FC Bayern – FC Arsenal 1:1 (0:0)

Falls ihr es verpasst habt: 

Bayern München zieht hochverdient ins Champions League-Viertelfinale ein. Es war eine über weite Strecken reife, wenn auch nicht in aller Konsequenz souveräne Leistung des Rekordmeisters am Dienstag-Abend. Guardiola überraschte wieder einmal mit seiner Ausrichtung und brachte Lahm trotz der eher durchwachsenen Erfahrungen im Hinspiel erneut als Rechtsverteidiger. Schweinsteiger begann auf der Sechs, Thiago und Götze auf den beiden Halbpositionen. Müller, Kroos und Boateng für den Martínez in die Startelf rückte, zunächst von der Bank. Guardiolas Kalkül war es wohl erneut die rechte Angriffsseite der Bayern gegen die defensiv schwache Arsenal-Kombination auf Links mit Podolski und dem inzwischen doch recht hüftsteifen Vermaelen zu stärken. Am Ende liefen 51 Prozent der Münchener Angriffe über Rechts (23 Prozent durch die Mitte, 27 Prozent über Links) – ein klares Indiz für diese Ausrichtung.

Arsenal begann überraschend passiv und überließ Bayern die Kontrolle über das Spiel. Die Münchener dominierten den Ball und kombinierten sich zu mehreren ordentlichen Abschlussmöglichkeiten. Ein Torerfolg bleib zunächst aus. Kurz nach Pause traf Bastian Schweinsteiger nach sehenswerter Vorarbeit von Franck Ribéry zum 1:0 (54.). Das 1:0 hätte endgültige Sicherheit bringen sollen, fast postwendend machte Lukas Podolski nach mindestens robustem, wahrscheinlich irregulären Einsatz gegen Lahm allerdings das 1:1 (57.). Wer in der Folge einen Sturmlauf von Arsenal erwartet hat, wurde am Ende enttäuscht. Zwar bleib es bis zum Schluss ein wenig kribbelig – in echte Gefahr geriet Bayern jedoch nie. Dass Thomas Müller in den Schlussminuten einen Strafstoß auf ziemlich absurde Art und Weise verschoss, blieb eine Randnotiz. Bayern im Viertelfinale. Ich bin für Piräus.

3 Dinge, die auffielen:

1. Bayerns Spiel gegen den Ball wird immer besser

Ich habe auch hier im Blog immer wieder darüber geschrieben, wie sich Bayerns Offensivspiel unter Guardiola verbessert und verändert hat. Nach dem Rückspiel gegen Arsenal möchte ich die Arbeit gegen den Ball in den Mittelpunkt rücken. Bayern gelang es gegen eine Klassemannschaft wie den FC Arsenal über 180 Minuten 2 vielleicht 3 gute Chancen aus dem Spiel heraus zuzulassen. Gerade in den ersten 45 Minuten war Bayerns Gegenpressing am Dienstag-Abend eine ständig Druck erzeugende Macht. Die folgende Grafik illustriert sehr schön wie gut es den Münchenern im Vergleich zu den Gästen gelang den Ball frühzeitig zu erobern.

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Der Druck auf den jeweiligen ballführenden Arsenal-Akteur blieb stets enorm hoch, während die Gunners selbst erst im Bereich um den eigenen Strafraum zu Balleroberungen kamen. Mögliche Konter wurden so fast komplett im Keim erstickt. Wenn es gefährlich wurde dann nach Abspielfehlern der Münchener oder einigen hohen langen Bällen der Gäste.

Gerade Thiago mit 5 und Schweinsteiger mit 3 abgefangenen Bällen waren hier im Zentrum sehr effektiv gegen den Ball. Hinzu kam, dass das proaktive Herausrücken der Innenverteidiger, insbesondere von Martínez exzellent funktionierte. 8 seiner 12 effektiven Klärungsaktionen gelangen ihm weit außerhalb des Strafraums. Zum Vergleich: Per Mertesackers 11 geklärte Aktionen gelangen ihm allesamt innerhalb des Strafraums – auch das zeigt wie gut es Bayern inzwischen gelingt selbst internationale Top-Gegner weit vom eigenen Strafraum wegzuhalten. All das war über zwei Spiele gesehen ein ganz wichtiger Faktor für das Weiterkommen. Darauf sollten die Münchener in den kommenden Wochen aufbauen.

2. Schweinsteigers Meilenstein

Es war nach dem Aufwärmprogramm der letzten Wochen der erste richtige Härtetest für den Co-Kapitän nach langer Verletzungspause. Nach den 90 Minuten und seinem Tor kann konstatiert werden, dass sich diejenigen, die in den vergangenen Monaten erneut das Ende der Zeit von Bastian Schweinsteiger herbeischrieben, geirrt haben. Schweinsteiger bot eine exzellente Partie und stand dabei den Auftritten von Philipp Lahm in den vergangenen Monaten in Nichts nach. Er machte das Spiel schnell wenn es Dynamik benötigte, er verschleppte das Tempo wenn es notwendig war. Es ist durchaus auffällig, dass Guardiola mit Schweinsteiger in der Startelf stärker zu einer Doppelsechs zurückgekehrt ist, während Lahm die Rolle zuvor häufig als explizit einzige 6 interpretierte. Beide Wege waren bisher erfolgreich. Die Hilfe durch den einmal mehr überragenden Thiago war auch am Dienstag für Schweinsteiger eine wichtige Stütze. Beide spielten sich den Ball 22 Mal hin und her. Schweinsteiger hatte 96 Ballkontakte, spielte 41 Pässe und brachte 40 zum Mitspieler (98 Prozent Passquote). Nur Martínez und Thiago passten den Ball häufiger. Es ist nachvollziehbar warum sich Guardiola mit dem Gedanken wohl fühlt Lahm, Thiago und Schweinsteiger gleichzeitig auf dem Platz stehen zu haben. Mehr Ballkontrolle, Passsicherheit und strategisches Geschick geht nicht.

Schweinsteigers Tor unterstrich zudem, dass er wie im Vorjahr, als er 9 Pflichtspieltreffer erzielte in der Lage ist in den Strafraum nachzustoßen und dort Torgefahr zu entfalten. Eine Fähigkeit, die Lahm, Thiago und auch Kroos ein Stück weit abgeht. Schweinsteiger hat nachgewiesen, dass er auch auf diesem Niveau nach wie vor in der Lage ist ein Spiel zu gestalten. Dass er sich selbst noch nicht bei 100 Prozent sieht, weil ihm Spielpraxis fehlt, ist ein weiteres Indiz dafür, dass er in den kommenden Wochen weiter eine wichtige Rolle spielen wird. Auch unter diesem Aspekt war Arsenal für ihn persönlich ein Meilenstein.

