweinsteiger zu schonen. Es wäre mMn auch fatal, wenn Pep Lahm ständig hin und her schieben wird. Man hat heute sowie bei den letzten Malen, wo Lahm RV gespielt hat, dass er mit der Umstellung doch deutliche Probleme hat. Auch wenn ich ja glaube, dass das mehr psychische Gründe hat als physische, wäre es einfach vorteilhafter, wenn Lahm sich nur auf eine Position konzentrieren müsste. Pep muss sich einfach entscheiden, ob er das jetzt so beibehalten will oder ob Lahm für ihn im Mittelfeld nicht doch wertvoller ist oder sein kann.

        Es wird interessant zu sehen sein, wie lange es dauert, bis die Mannschaft sich auf diese Umstellung eingestellt hat und wieder souveräner agieren wird oder ob uns das im Endeffekt das Hals brechen wird bei dem Versuch altbewährte Spieler in ein bisher eigentlich recht gut funktionierendes System unter allen Umständen zu integrieren.

      • Bazi78 schreibt:

        Thomas Müller kann auch unter Pep sehr gut Rechtsaußen oder Mittelstürmer spielen.Alle anderen Positionen liegen ihm einfach nicht.Vielleicht hat Guardiola einfach erkannt das wir mit Lahm als RV in der Champions League KO-Phase besser stehen könnten.Ebenso mit einer Doppelsechs die aber doch ganz anders als letztes Jahr interpretiert wird.Götze ist auch als 10er im Zwischenlinienraum am effektivsten.

      • DS schreibt:

        @SP:
        Ich habe mich mir der Aussage über Martinez eher auf die Tatsache bezogen dass Müller auf der 10 gespielt hat und man sich dadurch ohnehin schon weitestgehend dem Kurzpassspiel im Angriffsdrittel beraubt. Mit Martinez auf der 6 neben Schweinsteiger hätte ein erprobtes System (mit dem man immerhin die CL gewinnen konnte). Das Problem das ich bei der 6er Kombination Kroos-Schweinsteiger sehe ist die vermeintliche Spielstärke, die den Gegner dazu verleiten kann gewohnt defensiv zu agieren. Ist das der Fall, tut man sich mit einem Müller auf der 10 sehr schwer Chancen zu kreieren, da nicht genügend Räume für Müller vorhanden sind. Der Gegner kann natürlich auch wie Mainz heute in der ersten halbzeit sehr aggressiv pressen und den Spielaufbau zu stören versuchen. In diesem Fall hat man mit Müller sicher eine gute Option und kann auch über Konter gefährlich werden, was ja heute auch ungewöhnlich häufig der Fall war. Für letzteren Fall ist es aber praktisch nicht von Vorteil wenn Kroos auf der 6 spielt, denn auch ein Martinez ist extrem pressingresistent und würde eben für zusätzliche Sicherheit sorgen.
        Aber du hast natürlich recht, das System ist auch im 4-2-3-1 selbst dann wenn Müller auf der 10 spielt ein anderes als das von letzter Saison. Vor allem in der Arbeit gegen den Ball wird früher attackiert. Hier gibt es kaum Unterschiede zur Spielweise vor Schweinsteigers Rückkehr. Durch das höhere Verteidigen kann es deshalb durchaus Sinn machen Martinez in der IV einzusetzen.

        @Balu der Bär
        Ich stimme dir beim ersten Teil in allen Bereichen zu.
        Zur Frage ob ich wirklich glaube dass nochmal auf das alte Mittelfeld gesetzt wird:
        Das ist wohl sehr stark vom Gegner und wohl auch vom Spielverlauf zukünftiger Spiele abhängig. Wenn Pep auch bisher in den Pflichtspielen keine großen Veränderungen vorgenommen hat, so hat er doch durch kleine Veränderungen oder das Fehlen dieser ziemlich jeden überrascht. Anfangen hat dies mit Lahms neuer Rolle auf der 6 in den ersten Monaten der Saison. Jeder hat damit gerechnet, dass es sich nur um eine vorübergehende Lösung handeln würde. Dennoch ist Pep dem System treu geblieben und Rafinha wurde somit zu einem der Spieler mit den meisten Einsätzen. Zwischendurch gab es auch immer wieder mal kleinere Experimente mit denen keiner gerechnet hat. So wurde z.B. Martinez zwei oder dreimal auf der offensiven 8 eingesetzt und auch Pizarro fand sich auf dieser Position schon wieder.
        Zuletzt gab es solche Überraschungen in den beiden Spielen gegen Arsenal als beide Male Lahm als RV eingesetzt wurde. Grund dafür vor allem im ersten Spiel war die defensiv schwache linke Seite von Arsenal.
        Auch das vorher erwähnte Beispiel mit Martinez auf der 8 und sämtliche Entscheidungen über die einzelnen Stürmervarianten die es in dieser Saison gab waren wohl in erster Linie auf den Gegner zurückzuführen.
        Noch deutlich stärker spiegelt sich diese Einstellung auf den Gegner in Anpassungen, die während des Spiels vorgenommen werden, wieder. So wurde auch hier im Hinspiel gegen Arsenal Lahm wieder auf die 6 beordert nachdem das Experiment mit Martinez auf dieser Position nicht den gewünschten Erfolg brachte.
        Ich kann mir also sehr wohl vorstellen, dass wir auch in wichtigen Spielen noch diese Variante sehen werden. Vor allem wenn man in der CL auf Gegner wie Barca, Real oder PSG treffen sollte, wo ein sehr spielstarkes und ballsicheres Mittelfeld und vielleicht nicht so sehr Durchschlagskraft gefordert ist, würde dieses Rollenverteilung im 4-1-4-1/4-3-3 Sinn machen. Wobei hier bei Real natürlich die defensive Anfälligkeit Rafinhas, welcher gegen Ronaldo spielen müsste, ein wichtiger Faktor ist.

  4. Es war mir klar, dass ich das vielleicht als einziger so sehe und ich lasse mich auch gerne eines besseren belehren durch gute Argumente.

    Und ich wollte mit meinem Kommentar keinesfalls andeuten, dass Schweinsteiger überhaupt keinen Mehrwert für die Mannschaft hat. Die Frage ist einfach, ob er in der richtigen Position dafür spielt.

    Den Spielaufbau muss Kroos übernehmen, der das sicherlich gut macht, aber auch aus dem Grund, weil Schweinsteiger nicht will oder kann. Das ist halt jetzt die Frage, ob es eine Anweisung von Pep ist oder ob Schweinsteiger dann immer solche Probleme bekommen würde, wenn er so angegangen wird, wie zeitweise in HZ 1, wo ihm dann ja schon jede Menge Fehler unterlaufen sind.

    Defensiv wirft er sich natürlich im Gegensatz z.B. zu einem Lahm in jeden Zweikampf, riskiert damit aber auch häufig, im Falle dass er ihn verliert, jede Menge Platz für den Gegner zum Konter zu lassen. Es ist jetzt natürlich der persönliche Geschmack, aber vor allem in HZ 1 kam es mir so vor, dass wir da hinten überhaupt keine Absicherung vor unserer Abwehrkette hätten.

    Offensiv hast du natürlich eine von Schweinsteigers Stärken im Vergleich zu anderen schön beschrieben und die will ich ihm auch gar nicht klein reden. Nur wenn man diese und noch weitere Stärken und Schwächen Schweinsteigers berücksichtigst, dann gehört er nicht auf die 6, sondern eher auf die 10. Und dann müsste man noch einmal ganz neu diskutieren, ob er dafür der geeignete Mann wäre oder ob die Konkurrenz stärker wäre.

    Dass er als Leader wichtig für die Mannschaft ist, ist natürlich auch richtig. Aber so zu tun als ob wir ohne ihn und seine Führung keinen Blumentopf mehr gewinnen, halte ich für überzogen. Diese Mannschaft wird von mehreren Spielern geführt und ich finde, man sollte aufhören ständig von dem Leader zu sprechen. Heute war er es, im nächsten kann es dann schon wieder ein anderer sein, der uns zum Sieg führt.

    Was mir aber aus deinem Kommentar noch nicht so ganz klar geworden ist, in wie weit Schweinsteiger sich deiner Meinung nach gut in diese Mannschaft einführt. Wirkt auf dich unser Spiel wirklich homogen oder zumindest so harmonisch, dass man von einem gut funktionierenden Orchester sprechen könnte? Schweinsteiger ist der zur Zeit dominante Spieler, der auch viele Ballkontakte hat, aber macht er seine Nebenleute damit besser? Hilft es ihnen weiter oder behindert es sie eher, wenn Schweinsteiger allein den Rhythmus bestimmt? Das ist natürlich alles sehr subjektiv, aber ich würde mir einfach wünschen, dass Schweinsteiger etwas weniger dominant wäre, wir aber dafür in vielen Situationen schneller spielen könnten.

    @Bazi78: Kannst du deinen Eindruck, dass wir mehr Torgefahr durch das zentrale Mittelfeld haben dank Schweinsteiger, auch mit Statistiken belegen? Oder ist das jetzt nur einfach dein subjektiver Eindruck?

    • Der erste Teil meiner Antwort war an SP gerichtet.

    • Bazi78 schreibt:

      @ Balu der Bär
      Ja. Auf der FCB-Homepage einfach unter Statistik bzw Torjäger.Schweini hat letztes Jahr 7 Tore in der Bundesliga und 2 in der CL gemacht.Kroos hat 6 BL und 3 CL Tore.Diese Saison hat Schweini 3 BL und 2 CL Tore aber Kroos hat nur jeweils 1 BL und CL Tor erzielt.Was für ihn einfach zu wenig ist im Vergleich zu den letzten Jahren.Thiago hat bei Barca auch nicht viele Tore gemacht vielleicht wird er bei uns besser eingebunden.Schweinsteiger macht auch nach Mandzukic die meisten Kopfballtore bei Bayern.Das ganze System von Guardiola ist mMn auch viel anfälliger für Gegegentore als unter Jupp.Also werden wir wohl auch in Zukunft Defensiv mehr Probleme haben…

      • Und wie viele dieser Tore hat Schweinsteiger nach Standarts gemacht und wie viele aus dem Spiel heraus? Im ersten Fall hat das ja weniger mit Schweinsteigers Rolle als ZM Spieler zu tun, sondern eher mit seiner Größe bzw. Freistoßtechnik zu tun. Ich seh ja ein, dass Schweinsteiger mit seiner Fähigkeit so in den Strafraum zu stürmen wie er es heute getan hat, eine neue Variante ins Spiel bringt, aber hier stelle ich mir einfach die Frage, ob man darauf auch verzichten könnte, wenn an seiner Stelle mehr ein Typ Vorbereiter spielen würde, der unsere eigentlich offensiven Leuten besser in Szene setzt.

        Aber es ist müßig das jetzt zu diskutieren, wenn Schweinsteiger im Moment sowieso alle Trümpfe auf seiner Seite hat. Ich mache mir nur eben Gedanken, wenn ihm dann mal kein Tor gelingt, ob seine Art zu spielen uns dann trotzdem am Ende des Tages wirklich so viel besser macht.

      • SP schreibt:

        Ich persönlich würde nicht sagen, dass Schweinsteiger grundsätzlich in einem Spiel, das Bayern ganz normal dominiert mehr Torgefahr ins Spiel bringt. Dazu ist ein Vorbereiter wie Kroos, Thiago oder Lahm genauso gut. Was das Problem an den Vorlagen ist, ist nur, dass bei einem engen Spiel daraufhin die Mitspieler das auch gut weiterführen müssen. Und das gelingt nicht immer. Schweinsteigers Mittel ist wie Mandzukic Kopfbälle für mich vor allem ein Mittel, um Torgefahr in engen Spielen zu erzeugen, die etwas schwerer vom Gegner zu verteidigen sind, wie eben, wenn er so von hinten in den Strafraum stürmt. Das kann in engen Spielen bei einem Rückstand noch ein Tor bringen und damit enorm helfen. Bei einem Spiel, das Bayern aber dominiert ist das Problem dabei, dass damit nun mal auch immer ein gewisses Risiko verbunden ist, da Schweinsteiger fehlt. Ich würde also sagen, Schweinsteiger kann die Torgefahr mit Erhöhung des Risikos erhöhen, wenn es nötig ist. Das können die anderen nun mal nicht. Er kann aber auch das Risiko weglassen und ganz normal sein Spiel auf Vorlagen auslegen.
        Zur Statistik von Bazi78: Ich glaube auch, dass da zum Teil Standards mit reinzählen und natürlich auch die wichtigen Tore von Schweinsteiger noch zusätzlich was für Schweinsteiger mit bringen. Bei Kroos würde ich ihn einerseits verteidigen, da er letzte Saison 10er und jetzt 8er/6er gespielt hat, daher also der Abfall. Andererseits aber schießt er mir im Vergleich zu der Zahl an Schussversuchen, die er schon auf dem Konto hat dennoch definitiv zu wenige Tore. Dann soll er lieber seine Fernschüsse von der Zahl her etwas runterschrauben und nur noch in ausgewählten Situationen schießen, in denen es wirklich nötig ist, aber da sind mir noch etwas zu viele aussichtslose Versuche drin.

