Borussia Mönchengladbach – FC Bayern 0:2 (0:1)

Ein schöner, ein wichtiger Sieg des FC Bayern zum Start des Fußballjahrs 2014. Gladbach erwies sich als der erwartet schwere Gegner, der Bayern einiges abverlangte. Eine Gala, wie Lothar Matthäus das Spiel der Münchener nach Schlusspfiff bezeichnete, war es mit Sicherheit nicht. Dennoch war der 2:0-Sieg im vielleicht schwersten Auswärtsspiel der Rückrunde ein ganz wichtiger Schritt.

Falls ihr es verpasst habt: Bayern startete wie erwartet ohne Martínez, Schweinsteiger und Ribéry in Rückrunde. Arjen Robben kam ebenfalls wie erwartet nur von der Bank. Zumindest dort hätte man auch Mario Mandzukic erwartet – Guardiola verbannte den Kroaten auf Grund schlechter Trainigsleistungen jedoch auf die Tribüne (Meine Einschätzung dazu gibt es hier).  Bayern somit mit der absoluten Small Ball-Aufstellung mit Lahm, Thiago, Shaqiri, Götze, Kroos und Müller in der Offensive. Die Münchener waren von Beginn an bemüht die Vorgaben ihres Trainer umzusetzen waren sehr aggressiv im Gegenpressing und sehr sicher und konsequent im Ballbesitz-Spiel. Götze, der meist in vorderster Front agierte, traf schon nach 6 Minuten den Pfosten. Nur eine Minute später verwandelte der 21-Jährige eine tolle Hereingabe von Müller zum 1:0. Bayern in der Folge weiter mit viel Spielkontrolle, doch Mönchengladbach gelang es immer öfter das gewohnt gefährliche Umschaltspiel aufzuziehen. Neuer verhinderte mit Paraden gegen Kruse (40.) und Arango (45.) den Ausgleich. Bayern bleib auch nach der Pause geduldig und erarbeitete sich nach einer Dreifach-Chance einen Handelfmeter, den Müller sicher verwandelte (53.). Danach lieferten sich beide Teams einen offenen und sehenswerten Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Herrmann vergab zwei große Chancen zum Anschluss, Alaba und Pizarro ebenfalls zwei gute Gelegenheiten zum 3:0. Die Erleichterung bei Guardiola und Sammer nach dem Spiel zeigt wie groß der Respekt vor dieser Gladbacher Mannschaft war.

3 Dinge, die auffielen: 

1. Müller gibt das Tempo vor

„Wir müssen raus aus dem Winterschlaf“ – das sagte Thomas Müller nach der 0:3-Niederlage im Test gegen Salzburg. Ohnehin war es auch gegen Ende des Jahres 2013 immer wieder der Nationalstürmer, der die Gemütslage der Mannschaft nach Außen trug. Von Müdigkeit und einer dringend benötigten Pause war bei Müller nach der Klub-WM mehrfach die Rede. Was der 24-Jährige am Freitag-Abend gegen Mönchengladbach zeigte, war die passende Antwort auf die Ankündigungen der vergangenen Wochen. Müller bot vielleicht seine beste Partie in der Saison 2013/2014 und war am Freitag-Abend der stärkste Spieler auf dem Feld. 11,76 Kilometer standen nach Schlusspfiff für ihn zu Buche. Nur der ebenfalls glänzende Philipp Lahm lief noch etwas mehr auf Seiten der Bayern. Müller wirkte wild entschlossen und gerade das Zusammenspiel und die Positionswechsel mit Götze waren sehenswert. Gerade zu Beginn suchten die Gäste immer wieder den Weg über die rechte Angriffsseite, um den defensiv anfälligen Arango zu attackieren. Müllers Vorlage zum 1:0 war ein Geniestreich, weil keiner der Gladbacher Hintermannschaft mit einem direkten Pass in den Rücken der Abwehr rechnete. Der Rechtsaußen war an 8 der 24 Bayern-Torschüsse beteiligt und gewann 17 Zweikämpfe. Klasse Werte für einen Flügelspieler.

Müller ist wohl der einzige WM-Torschützenkönig der Geschichte, der es trotzdem schafft irgendwie unter dem Radar zu fliegen. Es überrascht doch ein wenig, dass es Müller war, der im Spieljahr 2013 die meisten Scorerpunkte der Münchener sammelte und nun auch die Liga in dieser Saison mit 8 Treffern und 8 Vorlagen anführt. Müller ist in dieser Form unverzichtbar für den FC Bayern.