3. Götze erneut unsichtbar

Es ist nicht die beste Saisonphase von Götze, der sich nach einem starken Spätherbst und Winter in einer kleinen Formkrise befindet. Guardiola wird es schwer gefallen sein, den zuletzt herausragenden Thomas Müller draußen zu lassen. Der Bayern-Coach erklärte seine Ausrichtung gegen Arsenal auch damit, dass er durch absolute Kontrolle mögliche Arsenal-Konter verhindern wollte. Vor diesem Hintergrund macht die Aufstellung des etwas ballsicheren Götze gegenüber Müller durchaus Sinn. Der 21-Jährige blieb jedoch über 60 Minuten bis auf einen guten Abschluss in der ersten Hälfte weitgehend unsichtbar. Nur 39 Ballkontakte, nur 19 Pässe, ein Ballgewinn und eine kreierte Torchance. Das war der Leistungsnachweis des ex-Dortmunders am Dienstag-Abend. Nicht viel – gerade im Vergleich zu den sehr auffälligen Offensivakteuren um ihn herum, Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Tagen über die Rolle von Müller oder Boateng diskutiert werden wird. Pep entschuldigte sich bei der PK nach dem Spiel vorab schonmal bei allen, die er draußen lassen musste. Götze hat momentan bei der Diskussion über die zukünftige Verteilung von Einsatzzeiten in den Topspielen nach Dienstag-Abend gewiss nicht die besten Argumente auf seiner Seite.

FC Bayern Neuer – Lahm, Martínez, Dante, Alaba – Schweinsteiger, Thiago – Robben, Götze (59. Kroos), Ribéry (85. Müller) – Mandzukic
Ersatz Starke, Van Buyten, Rafinha, Pizarro, Boateng
FC Arsenal Fabianski – Sagna, Mertesacker, Koscielny, Vermaelen – Arteta (77. Gnabry), Cazorla – Özil (46. Rosicky), Oxlade-Chamberlain (84. Flamini), Podolski – Giroud
Ersatz Viviano, Jenkinson, Hayden
Schiedsrichter Svein Oddvar Moen (Norwegen)
Zuschauer 68.000 (ausverkauft)
Tore 1:0 Schweinsteiger (54.), 1:1 Podolski (57.)
Gelbe Karten Dante, Martínez / Podolski, Arteta, Vermaelen
Besondere Vorkomnisse Müller scheitert mit Foulelfmeter an Fabianski (90.+2)
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35 Antworten zu FC Bayern – FC Arsenal 1:1 (0:0)

  1. Bazi78 schreibt:

    Warum Müller nicht für Mandzu gespielt hat bleibt wohl Peps Geheimnis.Er hätte ihn auch früher einwechseln können bzw müssen.Kroos statt Götze hätte wohl auch mehr Ballkontrolle gebracht!?

    • SP schreibt:

      Kroos hat mich sowieso gewundert, weil er eigentlich immer sehr viel Stabilität und Ballkontrolle bringt. Insgesamt hat er aber mMn am Anfang sehr schnell versucht, auf der Stelle das Spiel an sich zu reißen, was vielleicht mit Thiago und Götze besser funktioniert. (mehr Torgefahr)
      Mandzukic fand ich aber gut, dass er gespielt hat. Wie ich es unten beschreibe, hätte es knapp werden können, wenn er nicht dabei gewesen wäre (ob nun Absicht oder nicht). Vor allem aber ist er einfach physisch sehr präsent und daher gut, um in der Spitze einen Ball zu halten und zudem wichtig im Gegenpressing (auch wenn ich in diesem Bereich andere, z.B. Thiago, heute als wichtiger einschätze)

  2. SP schreibt:

    Glaubt ihr, dass Mandzukic Laufweg beim 1:0 so beabsichtigt/geplant/einstudiert war? Für mich steht auf jeden Fall fest, dass das Tor nicht fällt, wenn er sich nicht so weit auf Ribery zu orientiert und den Verteidiger wegzieht. Außerdem steuert Schweinsteiger von Anfang an beinahe schon im Sprinttempo diese Lücke an, die Mandzukic kurz darauf aufreißen wird.
    Andererseits schaut Mandzukic kein einziges mal zu schweinsteiger, sondern achtet (sieht zumindest so aus) nur auf Ribery.
    Ich hab mir die Szene jetzt 6-7 mal angeschaut und bin mir immer noch nicht wirklich sicher, was ich davon halten soll. Was meint ihr dazu?

    • ndee9001 schreibt:

      Die größere und offensichtlichere Lücke gab es vorher schon für Schweinsteiger weiter vorne. Die britischen Kollegen haben schon in der Halbzeit angemerkt, dass Oxlade und Arteta zum Teil riesige Lücken zwischen der Verteidigerkette und dem Mittelfeld gelassen haben.

      Das mit dem Herausziehen der Innenverteidiger dürfte allerdings auch ein Schachzug sein, der so geplant und einstudiert ist. Dabei muss Mandzukic ja nicht unbedingt auf Schweinsteiger gucken. Er muss nur darauf hoffen, dass da Jemand in seinem Rücken ankommen wird – quasi die Lücke in der Innenverteidigung erkennt – um den Ball zu kriegen.

    • anandvishwanathan schreibt:

      @SP
      Natürlich zieht Mandschu Merte raus aus dem Zentrum. Aber warum folgt Merte? BS31 hat 7-8 m vor dem Tor alle Zeit der Welt um sich die Ecke auszusuchen.

      • SP schreibt:

        Erstens: nicht Mertesacker, sondern Vermaelen.
        Zweitens: natürlich ist das nicht komplett mitgedacht und dadurch vielleicht auch ein Fehler. Ich würde es aber nicht ganz so kritisch ihm gegenüber sehen, da erstens dafür immer auch die Ausrichtung da ist. Wenn sie innerhalb des Strafraumes Mandzukic Manndecken (sah für mich so aus), dann hat das den Vorteil, dass Mandzu gedeckt ist, aber den Nachteil, dass Räume von Mandzu geschaffen werden können, was hier der Fall war. Dann ist es die Aufgabe von Mertesacker als zweiten Innenverteidiger, das Zentrum zu sichern. In dieser Situation würde ich aber vor allem Arsenals beide Sechser kritisieren, die 2-3 Meter zu weit vorne stehen. Dadurch existiert ein zwar kleiner aber dennoch vorhandener Raum zwischen Sechsern und Innenverteidigern, den Schweinsteiger aus 30 Metern erkennt und anvisiert (Riesenrespekt dafür, denn das können Kroos und Thiago so nicht, Schweinsteiger ist also weiterhin allein wegen dieser größeren Torgefahr äußerst wichtig). Mandzukic vergrößert den Raum zwar später noch, jedoch ist die problematische Ausgangssituation nur durch diesen Fehler der Sechser entstanden. Wäre dieser nicht vorhanden, kann Mandzu machen, was er will, dann muss Ribery zurückspielen, weil Arsenal sonst perfekt stand.
        PS: Alle Zeit der Welt ist ja nun auch übertrieben. Ballannahme geht noch, das heißt schon mal einiges an Zeit, aber direkt danach schießt er und sofort hinterher sind zwei Leute vor ihm. Schweinsteiger macht das in der Situation halt auch verdammt schnell und gleichzeitig ruhig und abgebrüht.