      • chicago_bastard schreibt:

        @Balu: Bei Deinem Schweinsteiger-Bashing übersiehst Du einen wichtigen Punkt: Schweinsteiger war nicht die ganze Hinrunde verletzt, er war in der Hinrunde schon ein wichtiger Teil des harmonischen Bayernspiels. Unter anderem bei den beiden wohl stärksten Saisonspielen bei City und in Leverkusen stand er beide Male in der Startelf.

        Das Problem ist für mich daher auch nicht Schweinsteiger, sondern vielmehr, dass ständig der spielerisch schwache Mandzukic spielt. Der Bayernblog schrieb mehrfach, es sei toll ihn als Plan B zu haben und dem würde ich mich auch uneingeschränkt anschließen, dummerweise ist Mandzukic aber seit seiner Nicht-Berücksichtigung gegen Gladbach der Plan A und spielt seitdem immer, was ich angesichts von Peps eigentlicher Präferenz für Kurzpasskombinationen überhaupt nicht nachvollziehen kann. Der tolle Fußball, den wir bei City und in Leverkusen gesehen haben ist so mit Mandzukic nicht möglich, es ist kein Zufall, dass Mandzukic in diesen Spielen nicht in der Startelf stand.

        Potenziert wird dieses Problem noch, wenn zusätzlich auch noch Müller, der spielerisch ebenfalls nicht so stark ist, spielt. Eigentlich kann nur einer von beiden spielen, wenn man auf Dominanz und Ballbesitz spielen will. Das wird auch durch die Statistik des heutigen Spiels gestützt, mit Mandzukic, der eine katastrophale Passquote von 57% hatte und Müller, der zwar eine ordentliche Passquote hatte aber dafür nur 22% seiner Zweikämpfe gewonnen hat, hatte man heute zwei Ballverlustmaschinen an vorderster Front, die kaum mal einen Ball halten konnten.

        Ich kann einfach nicht glauben, dass dieses uninspirierte „Flanken in den Strafraum auf Mandzukic kloppen“, das in der Rückrunde in vielen Spielen mehr oder weniger das bestimmende Offensivelement im Bayernspiel ist, wirklich Peps Philosophie entspricht. Ich hätte eigentlich gedacht, dass Pep in der Rückrunde verstärkt Götze und Müller als Spitze aufstellen würde. Dass ausgerechnet Mandzukic jetzt neben Robben und Ribery der Offensivspieler ist, der wenn er fit ist in den wichtigen Spielen immer spielt, während Müller und sogar Kroos wie im Spiel gegen Arsenal mal auf der Bank landen, versteh ich überhaupt nicht.

    • SP schreibt:

      Ich frage mich gerade, woher dein Eindruck kommt, dass das Spiel auf ihn zugeschnitten ist, bzw. dass er zu dominant ist. Den Rhythmus bestimmt er zwar, aber er tut das nicht allein. Auch Kroos, oder wer auch immer grade neben ihm spielt hat einen großen Einfluss auf den Spielrhythmus und ich sehe das auch durchaus positiv, da es zu den Aufgaben der 6er gehört. Sie konntrollieren nun einmal das Spiel. Heute hat vor allem Schweinsteiger den Rhythmus kontrolliert, dies war aber auch notwendig, da er heute als Leader gebraucht wurde. Durch die vielen Ballkontakte kann der Eindruck mMn auch nicht kommen, da wenn Kroos und Schweinsteiger zusammen spielen in den letzten Spielen Kroos im Durchschnitt glaube ich sogar der war, der mehr hatte. Gegen Mainz war es zwar Schweinsteiger, aber vier Ballkontakte mehr ist auch alles andere als viel mehr. (http://www.whoscored.com/Matches/723951/Live/Germany-Bundesliga-2013-2014-Mainz-05-Bayern-Munich)
      Dies kann zwar wie du schon sagst auch dadurch kommen, dass Kroos das Aufbauspiel übernimmt, das sehe ich aber eigentlich gar nicht mal so extrem einseitig. Kroos übernimmt es häufig, was er aber wie gesagt auch mit anderen Spielern im Mittelfeld tut. Dies liegt also nicht am Einsatz von Schweinsteiger. Außerdem ist es eigentlich so, dass bei Bayern nie nur ein Spieler für das Aufbauspiel zuständig ist, sondern dass sich damit immer wieder 2-3 zentrale Mittelfeldspieler abwechseln. Das ist meistens sogar ziemlich gleichmäßig aufgeteilt. Das einzige Spiel, was ich im Kopf habe, in dem Kroos wirklich über lange Zeit der hinterste defensive Spieler war, der das Spiel gelenkt hat, war übrigens gegen Arsenal. Da war Schweinsteiger nicht mal dabei.
      Dass Schweinsteiger Fehler im Aufbauspiel unterlaufen ist auch mMn nicht ganz so kritisch zu sehen. Erstens hat Mainz heute auch einfach wirklich exzelent gepresst und zweitens sind die sogar einem Lahm schon einige Male unterlaufen. Das ist zwar nicht gut, kommt aber nun mal auch vor.
      Das defensive Verhalten ist mMn ein kleines Problem, das durch den zweiten 6er behoben werden soll. Ich sehe das Problem selbst aber anders, als du, vor allem im Vergleich zu Lahm. Wenn man sich Lahms Spielweise angeschaut hat, dann hat er sich auch in jeden Zweikampf geworfen. Diese waren sogar teilweise in noch höheren Positionen als bei Schweinsteiger. Der Vorteil von Lahm ist aber, dass er durch ein überragendes Stellungsspiel und unglaubliche Qualitäten im Tackling kaum einen Zweikampf verloren hat.
      Dass die Stärken von Schweinsteiger auf der 8 oder auf der 6 besser zu tragen und die Schwächen touchiert werden würden sehe ich selbst gespalten. Als 10er würde ich ihn aber nicht einsetzen. Defensiv würde ich es am besten finden, wenn Schweinsteiger auf der 8 spielt und Lahm auf der 6 aufläuft. Lahm ist vom Stellungsspiel her der bessere und im Moment der einzige, der die Rolle der alleinigen 6 ausfüllen kann. Mit Schweinsteiger auf der 8 hätte man dabei defensiv zusätzlich zu Lahm der mit dem guten Stellungsspiel absichert einen physisch enorm starken Abräumer, der die Angriffe bereits sehr früh unterbindet. Damit wären seine Schwächen im Stellungsspiel touchiert und er wäre von seinen Stärken her gut eingebunden. Auf der 6 dagegen kann er die von mir oben beschriebenen Vorstöße besser einbringen. Klingt zuerst paradox, ists aber eigentlich nicht. Eine der wichtigsten Eigenschaften seiner Vorstöße ist nämlich nunmal, dass er aus sehr tiefen Positionen die Lücken erkennt und in sie vorstößt. Der Vorteil daran ist einfach, dass die gegnerische Mannschaft durch seine große Entfernung ihn nicht auf dem Zettel hat und auch dadurch nicht mit ihm rechnet, da er die Vorstöße selten einbaut. Dadurch entsteht bei diesen Angriffen ein toller Überraschungsmoment, der mit Schweinsteiger auf der 8 nicht so vorhanden ist. Aber grundsätzlich sind bei der Überlegung 6 oder 8 Feinheiten entscheidend und kaum Qualitätsunterschiede vorhanden. Ich denke er kann beides und ist in beiden Positionen einsetzbar, je nachdem, wo man ihn braucht.
      Zu seinen Leader-Qualitäten: Ich stimme dir in diesem Punkt beinahe vollkommen zu. Als Leader ist er immer wieder mal wichtig für die Mannschaft, jedoch nicht immer. Wir würden auf jeden Fall auch ohne ihn gewinnen können, unsere Qualität würde dabei vermutlich auch kaum abfallen, bei dem Spielermaterial, das wir haben. Der einzige Punkt, in dem ich nicht ganz deiner Meinung bin, ist, dass wir noch andere Spieler haben, die die Mannschaft anführen können. Da sehe ich eigentlich nur drei, die dazu in der Lage sind und die sind vor allem Schweinsteiger und mit Abstrichen Lahm und Müller. Zudem habe ich bei manchen (z.B. Boateng, der bei engen Spielen wie z.B. gegen Chelsea 75 Meter vor dem eigenen Tor als Innenverteidiger reihenweise Bälle erobert) das Gefühl, dass sie es versuchen, aber keiner ist wirklich so wichtig für die Mannschaft wie Schweinsteiger und Lahm und auch Müller durfte eine tragende Rolle für die Mannschaft haben.
      Zur Struktur meines Kommentars, da er so lang ist: Der erste Abschnitt bezieht sich auf deinen letzten an mich gerichteten Abschnitt danach gehe ich der Reihenfolge nach von Anfang an deinen Kommentar ab. Ich hoffe der Kommentar ist nicht zu lang.

      • Erst einmal danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mir so ausführlich zu antworten.

        Vielleicht hängt mein Eindruck, dass Schweinsteiger zu dominant ist, auch damit zusammen, dass er und Kroos sich einfach zu ähnlich sind und ich sie auch häufig miteinander verwechsle, wenn ich nicht gerade auf ihre Schuhe achte 😉

        Grundsätzlich hast du natürlich recht, dass es nun einmal die Aufgaben des 6ers ist, den Spielrhythmus zu bestimmen. Nur stört mich hierbei einfach, dass sowohl Schweinsteiger als auch Kroos zu oft das Tempo aus dem Spiel nehmen. Wie oft hätte ich mir heute schnelle Ballverlagerungen gewünscht, die wenn überhaupt nur nach links gespielt worden sind, während es gefühlt ewig gedauert hat, bis der Ball von links nach rechts gepasst wurde. Dass beide solche Verlagerungen beherrschen, haben sie schon bei mehreren Gelegenheiten gezeigt. Nur ist es häufig das Problem, dass sie nicht diese Wendigkeit haben wie Thiago und Lahm, um die eingeschlagene Richtung doch noch mal zu ändern und für eine Überraschung zu sorgen.

        Stehen beide nach links gedreht, werden sie auch in 99% der Fälle nach links passen, obwohl rechts z.B. alles frei wäre und man besser versuchen sollte, dort einen Angriff zu starten. Auch wenn ich ihnen nicht ihre Übersicht absprechen möchte, aber aufgrund ihrer in dem Punkt limitierten Wendigkeit können viele Möglichkeiten von ihnen nur selten realisiert werden und das nervt mich jedes Mal.

        Was mir auch nicht gefallen hat, war, dass zwar beide für den Spielaufbau zuständig waren, Neuer aber heute oftmals in Bedrängnis kam, weil sich aus dem Mittelfeld häufig niemand angeboten hat. Selbst wenn es nur zum Schein gewesen wäre, hätte ich mir da einfach etwas mehr Bewegung in Richtung eigenes Tor gewünscht.

        Natürlich kann jedem mal unter diesem Pressing ein Ballverlust passieren, aber in viele dieser Situationen hat sich Schweinsteiger heute selbst durch unsaubere Ballannahmen gebracht. Ich würde mir einfach wünschen, dass er sich dann etwas besser konzentriert bzw. mehr Ruhe bewahrt und sich nicht immer so vom Druck beeindrucken lässt. In Hälfte zwei wurde er ja auch erst besser, als er plötzlich nicht mehr unter diesem Druck stand.

        Es stimmt auch, dass Lahm häufig sehr weit vorne den Gegenspieler angreift. Aber für mich ist das eher ein aggressives Pressing, um den Gegenspieler schon früh zu einem Fehlpass zu zwingen als ein wirklicher Kampf um den Ball.
        Deshalb hatte ich diese Zweikämpfe jetzt auch nicht in meinem Kopf berücksichtigt. Ich dachte dabei eher an so Zweikämpfe, die Basti vor allem in HZ 2 in der gegnerischen Hälfte geführt hat, wo er ja auch viele Bälle erkämpft hat. Wäre das allerdings schief gegangen, hätten die Mainzer freie Fahrt auf unser Tor gehabt. (Da kann man aber genauso gut auch Dante und Boateng kritisieren, die es auch häufig mit ihren Zweikämpfen im Mittelfeld übertreiben und häufig ein unnötiges Risiko eingehen. )
        Man müsste mal statistisch vergleichen, wie viele Zweikämpfe Lahm überhaupt im Mittelfeld geführt hat und wie viele er schon allein durch sein Stellungsspiel aus dem Weg gegangen ist im Vergleich z.B. zu Schweinsteiger. ich würde sogar fast wetten, dass Schweinsteiger statistisch gesehen eine bessere Zweikampfquote hat. Und trotzdem geht bei beiden gefühlt gleich viel durch die Mitte. Es geht also so oder so.

