VfB Stuttgart – FC Bayern 1:2 (1:0)

VfB Stuttgart Ulreich – Sakai (65. Boka), Schwaab, Rüdiger, Rausch – Khedira, Leitner – Harnik, Werner (86. Traoré) – Abdellaoue (90. Sararer), Ibisevic
Ersatz Kirschbaum, Niedermeier, Yalcin, Maxim
FC Bayern Neuer – Rafinha, Boateng, Dante, Alaba – Lahm – Müller, Thiago, Kroos (59. Mandzukic), Shaqiri (59. Pizarro) – Götze (88. Contento)
Ersatz Starke, Hojbjerg, Sallahi, Weiser
Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer 60.449 (ausverkauft)
Tore 1:0 Ibisevic (29.), 1:1 Pizarro (76.), 1:2 Thiago (90.+3)
Gelbe Karten Leitner, Rüdiger, Sakai, Boka, Harnik / Kroos, Dante, Boateng

Huuuuuuiiiiiiii!

Falls ihr es verpasst habt: Ein waagerecht in der Luft liegender Thiago Alcantara entscheidet ein aufregendes und abwechslungsreiches Spiel in der 92. Minute zu Gunsten des FC Bayern. Ich muss zugeben, dass ich mich schon ein wenig mit einem Unentschieden angefreundet hatte – wegen der Signalwirkung für die kommenden Wochen und weil so ein paar Warnschüsse zum Jahresbeginn vielleicht gar nicht so schlecht sind. Thiago hatte offensichtlich einen anderen Plan und hämmerte eine ebenso tolle Flanke von Rafinha mit einem sehenswerten Seitfallzieher in die Maschen. Es war ein glücklicher Sieg für eine Bayern-Mannschaft, die 60. Minuten brauchte, um einen Plan für dieses Spiel zu entwickeln.

Bayern begann mit der gleichen Formation wie gegen Mönchengladbach und hatte von Beginn an Probleme mit der physischen Spielweise der Gastgeber. Stuttgart hatte in der ersten Hälfte eindeutig die besseren Möglichkeiten, bekam einen möglichen Strafstoß verwehrt und traf in der 29. Minute zum zu diesem Zeitpunkt verdienten 1:0. Ibisevic stand nach einem (aus Abseitsposition) abgefälschtem Ball frei vor Neuer und traf eiskalt. Bayern auch in der Folge nur mit vereinzelten Chancen – meist aus der Distanz. Guardiola hatte nach 60 Minuten genug und brachte Pizarro und Mandzukic für die insgesamt enttäuschenden Kroos und Shaqiri. Bayerns Spiel war nun schlagartig verändert. Schon vor Pizarros 1:1 nach Thiagos Freistoß-Flanke in der 76. erspielten sich die Münchener gute Szenen im Strafraum. Zwar gingen die Gäste in der Folge nicht mit der allerletzten Entschlossenheit auf Sieg, am Ende reichte aber der Geniestreich von Thiago zum sicher glücklichen 2:1-Erfolg.

3 Dinge, die auffielen:

1. Bayerns Probleme mit Stuttgarts flacher 4

Viele Teams sind auf der Suche nach einem Mittel gegen Bayerns Kombinationsfeuerwerk im Zentrum. Stuttgart schien am gestrigen Abend zumindest in den ersten 60. Minuten etwas gefunden zu haben. Der VfB agiert unter Trainer Schneider in einem konservativen 4-4-2 mit flacher 4 im Mittelfeld – ein System, das der Guardiola-Elf nicht gerade entgegen kam. Die meisten Gegner agieren gegen die Münchener mit einem gestaffelten Mittelfeld – entweder im 4-2-3-1 oder im 4-1-4-1. Bayern versteht es normalerweise exzellent die Halbräume zwischen oder im Rücken der beiden Mittelfeld-Reihen zu nutzen. Weil sowohl die Abwehr als auch das Mittelfeld der Stuttgarter in engen Abständen auf einer Linie agierte, gab es dieses Halb- und Zwischenräume im Zentrum am Mittwoch-Abend so gut wie gar nicht. Gerade Khedira zeigte im Zentrum eine exzellente Partie und setzte dem Bayern-Mittelfeld genau wie Leitner mit robuster Spielweise zu. Abdellaoue hatte derweil die Aufgabe den ballführenden Spieler bis tief in die eigene Hälfte hinein zu verfolgen und zusätzlichen Druck aufzubauen.