2. Shaqiri überzeugt nicht komplett

Durch den Ausfall von Ribéry bekam Xherdan Shaqiri mal wieder eine Chance sich von Beginn an zu zeigen. Restlos überzeugen konnte der Schweizer jedoch auch gegen Mönchengladbach nicht. Es ist nicht so, dass er auffällige Fehler macht, aber ihm fehlt gerade gegen tiefstehende Gegner häufig die Durchschlagskraft. Mich beschleicht nicht selten das Gefühl, dass Shaqiri in einer Mannschaft mit der Ausrichtung Borussia Dortmunds zu einem internationalen Klasse-Spieler reifen würde, der in der Bundesliga 10-15 Tore schießt und 10 Tore vorbereitet. Er braucht ein wenig Platz vor sich, um mit seiner Power und seiner Dynamik Gefahr entfalten zu können. An der Außenlinie klebend, wie über weite Strecken gegen die Borussen, fällt es ihm deutlich schwerer seine Stärken zur Geltung zu bringen. 3 Torschüsse und 2 Torschussvorlagen sind in Ordnung, aber auch nicht viel mehr. Es wird in den kommenden 1 1/2 Jahren beim FC Bayern auch um die Frage gehen, wer die älter werdenden Ribéry und Robben auf dem Flügel ersetzen kann. Gerade in puncto Torgefahr. Noch bin ich nicht überzeugt, dass die Antwort auf diese offene Frage Shaqiri heißt.

3. Zwei Probleme im Münchener Spiel

Der Sieg war wichtig. Der Sieg war verdient, aber er darf auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach wie vor zwei auffällige Probleme im Münchener Spiel gibt. Beide sind auch schon in der Hinrunde immer mal wieder aufgefallen und sollten in den Mittelpunkt der Trainingsarbeit in den kommenden Wochen gerückt werden.

Zum Einen muss es Guardiola zu denken geben, dass sich Mönchengladbach trotz deutlicher Unterlegenheit im Ballbesitz insgesamt 5 Großchancen erspielen konnte. Das Muster ist immer wieder das Gleiche. Bayern geht enormes Risiko im Pressing und versucht gegnerische Angriffe schon 60-70 Meter vor dem eigenen Tor zu ersticken. Das gelang gegen Mönchengladbach gerade nach Ballverlust auch meistens sehr gut. Problematisch war es dann wenn Bayern in einem Bereich des Spielfelds mit drei oder vier Spielern zupresst und sich Mönchengladbach dennoch spielerisch befreien konnte und in den Rücken der pressenden Bayern Offensive kam. Daraus entstanden mehrfach 4:4 oder 4:5-Situationen die eine Mannschaft wie Gladbach exzellent nutzen kann. Dante (27) und Boateng (13) mussten mehr Zweikämpfe führen als ihre Pendants Stranzl (25) und Dominguez (13) – auch das spricht für das beschriebene Problem. Guardiola nimmt dieses Risiko und die 1:1-Situationen der Innenverteidiger bewusst in Kauf – das ist auch in Ordnung – dennoch sollte es zumindest nach einer 2:0-Führung einen Plan B geben, der es den Münchenern erlaubt das Risiko herunterzufahren. Die Mönchengladbacher Chancen auf ein spätes 1:2 waren unnötig vor allem Bayern auch beim 2:0 weiter ein riskantes Pressing spielte. Die Balance muss hier stimmen.

Das zweite Problem offenbarte sich zwischen 20. und 60. Minute. Dem FC Bayern gelang es in dieser Phase nicht mehr den Ballbesitz in gefährliche Abschlussmöglichkeiten umzusetzen. Was blieb waren Fernschüsse und die ein oder andere gefährliche Flanken-Situation, die aber auf Grund fehlender Abnehmer im Zentrum völlig verpufften. Erst als Gladbach nach dem 2:0 immer mehr aufmachte, ergaben sich wieder Möglichkeiten. Es ist die Königsfrage im Prinzip Guardiola. Nur wenn Ballbesitz zur Torchancen führt ist der große Aufwand des Bayern-Spiels zu rechtfertigen. Sollte Guardiola dauerhaft auf eine Variante ohne echten Zielspieler setzen fällt die Option den Gegner durch Flanken unter Druck zu setzen weg. Auch Konter und schnelles Umschalten scheinen von Guardiola im Moment nicht gerade forciert zu werden. Anders lässt sich die Zurückhaltung der Bayern bei einigen guten Kontergelegenheiten nicht erklären. Dies wird weiter genau zu beobachten sein. Jedenfalls sollte sich niemand von einer Torschuss-Bilanz von 24:10 blenden lassen. Was echte Torchancen anbelangt war der Unterschied wesentlich geringer.

Gelegenheit dafür gibt es schon am Mittwoch beim nächsten Auswärtsspiel in Stuttgart.