        Zu deinem Punkt, dass du dir Lahm auf der 6 und Schweinsteiger auf der 8 wünschst, kann ich nur sagen: Bitte genau so!!!
        Aber da ich Realist bin, ist mir auch klar, dass es dazu nicht kommen wird. Pep hat eigentlich schon von Anfang der Rückrunde auf eine Art Doppelsechs umgestellt, womit das System des alleinigen 6 hinfällig geworden ist. Und in der Doppelsechs hat mir Lahm nicht wirklich gefallen. Dadurch musste er meist im Wechsel mit Kroos häufiger als gewohnt offensiv agieren, was ihm nicht wirklich gelegen hat. Er hat sich für meinen Geschmack auch zu häufig zurückgenommen, die Gegegnspieler auf sich gezogen und seine Nebenleute dadurch glänzen lassen, was einfach eine Verschwendung seines Talents war.
        Eigentlich schon witzig: Lahm fand ich häufig nicht dominant genug in den letzten Spielen im Mittelfeld und Schweinsteiger zu sehr. Wenn der eine etwas mehr und der andere etwas weniger machen würde, wäre es perfekt 😉
        Da jetzt aber Pep wohl endgültig den Wechsel von Lahm zurück auf die RV Position vollzogen hat, brauchen wir uns eigentlich sowieso nicht mehr länger über Lahms Qualitäten im Mittelfeld zu unterhalten, auch wenn es fast schade ist…

        Deshalb sollten wir uns wohl besser darüber unterhalten, was wohl die beste Besetzung dieser Mittelfeldpositionen ist. Wenn Kroos und Schweinsteiger zusammen spielen, habe ich immer ein schlechtes Gefühl. Einmal weil sie mir zu ähnliche Vorlieben haben und zum anderen weil sie mehr Doppelacht als -sechs sind und wir damit einfach zu konteranfällig sind. Thiago und Schweinsteiger würde ich gerne mal etwas länger neben einander sehen, da ich denke, dass sich hier das Problem, wer agiert wie offensiv, wer eher defensiver von vonherein gar nicht stellt. An Martinez neben Schweinsteiger glaube ich nicht wirklich, da dass zwar defensiv kaum zu überwinden wäre, aber offensiv einfach nicht genug bietet. Bleibt noch die Möglichkeit Thiago und Kroos ohne Schweinsteiger, was wohl niemals so eingesetzt werden wird und das zurecht, da das definitiv nicht defensivstark genug wäre.
        Ich bin echt gespannt, wie unser Mittelfeld dann in den kommenden Champions League Spielen aussehen wird.

        Wie wichtig jeder einzelne Spieler für die Mannschaft ist, kann ich aus der Ferne schlecht beurteilen. Natürlich auch dank unseres unglaulichen Spielermaterials kann eigentlich jeder ersetzt werden. Selbst Schweinsteiger oder auch Lahm. Mir ging es auch eher weniger darum, wer intern den Ton angibt, sondern eher um einzelne Aktionen auf dem Platz, die jeden mitreißen kann. Dein Beispiel mit Boateng ist dabei schon mal ein sehr gutes. Jeder kann für einen Moment ein Leader sein und die anderen mitreißen. Da braucht es keine Binde oder Titel wie emotionaler Leader.
        Dass natürlich Lahm und Schweinsteiger zusammen mit Neuer die Köpfe dieser Mannschaft sind, ist denke ich unbestritten. Doch die größte Stärker unserer Mannschaft ist halt auch gerade das, dass sich niemand zu ernst nimmt und versucht, andere zu unterdrücken. Jeder hat ein Mitspracherecht und eigene Aufgaben, die sie in der Mannschaft zu erledigen haben, sodass sich niemand benachteiligt fühlt. Ich will jetzt nicht den ausgelutschten Ausdruck in den Mund nehmen, aber: Flache Hierarchie ist hier wohl das Zauberwort 😉
        Ah, was ich interessant fand, ist, dass du annimmst, dass Müller noch vor Neuer eine Führungsposition in der Mannschaft einnimmt. Ich weiß nicht wirklich wie ich Müllers Rolle einschätzen soll und wie ernst er intern genommen wird. Gerade wegen seinem lockeren Mundwerk könnte ich mir gut vorstellen, dass er nicht so ganz für voll genommen wird. Aber das ist nur mein Eindruck.

      • SP schreibt:

        Auch von mir danke für die ausführliche Antwort und es macht echt Spaß, mit dir zu diskutieren, weil wir zwar nicht einer Meinung sind, aber beide sachlich argumentieren und dadurch voneinander lernen.
        Nun zu deinem letzten Kommentar. Schweinsteiger und Kroos sind wirklich sehr ähnlich. Ich würde mir wirklich wünschen, dass einer von beiden mal die Rückennummer ändert, damit nicht beide mit ner 3 beginnen. Insgesamt sind aber doch feine Unterschiede in den Bewegungen drin, es geht langsam besser, sie auseinanderzuhalten. 🙂

        Dass sie Tempo aus dem Spiel nehmen ist jetzt im Nachhinein schwer zu beurteilen, da es sicherlich häufig sinnvoll ist, manchmal aber auch nicht. Dazu bräuchte man halt dann Statistiken, um das zu beurteilen und das wäre ne Monsteraufgabe, die zu erstellen. Ich denke, dass ein großes Problem von Schweinsteiger und Kroos auf der Doppelsechs wirklich das Problem ist, dass sie vor allem das Spiel auf Links verlagern. Ich denke das kommt daher, dass sie beide Rechtsfüße sind. Guardiola müsste also eigentlich, um dieses Problem zu 100% zu beheben noch einen Linksfuß als Mittelfeldspieler einkaufen. Ob das den Aufwand wert ist, wage ich zu bezweifeln. Guardiola hat ja nach der Halbzeit auch Kroos auf die linke Seite gewechselt und Schweinsteiger nach rechts gezogen. Vielleicht hat das ja sogar was damit zu tun, dass Kroos durch seine hervorragende Beidfüßigkeit die Verlagerungen nach links etwas besser hinbekommen kann.

        Zu der Wendigkeit kann ich leider zu Schweinsteiger beinahe gar nichts sagen, da ich darauf noch nie so wirklich geachtet habe. Bei Kroos ist mir aber übrigens aufgefallen, dass er sehr wohl in der Lage ist, die Richtung zu ändern und auf die andere Seite zu passen. Ich habe dazu gerade irgendeine Szene im Kopf, wo er durch einen Lauf nach links und danach eine Körperdrehung und einen Pass auf die andere Seite raum geschaffen hat, weiß jedoch nicht mehr, in welchem Spiel das war. Aber natürlich ist allein schon durch die größe und Struktur bei beiden Spielern diese Fähigkeit lange nicht so gegeben, wie bei Lahm oder Thiago.

        Im nächsten Punkt zu Neuer stimme ich dir dieses mal endlich mal zu 100% zu, das war heute wirklich schwächer, passt aber meistens eigentlich ganz gut. Beide Spieler sind mir in anderen Spielen schon sehr positiv dabei aufgefallen, wie sie sich durch das Finden von Lücken in der Gegnerischen Staffelung immer wieder selbst gut freigelaufen haben.

        Zu den Drucksituationen: Wie gesagt, der Druck war nun mal aber auch ziemlich hoch. Aber natürlich kann man daran noch arbeiten und das ist ziemlich wichtig. Wenn man sich überlegt wie Barcelona es in den schlimmsten Drucksituationen früher geschafft hat, sich spielerisch zu befreien, dann kann man da aber noch einiges verbessern. Aber erstens gilt das nicht nur für Schweinsteiger, sonder für alle und zweitens sind dazu auch gute Bewegungen der Mitspieler nötig, sonst bringt der beste Aufbauspieler nichts.

        Ich meinte eigentlich schon auch, dass Lahm wirklich in Zweikämpfe geht und Bälle erobert. Und das macht er sogar ziemlich häufig so 5 Meter vor dem gegnerischen Strafraum, also noch deutlich höher stehend, als Schweinsteiger. Sein Stellungsspiel ist also nicht nur in dem Zusammenhang gut, dass er gegnerische Bälle abfangen kann, sondern auch so, dass er gut genug steht, um ziemlich sicher den Zweikampf gewinnen zu können. Er macht das nun mal aber so dermaßen weltklasse, dass es schwer für Schweinsteiger ist, das auch zu schaffen. Ich glaube aber, dass Guardiola diese sofortige Aufnahme der Zweikämpfe von jedem einzelnen, egal, wo er spielt verlangt. Das hat ein gewisses Risiko und kann daher nur von Weltklasseleuten so gespielt werden, aber meistens funktioniert es dann auch. Wichtig dabei ist aber nun mal auch immer, dass die Mitspieler sofort erkennen, wer in den Zweikampf geht, um sofort hinter ihm absichern zu können. Sollte also bei Zweikämpfen von Schweinsteiger hinter ihm zu viel freier Raum gewesen sein, dann würde ich das entweder als Fehler von Kroos bezeichnen, der nicht gut abgesichert hat, oder als Fehler von Schweinsteiger, sollte wirklich keiner mehr zum absichern dagewesen sein, außer den Innenverteidigern. Meist ist aber in solchen Situationen sowieso entweder der zweite 6er oder ein Außenverteidiger hinter ihm, um abzusichern. Ich tippe im übrigen auf eine sehr ähnliche Zweikampfquote, da Lahm nach meinem Eindruck sogar riskantere Zweikämpfe wagt, als Schweinsteiger, da er meist etwas schneller in die Zweikämpfe kommt.

        Ein weiteres Mal stimme ich völlig mit dir überein.

        Als beste Mittelfeldoption würde ich Kroos und Schweinsteiger im Mittelfeld belassen und zusätzlich noch Thiago einbauen. Dieser würde durch seinen sehr großen Bewegungsradius die Schwäche der Ähnlichkeit von Kroos und Schweinsteiger im Aufbauspiel etwas ausmärzen. Eigentlich wäre die Rollenverteilung ziemlich ähnlich, wie im 4-1-4-1 mit Lahm, Kroos und Thiago, nur Kroos wäre etwas defensiver, um den defensiv etwas schwächeren Schweinsteiger zu unterstützen. Aber eigentlich freue ich mich in diesem Punkt vor allem auf die Zeit, wenns denn so funktioniert, in der Hojbjerg wichtig wird. Mit ihm bekommen wir noch mal einen anderen Spielertyp, der nach meinem bisherigen Eindruck noch robuster als Schweinsteiger werden könnte, aber dennoch beweglicher ist, als Schweinsteiger und Kroos. Wenn Hojbjerg erstmal genug Erfahrung hat, dann haben wir dieses ganze Problem nicht mehr.

        Lahm habe ich vor allem durch seine große interne Bedeutung mit in meine Liste reingenommen. Auf dem Platz reißt er die anderen ja nicht gerade durch seine kämpferische Ausstrahlung mit. Schweinsteiger dagegen vereinigt beides, weshalb er als Leader einen unglaublich hohen Wert in ausgewählten Situationen haben kann, auch wenn es natürlich absolut so stimmt, wie du es sagst, dass dadurch, dass jeder ein Mitspracherecht hat und jeder seine Rolle ausfüllen muss und durch den hohen Konkurrenzkampf seine Leistung bringen muss …, dieser Leader eigentlich immer seltener nötig sein sollte. Dennoch gibt es nun mal in unserer Mannschaft gerade im Mittelfeld wenige Spieler, die diese Punkte jederzeit und konstant erfüllen, da unser Mittelfeld außer bei Toni Kroos (Müller zähle ich durch seine Spielweise eher als Stürmer) nur aus 30-jährigen oder Spielern mit gerademal Anfang 20 bestehen. Da nun mal aber im Mittelfeld das Spiel kontrolliert wird, sind es diese Spieler, von denen viel für die Mannschaft abhängt (daher habe ich auch Neuer nicht dazugenommen, da dessen Wert vor allem intern oder innerhalb der Abwehr vorhanden ist). Daher ist vor allem Schweinsteiger für diese immer noch sehr jungen Spieler zumindest die nächsten 1-2 Jahre immer wieder mal als Leader von Bedeutung. In diesem Zusammenhang freue ich mich übrigens schon wieder auf Hojbjerg, denn der ist zwar erst 18, hat aber bereits mit 17 die Leaderfunktion in der zweiten Mannschaft ausgeführt. Auch im Freundschaftsspiel gegen Salzburg bei den Profis war er ja von allen Spieler der, der am meisten den Kampf angenommen hat und versucht hat, die anderen mitzureißen. Müller habe ich übrigens nicht wegen dem internen Wert dazugenommen, sonder ähnlich wie Boateng wegen seinem Einsatz und seinen Aktionen (ist mir nach der Winterpause am Anfang in manchen Spielen mal aufgefallen). Außerdem wird er dadurch, dass er schon seit der Jugend bei Bayern spielt, sicherlich auch intern Respekt haben und ist dadurch vermutlich auch ein bischen mehr mit dem Verein und der Mannschaft verbunden.

        Kommts nur mir so vor, oder werden unsre Kommentare immer länger?

  5. Johannes schreibt:

    ich hab hier ja schon vor paar Wochen in Guardiolas Planspielen gesagt das ich kein Fan davon bin nach der tollen Hinrunde unser Mittelfeld aus Kroos,Lahm und Thiago zu sprengen nur weil Schweini und Javi wieder fit sind.

    Zum einen finde ich wenn Lahm auf RV gespielt hat war er längst nicht so sicher und überragend wie letzte Saison.Die Klasse die er hat kam auf der sechs auch viel mehr zum tragen als er es als Verteidiger tut.

    Schweinsteiger hat mich trotz drei Toren und einem Assist in den letzten drei Spielen nicht ganz überzeugt.Auf der einen seite reist er das Spiel an sich sorgt selbst für die Entscheidung.Aber insgesamt erspielen wir uns viel weniger Möglichkeiten wenn er Zentral spielt.Nach vorne ist das Spiel viel zu langsam und hinten stehen wir selbst mit Lahm auch nicht unbedingt sicherer oder lassen weniger zu.Das war heute so und letzte Woche gegen Lev hätten wir uns auch nicht beschweren dürfen wenn wir in der Anfangsphase ein Tor gefressen hätten.