Ein klassisches Mittel gegen ein solches System ist das Flügelspiel, da es mit einer flachen 4 schwieriger ist auf dem Flügel zu doppeln oder zu trippeln. Bayern nutzte diese Variante einige Male, um die Stuttgarter Ketten weiter nach hinten zu zwingen. Ohne echte Anspielstation im Zentrum verpufften diese Versuche jedoch mehrfach, da Bayern selbst wenn es die Grundlinie erreichte eher wieder zurück kombinierte, weil wie gesagt die Anspielstationen fehlten. Stuttgart gelang es so gerade in der ersten Hälfte das Kombinationsspiel der Münchener weit vom eigenen Tor fern zu halten. Bayern spielte trotz der deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte insgesamt nur 146 erfolgreiche Pässe im Angriffsdrittel. Gegen Mönchengladbach waren es noch über 190. Was zunächst blieb waren ein paar gefährliche Fernschüsse – trotzdem war Bayerns fehlender Zug zum Tor und die generell fehlende Torgefahr in den ersten 60 Minuten alamierend.

2. Guardiolas Systemumstellung verändert das Spiel

Es ist Pep Guardiola einmal mehr nicht hoch genug anzurechnen, dass er mit seinem Doppelwechsel und einer Systemveränderung in der 60. Minute uneitel genug war einzugestehen, dass sein ursprünglicher Plan für dieses Spiel gescheitert ist. Mit Lahm (1.70), Shaqiri (1.70), Thiago (1.72), Kroos (1.80) und Götze (1.71) setzte Guardiola erneut auf Small-Ball und eine radikale Ausrichtung aufs Kurzpassspiel. Unter Heynckes hatte der FC Bayern verschiedene Möglichkeiten ein Spiel zu dominieren. Über physische Präsenz im Zentrum (Martínez!), über schnelles Umschalten, über Einzelaktionen auf den Flügeln, über Flanken in den Strafraum und über schnelle Kombinationen durchs Zentrum. In den ersten 60 Minuten gegen Stuttgart schien es so, dass diese Optionen aus dem Vorjahr zusammengeschrumpft sind. Physisch waren die Münchener im Zentrum deutlich unterlegen. Schnelles Umschalten nach Ballgewinn ist unter Guardiola nur partiell gefragt. Einzelaktionen auf den Flügeln verpufften ohne die individuelle Klasse von Ribéry und Robben und Flanken waren ohne Zielspieler im Strafraum völlig wirkungslos. Was blieb waren die schnellen Kombinationen durch das Zentrum, die Stuttgart jedoch wie in Punkt 1 beschrieben exzellent verteidigte. Die Einwechslungen von Pizarro und Mandzukic waren auch insofern das Eingeständnis, dass es alternative Angriffsoptionen braucht.

Bayerns-Spiel änderte sich durch den Wechsel schlagartig. Bayern kreierte schon vor dem Ausgleich 4 gefährliche Abschlüsse im Strafraum (Pizarro 61., Thiago 71. Götze 74., Müller 74.), weil nun nicht mehr Götze gegen zwei Innenverteidiger agierte, sondern Mandzukic und Pizarro abwechselnd oder gleichzeitig in die Spitze vorstießen und für Gefahr sorgten. Bis zum Doppel-Wechsel in der 60. Minute schlugen die Münchener insgesamt 5 Flanken. In den Folgenden 30 Minuten kamen 7 dazu. Zwei dieser Flanken führten zu den beiden Toren. All das war kein Zufall, sondern Folge der Systemumstellung. Einmal mehr veränderte Guardiola somit durch Anpassungen ein Spiel. Die ersten 60 Minuten und das bis dato schwache Münchener Offensivspiel, sollte der Katalane dennoch genau analysieren und seine Schlüsse ziehen.