      • anandvishwanathan schreibt:

        @SP
        Sorry, klarer Stellungsfehler von Merte. Genau dort wo BS31 einlocht ( er hatte sooooviel Zeit ) sollten Merte / Vermaelen stehen. Achte mal darauf WO Merte in der Situation steht.
        Mir graut es bereits vor der WM in BRA wo schnelle und wendige Burschen wie Suarez, Aguero, Neymar, Higuain oder auch Costa „unseren“ Merte bei 28-30 Grad Celsius „vernaschen“.
        Weicht Mandschu auf die Außen aus dann gebe ich Dir recht dass einer der Sechser ( Arteta ) da eingreifen sollte- des Weiteren muss Arsenal dann verschieben wie man es so wunderschön speziell bei italienischen Msannschaften sehen kann.
        Im Grunde genommen ist es das System Alexis Sanchez, der vor dem Strafraum kreuzt und Abwehrspieler bindet. Pep hat eben ein Barca trained mind.
        BS31 ist ein intelligenter Stratege der sein Team führt. BS31 kommt in aller Regel nur dann in solche Positionen wenn die Bayern komplett das Kommando über das Spiel übernommen haben. Desto dominanter die Bayern desto weiter Vorne agiert BS31 ( siehe z. Bsp. CL Finale 2013 in Wembley gegen den BVB )
        Das Tor war eine Schelte für Wenger mit seiner destruktiven Spielweise die Atletico Madrid + Chelski weitaus perfekter umsetzen können.

      • SP schreibt:

        Mertesacker stand dennoch bis zu dem Moment, in dem Mandzukic Vermaelen rauszieht richtig. Klar kann man sagen, dass er dort reagieren sollte und den geöffneten Raum schließt, aber das geht dann dennoch ziemlich schnell und ist nicht so einfach zu verteidigen.
        Und wegen Wengers Defensivtaktik: So schlecht fand ich die jetzt auch nicht. In der Situation ists ein Stellungsfehler der Sechser und Merte reagiert etwas langsam. Sonst passt alles perfekt. Und im Vergleich zu Chelsea im Supercup hat Arsenal jetzt nicht so viel zugelassen. Sie sind halt nicht ganz so konterstark und haben daher etwas wenig Torgefahr ausgestrahlt, dennoch fand ich Arsenals Spielweise eigentlich nicht schlecht (vor allem chamberlain im Zentrum fand ich ne echt gute Idee. Wenn der einmal durchkommt und die Möglichkeiten dazu waren da, dann brennts hinten schon ordentlich und dann würde mich schon interessieren, ob wir das dann trotzdem schaukeln)

      • anandvishwanathan schreibt:

        @SP
        Also, Chamb hat mich auch überzeugt. Erinner mich noch an die Situation wo er sich in Ribery Manier gleich gegen 4 Bayern durchsetzen kann- erstaunlich.
        Man denke nur daran dass sich Arsenal mit Walcott + Ramsey sowie einem klasse aufgelegten Özil weitaus mehr Spielanteile gesichert hätte. Chamb wäre dann sicher noch besser ins Spiel gekommen.
        Insgesamt ist das CL Duell mit den Bayern genauso verlaufen wie die gesamte Saison bisher für Arsenal.
        Man ist furios gestartet ( auch dank Özil ) hat dann urplötzlich enorm nachgelassen und sich letztendlich noch mühsam über die Ziellinie geschleppt.
        Aber vielleicht holen sie den FA Cup als Trostpreis damit Wenger nicht noch eine weitere Baumrinde für ein neuerliches titelloses Jahr von den britischen Comiczeichnern verliehen bekommt.
        Vieles steht + fällt bei Arsenal mit der Performance von Özil.

  3. DasDing schreibt:

    Gute Nachricht: Viertelfinale!! Vielleicht ist es mal Zeit für eine kleine Bestandsaufnahme. Der FCB hat nun auch in diesem Jahr seine internationale Konkurrenzfähigkeit erwiesen, und man kann wohl sagen, dass sich Guardiolas Team relativ konstant positiv entwickelt. Dennoch: Die CL-Titelverteidigung ist zumindest meiner Ansicht nach unwahrscheinlich. Schwarzmalerei möchte ich mit dieser Aussage nicht betreiben, und es ist auch keine Katastrophe, wenn man die CL nicht verteidigt. Dieser Wettbewerb ist bekanntlich der mit Abstand schwerste im Weltfußball, und seit 1990, als der Wettbewerbsmodus noch anders war, hat es keine Titelverteidigung mehr gegeben. Der FCB 2014 ist zwar definitiv eine sehr gute Mannschaft, doch auf diesem Niveau geben Kleinigkeiten den Ausschlag (3€ ins Phrasenschwein), und an einigen dieser Kleinigkeiten hapert es beim FCB mE in diesem Jahr:

    1. Da wäre zunächst die auch systemisch bedingte Konteranfälligkeit. Ein Problem, welches sich über die Saison hinweg zwar besserte, aber in den nächsten 3 Monaten wohl nicht mehr ganz abgestellt werden kann. Gegen Konterstarke Teams wie Chelsea droht hier Gefahr.
    2. Guardiolas Matchpläne funktionieren nicht immer. Häufig läuft das Spiel erst nach Einwechslungen wirklich reibungslos.
    3. Lernt man schnell genug aus Fehlern? Mandzukic war gegen die IVs von Arsenal vom Spielertyp her keine Idealbesetzung und im Hinspiel entsprechend schwach. Trotzdem spielte er heute wieder von Anfang an.
    4. Die Mannschaft wird in der Liga kaum auf höchstem Niveau gefordert und hat daher wenig Gelegenheit, ihre Schwächen kennenzulernen.
    5. Teilweise Konzentrations-und Nervenschwäche. Ein Elfmeterschießen bleibt uns dieses Jahr hoffentlich erspart. Auch zb das schnelle Gegentor nach der Führung heute war auffällig (womöglich Folge von 4.).