  6. @DS Natürlich ist es für uns alle unmöglich, vorauszusehen, was Pep als nächstes machen wird, was ja auch eine unsere größte Stärke ist. Nur wäre es wohl für alle am besten, wenn er sich trotzdem auf bestimmte Dinge für die nächsten Wochen festlegt wie Lahm Mittelfeld oder Außenverteidiger. Schon allein wegen den Automatismen, die in wichtigen Spielen entscheiden sein können.

    Was ich immer witzig finde, ist, wenn ich lese, dass Pep Lahm bewusst auf die 6 gesetzt hat. Es stimmt, dass er ihn schon in der Sommervorbereitung im Mittelfeld eingesetzt hat, aber eben auf der 8. Es gab mal einen Artikel in der Süddeutschen, wo stand, dass Pep Lahm direkt bei der ersten Trainingseinheit zugeflüstert haben soll, dass er ihn am liebsten auf den offensiven Mittelfeldposition einsetzen würde. Dass Lahm dann am Ende auf der 6 gelandet ist, ist wohl eher dem Spiel gegen Chelsea geschuldet, bei dem ich mir vorstellen kann, dass Kroos und Lahm damals selbstständig die Positionen getauscht haben und Pep sah, dass das einfach besser funktioniert. Es war also mehr Zufall als gewollt von Pep. Er hat das glaube ich auch selbst mal zugegeben in einem Interview.

    Dass Pep dann so lange daran festgehalten hat, hatte wohl zwei Gründe: Erstens er hatte meist kaum Alternativen, da ja bekanntlich fast alle Mittelfeldspieler zeitgleich ausgefallen sind und zum anderen weil es erfolgreich war und es zunächst keine Notwendigkeit gab, daran etwas zu ändern. Auch wenn ich mich schon dann frage, warum er Lahm überhaupt im Wintertrainingslager noch als Mittelfeldspieler trainieren gelassen hat, wenn er eigentlich vor hatte, ihn eh wieder als RV einzusetzen. Er konnte da ja noch nicht ahnen, dass Schweinsteiger und Martinez kurz danach wieder ausfallen würden. Das fand ich einfach umnötigt und rächt sich jetzt auch teilweise.

    Dass Pep aber auch mal daneben liegen kann und manchmal zu stur ist, das einzusehen, zeigt ja auch dein Beispiel mit Lahm als RV gegen Arsenal im ersten Spiel. Vor allem da wäre diese plötzliche Umstellung ohne eine Generalprobe fast schief gegangen. Zum Glück wurde dann ja umgestellt und wir haben gewonnen. Nur hat Pep nicht wie du sagst diesen Wechsel vorgenommen, weil er dachte, dass Martinez überfordert ist und er mehr Spielkontrolle durch Lahm im Mittelfeld haben wollte, sondern nur einzig und allein deshalb, weil Boateng vor einem Platzverweis stand. Das hat er glaube ich auch hinterher so gesagt.

    Versteh mich nicht falsch: Ich vertraue Pep zu 99%, nur gerade dieser 1% Restzweifel macht mir ein wenig Sorgen. Manchmal wirkt Pep aufgrund seiner Möglichkeiten einfach etwas zu experimentierfreudig.

    Natürlich wäre ein Duell Lahm gegen Ronaldo sicherlich aussichtsreicher als Rafinha gegen Ronaldo. Nur reden wir hier erstens von ungelegten Eiern (vielleicht kommt es gar nicht zum Duell mit Real) und zum anderen müsste Lahm dafür unter allen Umständen dauerhaft auf RV spielen, sonst sieht das am Ende so aus wie heute gegen Choupo Moting. Und das will wohl keiner von uns sehen….

    Und damit wären wir wieder bei meiner am Anfang erwähnten Forderung, dass Pep doch bitte ab sofort Abwehrspieler Abwehrspieler und Mittelfeldspieler Mittelfeldspieler lassen soll und sich mit den übrigen Möglichkeiten begnügen soll.

    • SP schreibt:

      Wie irgendwie so häufig stimme ich dir halb zu 🙂
      Vor wichtigen Spielen sollte Lahm auf jeden Fall auf einer Position eingespielt sein (was ja jetzt eigentlich auf beiden geschieht, da er immer wieder auf beiden eingesetzt wird).
      Andererseits finde ich, dass Lahm gerade dadurch dass er oft im Mittelfeld zum Einsatz kam sehr dazu gewinnen konnte, da er dadurch noch mal besser geworden ist, wenns darum geht, gegnerische Angriffe zu lesen und zu antizipieren, da er zweitens dadurch bei einem zu weit aufgerückten zentralen Mittelfeldspieler auf der Stelle die Position wechseln kann, um das Mittelfeld wieder gleichwertig kurzzeitig auszufüllen und da er drittens durch die höhere Einbindung ins Spiel im Mittelfeld auch spielerisch noch mal stärker werden konnte und dadurch gerade bei Peps häufig eingesetzten einrückenden Außenverteidigern noch mal wertvoller auf der Außenverteidigerposition ist.
      Ich bin also der Meinung, dass Lahm wenn er jetzt in den nächsten Wochen beide Positionen immer wieder ausfüllt, in der Lage wäre, Ronaldo super im Griff zu haben und insgesamt sogar noch besser auf der Außenverteidigerposition zu sein, als früher, aber zusätzlich immer noch dauerhaft eine hervorragende Alternative für das Mittelfeld darstellen würde.

      • Bazi78 schreibt:

        @SP: Wer ist denn deine Wunschbesetzung im Zentrum? Ich würde mich für Lahm und Schweinsteiger mit Thiago entscheiden…

      • Ich verstehe schon ,welche Idee du hinter diesem -ich nenn es mal- Positionshopping- erfolgst., Und ich muss zugeben, dass sie auch theoretisch sehr verlockend ist. Ich glaube, ganz am Anfang der Saison gegen Frankfurt(?) hat Pep das sogar schon mal in ähnlicher Art und Weise versucht, indem er Lahm und Schweinsteiger ständig die Positionen tauschen ließ, was aber damals nur bedingt funktioniert hat.

        Jetzt, nachdem Lahm mehr Erfahrung im Mittelfeld hat und Schweinsteiger sowieso stelleweise Außenverteidiger spielt, würde es vielleicht noch besser klappen, aber auch hier müsste das bewusst eingeübt werden und Automatismen gebildet werden. Nicht nur von den beiden, sondern auch von den Spielern um sie herum.
        Wenn ich mich da an das Rückspiel gegen Arsenal erinnere, dann hat Lahm ja so wie du sagst, das Gelernte im Mittelfeld durch sein Einrücken in der Offensive versucht umzusetzen. Gescheitert ist das allerdings daran, dass Robben z.B. nichts damit anfangen konnte und es eher ignoriert hat.

        Spielverlagerung.de hat diesem Problem ja einen ganzen Absatz gewidmet: http://spielverlagerung.de/2014/03/12/fc-bayern-munchen-arsenal-fc-11/

        Was ich eigentlich damit sagen will, ist, dass sich das theoretisch alles echt traumhaft anhört, wir aber wohl kaum die Zeit haben, in den wenigen Wochen das optimale daraus zu machen.

        Auch wenn viele es nicht glauben wollen: Ein Lahm ist keine Maschine, die man wie eine Schachfigur ohne Qualitätsverlust hin und her schieben kann. Er hat damals etwas gebraucht, um im Mittelfeld klar zu kommen. Und jetzt braucht er wieder seine Zeit, um wieder der Weltklasserechtsverteidiger zu werden, der er letzte Saison war. Ein ständiger Wechsel von der Mitte nach außen und umgekehrt ist mMn auch seiner Form nicht wirklich förderlich und könnte sich noch bitter rächen, wenn es in die entscheidenden Duelle geht. Ich hoffe nur, dass Pep das auch einsieht und lieber auf diese theoretisch echt phantastische Möglichkeit verzichtet und lieber dieses Mal etwas konservativer und vor allem seine Spieler denkt. Denn die sind es am Ende, die auf dem Feld klar kommen müssen,

        Unbestritten ist natürlich, dass durch den Mittelfeldwechsel Lahm sehr viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnte, die ihm sicherlich weiterhelfen werden. Aber mein Appell ist und bleibt einfach der, dass es jetzt genug ist mit der Wechselei und er sich auch im Hinblick auf die WM auf einer Position einspielen kann.

      • SP schreibt:

        Also zum Hinblick auf die WM: Da wird er vermutlich im Mittelfeld laufen, dann wärs kontraproduktiv.
        Ich glaube, dass das Problem auch darin lag, dass Lahm erst sehr lange Rechtsverteidiger gespielt hat, dann sehr lange im Mittelfeld gespielt hat und sich jedes mal dadurch Probleme im Wechsel ergeben, dass das so lange gedauert hat. Ich weiß aber, dass zum Beispiel Martinez dazu in der Lage war, die Positionen sehr schnell zu ändern. Es gab sogar ein Spiel, da hat er glaube ich auf der 6 begonnen, ging dann auf die 8 und danach in die Innenverteidigung und bei ihm hats relativ gut funktioniert. Gut das sind alles Positionen im Zentrum, aber ich halte es für möglich und wenn es gelingt, dass Lahm zum Beispiel die nächsten vier Spiele jeweils beide Positionen besetzt (durch Manchester als Los haben wir ja Zeit gewonnen 😀 ) wäre es schön, wenn es klappt.

        Aber in diesem Zusammenhang kann es auch einfach gut sein, dass ich mir zu große Hoffnungen mache und es mir zu einfach vorstelle, da ich in meinem Leben noch nie in einem Fußballverein gespielt habe.

        PS: Den Artikel kenne ich schon und es ist schön zu lesen, dass du auch bei Spielverlagerung.de mitliest

  7. @chicago_bastard Erst einmal geht es mir hier echt nicht darum, Schweinsteiger zu bashen oder ähnliches. Nur weil ich ihn vielleicht etwas zu kritisch sehe, als er es eigentlich verdient hat, will ich ihn nicht schlecht machen. Zumindest ist bashing nicht meine Intention. Es geht mir nur darum, herauszufinden, was das beste für die Mannschaft ist. Und wenn hier du und andere der Meinung sind, dass das Schweinsteiger ist, dann lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

    Was die beiden besten Saisonspiele betrifft, so ist halt die Frage wie groß Schweinsteigers Einfluss auf unser Spiel damals tatsächlich war oder ob nur sein Name zufällig auf dem Spielberichtsbogen stand und er ansonsten mehr Nebenrolle als Hauptrolle eingenommen hat.
    Das muss nun jeder selbst beurteilen. In meiner Erinnerung ist von ihm aber nicht wirklich viel hängen geblieben. Die entscheidenden Männer im Mittelfeld waren für mich eher Lahm und Kroos, aber bevor du mir das wieder als bashing auslegst: Ich kann mich auch irren und Schweinsteigers Rolle in den Spielen total verkennen. Wenn dem so ist, dann tut es mir leid.

    Ein interessanter Gedanke, dass Mandzukic zur Zeit unser größtes Problem ist. Ich würde sogar soweit dir und dem bayernblog zustimmen, dass Mandzu als Plan B tausendmal gefährlicher ist, als wenn er sich in Zweikämpfen von Anfang an aufreibt und er phasenweise zu statisch spielt, wie er es z.B,. heute getan hat.

    Nur ist die Frage, ob es mit Müller und Götze in der Spitze besser laufen würde. Ich weiß, Müller stand bei deinen beiden Lieblingsspielen vorne drin und hat das auch ganz toll gemacht. Nur gibt es eben auch Spiele in denen er in vorderster Front keinen Stich macht, weil er so sich seinen Bewacher nicht so einfach entziehen kann und seiner größten Waffe – dem Überraschungsmoment- beraubt ist
    Götze dagegen würde Flanken von vornherein zunichte machen. Und sich durch gefühlt tausend gegnerische Beinen einfach durchzukombinieren, ist auch nicht einfach.

    Den idealen Stürmer bzw. falscher 9er für unsere Spielanlage gibt es einfach nicht in unserem Kader. Wobei mich ja schon interessieren würde, wie sich Schweinsteiger vorne drin so schlagen würde. Aber das nur so nebenbei 😉
    Deshalb ist halt die Frage, wer macht es am wenigsten schlimm.

    Ich gebe dir recht, dass das gemeinsame Aufstellen von Mandzukic und Müller vor allem heute keine gute Idee war. Beide waren nahezu unsichtbar und konnten sich nicht wirklich effektiv am Spiel beteiligen. Aber nicht nur die beiden haben die Bälle da vorne verloren. Vor allem Ribery als auch Robben waren in dem Punkt keinen Deut besser. Für mich standen da vorne einfach viel zu viele Leute mit einem zu großen Ego auf dem Platz. Die meisten Aktionen wurden doch recht egoistisch abgeschlossen, was noch zu unser sonstigen Spielarmut hinzugekommen ist.

    Ob es generell nicht mit Mandzukic und Müller gemeinsam auf dem Feld klappt, kann ich jetzt pauschal nicht so sagen. Es kommt auch darauf an, was unser Plan ist und wie viel Lust jeder der beiden hat sich den Hintern aufzureißen, was scheinbar heute nicht wirklich ausgeprägt war.