3. Thiagos Geniestreich

Was für ein Treffer des spanischen Nationalspielers in der Nachspielzeit. Wie viel ihm sein erster Bundesliga-Treffer im Bayern-Dress bedeutete, sah man nach dem Schlusspfiff. Seine kindliche Freude über den Treffer war mitreißend – anders als sein Spiel über weite Strecken zuvor. So ein wenig ist Thiago immer noch auf der Suche nach seiner Rolle beim FC Bayern. Trotz 89 Prozent Passquote und den meisten Ballkontakten aller Feldspieler (119) gelang es Thiago über weite Strecken nicht dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Einige haarsträubende Fehlpässe und der mangelnde Zug zum Tor waren vor allem in der Anfangsphase die auffälligsten Dinge in seinem Spiel. Ich schrieb es bereits vor Wochen einmal. Thiago muss torgefährlicher werden wenn er für Bayern richtig wertvoll werden will. Gegen Stuttgart berührte er einige Male ca. 16-20 Meter vor dem Tor den Ball ohne überhaupt in Richtung Tor zu schauen oder eine Abschlussituation zu kreieren. Manchmal hemmt den 22-Jährigen der unbedingte Wille zum sicheren Kurzpass.

Als Guardiola in der 60. Minute 2x wechselte war ich mir recht sicher, dass Thiagos 6 aufleuchten wird. Bis dahin gehörte er zu den schwächsten Münchenern. Umso mehr macht es Mut, dass der Mittelfeldspieler in den folgenden 30 Minuten genau die Torgefahr austrahlte, die viele von ihm erwarten. Er vergab in der 71. Minute eine Riesenchance als er an Ullreich scheiterte. Er bereitete das 1:0 mit einem Freistoß vor und zeigte dann mit dem 2:1 seine technischen Fähigkeiten auch im Abschluss. Der Thiago der letzten halben Stunde ist der Thiago, den Guardiola meinte, als er vor einigen Monaten mit Blick auf mögliche Transfers sagte „Thiago oder nix.“ Diesen Thiago braucht der FC Bayern in den kommenden Monaten.

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25 Antworten zu VfB Stuttgart – FC Bayern 1:2 (1:0)

  1. florentine schreibt:

    „Senkrecht in der Luft liegend?“ – OK, das nur nebenbei. 🙂 An der mangelnden Zielstebigleit zum Abschluss, daran muss halt noch gearbeitet werden, keine Frage. In der Mitte fehlt ein Abnehmer, wie es Gomez war und Mandzu es jetzt ist, das sehe ich genau so. Und Dante kann wohl nicht 90 Minuten am Stück focussiert bleiben, seine Spielweise bekommt ja fast Demichelis´sche Züge …
    Gefällt mir leider überhaupt nicht.
    Martinez/Schweinsteiger waren letzte Saison im Defensiv-Verbund das Backbone. Das fiel diese Saison bis jetzt fasr komplett aus, das darf man auch nicht vergessen. Wir haben dafür mit Götze/Thiago aber mehr Überraschungsmoment bekommen, das gleichts ein bischen aus. Und ohne Ribery, Robben, Schweini und Martinez das noch gewuppt zu haben, war gestern eine Frage des Willens. 11 Punkte Vorsprung, unentschieden, lasst uns das nach Hause schaukeln. Nein, sie wollten es noch umdrehen. Und das hat auch nichts mit Dusel zu tun. Glück ja, aber kein Zufall.

  2. Ryukyu schreibt:

    Brrrr.. grausames Spiel. Für mich war das eine der schwächsten Partien der letzten 1,5 Jahre. Besonders erschreckend fand ich die fehlende Laufbereitschaft ohne Ball. So etwas kennt man gar nicht mehr von der Mannschaft.

    Für Guardiola bleibt mir dieses Mal auch kein Lob über. Ich fand die Wechsel viel zu spät (dann aber immerhin konsequent). Vermutlich hat es ihn wirklich viel Überwindung gekostet, anders ist die späte Reaktion kaum zu erklären. Shaquiri hat seine Chance in den letzten 2 Spielen überhaupt nicht genutzt, er ist vor allem auf der Außenbahn völlig überfordert, wobei er auch gestern von Alaba zu wenig Unterstützung bekam. Mich regt die falsche 9 mittlerweile richtig auf, erst Recht wenn Ribery und Robben fehlen. Du hast es wunderbar beschrieben, man kastriert sich seiner eigenen Stärken und Möglichkeiten.