    Zwar sind das wie gesagt alles Kleinigkeiten, aber sie akkumulieren sich und dürften in der Summe eine Titelverteidigung unwahrscheinlich machen. Letztes Jahr hätte man das zu diesem Zeitpunkt wohl auch sagen können, aber das damalige System bot mehr Potential zu schnellen Entwicklungssprüngen (das aktuelle dürfte dafür jedoch nachhaltiger sein und zahlt sich vll nächstes Jahr so richtig aus). Als Ziel sollte man sich daher das HF setzen, was bei der zu erwartenden VF-Besetzungsliste schwer genug wird. Gewinnt man dann noch Meisterschaft und Pokal (sollte machbar sein), kann man von einem sehr guten Jahr sprechen.

    • Bazi78 schreibt:

      @DasDing
      1. systemisch bedingte Konteranfälligkeit: Wird es wohl bei Pep immer geben weil er eben mehr angreifen bzw hoch pressen möchte.
      2. Guardiolas Matchpläne funktionieren nicht immer: Er kann ja nicht immer schon vorher wissen wie genau der Gegner spielt.Kein Trainer hat bisher bei Bayern so gut im Spiel auf einen Gegner reagiert wie Guardiola.Das ist auch eine besondere Qualität.
      3. Lernt man schnell genug aus Fehlern? Für Guardiola war es vielleicht kein Fehler wieder Mandzu aufzustellen.Seine Kopfballstärke bei möglichen Defensiv-Standards könnte ein Grund sein.Ich hätte mir auch Müller im Sturm gewünscht.
      4. Man hat in der Bundesliga Auswärts gegen Stuttgart,Nürnberg und zuletzt Wolfsburg doch einige Schwächen erkennen können.
      5. Teilweise Konzentrations-und Nervenschwäche
      Auch beim CL-Finale gegen BVB haben wir gleich den Ausgleich bekommen.Das ist nur ein Problem wenn man nicht gewinnt.
      Die Champions League wieder zu gewinnen wird ganz schwer es hat nicht ohne Grund noch keiner geschafft.Wie wir alle seit dem Finale2012 wissen kann man auch einfach nur Pech haben bzw. es müssen nicht immer irgendwelche Gründe dafür verantwortlich sein…

  4. DasDing schreibt:

    Aber nun zu einem anderen Thema: Endlich kann man guten Gewissens über mögliche Gegner spekulieren! Vorraussichtlich sind dieses Jahr wirklich eine Menge dicker Brocken dabei. Angstgegner ist dabei mMn Chelsea: Mit ihrem Mix aus physischer Spielweise, defensiver Kompaktheit, starkem Konterspiel und giftigen Rhythmuswechseln im Spielverlauf könnten sie Bayern nichtig zusetzen, wie man teilweise auch schon im Supercup gesehen hat. Die also besser nicht.
    Am anderen Ende der Skala kann man (vorraussichtlich) Piräus verorten. Als Gegner wären sie mir persönlich zu unattraktiv.
    Ein Duell mit Barcelona, der anderen „Übermannschaft“ Europas, ist im Turnierverlauf ein absolutes muss, aber im VF wäre es dafür noch zu früh. Im HF wären sie dagegen als Gegner ideal. Quasi King Kong vs. Godzilla, und das gleich zwei Mal. darauf wartet man das ganze Jahr!
    Real Madrid wird von vielen als einer der absoluten Titelfavoriten angesehen, aber ich bin da momentan noch skeptisch. Eine Mannschaft, die zugunsten der individuellen Klasse zT auf kollektives Verteidigen verzichtet, sieht gegen mittelschwere Gegner zwar oft gut aus, aber Gegen richtige Topteams treten die taktischen Defizite meist deutlich hervor. Ich denke, dass man es gegen Real leichter hätte als gegen einige andere.
    Auch Dortmund würde ich eher zu den leichteren Gegnern zählen. Sie haben weniger Substanz im Kader als in den letzten Jahren (auch aufgrund der Verletzungen), und taktisch stagnieren sie mittlerweile. Ihr Konzept ist nach wie vor gut, aber mittlwerweile auch altbekannt. Die Fähigkeit, zwischen Druckphasen und Ruhepausen in kompakter Formation zu variieren (welche zb Chelsea auzeichnet), ist bei ihnen kaum ausgeprägt, es gibt nur wenige inGame-Veränderungen. 180 Minuten gegen den FCB würden sie wohl kaum durchhalten.
    Ganz schwer einzuschätzen ist Atletico Madrid. Starke Vorstellungen bisher, aber gegen ein richtiges Topteam mussten sie bislang noch nicht ran.

    Mein persönlicher Wunschgegner wäre: Paris! Eine der ganz wenigen starken Mannschaften, gegen die der FCB in den letzten Jahren noch nicht gespielt hat. Sie verfolgen ähnlich wie Bayern eine anspruchsvolle, ambitionierte Spielidee und verfügen auch über viel individuelle Klasse, welche unter Laurent Blanc immer mehr zu einem funktionierenden Kollektiv verschmelzt. Das macht sie zu einem der Mitfavoriten auf den Pokal, und zu einem hochinteressanten Gegner!

    • chicago_bastard schreibt:

      Schöne Einschätzungen, würd ich alle so unterschreiben. Einen besonderen Wunsch hab ich aber nicht, außer, dass ich Chelsea ebenfalls gerne vermeiden würde. Außerdem würde ich auch Atletico ungern kriegen, deren Spielweise ist auch unangenehm zu bespielen und zudem hab ich das Gefühl, die Bayern gehen gegen die großen Namen konzentrierter zu Werke, gegen das nicht ganz so namhafte Atletico befürchte ich da Nachlässigkeiten wie letztes Jahr gegen Arsenal im Rückspiel. Gegen die ganz großen Teams war man nämlich 180 Minuten voll da.

    • SP schreibt:

      @DasDing: Ich stimme dir eigentlich auch überall zu, vor allem bei Barcelona und Paris als Wunschgegner für Halb- und Viertelfinale (falls es ein Halbfinale mit uns gibt natürlich).
      Einziger Gegner, den ich anders sehe ist Real. Du sprichst an, dass Real als einer der absoluten Titelfavoriten angesehen werden. In dem Punkt bin ich auch skeptisch, jedoch sind sie wegen der individuellen Klasse und weil außer Ronaldo (und Benzema und Bale, aber bei denen nicht so extrem, gegen Bayern würden die vermutlich mitverteidigen) die Mannschaft gut funktioniert und zusammen spielt mMn einer der Mitfavoriten.
      Gegen Bayern schätzt ich sie dennoch als schwersten Gegner ein, auch wenn sie mMn nicht die zweitstärkst/stärkste Mannschaft in Europa sind. Dies tue ich wegen ihrer Spielweise und wegen den zockenden 3 Stürmern Ronaldo, Benzema und Bale. Diese sind nämlich individuell einfach hochklassig, vor allem bei Kontern und mit dieser Spielweise haben sie gegen uns gute Chancen, gerade bei unserer Konterschwäche. Interessant zu sehen wäre es aber auf jeden Fall, wie Guardiola damit umgeht.
      Aus diesem Grund hier die Konstellation bei einer möglichen Finalteilnahme, die ich spielerisch am interessantesten fände:
      VF: PSG; HF: Barca; Finale: Real (auch wenn Real im Halbfinale für uns über 180 Minuten vermutlich einfacher wäre.)