    Natürlich ist es nicht schön mitanzusehen, dass wir zur Zeit fast nur mit Einzelaktionen oder Flanken zum Abschluss kommen wollen, aber das bringt uns wieder zu Schweinsteiger und dem Problem des geringen Tempos im Spiel. Bevor du mir wieder Bashing vorwirfst, erwähne ich lieber auch noch Kroos, der in dem Punkt keinen Deut besser als Schweinsteiger ist, was die Sache ja noch viel unglücklicher macht. Zwei Spieler, die mit großer Liebe den Ball am Fuß haben und sich nur ungern schnell davon trennen können, sollen unser Spieltempo bestimmen. Es ist ja nicht so, dass beide nicht direkt und schnell spielen können und tun. Aber oftmals ist es einfach so, dass sie für eine Seitenverlagerung gefühlt Stunden brauchen und eine Verschiebung des Gegners so ganz einfach machen, wodurch unsere Außen selten in eins zu eins Situationen kommen können. Dadurch bleibt meist nur die Option Distanzschuss oder Flanke übrig, um überhaupt irgendetwas gefährliches im Strafraum zu bewirken. Vielleicht wird es demnächst besser, wenn Thiago wieder fest mit dabei ist und sich noch besser mit Schweinsteiger abstimmen kann. Zu wünschen wäre es uns allen.

    • SP schreibt:

      Stimme dir hier eigentlich fast überall zu. Nur ein paar kleine Dinge:

      Den idealen Stürmer haben wir, er ist halt nur schon etwas alt. Ab nächster Saison siehts dann natürlich wieder anders aus. Mich würde übrigens auch mal Martinez im Sturm interessieren. Er ist zwar momentan noch etwas zu abschlussschwach, aber wenn er sich da mal wieder einspielt, wäre es auch mal eine Idee.

      Thiago sehe ich zumindest bei Spielverlagerungen auch nicht unbedingt als die ideale Lösungen, da er zwar etwas schneller ist, dafür allerdings auch unpräziser. Er hat bei langen Bällen einfach mehr Fehlpässe drin, als Schweinsteiger und Kroos.

      • Das Kompliment kann ich nur zurück geben. Gerade diese sachliche Diskussion mit dir ist wirklich lehrreich für mich und macht wirklich Spaß. Vielen Dank, dass du dich überhaupt mit mir und meinen Postsso ausführlich beschäftigst 🙂
        Ich hoffe nur, dass der Betreiber dieses Blogs nichts gegen unsere angeregte Diskussion auf seiner Seite hat.

        Ich antworte dir jetzt in diesem Post auf alle deiner drei Antworten, falls das okay für dich ist.

        Ich wüsste auch gar nicht, wie man so etwas statistisch erfassen will. Da kann man sich wohl nur auf seinen subjektiven Eindruck verlassen, der natürlich oftmals sehr trügerisch sein kann. Was z.B. bei Schweinsteiger für mich diesen Eindruck auch hauptsächlich beeinflusst, sein oftmaliges Steigen auf den Ball, um ihn sich auf den richtigen Fuß zu legen, was einfach teilweise zuviel Zeit in Anspruch nimmt, was zwar nur millisekunden sind, aber die eben auch entscheidend sein können. Das er gar nicht schnell spielen kann, sag ich ja gar nicht. Aber in bestimmten SItuationen würde ich mir einfach etwas mehr gedankenschnelle von ihm wünschen.

        Endlich sieht das mal jemand so wie ich. Ich dachte schon, ich spinn mir da was zusammen, da mich diese Bevorzugung der linken Seite schon seit einiger Zeit nervt. Es ist natürlich einfacher für einen Rechtsfuß mit dem rechten Fuß einen Diagonalball nach links zu spielen, als nach rechts, wo man zunächst den rechten Fuß dafür anders stellen muss. Mein Gefühl war aber auch der, dass mit Lahm endlich jemand in der Mitte gespielt hat, der anders als Kroos und Schweinsteiger doch deutlich die rechte Seite präferiert hat. Das zeigt mir einfach, dass man dafür also nicht extra einen Linksfuß dafür benötigt, sondern einfach jemanden, der nicht immer den vielleicht angenehmeren Weg wählt.

        Dass Schweinsteiger in HZ 2 nach rechts gezogen wurde, könnte ich mir auch damit erklären, dass er einmal Lahm besser gegen Choupo Moting unterstützen sollte, was Kroos zuvor nicht wirklich gelungen ist und auch dass Lahm besser auf die Bewegung von Schweinsteiger durch Einrücken ins Mittelfeld reagieren konnte als z.B. Alaba.
        Spielverlagerung hat diese Umstellung auch kurz in ihrem neuen Artikel aufgegriffen:

        „Als die Mainzer tiefer standen, ließ Guardiola Boateng weiter aufrücken und Martinez sicherte ab. Es gab einen dazu passenden Seitentausch von Kroos und Schweinsteiger, wo Schweinsteiger dann halbrechts stand und Boateng halblinks. Dadurch sollte auch Lahm höher aufrücken und besser eingebunden werden. Eine größere Bedeutung hatte dies nicht.“

        Deinen Punkt mit Kroos verstehe ich allerdings nicht. Denn wenn er wie du sagst nach links geschoben wurde, wie sollte ihm das helfen, bessere Seitenverlagerung nach links zu machen. Das verwirrt mich gerade etwas 😉
        Oder meintest du eher nach rechts? Wenn, dann stimme ich mit dir überein, dass das auch ein Grund gewesen sein kann. Nur hat Kroos glaube ich nur zweimal solche Verlagerung probiert. Das eine war nach einer Mainzer Ecke, wo Robben dann dank Kroos Diagonalball seine Torchance hatte, die auch als Elfer für uns hätte gewertet werden können und noch ein weiteres Mal mit einem Ball auf Lahm, wobei dieser Ball gefühlt unterwegs verhungert ist und er im Endeffekt deshalb auch keinen Raumgewinn generierte.

        Dass Kroos oder auch Schweinsteiger nicht auch in der Lage sind eingeschlagene Richtung zu ändern, will ich gar nicht sagen. Nur wirkt das bei beiden meist sehr schwerfällig und sie machen es auch nur ungern. Natürlich ist das ihrem Körperbau geschuldet, aber da sie es ja können, sollten sie es trotzdem ruhig öfter mal probieren. Vor allem wenn unsere linke Seite stark zugestellt ist, nervt es mich einfach, dass sie trotzdem stur versuchen über diese Seite zum Erfolg zu kommen, nur weil es im ersten Moment der einfachere Pass ist. Aber das sind eben nur meine persönlichen Vorlieben und Wünsche.

        Aber es ist schon auffällig, wie viele Probleme zumindest in der Anfangsphase Neuer in den letzten Spielen hatte eine gute Spieleröffnung zu machen. Vor allem gestern, gegen Arsenal und Leverkusen sind mir einige haarsträubende Fehlpässe von ihm aufgefallen, die nur deshalb passiert sind, weil es im Mittelfeld keine wirkliche Anspielstation gibt. Vielleicht täuscht mich aber meine Erinnerung in dem Punkt einfach deshalb, weil ich selten Kroos oder Schweinsteiger sich zwischen die IV fallen lassen sehe, so wie es Lahm meist in solchen Situationen getan hat.

        Okay, in dem Punkt unterscheiden sich unsere Wahrnehmungen etwas. Es gibt zwar auch Zweikämpfe von Lahm weit vorne durch die er Bälle gewinnt (z.B. gegen Arsenal kurz vor der Halbzeitpause), aber oftmals ist es eher so, dass er als lästiger Verfolger den Gegenspieler zu Rück-oder eben Fehlpässen zwingt.

        Ich finde es interessant, wie sehr du Lahms Zweikampfverhalten lobst, obwohl doch gerade das mit ein Grund für viele ist, dass er wieder als RV spielen soll, da er eben nicht so robust wie z.B. ein Schweinsteiger sei. Wenn man das aber jetzt so liest, frage ich mich dann schon, warum dann überhaupt diese Zurückversetzung. Und damit wären wir wohl wieder bei meiner ganz erwähnten Frage: Ist Schweinsteiger Fluch oder Segen für das Team?
        Natürlich könnten die beiden auch zusammen spielen, aber es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass Pep dafür entweder Kroos oder Thiago opfern möchte. Mich würde einfach interessieren, wer am Ende im Mittelfeld spielen würde, wenn man mal das Standing und die nicht messbaren Eigenschaften wie Leaderfähigkeiten ignorieren würde.
        Mir ist auch klar, dass es nicht darum geht, wo der einzelne am stärksten ist, sondern wo man dem Team am besten weiterhilft. Trotzdem wäre es ganz nett mal eine Mannschaft zu sehen, die ganz ohne diese Eigenschaften aufgestellt ist. Nur um zu sehen, ob das schlechter oder besser funktionieren würde. Im ersteren Fall wäre ich der erste, der seinen Fehler einsieht und sich dafür entschuldigt.

        Dass von dir angesprochene Absichern ist so eine Sache. Das setzt voraus, dass es doch eher eine zumindest zeitweise 6-8 Konstellation gibt, was aber schon allein aufgrund der ähnlichen Vorlieben von Schweinsteiger und Kroos offensiv zu agieren selten so ist. Wie sehr das am Ende schief gehen kann, hat man glaube ich am besten in den beiden Spielen gegen Schweden gesehen, wo es im zweiten Spiel erst stabiler wurde, als Löw Lahm und somit ein eher defensiv denkender Spieler in die Mitte gezogen hat. Vielleicht tue ich den beiden aber auch unrecht und sie würden dieses gegnerische Absichern auch in den großen Spielen hinbekommen. Für mich sind sie aber im Moment einfach zu offensiv orientiert, was mir einfach Bauchschmerzen im Hinblick für die größeren Aufgaben bereitet.
        Mir fällt da gerade auch eine Szene von gestern ein, wo man eigentlich schön gesehen hat, dass die Abstimmung zwischen Kroos und Schweinsteiger nicht funktioniert hat. In einer Szene musste nämlich Lahm für kurze Zeit auf die 6er Position einrücken, um einen Gegenspieler zu stellen, der sonst vollkommen frei auf unsere Viererkette zugelaufen wäre, da Schweinsteiger und Kroos nicht gestaffelt, sondern auf einer Linie ohne Rücksicht auf die anderen weit vorgerückt gestanden haben. Ich hoffe einfach, dass das in Zukunft besser werden wird.

        Deine Wunschformation erscheint mir zwar auch als die einzig logische, aber deinen Optimismus, dass Kroos Schweinsteigers Defensivschwäche ausbügeln kann, kann ich nicht teilen. Wer bügelt denn dann nämlich Kroos Zweikampfschwäche aus? Auch wenn Kroos oftmals eine positive Zweikampfquote hat, so wirkt er auf mich einfach nicht defensiv stark genug. Meist geht er für mich nämlich nur in Zweikämpfe, die er auch gewinnen kann bzw. falls nicht, er sich mit einem Foul weiterhelfen muss. Gerade letzteres ist für mich mit ein Grund, warum ich Martinez nicht mehr so gern im Mittelfeld bei uns sehen möchte, der auch tendenziell zu zu vielen Fouls neigt und damit für unnötige Gefahr für unser Tor sorgt.
        Eigentlich würde ich sogar soweit gehen, zu behaupten, dass Thiago von deinen drei Favoriten der defensivstärkste ist. Und es wäre einfach eine Verschwendung seines Talents, wenn man von ihm verlangen würde, hinter Kroos und Schweinsteiger aufzuräumen. Ich bin wirklich gespannt, wer dann am Ende in den großen Spielen von Pep das Vertrauen geschenkt bekommt und wer welche Rolle dabei übernehmen wird.

        Ich hatte mich eh schon gewundert, dass du Lahm überhaupt erwähnt hast. Der Kapitän, der eigentlich keiner ist und nur aus was für Gründen auch immer für Schweinsteiger die Binde auf dem Platz spazieren trägt.

        Ich hoffe, du hörst meinen Sarkasmus daraus. Mich nervt das nicht respektieren von Lahms Leistung als Kapitän sehr. Nur weil er vielleicht äußerlich nicht dem Anforerungsprofil eines typischen Kämpfers entspricht, finde ich es schon ein wenig unfair zu sagen, dass Lahm auf dem Feld überhaupt nicht mitrreißen kann.
        Es mag stimmen, dass ein Schweinsteiger meist durch große Gesten und hin und wieder durch Taten in dem Punkt präsenter wirkt. Es ist aber auch nicht so, dass Lahm das gar nicht macht. Mein Lieblingsbeispiel ist eigentlich das CL Finale gegen Dortmund. Kurz nach dem Ausgleich war es in meiner Erinnerung nämlich Lahm, der sich als erstes den Ball geschnappt hat und die erste offensive Aktion gestartet hat, woraus zwar nur eine Ecke entstanden ist, für mich aber einfach ein Zeichen von ihm an seine Mitspieler war: Das biegen wir noch in der regulären Spielzeit um und lassen es erst gar nicht zum Elfmeter schießen kommen. Aber das ist wohl Interpretationssache, wie man die einzelnen Aktionen werten will.