    Froh bin ich über deine Bewertung zu Thiago. Mir gehen die unterwürfigen Kommentare der Reporter z.T. so auf die Nerven.. da wird mit der Zunge geschnalzt, wenn er bedrängt von 2-3 Leuten elegant den Ball behauptet, was er danach damit veranstaltet, interessiert dann nur noch beiläufig. Mir fehlen bei ihm einfach Tempo bzw. Zug nach vorne – und der Abschluss. Seine riesige Chance vorher muss er einfach machen, wobei ich da fast froh bin, dass er wenigstens den Abschluss gesucht hat und dieses Mal nicht quer gespielt – auch wenn Müller!? besser postiert war.

    Mir ist beim sogenannten small-ball einfach zu viel klein klein. Es wird viel gepasst ohne wirklich Raumgewinn zu erzielen. Und auch vor dem Tor wird zu viel quer gespielt, im Strafraum fehlen einfach Abschlussspieler und somit auch Konsequenz und Effektivität. Das Spiel gestern hat sehr an das entzauberte Barca und Spanien erinnert..

    • Bazi78 schreibt:

      Die falsche Neun ist aber nunmal das System was Pep am liebsten spielen lassen will.Damit müssen wir uns abfinden und sollten froh sein das er es wenigstens ändert wenn es nicht klappt.
      Gegen Gladbach hat es gut gepasst und gegen Stuttgart eben nicht.Er wird es wieder versuchen.
      Alle wollten Guardiola wegen seinem „Prädikat bester Trainer der Welt“ und jetzt müssen wir ihn seine Vorstellung von Fussball auch umsetzten lassen…

      • derbayernblog schreibt:

        Naja. Er korrigiert sich ja mit seinen Wechseln im Verlauf eines Spiels durchaus auch selbst Auch gegen Mönchengladbach hatte das Bayern-Spiel ohne echten Zielspieler Schwächen. Die ersten 20 Min. waren gut, aber danach gelang es Bayern kaum noch Torabschlüsse in Tornähe zu kreieren. Von daher gilt es die falsche 9 schon zu hinterfragen. Die beiden besten Spiele in der Hinrunde machte Bayern übrigens gegen Manchester City und Bayer Leverkusen. In beiden Spielen, agierte Müller ganz vorne. Er könnte ein guter Kompromiss zwischen falscher und echter 9 sein.

      • Bazi78 schreibt:

        @ derbayernblog
        Na klar gilt es die falsche 9 zu hinterfragen bin auch kein Freund von ihr.Denke das klappt nur mit einem Messi oder einem Spieler der genauso viele Tore macht.Mit Götze wird es auf Dauer nicht klappen weil er einfach nicht so torgefährlich ist.Wie du schon sagst mit Müller könnte es besser passen.Aber Guardiola wird nicht von seiner Vorliebe für kleine wendige Spieler abrücken und es deshalb immer wieder mit falscher Neun zu Anfang eines Spiels versuchen.Später dann wenn einfach keine Tore fallen wird er die echten Stürmer wie gestern einwechseln.Bei Barca und Spanien ist es ja auch so das nicht immer die Menge an klaren Tormöglichkeiten erspielt werden.Dein Beitrag in Punkt 2 trifft genau richtig.Pep wird nur dann die Champions League mit Bayern holen wenn er auch weiterhin bereit ist auch mal von seinen Vorstellungen etwas abzuweichen.Sonst wird er halt nur wie viele Trainer vor ihm deutscher Meister…

      • Ryukyu schreibt:

        Vielleicht ist meine Enttäuschung auch deshalb so groß, weil ich mir nach der langen Vorbereitung mehr Fortschritte im Spiel nach vorne erhofft habe. Davon, dass die Mannschaft im Trainingslager war und mehrere Wochen ausschließlich trainieren konnte, hat man in den beiden Spielen bisher nicht viel gesehen. Im Gegenteil – defensiv steht man wackeliger als zuvor und offensiv scheint das Spiel eher langsamer geworden zu sein.

        Ich bin nicht grundsätzlich gegen die falsche 9. Aber ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem man mit falscher 9 gespielt hat und in dem es nach der Umstellung auf eine echte Spitze nicht merklich besser wurde (zumindest aus dem Bauch heraus). Besonders, wenn man in Rückstand liegt, fehlt mir mit dieser ruhigen Spielweise einfach das Tempo und der Zug zum Tor.