      • DasDing schreibt:

        @SP: Klar ist die individuelle Klasse von Ronaldo/Bale/Benzema ein Faustpfand und das „Zocken“ bringt zusätzliche Torgefahr, doch es gibt gute Gründe anzunehmen, dass diese Strategie gegen eine kombinationsstarke Topmannschaft eher schadet als nützt. Bayern hat in diesem Jahr in jedem Pflichtspiel mindestens einen Treffer erzielt, selbst mit 10 Mann sehr tief hinten drin stehende Gegner wurden irgendwann stets geknackt. Mittlerweile ist die Mannschaft wirklich stark darin geworden, den Ball im letzten Spielfelddrittel zu halten und geduldig auf eine Lücke im Abwehrverbund zu warten; auch die Effektivität hat sich erkennbar gebessert. Ein Defensivverbund, in welchem sich letzlich nur sieben Leute beteiligen ist da ein gefundenes Fressen. Sicher wird man die Konter nicht ganz ausschalten können und Real dürfte darüber auch zum Torerfolg kommen, aber das nützt ihnen nichts wenn sie gleichzeitig 2-3 Treffer kassieren.

        Natürlich hängt aber auch vieles davon ab, inwieweit sich die Schwächen der Bayern bei Kontern überdecken lassen. Gelingt es, Konterversuche idR im Keim zu ersticken (bevor Ronaldo und Bale Tempo aufnehmen können), geht die oben beschriebene Rechnung voll auf. Ist man jedoch nicht Konsequent genung im Herausrücken oder nicht koordiniert genug im defensiven Stellungsspiel, kann man natürlich auch ins Schwimmen geraten. Es wäre vermessen, Real als leichten Gegner darzustellen, und das liegt auch nicht in meiner Absicht. Allerdings bin ich der Meinung, dass man aufgrund der zum Teil doch eklatanten defensiv-/kollektivtaktischen Schwächen dieses Teams weniger Probleme mit ihnen hätte als beispielsweise mit Chelsea.

      • Bazi78 schreibt:

        @ DasDing und SP
        Glaubt ihr das man die Konteranfälligkeit unter Guardiola überhaupt abstellen kann? Seine Spielphilosophie hat doch einfach mehr Risiken.Es gibt meist nur einen 6er und die Innenverteidiger müssen herausrücken ohne gegenseitige Absicherung.Die ganze Viererkette steht auch höher als unter Jupp.Das Pressing bei Pep ist auch eher ein Angriffspressing.Das sind für mich alles Dinge die das ganze System konteranfälliger machen als letztes Jahr…

      • SP schreibt:

        @DasDing: Ich habe ein bisschen das Problem, dass ich Chelsea und Real nicht so häufig gesehen habe und kann daher leider nur mit Punkten kommen, die ich in den wenigen Spielen sehen konnte, oder die ich gelesen habe. Daher kann ich mich auch gut irren. Wir sind uns aber insgesamt denke ich einig, dass diese beiden die härtesten Gegner wären. (Zu dem Punkt wegen sieben Mann, die verteidigen. Stimmt, aber wenn Ronaldo zumindest ansatzweise was macht und Bale+Benzema gut mit hintergehen, was ich bei einem Zusammentreffen mit Bayern vermute, wird es dennoch nicht wirklich viel leichter, als gegen Chelsea. Ist aber wie gesagt einfach auch sehr stark abhängig davon, wie diese drei Personen das angehen, kann ich also nicht sicher wissen) Zudem glaube ich auch, dass wir Real (und auch Chelsea) gut schlagen und in den Griff bekommen könnten. Wie ich ja auch später andeute sehe ich für uns die größte Gefahr, sollten wir im Finale auf sie treffen, da dort einfach 2-3 Konter ausreichen und wir könnten diese kleinen Fehler kaum mehr aufholen. Über 180 Minuten ist unser System vermutlich besser, da es stabiler ist und nicht ganz so sehr von Tagesform und Gegner.

        @Bazi78: Ich glaube in dem Zusammenhang wäre es wichtig, dass die offensiven Akteure zwar auf der Stelle ins Gegenpressing gehen, die defensiven Spieler dagegen in deutlich tieferer Position absichern. Wenn dadurch die Offensiven ein paar Sekunden mehr Zeit schaffen, dann stehen wir schon wieder sicher hinten. Das heißt, ich denke wir können es in den Griff bekommen und müssen dafür vor allem weiter das frühe Pressing üben. Das hilft uns ja dann nicht mal nur gegen Konter sondern zusätzlich auch gegen jede andere Mannschaft. Darauf würde ich also im Training jetzt vor allem Wert legen. Ich habe aber in letzter Zeit auch das Gefühl, dass das auch getan wird. (Es gibt ja nun wirklich nicht mehr so viele Konter, in die wir reinlaufen und das Gegenpressing wird auch relativ gut.)

      • DasDing schreibt:

        @SP: So regelmäßig sehe ich Chelsea ebenfalls nicht, aber das, was ich aus der PL mitbekomme sieht schon wirklich stark aus bzw. liest sich stark. Und auch im Supercup fand ich sie beeindruckend, va in der Anfangsphase. Bei Real ist es zwar so, dass sie in der heimischen Liga und auch der CL einige spektakuläre Auftritte hatten. Sobald es aber gegen starke Gegner ging, sah es nicht mehr so rosig aus. Gegen Athletico stehen in der Liga ein Unentschieden (2:2) und eine Niederlage (0:1) zu buche, gegen Barca bislang eine Niederlage (1:2). Das bestätigt tendenziell die Vermutung, dass sie auf höchstem Niveau nicht so stark sind, wie man meinen könnte, wenn man sie gegen Teams wie Schalke oder Galatasaray sieht. Ich denke daher auch nicht, dass sie nach Chelsea der zweitstärkste Gegner sind – Barca und auch Paris würde ich zumindest über 180 Minuten als schwerer einschätzen. Gegen Real muss man halt einfach die Konter in den Griff bekommen. Das ist zwar schwer, aber wenn man es schafft, erledigt sich der Rest vermutlich von selbst. So einfach geht es gegen PSG oder Barca nicht.