        Dass Schweinsteiger der klare Leader auf dem Platz ist, scheint aber dennoch so zu sein. Erklärt sich aber mMn erstens aus Schweinsteigers Persönlichkeit, sich für alles und jeden verantwortlich zu fühlen, als auch rein von seiner Position her. Er erreicht so auch einfach seine Mitspieler besser.
        Deshalb ist es auch wieder so schade, dass Lahm nun wieder am Rand spielen muss, da er in der Mitte einfach eine bessere Kontrolle über alles hatte. Das bestätigt ja auch Neuer in diesem Bericht. Ich weiß nicht, ob du ihn gesehen hast, aber hier:

        http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2107802/Champions-League-Magazin-vom-10032014

        Und natürlich stimme ich auch mit dir überein, dass Schweinsteiger gerade für die ganz jungen Spieler noch eine wichtige Bezugsperson in seiner Mittelfeldrolle als Leuchtturm in der Not sein kann und auch muss. Aber heutzutage haben diese jungen Spieler schon in jungen Jahren so viel Erfahrung, dass sie dieser Führung kaum oder nur noch in seltensten Momenten brauchen. Aber natürlich sind dann gerade in kritischen Phasen Spieler wie Schweinsteiger unbezahlbar.

        Du scheinst ja richtig angetan von Hojbjerg zu sein. Nur sehe ich seine Chancen, sich hier wirklich bei uns durchzusetzen, als sehr gering an. Bei all seinem Talent haben wir im Moment einfach einen Kader, in dem es noch nicht wirklich Platz für Nachwuchstalente wie Hojbjerg gibt. Mag sein, dass sich das noch z.B. durch Kroos Weggang ändern wird. Aber angenommen Kroos bleibt, Rode kommt und wer weiß noch alles: Wer sollte für Hojbjerg dann zukünftig auf die Bank?

        Natürlich ist er noch sehr jung, aber heutzutage spielen andere Spieler in dem Alter schon Stamm in ihrem Vereinen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass auch Hojbjerg sich bald überlegt, zu einem anderen Verein zu wechseln wie es viele unserer vielleicht nicht ganz so talentierten junge Spieler bereits getan haben. Ausleihen wäre noch eine Alternative, was ja eigentlich immer recht gut funktioniert hat. Aber das ist wohl noch alles Zukunftsmusik. Wir müssen wohl einfach abwarten, was mit ihm passiert. Auch wenn ich dir recht geben muss, dass ein Weggang Hojbjergs fast schon fahrlässig wäre.

        Was für Aktionen hat Müller denn, dass du ihn als Leader auf dem Platz meinst zu erkennen? Ich bin wahrscheinlich jetzt etwas unfair Müller gegenüber, aber mich würden seine ständigen Ballverluste wegen schlechten Ballannahmen etc. als Mitspieler extrem nerven. Da kann er noch so oft mit Tempo auf einen Gegenspieler zulaufen, um seine Aggressivität zu zeigen, um aber dann hinterher wieder den nächsten Angriff kaputt zu machen. Van Gaals Motto „Müller spielt immer“ scheint auch unter Pep nicht mehr gegeben zu sein und wird sich wohl auch in den wichtigen Spielen weiter fortsetzen, dass Pep lieber auf Müllers Kämpfernatur verzichtet und dafür eher auf eine bessere Ballkontrolle setzt.
        Mich persönlich nerven aber auch z.B. Müllers Armgefuchteleien, womit er anderen anzeigen will, wen sie zu decken haben, während er selbst deshalb oftmals zu spät oder gar nicht in die Zweikämpfe kommt. Auch hier sicherlich eine Geschmackssache, aber mir wäre es teilweise wirklich lieber, wenn er sich mehr um sich als um die anderen kümmern würde.

        Seine Verbundenheit mit dem FC Bayern bestreite ich nicht und die wird ihm sicherlich auch Respekt im Team verschaffen. Nur habe ich etwas Bedenken, dass durch seine lustige Art und Weise er dasselbe Schicksal wie Podolski erleiden könnte, der zwar auch respektiert und beliebt war/ist, bei dem aber niemand auf die Idee kommen würde, ihm eine Führungsrolle anzuvertrauen. Was Müller vielleicht retten könnte, ist seine doch sehr enge Beziehung zu Lahm, aber auch zu Schweinsteiger, sodass er vielleicht nicht direkt eine Führungsposition inne hat, aber indirekt dann doch.

        Ja, stimmt, sie werden immer länger. Ich hoffe nur, dass wir die Seite mit unseren Kommentaren nicht überstrapazieren.

        So, jetzt zu deiner zweiten Antwort:
        Ob Lahm bei der WM im Mittelfeld auflaufen wird, halte ich nicht für sicher. Einmal wird es wohl davon abhängen, was mit Khedira ist. Ich bete ja, dass es für ihn nicht reichen wird, aber so wie ich Löw kenne, würde er ihn wohl auch halbfit aufstellen. Zum anderen orientiert sich Löw ja stark am Verein bzw. sollte es und wenn Lahm jetzt den Rest der Saison als RV spielen wird, dann wird er das auch bei der WM.

        Dein Beispiel mit Martinez ist zwar richtig und im selben Spiel hat ja auch Lahm 6, 8 und RV gespielt (ich glaube es war gegen Dortmund, nicht wahr?). Aber das ist eben auch das seltsame an Lahm: Während eines Spiels scheint er nicht wirklich Probleme mit solchen Umstellungen zu haben. Spielt er aber in dem einen Spiel im Mittelfeld, im anderen RV treten plötzlich Probleme auf. Woran das genau liegt, kann ich natürlich nicht genau sagen.

        Wie ich aber schon ein paar Posts vorher angedeutet habe, sehe ich bei Lahm neben der körperlichen Umstellung auch eine psychische Komponente, die seine Leistung stark beeinflusst.
        Am Anfang war er skeptisch, plötzlich eine neue alte Position sich aneignen zu müssen. Danach hat er plötzlich gemerkt, dass er endlich wieder geistig gefordert wird und auch viel mehr Anerkennung dafür bekommen hat als für das, was er als RV geleistet hat.Er hatte ja in letzter Zeit ständig betont, wie viel Spaß ihm das macht und dass er als RV einfach jede Situation schon erlebt hat. Auch wenn es sicherlich übertrieben ist, vergleiche ich ihn jetzt mal mit einem Hochbegabten, der ein schwieriges Puzzel (die RV Position) immer und immer wieder lösen muss und irgendwann anfängt, nachlässig zu werden, weil es ihn unterfordert, Plötzlich taucht dann ein neues noch schwierigeres Puzzel (die DM Position) auf, was er dabei war zu entschlüsseln, das ihm aber kurz vor dem Ziel wieder weggenommen wurde und er wieder das alte Puzzel zum Lösen bekommen hat.
        Ein vielleicht nicht ganz zutreffendes Beispiel. Es soll nur Lahms mögliche Frustation erklären, was sich einfach negativ auf seine Leistung auswirkt. Er hat im Moment in meinen Augen nur wenig Lust, wieder die (ich nenn es mal ganz frech) Drecksarbeit für Robben oder wer sonst vor ihm spielt für vergleichsweise wenig Anerkennung zu machen. Das wäre zwar vielleicht nicht ganz so gut für das Team, aber einfach nur menschlich.

        Ein ständiger Wechsel könnte ihn vielleicht tatsächlich helfen, diese Frustation und „Unterforderung“ als RV zu überkommen. Andererseits würde das aber eine vielleicht zu große körperliche und geistige Anstrengung von ihm verlangen, die er in seinem Alter nicht mehr so leisten kann. Nur wegen der Möglichkeit dieser Variabilität wäre es mMn fahrlässig, Lahm so zu verheizen, dass er wieder kurz vor einem Burn Out nach der Saison steht. Aber vielleicht unterschätze ich ihn ja und er würde auch diese Aufgabe mit Bravour meistern. Da es aber sowieso von Pep und nicht uns abhängt, müssen wir wohl auch hier abwarten, wohin die Reise geht.

        zu deinem PS: Ich glaube kaum einer, der sich wirklich mit unserem Verein beschäftigt, kommt um die Seite herum. Wobei ich ja schon sagen muss, dass sie etwas nachgelassen haben in ihren Analysen. Oft kommt es mir so vor, als ob der Autor nicht wirklich Lust hat, uns an seinen Erkenntnissen teilhaben zu lassen und sie immer oberflächlicher werden.

        zu deiner dritten Antwort: Stimmt, Pizarro (oder meintest du van Buyten ;-)) habe ich jetzt einfach mal unterschlagen gehabt. Das tut mir leid. Er ´hat von allen Stürmern die besten technischen Voraussetzungen und auch sein Kopfballspiel ist nicht zu unterschätzen. Was ihm aber im Weg steht, ist, dass ihm bei Spielen von Anfang an zu schnell die Puste ausgeht und er wirklich besser als Joker eingesetzt werden sollte. Dass er aber noch immer ein ziemliches Schlitzohr ist, ist denke ich unbestritten.

        Ob Lewandoski dann ab nächster Saison wirklich die Königslösung für unser „Sturmproblem“ sein wird, kann ich jetzt noch gar nicht sicher sagen. Rein von seinen Anlagen und Bewegungen würde ich schon sagen ja, aber es gibt auch genügend Spiele der Dortmunder, in denen er keinen Stich setzt, wenn der Gegner sich hinten einigelt, was ihn hier fast nur erwarten dürfte. Vielleicht überrascht er mich aber und er ist wirklich das letzte fehlende Puzzelteil für unsere Mannschaft.

        Martinez wäre wirklich mal ganz interessant und hat sich ja schon gegen Chelsea bezahlt gemacht, aber dazu wird es wohl nicht kommen.

        Thiagos Ballverlagerung sich tatsächlich ungenauer, aber wenn ich die Wahl habe zwischen Bälle, die vorauszusehen und langsam, dafür aber sicher gespielt werden und welchen, die überraschender und schneller, dafür aber ungenauer, wähle ich trotzdem die zweite Variante. So viel Vertrauen habe ich in unsere Verteidigung, dass sie im Notfall damit klar kommen werden, wenn man gleichzeitig im Idealfall so unsere Winger besser in Szene setzen kann.

        Okay, der Kommentar ist wirklich etwas lang geworden. Ich hoffe, dass du es bis hierhin überhaupt geschafft hast und nicht mittendrin aufgegeben hast und mich als unbelehrbar abgestempelt hast 🙂

      • SP schreibt:

        Ok. Also langsam wird die Länge wirklich gewaltig, aber ich denke, dein Kommentar wird der längste von allen bleiben, da wir uns jetzt in den meisten Punkten einig sind, nur noch in Feinheiten auseinander liegen oder es einfach geschmacksache ist. Aber ich habe ihn selbstverständlich komplett gelesen.

        Bis zum Punkt mit Kroos Spielverlagerungen nach dem Seitenwechsel kann ich schon mal deinen Kommentar einfach so unterschreiben. Der passt perfekt. Zu Kroos Verlagerungen in der zweiten Hälfte meine ich natürlich die Verlagerungen nach rechts. Es waren natürlich immer noch nicht so viele, aber ich glaube dennoch, dass Schweinsteiger in der ersten Hälfte weniger nach rechts verlagert hat. Die Qualität der Seitenwechsel mit links ist bei Kroos natürlich nicht so gut, wie mit rechts, aber ich denke, dass er neben Boateng und Götze (ich hoffe, ich habe keinen vergessen, wenn doch kannst du mich gern berichtigen) am beidfüßigsten ist. Er hat ja auch schon z.B. gegen Dortmund letzte Saison Tore aus der Distanz mit links gemacht.

        Die nächsten beiden Abschnitte kann ich wieder so unterschreiben.

        Zu den nächsten beiden Abschnitten: Er macht mit Sicherheit beides, den Gegner zu Fehlern zwingen und Bälle erobern. Ich sehe seine Zweikampfstärke vor allem im Grätschen, das dürfte ja eigentlich jeder wissen, dass er das perfekt beherrscht. Warum ich dennoch eine Rückversetzung nicht als negativ betrachte ist, dass wir Lahm im Mittelfeld beinahe gleichwertig ersetzen können, Rafinha aber spielerisch trotz seiner guten Leistungen diese Saison limitierter ist und Lahm daher qualitativ noch mal was mit reinbringt. Das ist aber immer eine Sache vom Fitnesszustand unserer Mittelfeldspieler und von Rafinha, daher ist es mir auch so wichtig, dass er beides jederzeit spielen kann. Wenn sich Rafinha verletzt, muss er Rechtsverteidiger spielen, wenn sich Schweinsteiger verletzt, muss er ins Mittelfeld.

        Mit dem Absichern stimme ich wieder mit dir überein. Ich meinte damit einfach, dass ich nicht genau weiß, wie die Situationen, die du beschrieben hast waren, aber das, was du beschrieben hast würde ich in diesem Fall je nachdem wo Kroos am Anfang der Szene stand als Fehler von Kroos oder als Fehler von Schweinsteiger deuten. Steht Kroos zu weit vorne, sollte Schweinsteiger nicht so riskant in den Zweikampf gehen, da die Absicherung durch Kroos nicht schnell genug gegeben sein kann. Steht Kroos tief genug, dann ist das herausrücken von Schweinsteiger richtig, jedoch muss in diesem Punkt Kroos absichern. Dann war es also ein Fehler von Kroos. Da es uns aber um das Zusammenspiel dieser beiden geht, ist das eigentlich nicht so wichtig. Die Abstimmung zwischen ihnen hat jedenfalls nicht immer perfekt funktioniert.