      • Shamp0o schreibt:

        Die beiden Spiele waren zwar zweifellos die besten der Hinrunde, aber bereits beim Spiel gegen Leverkusen, hatte Bayern riesige Probleme mit der Chancenverwertung. Ich denke Müller kann seine Qualitäten deutlich besser abrufen, wenn er auf dem Flügel oder sogar im zentralen/offensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt. Ohne diese Aussage statistisch belegen zu können, kommt es mir doch so vor als würden die meisten seiner Tore dann fallen, wenn er sich durch unkonventionelle Laufwege von den Gegenspielern unbeachtet in den Strafraum schleichen und dann relativ unbedränkt abschließen kann. Als Mittelstürmer zieht er naturgemäß die Aufmerksamkeit der Innenverteidiger auf sich.
        Auch sein Tor gegen City war alles andere als ein konventionelles Mittelstürmertor. Vielmehr war es ein klassisches Müller-Tor, wo er eben genau seine oben beschriebene Stärke der Raumdeutung nutzte. Auch hier kam er aber vom Flügel, während Robben die Position in der Mitte einnahm.

        Was ich an der ganzen Sache aber am bedenklichsten finde, ist die Tatsache dass Bayern häufig deutlich durchschlagskräftiger wird, wenn man auf altbewährte Rollenverteilung im Angriff setzt. Immer wieder frage ich mich ob es nicht sinnvoller wäre wieder auf ein 4-2-3-1 umzustellen, zumal Bayern in letzter Zeit doch sehr gravierende Probleme in der Defensive (vor allem bei Kontern) hat. Spiele wie die gegen Leverkusen oder Man City scheinen diese Bedenken lächerlich zu machen. Fraglich ist nur ob Bayern die Kraft und den Willen aufbringen kann, in jedem (wichtigen) Spiel so viel Laufbereitschaft und vor allem Konzentration an den Tag zu legen. In dieser Hinsicht sollte das alte System doch deutlich kräfteschonender (da statischer) sein.

    • florentine schreibt:

      Es gibt halt Spiele, die geht man als 5-fach Titelsammler nach ner Winterpause so an. Schon aus Kraftgründen. Das war so ein Gegner, den man so im Vorbeigehen schlagen wollte, mit 80% Engagenment. Aber das schafft ein ersatzgeschwächter (sic!) FCB momentan auch nicht. Mussten sie gestern einsehen. Gegen Arsenal, BVB oder sonst einen schwereren Kalliber gehts von Anfang an konzentrierter zur Sache (wie BMG).
      Von daher: nicht überbewerten.

      • Ryukyu schreibt:

        Nun ja, grundsätzlich hast du natürlich Recht. Wenn wir jetzt auch schon mitten in der Rückrunde wären, würde ich da auch weniger Probleme sehen. Aber nach dem 2. Spiel nach der Pause sollte die Mannschaft schon noch hungriger und frischer sein. Zumal man ja auch recht früh zurücklag und erst nach den Wechseln langsam in die Gänge kam.

        Das könnte im Laufe der Saison eh ein Problem werden – die Mannschaft muss in der Bundesliga überhaupt nicht mehr ans Limit, weil man sich selbst 4 Ausrutscher leisten kann – vorausgesetzt die Konkurrenz gewinnt auch alles. In der CL hingegen muss man sofort da sein.

      • anandvishwanathan schreibt:

        @florentine
        Wenn es denn erlaubt ist dann noch ein kleiner Hinweis auf die Spielweise von Barca in der letzten Saison. Häufig gab es in Hz.1 ein müdes Tika Taka Geschiebe ( gähn ). Nach der Hz-Pause wurde die Pace von Tika Taka erhöht und es wurden die tödlichen Passkombinationen praktiziert. Nachdem man die notwendigen Treffer erzielt hatte wurde dann wieder auf Tiki Taka Piano umgestellt ( alles small ball like )
        Es wird eben noch ein paar BL Spiele der Bayern in dieser Saison geben wo es reicht die ersten oder die letzten 15 Minuten anzuschauen.
        Pep hat bereits die Arsenal Spiele im Kopf und möchte diese mit einem möglichst ausgeruhtem Team angehen. Dabei gilt es an die Partie im Hinspiel gegen Man City anzuknüpfen.

    • Johannes schreibt:

      Brrrr.. grausames Spiel. Für mich war das eine der schwächsten Partien der letzten 1,5 Jahre. Besonders erschreckend fand ich die fehlende Laufbereitschaft ohne Ball. So etwas kennt man gar nicht mehr von der Mannschaft.

