Wie Guardiola die Ausrichtung der Innenverteidigung verändert hat

Ich hatte es in der Analyse zum Spiel gegen Arsenal bereits angedeutet: Arsenal war ein nahezu perfektes Beispiel wie stark Guardiola die Ausrichtung seiner beiden Innenverteidiger angepasst hat. In der Folge zwei Grafiken über die Klärungsaktionen der beiden Innenverteidiger vom Dienstag-Abend im Vergleich zum Rückspiel gegen Arsenal in der Vorsaison. Zum einen fällt auf wie viel mehr Aktionen die beiden Innenverteidiger ausführen müssen, zum anderen fällt auf wie weit sich ihr Handlungsradius nach vorn verlagert hat. Der Eindruck bestätigt sich auch beim Vergleich mit anderen Spielen in der Vorsaison – zum Beispiel gegen Juventus Turin oder den FC Barcelona.

03DWyv 03X9ftDiese Anpassung ist eindeutig auf Guardiolas veränderte Defensivausrichtung zurück zu führen. Während Heynckes Konzept auf gegenseitige Sicherungen und möglichst wenig 1:1-Situationen ausgelegt war, fordert Guardiola von seinen Innenverteidigern proaktives Herausrücken und frühzeitige Ballgewinne in eben jenen 1:1-Duellen. Auffällig wird diese offensive Ausrichtung auch im Vergleich zum Achtelfinal-Gegner Arsenal. Mertesacker und Koscielny agierten hier weit zurückgezogen und griffen meist erst im Strafraum selbst aktiv ein. Bayerns Ausrichtung bedeutet mehr Risiko aber auch die Chance auf frühere Ballgewinne und mehr Druck auf den Gegner. Ein wichtiges Element in Guardiolas System.

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5 Antworten zu Wie Guardiola die Ausrichtung der Innenverteidigung verändert hat

  1. ndee9001 schreibt:

    Sehr gute Analyse! Gerade gestern Abend hat man auch gesehen, wie mögliche hochklassige Gegner das System aushebeln können. Bei schnellem Umschaltspiel nach Balleroberung des Gegners und schnellen Spielern im offensiven Mittelfeld und Sturm sind beide Innenverteidiger auch mal gezwungen energisch gegen Ball und Gegner zu gehen. Boateng hat es beim Hinspiel gegen ManCity erleben müssen und gestern war Oxley auch mal einen Tick zu schnell.

    Ich denke Guardiolas Weg ist mehr als interessant und man merkt, warum er Martinez eher in der Innenverteidigung sieht als im defensiven Mittelfeld. Eben weil der Spanier ein gutes Auge für den Raum hat und in meinen Augen ein sehr cleverer Spielaufbauer ist. Ich bin gespannt, was Guardiola gegen Mannschaften auspackt, die mit einem Pressing besser umgehen können und das Kontern noch besser draufhaben als Arsenal.

  2. Pingback: #Link11: This one goes to eleven | Fokus Fussball

  3. anandvishwanathan schreibt:

    Die IV verschiebt wie eben auch bei Barca zuvor unter Pep ( Puyol, Pique ) nach vorne. Hierdurch wächst der Anspruch an den IV deutlich.
    Im Zweikampfverhalten waren Dante + Martinez extrem stark gegen Arsenal. Wobei zu sagen ist dass weder Poldi noch Giroud echte Weltklasse bedeuten. Dem Tor von Poldi ging ein klares Foulspiel an Lahm voraus. Ansonsten waren Giroud + Poldi + Özil blass wie die Nacht.
    Sorry, kann in die Lobeshymne für Martinez nicht einstimmen. Beim 1:1 steht er im Sicherheitsabstand und schaut zu wie Poldi abzieht. Martinez hatte genügend Zeit Poldi zu attackieren und den Schusswinkel zuzustellen. Er wurde jedoch von Mandschu in dieser Szene abgelenkt- der Foulspiel reklamiert.
    Des Weiteren wurde Martinez mehrfach beim Pressing von Arsenal nach hinten rechts außen abgedrängt und schlägt dann mehr aus Verzweiflung einen langen Ball ins Nirvana.
    Gerade dieses Spiel hat einen Mangel bei Martinez offenbart: seine technischen Fähigkeiten reichen eben nicht an diejenigen von Puyol oder Pique heran. Im Zusammenspiel mit BS31 auf der Doppel 6 sind die Mängel von Martinez im Spielaufbau kaschiert worden.
    Die hoch stehende IV der Bayern ist wie eine Einladung an die schnellen CR7 oder Bale von Real. Ob Isco, Di Maria, Modric, Alonso oder auch Carvajal die Pässe auf Bale oder CR7 spielt ist letztendlich dabei egal.
    Es ist eben eine Herkulesaufgabe einen schnellen, zweikampf- sowie kopfballstarken IV zu finden der zudem über ausgezeichnete spielerische Qualitäten verfügt um den Spielaufbau einzuleiten.
    Selbst Barca sucht seit 2 Jahren nach einer Lösung ( Thiago PSG, Hummels ).
    Wenn man die IV spieltaktisch verändert sollte man auch über das notwendige Potential verfügen um bessere Lösungen zu kreieren.

  4. Bazi78 schreibt:

    @anandvishwanathan
    Ich bin der gleichen Ansicht was die neue Ausrichtung der Innenverteidiger betrifft.Ob wir wirklich die dafür geeigneten Spieler haben wird sich in der Champions League zeigen.Mit Real und Chelsea wird man mMn große Probleme bekommen.Guardiola könnte vielleicht auch gegen solche Gegner unsere IV etwas abwartender spielen lassen.Etwa so wie unter Jupp mit gegenseitiger Absicherung.Auch die Doppelsechs war ja zuletzt häufiger wiederzuerkennen.Ich denke das Boateng und Martinez noch am besten zur neuen Ausrichtung passen könnten…

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