        Ich meinte damit eigentlich vor allem, dass Thiago in Kombination mit Kroos die Defensivschwäche von Schweinsteiger ausbügeln sollen. Ich persönlich bin einfach gegen eine Zehn wie Müller oder Götze, da ich beide auch auf den außen gut einsetzbar sehe und wir mit Thiago, Kroos und Schweinsteiger ein Dreieck haben, mit dem auch durch die größere Ähnlichkeit Thiagos zu Kroos und Schweinsteiger, ein weiterer Spieler bei den beschriebenen Abstimmungsproblemen beim Absichern aushelfen kann. Das wäre defensiv dann stabiler und Thiago ist ja auch kein schlechter 10er, wenn man wirklich ins 4-2-3-1 geht. Thiago als den defensivstärksten zu bezeichnen halte ich dagegen für etwas zu weit. Im Vergleich mit Kroos sind sie sich qualitativ sehr ähnlich, auf einer Doppelsechs sehe ich Kroos aber mit leichten Vorteilen, da dadurch seine etwas kleinere Beweglichkeit nicht so sehr ins gewicht fällt. Als alleinige Sechs würde ich aber auch eher zu Thiago tendieren. Das ist aber ein enges rennen. Schweinsteiger hat im Vergleich zu Thiago mMn dennoch noch einen relativ großen Vorsprung (im Vergleich zu Kroos gegen Thiago).

        Dass er auf dem Feld so viel mitreißt, kann ich schwer beurteilen, da ich eigentlich auf solche Eigenschaften wie Leaderfähigkeiten relativ wenig achte. Daher beziehe ich mich hier meist auf die Aussagen anderer Leute, wie z.B. bei Schweinsteiger diese Seite oder bei Müller Matthias Sammer, der das mal angesprochen hat. Aber nach dieser ausführlichen Diskussion glaube ich dir diese Eigenschaft von Lahm gern 🙂 . Wenn es aber Leute gibt, die ihm Leaderfähigkeiten wegen seiner Statur abschreiben, dann stimme ich dir auf jeden Fall zu, denn die haben sicher nicht recht.

        Wieder die gleiche Meinung, außerdem danke für das Video, ich kannte es nocht nicht.

        Auch wieder Übereinstimmung, habe ich ja aber eigentlich auch oben schon so geschrieben. Es sind halt noch einige wenige Spiele die nächsten 1-2 Jahre, ab dann wird das endgültig nicht mehr nötig sein.

        Bei Hojbjerg sind wir eigentlich wieder ähnlicher Meinung. Dass er innerhalb der nächsten 2 Jahre zum unumstrittenen Stammspieler wird ist ja auch wirklich sehr unwahrscheinlich. Das glaube ich auch nicht. Was mich aber dennoch überzeugt, dass er hier bleiben soll ist, dass er eine Art von Spieler ist, den wir sonst nicht haben, aber dringend gebrauchen können. Er wirkt auf mich wie ein Martinez in kleiner aber dafür wendiger und schneller. Von diesen Anforderungen her könnte er eigentlich da er auch spielerisch einiges an Talent mitbringt unsere ideale Besetzung für die alleinige 6 sein. Dafür ist natürlich aber nötig, dass er viel Erfahrung sammelt und sich gut entwickelt. Daher sehe ich aber den Punkt mit der Ausleihe eigentlich in seinem Fall gar nicht so vorteilhaft. Neben dem Argument, dass er uns entscheidend helfen kann, die zweite Mannschaft zum Aufstieg zu führen, ist für mich bei ihm ein guter Trainer, der ihn spielerisch schnell auf ein hohes Level führt sehr wichtig. Und ich denke, dass dazu Guardiola eigentlich am besten geeignet ist. Schließlich war er es auch, der Busquets zu dem gemacht hat, das er heute ist. Hojbjerg sollte mMn einfach geduldig genug sein und bei Bayern bleiben, auch wenn er da die nächsten beiden Jahre relativ wenig spielen wird, dann hat er vielleicht irgendwann auch die Qualität eines Busquets und wird für uns zu einem der wichtigsten, wenn nicht dem wichtigsten Spieler heranreifen. Spielpraxis wird er demnächst, hoffe ich zumindest, genug in der Bundesliga sammeln können, da sie schon entschieden ist, um dann nächstes Jahr ein wichtiger Teil des Kaders zu werden. Wie Rode ist kann ich leider nicht so gut beurteilen, er ist aber auf jeden Fall ein offensiverer Spieler als Hojbjerg und damit keine Alternative für die alleinige 6. Außerdem hat Hojbjerg durch seine 18 Jahre noch ein größeres Entwicklungspotenzial. Weichen sollte mMn so hart es klingt und so gut er ist Schweinsteiger. Natürlich nicht jetzt, aber ich denke auf dieser Position könnte genauso verfahren wie mit Ribery und Shaqiri. Der ältere wird langsam aber sicher immer weniger spielen und vor allem in den wichtigen Spielen eingesetzt werden, während der jüngere langsam immer mehr eingesetzt wird und ihn mittelfristig als Stammspieler ablöst.

        Müller hat für mich vor allem in zwei engen Rückrundenspielen, die ziemlich am anfang waren die Mannschaft durch seinen Kampfgeist mit geführt. Insgesamt glaube ich aber wie du schon sagst nicht, dass er wirklich zu dem bedeutenden Leader der Mannschaft wird, sondern dass er weiter einer von denen sein kann, die Verantwortung übernehmen können. So konstant wie Schweinsteiger oder Lahm wird er das jedoch nicht tun. (Den Vergleich mit Podolski würde ich nicht so sehr ziehen, da Podolski einfach durch seine im Vergleich zu Müller doch sehr beschränkten Fähigkeiten nicht Müllers Ansehen im Verein hat und zudem aus Köln und nicht aus der Jugend kam.)

        Ich hoffe natürlich auf ein Mittelfeld in der Nationalmannschaft aus Lahm, Schweinsteiger und Kroos, da ich Özil einfach zu unkonstant finde (als Joker wäre er hervorragend, vielleicht kann man ihn auch über die Außen bringen). Sollte Lahm im Verein durchgehend Rechtsverteidiger spielen, dann würde ich aber noch die Alternative vorschlagen, die Löw jedoch sehr wahrscheinlich nicht nutzen wird, dass Götze vor Schweinsteiger und Kroos aufläuft. Khedira würde ich auch draußenlassen, da er wie Gündogan einfach nicht fit genug sein wird. Außerdem würde mit Khedira auf der 6 vermutlich Özil auf die 10 rücken und mir gefällt das Mittelfeld einfach nicht so gut.

        Zum nächsten Punkt kann ich eigentlich kaum was sagen. Diese Eigenschaft finde ich sehr seltsam und sie ist für mich einfach nicht zu erklären.

        Den nächsten Punkt sehe ich dagegen doch mal wieder deutlich anders. Den Punkt mit der Anerkennung, den du kurz erwähnt würde ich komplett rausnehmen. Die Unterforderung dagegen glaube ich auch nicht, dass sie so stark vorhanden ist, da er wenn er Rechtsverteidiger spielt eine für einen Rechtsverteidiger doch ziemlich anspruchsvolle Rolle ausfüllt. Er sichert ja dann nicht nur hinter Robben ab, sondern ist immer noch sehr wichtig im Spielaufbau und sichert zudem Fehler von den Sechsern mit ab. Es wird zwar schon nicht mehr so anspruchsvoll sein, wie die Sechs zu spielen, aber ich denke komplett unterfordert fühlt er sich damit dennoch nicht und hat immer noch Spaß an seiner alten Position. Für deine Theorie würde jedoch auch sprechen, dass Lahm auf einer Doppelsechs nicht so gut spielt. Ich würde einfach sagen, dass er egal, wo er spielt möglichst viele Spielanteile bekommen soll, da er dann wirklich glänzen kann.

        Ich persönlich traue ihm den ständigen Wechsel zu, aber dieser Punkt ist für uns natürlich schwer einzuschätzen, da wir nicht in ihn reinschauen können.

        Ich würde den Autor nicht so kritisieren. Ich glaube einfach, dass im laufe dieser Saison der Informationsgehalt seiner Artikel zu Bayern einfach deshalb abgenommen hat, weil am Anfang immer das komplette Spiel der Bayern sehr ausführlich beleuchtet werden musste und dagegen heute Dinge wie die einrückenden Außenverteidiger nur noch kurz erwähnt werden müssen. Dafür spricht ja auch, dass der heutige Artikel zum Mainzspiel wieder sehr ausführlich ist, da hier mal endlich wieder ein wirkliches Taktikfest abgefeiert wurde.

        Wie wir beide schon sagten wäre Pizzaro sicher der beste Stürmer, den wir haben, er ist nun mal bloß schon alt. Nicht nur dass er es dadurch schwerer hat, ein Spiel auf dem Niveau durchzuhalten, er ist auch in der Defensive nicht so stark wie Mandzukic.

        Bei Lewandowski war ich mir auch am Anfang nicht so sicher, wie sehr wir ihn wirklich brauchen. Schließlich haben wir mit Mandzukic einen Stürmer, der tiefe Abwehrbollwerke knacken kann wie kein zweiter und in der Defensive sehr stark ist, können aber andererseits gegen höher stehende Gegner mit Müller oder Götze zwei spielstarke Spieler in der Spitze aufstellen. Ich habe mich am Anfang also gefragt, warum wir die Mischung in der Person Lewandowski, der beides kann, aber beides nicht ganz so gut kann, so dringend benötigen sollten. Ich denke die Antwort hat uns Mainz gestern gegeben. Gegen einen Gegner, der selbst umstellt, muss man im Sturm jemanden haben, der gegen beide Systeme in der Lage ist zu treffen. Pizzaro ist dafür zu alt, also brauchen wir einen zweiten Spieler mit den Fähigkeiten. Was ich jetzt nur noch hoffe ist, dass wir mit Pizzaro für ein weiteres Jahr verlängern, damit er Lewandowski durch seine große Erfahrung helfen kann, sein Spiel noch zu verbessern und ihm zeigen kann, wie er es am besten in die Mannschaft, die ja nun doch komplett anders spielt als Dortmund, mit einbringt. Pizzaro wird nächstes Jahr nicht mehr spielen, aber wenn er Lewandowski in diesen Punkten hilft, dann wäre mir das ein weiteres Jahr bei uns dennoch wert.

        Martinez sind wir uns einig, Thiagos Spielverlagerungen zwar auch, ich persönlich mag aber dennoch die Sicherheit mehr. Der Gegner hat muss nun mal dann auch wenn man schwer durchkommt dennoch viel laufen und wird dadurch auch irgendwann erschöpft sein. Und unsere Abwehr kann den Großteil der Angriffe zwar unterbinden, wenn man dann aber z.B. gegen Chelsea oder Real spielt würde ich es dennoch nicht mit einer Aufstellung im Zentrum wie Schweinsteiger, Thiago und Götze probieren wollen. Das wäre mir mit Sicherheit zu riskant.

        So noch ein abschließendes Wort zu deiner Verteidigung im Bezug auf den Begriff Bashing zu Schweinsteiger: Du hast doch nicht mal den Spieler Schweinsteiger und seine Qualität angegriffen, sondern eher seine Einbindung. Mach dir also keine Sorgen, es ist absolut richtig, das kritisch zu sehen.

        Damit müsste unsere Diskussion jetzt eigentlich aufs Ende zugehen, da wir die meisten Punkte abgehakt haben. Daher danke an dich, von mir aus gerne wieder und tut mir leid an alle, die wir mit unseren Endloskommentaren genervt haben. 🙂

  8. Thomas schreibt:

    Mich freut ganz einfach, daß unsere Chancenverwertung wieder sehr gut ist. Der Ball ist auch zuverlässig drin, wenn es gute bzw. sehr gute Möglichkeiten gibt. 😀

  9. Bazi78 schreibt:

    @ Der Bayern Blog
    Warum hat Guardiola deiner Meinung nach wieder auf eine Art Doppelsechs umgestellt?
    Die gleiche Frage geht auch an alle Kommentatoren die antworten möchten!?

    • derbayernblog schreibt:

      Eigentlich hat Guardiola die gesamte Saison nur mit Lahm auf der 6 die extremste Interpretation eines 4-1-4-1 gewählt. Die Anforderungen für die 6 aber auch die Innenverteidiger ist in dieser Ausrichtung riesig. Es macht Sinn Schweinsteiger Hilfe an die Seite zu stellen und das Mittelfeld so etwas stabiler auszurichten. Die überfallartigen Konter des Gegners durch das Zentrum, die wir in der Hinrunde häufig gesehen haben, fallen momentan bis auf wenige Ausnahmen weg. Möglicherweise war auch das ein Grund für die Anpassung. Eine klassische Doppelsechs wie im Vorjahr mit einer spielgestaltenden und einer absichernden 6 ist es aber auch nicht.

      • Bazi78 schreibt:

        Danke für die Antwort.Wie könnte es aus deiner Sicht mit Lahm weitergehen? Wird er weiterhin beide Positionen ausführen oder spielt wieder dauerhaft als rechter Außenverteidiger.

  10. @SP Denke ich auch, dass wir jetzt nicht mehr viel zu diskutieren haben. Ich wollte dir aber noch gern zum Abschluss noch einmal antworten.

    Es gibt noch ein paar andere denen ich zwar beidfüßigkeit unterstellen würde, deren schwächere Fuß aber auch nicht so schlecht ist, aber deine Aufzählung passt schon so. Nur kann ich mich irgendwie an keine Ballverlagerung von Kroos mit links erinnern. Kann aber auch gut sein, dass ich einfach noch nie so genau darauf geachtet habe.