      Für Guardiola bleibt mir dieses Mal auch kein Lob über. Ich fand die Wechsel viel zu spät (dann aber immerhin konsequent). Vermutlich hat es ihn wirklich viel Überwindung gekostet, anders ist die späte Reaktion kaum zu erklären. Shaquiri hat seine Chance in den letzten 2 Spielen überhaupt nicht genutzt, er ist vor allem auf der Außenbahn völlig überfordert, wobei er auch gestern von Alaba zu wenig Unterstützung bekam.
      Das würde ich gerne Unterschreiben!!

  3. Marco schreibt:

    also ich sehe thiago nicht ganz so schlecht wie einige. sicher hat er diese verspielte art an sich und macht lieber einen haken mehr als nötig aber in punkto abschluss war dies gestern sein bestes spiel. vor seinem tor hatte er schon drei 100%ige wo ulreich einfach nur sensationell hält, sonst wäre thiago wahrscheinlich mit 3 toren nach hause gefahren.

    und trotz einiger fehlpässe hat er laut statistik 90 % an den mann gebracht. zugute halte ich ihm auc, dass er noch relativ jung ist, genauso wie götze oder shaqiri. in dem alter sind für mich leistungsschwankungen völlig normal.

    am ende heißt es: mund abputzen, die 3 punkte mitnehmen und aus den fehlern lernen.

    • Shamp0o schreibt:

      Grundsätzlich gebe ich dir recht, aber die 90% Passquote verzerren das Bild ein bisschen. In der Regel sind bei Spielern mit solche Passquoten lange Pässe sowie schwierige Pässe in die Schnittstellen diejenigen die nicht ankommen. Kurz gesagt Pässe mit geringem Risiko nicht allzu hoher Erfolgswahrscheinlichkeit. In Thiagos Fall sind es aber häufig Ballverluste im Aufbauspiel, die zu gefährlichen Kontern führen können. Er ist wahrscheinlich der Spieler mit der besten Passtechnik bei Bayern, aber dennoch spielt er häufig sehr riskante oder schlichtweg schlampige Pässe. Auch scheint Thiago Probleme beim Erkennen von Pressingfallen zu haben.
      Er verkörpert für mich so ein bisschen den Gesamteindruck des Bayernspiels unter Guardiola. Ein Spiel mit dem Feuer.

      • Bazi78 schreibt:

        @ Shamp0o
        Ich gebe dir recht das Bayernspiel unter Guardiola ist ein Spiel mit dem Feuer.Die hohe Abwehrlinie ist ein großes Risiko und auch nur ein Sechser ist es ebenso.Pep wird aber nicht dauerhaft von dieser Spielphilosophie abrücken.Vielleicht wenn wir gegen Arsenal ausscheiden oder eine Runde später könnte sich etwas ändern.Ich denke der Vorstand wird ihn machen lassen und zufrieden sein wenn wir deutscher Meister werden.Mehr wird mMn auch diese Saison nicht rauskommen.Die Champions League wird erst nächste Runde wieder machbar wenn wir bessere Abwehrspieler verpflichten können.Nur Alaba und Boateng sind schnell genug um so ein hohe Abwehrlinie spielen zu können.Deswegen brauchen wir noch einen zweiten schnellen und beweglichen Innenverteidiger.Aber woher nehmen und schnitzen können wir uns keinen…

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  5. Bazi78 schreibt:

    Thiago wird sicher noch besser werden und Kroos macht auch nicht viele Tore.Von ihm müssen auch mehr Tore und Vorlagen kommen.Dafür hat er aber weniger Ballverluste und ist aber auch schon länger bei Bayern.Thiago war gleich verletzt und muß erst rein finden ins System.Martinez wurde letzte Saison hochgejubelt von den Medien und Fans trotz keiner guten Vorrunde und 40 Mio Ablöse.Wenn er jetzt aber keinen Platz im System von Pep findet und auf der Bank sitz ist er im Sommer vielleicht nicht mal mehr 20 Mio wert.Als Innenverteiger ist er einfach zu langsam und auf der Sechs sieht ihn Pep als spielerisch zu schwach an.Das ist genau unser Problem bei Bayern das kein Trainer länger bleibt als 2-3 Jahre und der Nachfolger dann eben andere Spieler bevorzugt.Der Trainer nach Pep wird dann wieder echte Stürmer und Sechser wollen aber dann haben wir nur noch Lewa und Martinez wenn sie dann noch da sind.Man muß also wieder auf die Suche nach diesen Spielertypen gehen…