        @ Bazi78: Bislang ist über die Saison hinweg ja eine relativ kontinuierliche Steigerung beim Verhindern von Kontern zu beobachten, und ich denke, dass sich das fortsetzen kann. Peps System war am Anfang ungewohnt, ist aber vom Grundsatz her mMn durchaus auch in der Defensive effektiv. Mit der Zeit verbessert sich das Timing beim Herausrücken der IVs sowie die Abstimmung/Absicherung des Gegenpressings immer mehr, zudem ist jetzt Martinez, der Weltklasse im Antizipieren gegnerischer Angriffe ist. eine ernsthafte Option für die IV. Diese Faktoren sind wohl allesamt hilfreich…die Sicherheit des letzten Jahres wird man wohl nicht ganz erreichen können, da das damalige System in diesem Bereich einfach mehr hergab. Aber insgesamt kann man wohl einen mehr als zufriedenstellenden Zustand herstellen (wenn auch vll erst im nächsten Jahr).

      • SP schreibt:

        Danke, damit hast du mich ziemlich überzeugt. Ich habe zwar immer noch Angst vor Real, da Barca und Atletico einfach nicht so dominant spielen und so hoch stehen, wie wir (und mit Busquets ist ja bei Barca die Absicherung durch den Sechser auch nicht so schlecht), aber Chelsea könnte wohl wirklich der schlimmere Gegner sein.

    • anandvishwanathan schreibt:

      @DasDing
      Zum Thema Real:
      1. Alonso ist zurück und stabilisiert das Team ungemein. Zudem kann er lange Pässe direkt auf die Spitzen spielen und bringt gefährliche Standards vors Tor. Alonso ist ein absoluter Keyplayer bei Real.
      2. Auch Varane ist wieder zurück auf dem Weg ins Team. Was er zu leisten imstande ist haben wir in der letzten Saison speziell in den Begegnungen mit Barca gesehen. Ancelotti nennt ihn nicht umsonst einen Verteidiger der zu einem der Weltbesten werden kann- Ancelotti ist Italiener und weiß mit dem Namen Maldidni etwas anzufangen.
      3. Stehen also Pepe + Varane in der IV dann kann Ramos auf RV ausweichen. Ob Arbeloa in dieser Saisoin noch zurückkommt bleibt abzuwarten. Bliebe dann noch die LV Position auf der Marcelo oder Coentrao zum Einsatz kommen.
      Carvajal hat sich auf der RV Position ebenfalls enorm gesteigert.
      4. Pass mal auf wie die BBC Connexion ( Bale- Benz- Christiano ) zum Verteidigen flitzt wenn es gegen die großen Bayern geht.
      5. Casillas hat in der gesamten CL wie Copa erst ein einziges Tor kassiert ( den Missile vom Hunter ). Genauso ist SPA in den letzten Jahren 2x EM + 1x WM Sieger geworden.

      Fazit: Es geht also darum möglichst viel pressure + pressing auf Modric + Alonso auszuüben damit Real nicht ins Spiel kommt. Aber exakt dessen ist Carletto sich sehr bewusst.
      Natürlich können wir ein topbesetztes Real mit einer Topleistung schlagen. Das Real in dieser Saison tritt als Einheit auf- Ancelotti hat bereits eine Toparbeit geleistet.

  5. chicago_bastard schreibt:

    Die positive Einschätzung dieses Spiels kann ich gar nicht teilen. Ich bin von Peps Entscheidungen in den Top-Spielen der CL, abgesehen vom Spiel bei City, regelrecht enttäuscht. Wie er nach dem Hinspiel, in dem Mandzukic mit 11 Ballkontakten im gesamten Spiel komplett abgemeldet war, erneut auf die Idee kommt ihn gegen die kopfballstarke, aber am Boden unbewegliche Innenverteidigung Arsenals zu bringen versteh ich einfach nicht, Ein Müller, der zudem in toller Form ist, hätte Merte und Koscielny sicher eher vor Probleme gestellt. Auch den seit Wochen durchhängenden Götze statt Kroos aufzustellen erscheint mir fragwürdig. Und zu guter letzt mit Boateng den einzigen wirklich schnellen Innenverteidiger draußen zu lassen, obwohl Arsenal gerade durch schnelle Leute wie Oxlade-Chamberlain und Poldi gefährlich ist…

    Letzlich muss man festhalten, dass man gegen Arsenal, die ich selbst in Topbesetzung nicht zu den absoluten Topteams in der CL zählen würde, mit 11 gegen 11 nur 1:1 gespielt hat und das, obwohl bei denen absolute Schlüsselspieler wie Ramsey und Walcott in beiden Spielen sowie heute zudem noch Wilshere und beide Linksverteidiger ausfielen. Die einzige Hoffnung die ich aus diesem Spiel ziehe ist es als gutes Omen zu sehen, weil es vor einem Jahr ähnlich war.

    • derbayernblog schreibt:

      Das ist mir persönlich ein wenig arg kritisch. Bayern hat dieses Spiel nach Belieben beherrscht – gegen einen Gegner, der eigentlich kommen musste. Dass die letzte Konsequenz gefehlt hat mag sein. Dennoch dominiert Bayern hier einen legitimen Titelkandidaten der Premier League. Enttäuscht war ich jedenfalls nicht vom Auftritt.

      • chicago_bastard schreibt:

        Ja, so direkt nach dem Spiel überwog die Enttäuschung, inzwischen seh ich es auch nicht mehr ganz so kritisch. Es stimmt ja, dass man abgesehen vom Gegentor eigentlich keine einzige gute Torchance von Arsenal zugelassen hat aber irgendwie fand ich die Phase direkt nach dem Ausgleich sehr unruhig und unstrukturiert, als hätte dieses Gegentor die Bayernspieler stark verunsichert. Das hat sich nach 10 Minuten wieder gelegt aber wäre Arsenal irgendwie in Führung gegangen hätte ich das Schlimmste befürchtet.

  6. moritzinkasachstan schreibt:

    Dass es bis zum Schluss kribbelig geblieben ist kann ich nur unterschreiben. Auch wenn es dafür kaum Gründe gab.

    Eine gute Vorstellung, den FC Arsenal so zu beherrschen ist schon beeindruckend. Natürlich hat teilweise die 100% tige Giftigkeit gefehlt aber vom Prinzip hat es gepasst.

    Wer mir gut gefallen hat, war wieder mL Martínez. Nach dem Thiago Transfer hatte ich ein wenig Angst um seinen Status, wohl unbegründet. Das schnelle Herausbrechen aus der Vierer-Kette um gefährliche Aktionen im Keim zu ersticken, sehr gut.

    Dass Müller auf der Bank saß habe ich nicht so richtig verstanden. Reine Spekulation aber ich glaube, Götze hätte von Müller profitiert. So war es ein schwaches Spiel von Götze, man kann ihm das aber nachsehen und sollte ihn nicht runterschreiben. Pep wird ihm schon Feuer machen.

