Die Spieltagsnotizen: VfB Stuttgart – FC Bayern München

Es ist Spieltag. Der Klub-WM sei Dank tritt der FC Bayern zur ersten englischen Woche im Jahr 2014 an. Das Nachholspiel gegen Stuttgart ist das zweite Auswärtsspiel innerhalb von 5 Tagen. Für die Münchener ist es die Gelegenheit den Vorsprung auf den ersten „Verfolger“ Bayer Leverkusen auf 13 Zähler auszubauen. Die Spieltagsnotizen: 

  • Die Schwaben sind mitten drin in der zweiten großen Sinnkrise der Saison. Der Trainerwechsel zu Thomas Schneider ist zumindest was die Ergebnisse angeht verpufft. 4 der 5 letzten Spiele verloren die Stuttgarter und wirkten dabei stellenweise plan- und identitätslos. All das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Mannschaft dabei was das Potenzial angeht ein wenig unter Wert verkauft. Dieses Potenzial blitzt gerade in der Offensive (Maxim, Traore, Harnik, Ibisevic) immer wieder mal auf – konstant auf den Platz bringen konnten die Stuttgarter diese Qualitäten jedoch nicht. Schneider hat inzwischen auf ein sehr konservativ interpretiertes 4-4-2 umgestellt und setzt wohl erneut auf Abdellaoue als zweite Spitze neben Ibisevic. Die Abhängigkeit der Stuttgarter von ihrem Top-Stürmer (9 Tore) ist übrigens nach wie vor bemerkenswert. War der Bosnier an einem Tor beteiligt, holten die Schwaben insgesamt 14 Punkte – ohne einen Ibisevic-Treffer gelang in Hinrunde nur ein Sieg. Die Bayern-Abwehr sollte vor ihm gerade wegen der ungewohnten Zuteilungen gegen einen 2-Mann-Sturm gewarnt sein.
  • Die letzten Auswärtsspiele der Bayern in Stuttgart waren zum Teil kompliziert (2:0 im Januar 2013, 2:1 im Dezember 2012), zum Teil ziemlich verrückt (5:3 und 6:3 im Dezember 2010). Die größte Herausforderung am Mittwoch-Abend ist wohl erneut trotz der komfortablen Tabellensituation die richtige Einstellung zum Spiel zu finden. Wohl auch deshalb warnte Guardiola vor „einer aggressiven“ und „sehr fokussierten“ Stuttgarter Mannschaft, die vor allem „in den ersten 15 Minuten immer gefährlich ist“.
  • Ich hatte in meiner Analyse zum Spiel gegen Borussia Mönchengladbach auf zwei strukturelle Probleme im Bayern-Spiel hingewiesen. Dazu zählte auch die über weite Strecken fehlende Torgefährlichkeit des Münchener Ballbesitzspiels. Guardiola adressierte das Thema in der Pressekonferenz am Dienstag und kündigte Veränderungen an. „Ich mag es wenn wir das Spiel kontrollieren, aber wir müssen uns mehr Torchancen erarbeiten. Das sind jedoch kleine Details“. Es wird zu beobachten sein, ob schon gegen Stuttgart Verbesserungen erkennbar sind.
  • Mit einiger Spannung wurde erwartet, ob Mario Mandzukic nach seiner Nichtberücksichtigung für das Gladbach-Spiel für die Partie gegen Stuttgart in den Kader zurückkehrt. Nachdem Guardiola auf der Pressekonferenz vor dem Spiel erneut eine stärkere Fokussierung des Kroaten anmahnte, wurde am Dienstag-Abend bekannt, dass der Stürmer im Aufgebot für die heutige Partie steht. Mit einem Startelf-Einsatz rechne ich persönlich aber nicht. Ein lesenswertes Stück zum Thema gibt es bei den Kollegen von Eurosport.de. Guardiola-Kenner Martí Perarnau erinnert in seiner Kolumne an ähnliche Situationen während Guardiolas Zeit in Barcelona. Das Thema wird uns wohl oder übel wohl weiter beschäftigen.
  • Nicht mit nach Stuttgart reisen werden dagegen Arjen Robben und Franck Ribéry, die beide mit muskulären Problemen zu kämpfen haben – was auch immer das heißt. Der FC Bayern ist gut beraten seine beiden Flügelstürmer in Ruhe ausheilen zu lassen und kein Risiko einzugehen. Die wichtigen Wochen beginnen erst im Februar, sodass ein Verzicht auf die Reise nach Stuttgart wohl auch aus Gründen der Schonung erfolgt.
  • Einmal mehr in den Fokus rückt durch ihren Ausfall wohl Xherdan Shaqiri, der wie schon gegen Mönchengladbach in der Startelf stehen dürfte. Shaqiri wird nicht allzu viele dieser Gelegenheiten bekommen und steht nach zuletzt ordentlichen, aber selten auffälligen Leistungen ein wenig unter Zugzwang. In 4 Startelf-Einsätzen in der Bundesliga kam der Schweizer in dieser Saison auf einen Treffer und keine Vorlage. Das ist ausbaufähig.
  • Unter besonderer medialer Beobachtung wird am Mittwoch-Abend sicher auch der zuletzt mit Wechsel-Absichten in Verbindung gebrachte Toni Kroos stehen. Ich hatte meine Einschätzung zur Lage bereits gestern hier im Blog geschrieben und die rege Diskussion in den Kommentaren zeigt mir, dass das Thema auch Euch umtreibt. Ich bleibe jedoch dabei, dass es kurzfristig wohl kaum Neuigkeiten geben wird. Das Thema liegt zur Wiedervorlage für das spätere Frühjahr 2014. Ein Aspekt, der bisher nur am Rande behandelt wurde, betrifft übrigens die sportliche Krise bei Manchester United. Der an Kroos interessierte Club ist zur Zeit 7. in der Premier League. Fraglich, ob Kroos an einem Wechsel zu einem Verein interessiert hat, der im kommenden Jahr möglicherweise überhaupt nicht international vertreten ist.
  • Eher etwas für die langfristige Perspektive ist der gestern bekannt geworden Transfer von U19-Nationalspieler Matthias Strohmaier, der vom FC Augsburg II zu den Bayern-Amateuren wechselt. Da es in der Innenverteidigung der Bayern auch altersbedingt in naher Zukunft zu Veränderungen kommen wird, ist seine Entwicklung weiter zu beobachten. Die Kollegen von Miasanrot haben den Wechsel einmal eingeordnet.
  • Nur sehr zaghaft positive Nachrichten gibt es übrigens zu Bastian Schweinsteiger. Guardiola am Dienstag in der PK auf Nachfrage: „Wenn er zwei, drei Mal hintereinander mit der Mannschaft trainieren kann, dann ist er ok. Die letzten zwei Tage hat der Doktor mir gesagt, er habe weniger Schmerzen, das ist gut. Gestern hat er noch nicht mit der Mannschaft trainiert.“
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