  6. anandvishwanathan schreibt:

    Zitat der Bayernblog:
    „Es ist Pep Guardiola einmal mehr nicht hoch genug anzurechnen, dass er mit seinem Doppelwechsel und einer Systemveränderung in der 60. Minute uneitel genug war einzugestehen, dass sein ursprünglicher Plan für dieses Spiel gescheitert ist. Mit Lahm (1.70), Shaqiri (1.70), Thiago (1.72), Kroos (1.80) und Götze (1.71) setzte Guardiola erneut auf Small-Ball und eine radikale Ausrichtung aufs Kurzpassspiel. Unter Heynckes hatte der FC Bayern verschiedene Möglichkeiten ein Spiel zu dominieren. Über physische Präsenz im Zentrum (Martínez!), über schnelles Umschalten, über Einzelaktionen auf den Flügeln, über Flanken in den Strafraum und über schnelle Kombinationen durchs Zentrum. In den ersten 60 Minuten gegen Stuttgart schien es so, dass diese Optionen aus dem Vorjahr zusammengeschrumpft sind. Physisch waren die Münchener im Zentrum deutlich unterlegen. Schnelles Umschalten nach Ballgewinn ist unter Guardiola nur partiell gefragt. Einzelaktionen auf den Flügeln verpufften ohne die individuelle Klasse von Ribéry und Robben und Flanken waren ohne Zielspieler im Strafraum völlig wirkungslos. Was blieb waren die schnellen Kombinationen durch das Zentrum, die Stuttgart jedoch wie in Punkt 1 beschrieben exzellent verteidigte. Die Einwechslungen von Pizarro und Mandzukic waren auch insofern das Eingeständnis, dass es alternative Angriffsoptionen braucht.“

    Klasse, genau auf den Punkt formuliert. Ein breiter und qualitativ hochwertiger Kader ermöglicht eben notwendige Systemanpassungen oder gar Systemwechsel innerhalb eines Spieles.
    War dies Peps Antwort auf eventuelle Abwanderungsgedanken ( Mandschu, Kroos, Shaq )?
    Bei Barca und auch beim BVB giab es in den zurückliegenden 3-4 Jahren EIN Spielsystem welches man dem Gegner aufgedrückt hat. Es ist dann jeweils nur eine Frage der Zeit wann sich die Gegner exakt ( auch personell ) darauf eingestellt haben
    Habe persönlich das Spiel nicht gesehen, aber mir war bereits vorher klar dass bei diesen kühlen Temperaturen eher die athletischen Bayern ( Mandschu, BS31, Martinez ) gefragt sein würden um die notwendigen Chancen heraus zu arbeiten. Da Martinez und BS31 nicht zur Verfügung standen miusste Pep die Sache dann noch mit Pizza aufpeppen.

  7. Johannes schreibt:

    Also für meine Begriffe haben wir gestern 60 Minuten mit Zehn Mann gespielt.Hat mir gegen Gladbach schon nicht gefallen das wir Quasi nur über rechts in der lage waren gefährliche Situationen zu erzeugen.Aber gestern war es ja noch viel krasser das hat meiner ansicht nach die ganze Statik in unserem Spiel zerstört.

    Im Punkt 1 schneidest du es zwar gut an das man über die Flügel hätte erfolgreich sein können aber mit so einer Bremse auf links konnte einfach kein Spielfluss entstehen.Hatte schon in der Halbzeit gehofft das man Contento bringt und Alaba eine Position vorzieht, wieso man da bis zur 60min wartet war mir ehrlich nicht ganz klar.

  8. H34T schreibt:

    Rafinha hatte gestern mal wieder seine probleme mit einem schnellen/dribbelstarken Gegenspieler (Werner), bleibt in meinen Augen ein Risikofaktor.

    Fands auch interessant, wie angefressen Kroos gestern nach der Auswechslung war. Man hat im Spiel schon gemerkt, dass er was zeigen wollte mit seinen zwei Distanzschüssen, die aber beide drüber/vorbei gingen.