    Für das VF wäre natürlich Piräus am einfachsten, allerdings glaube ich an die Titelverteidigung und da muss nun einfach jeder geschlagen werden. (Ebenfalls 3€ ins Phrasenschwein)

    Verzeiht mir den langen Beitrag;-)

  7. förbay schreibt:

    Mir ist auch das Gegenpressing aufgefallen. Habe diese Saison noch kein besseres gesehen. Super! Insgesamt natürlich schade, dass nicht mehr Tore gefallen sind und Bayern nicht siegen konnte, aber gerade in Halbzeit zwei war der Hunger wohl nicht mehr zu 100% da.

    Allerdings glaube ich auch, dass in der letzten halben Stunde tatsächlich die Kräfte etwas nachließen, woraus sich auch die erhöhte Fehlerquote erklärt. Gegenpressing ist eben anstrengender als nur reine Ballzirkulation.

    Das Ergebnis spiegelt die taktische Konstellation recht gut wieder: Bayern wollte zeigen, wo der Hammer hängt, und einen Sieg einfahren; entsprechend wurde viel in die Offensive investiert. Arsenal wollte sich nicht durch den Fleischwolf drehen lassen und fokussierte sich auf defensive Stabilität, mit der gleichzeitigen Hoffnung auf den einen glücklichen Offensivmoment. Letztendlich neutralisierten sich so beide Teams.

    Andererseits ist das Ergebnis aus Sicht von Arsenal schon ziemlich glücklich. Podolski’s Tor war zwar cool geschossen, aber der Einsatz gegen Lahm war foul (auch wenn man sich wünschen würde, dass Lahm sich nicht öfter so leicht weghauen läßt). Und die Bayern hatten einige gute Torchancen, aus denen an anderen Tagen wohl 1-2 Tore entstehen würden.

    Von Guardiola war ich etwas enttäuscht. Er schickte gleich zu Beginn eine Traumelf auf den Platz und konnte später eigentlich nicht mehr nachlegen. Auch taktische Anpassungen sind mir nicht aufgefallen. Ich habe das Gefühl, dass ihm zu Arsenal kein Plan B einfallen wollte, dementsprechend blieb es dann auch bei den zwei (vergleichsweise späten) Wechseln. Ich würde mir selbst in solchen Topspielen mehr Mut wünschen. Gerade die Anpassungen waren bisher der Schlüssel zum Erfolg; ich hoffe, Arsenal war hier einfach eine Ausnahme.

    Weiterer Minuspunkt: Die Elfmeter. Es ist K.O.-Phase in der Champion League! Die Dinger sollten wieder selbstverständlicher reingehen.

  8. Ryukyu schreibt:

    Ich fand die Leistung gestern sehr gut, bis auf die fehlende Konsequenz vor dem Tor. Arsenal fand ich völlig enttäuschend und eines Titelanwärters in der PL beinahe unwürdig. Die kamen ja noch nicht mal nach dem 1:1 richtig. Dazu gab es sehr häufig leichte und unnötige Fehler. Die wenigen Male wo Arsenal Raum hatte, haben sie einfach Bälle falsch oder schlecht gespielt. Aus dem Spiel heraus gab es bis zum 1:1 – dem auch noch ein klares Foulspiel vorausging – keine einzige Torchance, nicht mal einen wirklichen Torabschluss. In meinen Augen war das ein richtiger Klassenunterschied. Technisch, taktisch, spielerisch.

    Trotzdem habe ich bis zum Schluss gezittert. Ich hatte überhaupt kein gutes Gefühl nach dem 1:1. Denn Bayern schien wirklich ein wenig die Kraft auszugehen, nach der überragenden ersten HZ. Es gab gerade in den letzten 30 Minuten ungewohnt viele und leichte Abspielfehler. Was mich gestern sehr gestört hat, war die zu verspielte Spielweise und die fehlende Konsequenz beim letzten Pass. Man muss wirklich nicht jeden Ball ins Tor tragen. Bis zum 16er sah das sehr gut aus, der letzte Pass kam aber einfach fast nie.

    Die Spielweise von Arsenal gestern hat mich auch in meiner Meinung bestärkt, wie man gegen Bayern bestehen kann. Tief stehen, die Bälle in den Rücken der Abwehr gut verteidigen und nach vorne mit schnellen aber entschlossen Angriffen auf den Lucky Punch setzen. Arsenal hat dafür die technische Qualität gefehlt und auch ein vernünftiger Stürmer (Giroud fand ich gestern desolat). Damit bin ich dann auch schon bei den Gegnern für das Halbfinale. Atletico möchte ich tunlichst vermeiden, die besitzen alle Anlagen, um Bayern das Spiel schwer zu machen und sind leider auch viel ballsicherer und zielstrebiger als Arsenal. Real wäre für mich sportlich das reizvollste Los, weil ich es hier spannend fände, welches System sich durchsetzt. Real hat sich stark verbessert defensiv, ist aber auch eher viel Ballbesitz gewohnt. Dennoch können sie extrem gut kontern. Chelsea bräuchte ich auch nicht unbedingt. Viel bleibt da nicht mehr übrig.. ich hätte auch am liebsten Piräus.

    Ach ja, eine Anmerkung noch. Martinez fand ich gestern ebenfalls überragend! Das freut mich sehr, dass er so gut in der IV zurecht kommt!!

  9. Tery Whenett schreibt:

    Danke für die Einschätzung, konnte das Spiel leider nicht sehen. Interessieren würde mich, warum Boateng nur auf der Bank saß – in einem solchen Spiel schont man ja in der Regel nicht seinen besten Innenverteidiger. Hatte das taktische Gründe? Oder ist es einfach nur so, dass die Fülle an Weltklassespielern nun auch in der Defensive dazu führt, dass Spieler fast „grundlos“ draußen sitzen – wie es im Mittelfeld/Angriff ja immer ist?

    • chicago_bastard schreibt:

      Die einzige plausible Erklärung die mir einfällt ist, dass Pep eventuell Standardsituationen als größte Gefahr ansah, mit Merte und Koscielny hat Arsenal bei Eckbällen ja immer zwei richtig kopfballstarke Spieler mit vorne, letztes Jahr kassierten wir das 0:2 ja auch auf diese Weise. Martinez und Dante sind im Kopfballspiel etwas stärker als Boateng, daher war das vielleicht Peps Gedanke.

      • Ryukyu schreibt:

        Das ist ein guter Punkt, zumal Arsenal ja tatsächlich fast nur durch Standards zu Torabschlüssen gekommen ist. Wenn man die denn so nennen möchte..