    Was Lahms Grätschen betrifft, so muss ich noch einwenden, dass diese mMn immer schlechter werden. Es gibt immer mal wieder Highlights wie die gegen Man City, aber mittlerweile kann er häufiger das Tempo nicht mehr richtig mitaufnehmen und kommt jetzt einfach immer öfter zu spät oder kommt nicht mehr in eine Grätschsituation. Damit will ich nicht sagen, dass er grundsätzlich keinen Erfolg mehr damit hat, aber die fehlgeschlagene Versuche häufen sich einfach in letzter Zeit.

    Ich verstehe schon, warum du Lahm und Schweinsteiger als Kombi stärker siehst als Rafinha und Lahm. Und es ist auch nur vernünftig das stärkere Gesamtpacket auf das Feld zu schicken. Mir ging es ja auch nur darum, was passieren würde, wenn man die Spieler dort aufstellen würde, wo sie am stärksten sind und nicht dort, wo sie der Mannschaft am meisten helfen.

    Ich denke, dass man einen möglichen Schweinsteiger Ausfall jetzt nicht mehr unbedingt mit Lahm kompensieren muss, wenn alle anderen verfügbaren Optionen zur Verfügung stehen. Aber ich weiß natürlich auch nicht, was Pep in so einer Situation in Zukunft machen wird.

    Was das gegenseitige Absichern betrifft: Ich verstehe schon, was du damit gemeint hast. Ich stelle nur einfach grundsätzlich die Frage, ob beide es in Zukunft hinbekommen, ihr Timing bei offensiven Aktionen besser abzustimmen oder ob es da einfach einen unlösbaren Interessenkonflikt gibt, weil keiner von beiden zurückstecken muss. Das wird wohl die Zeit zeigen.

    Man muss die drei einfach endlich mal über einen längeren Zeitraum sehen, um genau sagen zu können, wer dabei am besten welche Hauptaufgaben übernimmt. Das funktioniert aber nicht, wenn Pep jetzt noch so wie du forderst Lahm mit in die Rotation nimmt, weil sich dadurch wieder die Aufgabenverteilung und vielleicht sogar das System ständig ändern würde. Aber auch hier ist das reine Spekulation von mir, was für Konsequenzen das hätte.

    Ich denke, du hast auch gemerkt, dass ich das Gerede von dem Leader mit den Leaderfähigkeiten einfach für schwachsinnig halte. Man könnte bei jedem einzelnen irgendeine Geste nehmen und sie für sich so auslegen, dass man zufrieden ist. Es ist einfach nicht nachweislich messbar, wie groß die Führungsqualitäten dieses oder jenen Spielers sind. Es sind nur subjektive Eindrücke, die dann als Fakten dargestellt werden, was mich etwas nervt.

    Ich bin einfach vorsichtig damit, irgendwelche Zukunftsprognosen für einen unseren Jugendspieler zu machen. Wie viele von diesen galten schon sicher als dieser oder jene legitime Nachfolger. Am Ende ist es bei niemanden soweit gekommen.

    Was Hojbjerg betrifft, so sehe ich ein, dass er noch sehr viel von Pep lernen kann und auch muss, aber er muss auch die Chance bekommen, dass Gelernte umzusetzen. Und ich halte Hojbjerg einfach für so ehrgeizig, dass er keine Lust hat, noch ein Jahr länger nur Regionalliga zu spielen bzw. irgendwelche kurze Einsätze in der 1. Mannschaft zu bekommen. Man müsste ihm schon klar zusichern, dass er ab nächster Saison regelmäßige Einsätze bekommen wird, was ich mir aber so nicht vorstellen kann. Vielleicht ist er geduldiger als ich ihn einschätze und er bleibt einfach so lange bei uns wie Contento in der Hoffnung irgendwann den großen Durchbruch zu schaffen. Aber auch das wird man dann sehen müssen.

    Hälst du Shaqiri wirklich für einen möglichen Ribery-Ersatz? Bisher waren seine Auftritte auf links eher überschaubar. Ich denke, dass er eher als Robbenersatz in Betracht kommt. Nur muss er dafür endlich diese Unruhe am Ball ablegen, womit er sich selbst einfach vieles kaputt macht.

    Okay, war wahrscheinlich nicht ganz fair, Müller gegenüber ihn mit Podolski gleichzuziehen. Ich hatte das jetzt auch eher im Hinblick auf die Nationalmannschaft bezogen, wo Podolski zwar bisher die dritt meisten Länderspiel aller Spieler gemacht hat, aber er es nicht in den Mannschaftsrat geschafft hat.

    Dass wäre natürlich ein Traum, wenn wir bei der WM mit einem eingespielten Mittelfeld aus Lahm, Kroos und Schweinsteiger auflaufen könnten. Aber da Lahm wohl rausfällt, hoffe ich so wie du, dass Götze den Vorzug vor Özil erhält. Mir sträubt sich jetzt noch alles, wenn ich an seine Zweikampfverweigerung bei der EM vor allem gegen Italien denke. Er ist für mich ein klassischer Fall von viel Talent, aber auch jemand, der sich nur darauf ausruht und es nicht für nötig hält, sich weiterzuentwickeln.

    Ich wollte damit auch nicht sagen, dass er keine wichtigen Aufgaben als RV zu erfüllen hat, die ihn fordern könnten, sondern die ständige Wiederholung schon bekannter Situation ihn einfach nachlässiger werden lässt.
    Aber das ist nur mein Eindruck gewesen und es kann selbstverständlich auch andere Gründe haben, warum er im Moment nicht wie der alte Lahm wirkt.

    Dass er viele Spielanteile bekommen sollte, wäre auch mein Wunsch, ist aber ein zweischneidiges Schwert ist. Spielt er zu viel, könnte das auch negative Auswirkungen haben. Spielt er zu wenig, ist er nicht eingespielt und macht Fehler, die böse enden könnten. Der Zeitpunkt in mitten der Saison dieses Wechsels ist, wie ich schon ein paar Mal geschrieben habe, einfach ungünstig und hätte viel früher erfolgen müssen. So kann man echt nur hoffen, dass es die Jungs in den paar Wochen, die sie noch haben, irgendwie hinbekommen auf ein Niveau zu kommen, dass auch gegen die großen Kaliber reichen wird.

    Was meine Kritik an spielverlagerung betrifft: Meine Kritik ist auch mehr eine Enttäuschung über manche Artikel, in denen ich mir einfach mehr Details gewünscht hätte, wo aber auch wahrscheinlich aufgrund des schnellen Updates für meinen Geschmack zu oberflächlich analysiert wurde. Aber das ist eben meckern auf höchstem Niveau und die Betreiber der Seite machen wirklich einen verdammt guten Job.

    Was deinen Punkt mit Lewandoski betrifft, so stimme ich dieses Mal 100% mit dir überein. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn Pizarro noch ein Jahr länger bleibt und Lewandoski noch den ein oder anderen Trick beibringen könnte.

    Ich denke auch nicht, dass wir ein Mittelfeld aus Schweinsteiger, Thiago und Götze gegen Real sehen würden. Das wäre mir persönlich auch zu offensivfreudig. Wobei Pep alles zuzutrauen ist 😉

    Danke, dass du das so siehst. Ich habe schon an mir gezweifelt 🙂
    Ich wusste ja schon vor meinem ersten Post, dass ich mir nicht nur Freunde damit mache, wenn ich gerade jetzt, wo Schweinsteiger im Kommen ist, ihn bzw. etwas kritisiere, was unmittelbar mit ihm zusammenhängt. Aber das ich gleich als Basher bezeichnet werde, fand ich dann schon eine Spur zu krass.
    Auch wenn ich verstehen kann, dass man gerade in Bezug auf ihn und Kritik als Fan allergisch reagieren kann. Kaum einer unserer Spieler wird so häufig abgeschrieben und kritisiert wie er. Aber genauso lieben es die Medien ihn dann hinterher immer wieder wie den Phönix aus der Asche in den Himmel zu loben. Er polarisiert, das ist mir klar. Aber das kann doch nun wirklich kein Grund sein, dass man nicht auch etwas an ihm kritisieren darf, ohne dafür gleich als Basher abgestempelt zu werden.
    Nochmal danke, dass du scheinbar die löbliche Ausnahme bist und dich mit der Kritik auch richtig auseinander gesetzt und sie nicht einfach ignoriert hast.

    Ich denke, dass wird wirklich mein letzter Kommentar bleiben. Wir haben es vielleicht wirklich etwas übertrieben Es hat mir aber auch sehr viel Spaß gemacht und auch von mir aus gerne wieder! Ich finde bestimmt schon bald wieder etwas, dass mir nicht gefällt. Aber das wird wie auch jetzt Meckern auf höchstem Niveau sein 😉

    Und auch von mir aus ein Sorry alle, die sich gestört gefühlt haben.

    • SP schreibt:

      Eine kurze Antwort muss ich nun dennoch noch schreiben, da es noch ein paar kleine Punkte zu klären gibt, es wird aber vermutlich auch mein letzter Kommentar unter diesem Artikel sein.

      Zu Kroos Spielverlagerungen mit links: Ich habe dazu auch keine Szene im Kopf, bin mir also alles andere als sicher. Es war lediglich eine Vermutung, dass das ein weiterer Grund für den Seitentausch hätte sein können. Wie viel wahres daran ist, kann man schwer sagen, wenn du keine einzige Verlagerung mit links gesehen hast, ist es vermutlich aber nicht wirklich viel.

      Ich sehe bei einem Ausfall Schweinsteigers kaum optionen für einen gleichwertigen Ersatz außer Lahm. Kroos und Thiago sind zu defensivschwach, wenn sie zu zweit die Doppelsechs ausüben sollen und Martinez wäre da noch die bessere Option, da sehe ich Lahm aber dennoch durch seine Spielstärke als besser an.

      Ich halte Shaqiri nicht unbedingt für einen Riberyersatz, da er im Dribbling und spielerisch nicht seine Fähigkeiten mitbringt. Ich halte ihn aber eher für den Ersatz für unsere linke Flügelstürmerposition. Auf rechts ist das dann Müller. Zumindest war das bis vor dem Götzetransfer meine Ansicht. Inwiefern das nun weitergeführt wird, weiß ich nicht sicher, aber er wird vermutlich wie auch Götze und Müller beide Positionen immer wieder mal ausfüllen. Vielleicht auch mal das Zentrum, aber wenn, dann erst in einigen Jahren. Dazu ist er mMn nicht spielstark genug.

      Zu Lahms Spielanteilen: Ich meinte eigentlich nicht die Menge, die er spielt, auch wenn die natürlich auch relativ groß sein sollte, sondern den Einfluss, den er auf unser Spiel hat, wenn er spielt. Er soll also mMn auch als Rechtsverteidiger viel zentral mit eingebunden werden. (Man muss natürlich das richtige Maß finden)

      So, dass wars dann von mir und bis zum nächsten Mal.

  11. Pingback: #Link11: Auf den Punkt gebracht | Fokus Fussball

  12. H34T schreibt:

    War dieses mal ausnahmsweise im Stadion und es hat sich auf jeden fall gelohnt. Tuchel hat die beiden bisher am erfolgreichsten Vorgehensweisen gegen bayern in jeweils einer halbzeit gezeigt, erst 4-3-3 mit extremen Angriffspressing, dann als das Tor nicht fiel umstellen auf 4-5-1, wahrscheinlich auch bedingt dadurch, dass das extreme pressing nicht über das komplette Spiel durchzuziehen ist. Am ende dann 5-4-1 mit bungert, Beton anrühren. Er wollte dann wohl versuchen den Punkt zu holen.Generell hat Mainz nach balleroberung direkt mit hohen bällen auf die startenden Choupo oder Okazaki agiert, die angesprochene Abseitsfalle hat aber fast jedes mal funktioniert.

    Lahms probleme mit Choupo fand ich auch sehr auffällig, nicht nur in der Luft nach den langen bällen, auch im Zweikampf vor dem Lattenschuss hat er sich ausspielen lassen. Boateng hatte in der Anfangsphase auch einige Wackler, fing sich dann aber später.

    Dass Schweini klar die Chefrolle übernimmt, sehe ich auch so. Neben der angesprochenen szene ist mir eine andere aufgefallen, in der er den Ball vor Boateng hält und ihn mit einer handbewegung nach links weist, um ihn anspielen zu können. Klare Chefrolle. Das Tor zeigt wieder ein mal was er im Gegensatz zu Lahm/Kroos/Thiago mitbringen kann: Torgefahr durch Vorstöße in den Strafraum und ein zusätzliche Kopfballoption. Ich denke er hatte ein starkes spiel, würde aber gerne auch mal wieder die Kombi Schweini/Lahm/Kroos sehen.

    Die Einwechslungen von Guardiola waren folgerichtig, Mandzu hatte keine Chance gegen die 5er Kette dafür Pizzaro und Götze als Nadelspieler für Müller. Pizzaro ging dann endlich mal Richtung Grundlinie durch, was Robben leider nicht versucht hat zuvor und gab damit Shaqiri die Möglichkeit zur Flanke, die Schweini nach seinem Sprint in den Strafraum einköpfte.

  13. Pingback: Wie Bastian Schweinsteiger den FC Bayern besser macht | Der Bayern Blog

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