    Genauso bei Mandzukic, der einmal in vier Leute reindribbelt und in bei einer anderen szene im Strafraum den Ball gegen einen Abwehrspieler behauptet, und dann als der zweite kommt mit hackentrick beide stehen lässt und mit seinem Schuss an Ulreich scheitert.

    Man merkt schon, dass beide jetzt irgendwie unter Druck/Zugzwang stehen.

    Wenn Thiago nach dem dopplepass mit Pizzaro noch mal auf Mandzukic querlegt stehts schon 5min früher 1:0.

    Ich würde auch gerne mal wieder ein 4231 mit Schweini und Martinez sehen. Und Lahm auf der rechtsverteidigerposition. Es wird Zeit, dass Schweini und Martinez fit werden, dann haben wir auch mehr Alternativen.

    • Ryukyu schreibt:

      Ich habe mir auch eine Auswechslung von Rafinha statt Kroos gewünscht. Dann hätte Thiago die 6 übernehmen und Lahm über rechts hinter Müller anschieben können.

      In Szene von Thiago wäre ein Abspiel vermutlich wirklich besser gewesen, aber ich war eigentlich froh, dass er den Abschluss gesucht hat. 6-7 Meter vor dem Tor muss man nicht mehr jeden Ball quer spielen, zumal der Winkel auch sehr gut war. Es gab vorher auch 1-2 Szenen, in denen noch einmal abgelegt und der Schuss dann letztlich abgeblockt wurde.

  9. H34T schreibt:

    was mir in den letzten Spielen auch ein paar mal aufgefallen ist: Boateng trägt den ball teilweise extrem weit vor, geht ins dribbling und lässt Gegenspieler stehen, erinnert teilweise schon fast an lucio

    • Shamp0o schreibt:

      Absolut. Zumindest so wie Lucio bei Bayern. Unter Mourinho hatte er diese Ausflüge nach vorne ja sogut wie gar nicht mehr.
      Boateng ist dabei aufgrund seiner physischen Präsenz aber immer unglaublich ballsicher. Ich kann mich jedenfalls an keine Situation erinnern wo er jemals in so einem Dribbling einen Ballverlust hatte. Vor allem in der Vorwärtsbewegung gefällt mir Boateng mehr und mehr. Er ist einer der zielstrebigsten Spieler und schafft es zum einen durch seine langen Diagonalbälle und zum anderen durch seine Dribblings in kürzester Zeit sehr viel Raumgewinn zu machen ohne dabei jemals ein wirkliches Risiko einzugehen. (Ballverlust nach langen Bällen ist idR nicht weiter schlimm).

      Er ist auch der Verteidiger der die Initiative ergreift und bei Druckphasen des Gegners den Ball so weit wie möglich aus der Gefahrenzone schießt. Die Klärungsversuche von Dante (und auch der anderen) sind teilweise zu riskant und landen dann häufig den gegnerischen Mittelfeldspielern vor den Füßen.

      Mit seinen Leistungen in den letzten beiden Spiele (und eigentlich auch des gesamten Jahres 2013) gehört er für mich zweifellos zu den top 5 der Welt. Umso erstaunlicher ist es, dass Bayern in letzter Zeit scheinbar häufig sehr starke Zuweisungsprobleme bei gegnerischen Kontern haben und gegnerische Stürmer in gefährlichen Situationen ungehindert angespielt werden können, auch wenn die Kontermannschaft in Unterzahl ist.

      • H34T schreibt:

        Ich sehe Boa auch sehr stark, in der Rückrunde gab es eine Szene im Rückspiel gegen man city, in der Negredo (glaub ich) von rechts in den strafraum kommt und mit übersteigern versucht an boateng vorbeizugehen. Boateng bleibt einfach stehen und nimmt ihm den ball vom fuss und spielt weiter. Dem gegenüber steht natürlich der Aussetzer beim 2:3.

  10. Gunnar schreibt:

    Über die Eckenstrategie sollte im Training auch nochmal nachgedacht werden. 60 Minuten lang wird jede Ecke hoch in den Strafraum geschlagen, obwohl da nur Müller, Dante und Boateng als ernsthafte Kopfballspieler warten. Kaum wurden Pizarro und Mandzukic eingewechselt, gab es die erste kurz gespielte Ecke zu bewundern.
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass einem Perfektionisten wie Pep die Ecken einfach egal sind, aber einen Plan kann ich hier noch nicht erkennen.

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