      • förbay schreibt:

        Ist Boateng kopfballschwächer als Martinez?? Gerade bei Standards kann ich den Punkt überhaupt nicht nachvollziehen. Ich denke eher, Guardiola wollte mit ALLEN Mitteln Ballbesitz herstellen. Meine mich daran zu erinnern dass er nach dem Hinspiel den mangelnden Ballbesitz kritisiert hat. Ich persönlich fand Martinez nicht so überragend, aber vielleicht hat mir da gestern auch einfach das Auge für gefehlt. Rein defensiv würde ich Boateng klar stärker einschätzen. Wie auch immer, im nächsten Spiel wird die IV dann wohl sowieso Boateng/Martinez heißen. Interessant, denn das könnte langfristig die Standard IV werden!

      • chicago_bastard schreibt:

        Martinez ist ein Kopfball-Monster, der hat in der Disziplin schon Vorteile gegenüber Boateng. Das Ballbesitzargument finde ich hingegen nicht ganz schlüssig. Diese Saison ist Dante für mich der größere Risikofaktor in der Spieleröffnung gegenüber Boateng, daher hätte Pep eigentlich Martinez und Boateng aufstellen müssen wenn es ihm bei der Besetzung der Innenverteidigung wirklich um Ballbesitz ging.

  10. Pingback: #Link11: Nach Stadelheim im Bus | Fokus Fussball

  11. florentine schreibt:

    Hmmm, ich fand das war gestern ein Routine-Job, mehr nicht. Schweini, Dante, Martinez sind mir zusammen hinten bei Kontern oft zu tranig und zu langsam. Schweinsteiger ist mir nicht pressingresistent genug und Dante kommt auch immer ins Schwimmen, wenn er angelaufen wird und das Spiel eröffnen soll. Alaba musste da auch zwei, dreimal in höchster Not retten. Bei Dante warte ich auch schon immer drauf, dass er mal wieder dämlich in einen (oft unnötig komplizierten) Zweikampf geht, da gibts dann oft gleich Karten.
    Ribery auch noch nicht wirklich da und Lahm – na ja, er hat sich bei dem Schubser von Poldi auch gleich hingeworfen und auf den Pfiff gehofft. Generell setzt er aus dem Mittelefeld heraus mehr Impulse.

  12. Johannes schreibt:

    Ich fands gestern richtig Klasse wie man Arsenal an der langen Leine gehalten hat.Auch wenn ich bissl enttäuscht von Arsenal war aber die Taktik in der 1.Hz kräfte zu sparen um später nochmal zulegen zu können war vielleicht nicht ganz verkehrt.Aber für den Fan der sich diebisch auf die CL freut da die Bundesliga doch ein wenig langweilt natürlich kein Kracher.Trotzdem absolut überragend gemacht man konnte gut sehen wie Arsenal ohne Ball leidet dass sind sie In der Premier League nicht gewohnt.

    Schweinsteigers Meilenstein?!
    Find ich ein bisschen überspitzt das Spiel gestern war für mich absolut kein Gradmesser.Nicht das ich die Leistung schlechtreden möchte aber gestern musste echt niemand an die Grenze gehen.

  13. anandvishwanathan schreibt:

    1. Ein undankbares Spiel. Man führt 2:0 und der Gegner parkt über 80 Minuten ( Ausnahem das Pressing jeweils in den ersten 5 Minuten der beiden Hz. sowie nach dem Gegentor ). den Bus.
    Ein absolut durchschnittliches CL Spiel mit wenig Tempo.
    2. Klar hat Wenger diesmal Pep mit der Taktik überrascht. Pep ging von aggressivem Pressing durch Arsenal in den ersten 15 Minuten aus und hatte die Gegenpressing+ Ballbesitz + schnelles Spiel nach Vorne ausgegeben.
    3. Arsenal hat viel zu wenig investiert. Man hoffte auf den lucky punch ( Standards ) und wollte im Falle eines Führungstores dann Vollgas geben. Wenger hat sich an Chelsea 2012 CL Finale gegen die Bayern und Atletrico Madrid ( immer wieder in der Lage Barca oder auch Real Punkte abzunehmen ) orientiert
    4. Atletico Madrid spielt dieses 5-4-1 ( situativ auch 4-5-1, 4-4-1-1 oder 4-4-2 ) deutlich effektiver und hat in Diego Costa / Villa auch die Mittel um das Spiel zu killen. Zudem ist das Pressing / Ggeenpressing mit den enorm athletischen Spielern sehr effektiv. Atletico wäre ein sehr unangenehmer Gegener für die Bayern. Da kann man sich die Zähne dran ausbeißen.
    5. Beide Teams hatten nicht genügend im Tank um ein hochklassiges + tempogeladenes Match zu kreieren. Die einzigen wirklich frischen Spieler bei den Bayern waren Alaba und Thiago. Alaba hat seine weitestgehend freie Rolle gut interpretiert und fand sich häufig im MF wieder.
    6. Den 11m kann und sollte man besser schießen. Ein Kann 11m den man nicht unbedingt geben muss.
    Sehe es auch so dass jermand mit einer Schusstechnik wie Toni Kroos der hohe Gehaltsansprüche stellt dann auch nach entsprechndem Training die 11m Verantwortung neben BS31, Müller, Rib + Rob, Lahm und Alaba übernehmen könnte.
    7. Der Spielaufbau über die hoch stehende IV klappte nicht wie gewünscht- zu wenige spielerische Lösungen. Die hohen Bälle auf Mandschu mit Ablage auf die nachrückenden Rib + Rob u. a. klappte gut. Das selbe Mittel bei Arsenal mit Bällen auf Giroud war kläglich, oder sagen wir dass Dante + Martinez die Luftkämpfe gewinnen konnten.
    8. Arsenal hatte nicht die Mittel um ein 75-80 % iges Bayern ernsthaft in Gefahr zu bringen. Letztendlich ist Arsenal in beiden Spielen Rückständen hinterhergelaufen und wurde dabei noch von Moen begünstigt.
    9. Der Kaiser hat völlig recht: die Effektivität des Tiki Taka ist letztendlich der Maßstab. Ballbesitz + Schönspielen entscheiden nun mal keine Matches.
    10. Gegen ein tief stehendes Team ist ein schneller Umschaltspieler wie Götze deutlich in seiner Wirkung eingeschränkt. Möglicherweise ein wesentlicher Grund dafür dass Wenger sich für eine Defensivtaktik entschieden hat.
    Götzes Pendant bei Arsenal namens Özil hat zuletzt im April 2012 ( beim 2.1 von Real im Camp Nou ) in einem großen Match gelänzt.
    11. Arteta hat Arsenal stabiler gemacht. Kaum war er draußen da kamen die Bayern auch schnell und problemlos durch das MF. Die letzte Konsequenz im Sturm ( Mandschu, Rib + Rob ) hat jedoch gefehlt.

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