Borussia M’gladbach ter Stegen – Korb, Stranzl, Dominguez, Wendt – Kramer, Xhaka – Herrmann (76. Hrgota), Arango – Raffael – Kruse
Ersatz Heimeroth, Nordtveit, Younes, Rupp, De Jong, Daems
FC Bayern Neuer – Rafinha, Boateng, Dante, Alaba – Lahm – Müller, Thiago, Kroos (87. Hojbjerg), Shaqiri (79. Robben) – Götze (81. Pizarro)
Ersatz Starke, Contento, Sallahi, Weiser
Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer 54.000 (ausverkauft)
Tore 0:1 Götze (7.), 0:2 Müller (53., Handelfmeter)
Gelbe Karten Wendt, Kramer / Kroos
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Spieltagsanalyse abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Antworten zu Borussia Mönchengladbach – FC Bayern 0:2 (0:1)

  1. was mir persönlich auffiel, waren die oft lang geschlagenen bälle von manuel neuer in die spitze. dort war natürlich der abnehmer mario götze schlicht damit überfordert gegen spieler wie stranzel oder dominguez.

    ansonsten top analyse wie immer von dir und ich hoffe wir von spox un der fcb gruppe können wieder einen gastbeitrag von dir in diesem jahr lesen 😉

  2. Ryukyu schreibt:

    Eine Gala würde ich das Spiel auch nicht nennen, aber das war ein hervorragender Rückrundenauftakt gegen eine extrem heimstarke Borussia. Ich hatte vor dem Spiel eher ein schlechtes Gefühl und wäre auch mit einem Punkt zufrieden gewesen. Insgesamt war es ein verdienter und überzeugender Sieg.

    Shaquiri bewerte ich im Bayern System ähnlich wie du. Er ist bemüht, er ist auch gut, aber insgesamt hat er nicht ganz das Niveau der restlichen Mannschaft. Zentral finde ich ihn zwar etwas besser, aber langfristig wird er meiner Meinung nach nicht über die Rolle eines Ergänzungsspielers bei Bayern hinaus kommen. Ich glaube allerdings auch nicht, dass er auf Dauer 10-15 Tore und Vorlagen pro Saison bei einem anderen Verein liefern wird. Ich halte ihn für einen guten Spieler, aber zur internationalen Klasse fehlt ihm schon noch etwas.

    Zu den Problemen im Münchner Spiel – dass bei Führung ein Gang rausgenommen wird bzw. dass nicht mehr mit dem gleichen Risiko nach vorne gespielt wird, ist ja nichts Neues mehr in dieser Saison. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganz Saison. Sobald man führt, wird das Spiel fast nur noch verwaltet. Darum gab es in meinen Augen in der Hinrunde auch relativ viele enge Spiele. Gestern hat man eben zur richtigen Zeit die Tore geschossen. Gelingt das nicht, muss man zittern und läuft Gefahr wie in Freiburg noch den Ausgleich zu kassieren.

    Ich verstehe die massive Spielkontrolle durch Ballbesitz vor allem nach einer Führung als das Defensivkonzept Guardiolas. Bei eigenem Ballbesitz kann der Gegner eben schwer ein Tor schießen. Und durch das Pressing ist ein geordneter Spielaufbau nicht so ohne weiteres möglich. Trotzdem oder gerade deswegen darf man sich in meinen Augen bei einer 2:0 Führung wirklich nicht mehr auskontern lassen. Genau hier liegt natürlich Gladbachs Stärke, aber auch andere Teams in Europa beherrschen diese Spielweise. Und die bringen noch mal eine andere individuelle Qualität mit. Ich würde mir hier auch einen Plan B wünschen, indem sich die Mannschaft weiter zurück zieht nach einer Führung bzw. das Zentrum und die eigene Spielhälfte nicht ganz so offen preisgibt wie sie das gestern getan hat. Vielleicht wäre es sogar ein Mittel, spätestens nach dem 2. Tor wieder auf einen zweiten 6er umzustellen und die Mannschaft verstärkt Konter spielen zu lassen. Dadurch würde man Stabilität gewinnen und in meinen Augen auch mehr Chancen kreieren. Dieser extreme Ballbesitz und die gefühlte Überlegenheit lullen das eigene Team auf Dauer ein. Die Mannschaft wird dann nachlässig, siehe das Heimspiel gegen City. Die Frage ist, ob ihr das auch in den Spitzenspielen auf internationalem Niveau passiert oder ob das eher den Alltagssituationen in der Bundesliga geschuldet ist. Außerdem beraubt man sich durch den vielen Ballbesitz der vielen Chancen, die man im Umschaltspiel kreieren kann.

    Um hier noch einmal das Thema Dante aufzugreifen – Eigenwerbung hat er gestern sicherlich nicht betrieben. Natürlich ist es undankbar, dass er ständig in 1vs1 Situationen muss, aber er hat gestern 3 entscheidende Duelle verloren, von denen 2 (Kruse+Hermann) fast zu Gegentoren geführt hätten. Vor allem Kruse halte ich für einen hervorragenden Stürmer, aber auch hier gibt es international noch einmal andere Kaliber. Ich will mich aber auch nicht zu sehr auf Dante einschießen. Es hat ja fast schon Tradition, dass er gegen Gladbach eines seiner schlechtesten Spiele der Serie bestreitet. Ich hoffe jedenfalls, dass wir nicht mehr allzu oft solche Leistungen von ihm sehen werden diese Saison. Ansonsten sehe ich dort dann wirklich Handlungsbedarf.

    Zum Abschluss noch mal etwas positives: Müller war auch für mich der beste Mann auf dem Platz. Gefolgt von Mario Götze. Unglaublich wie stark der ist. Ich war bei seiner Verpflichtung ja eher skeptisch, aber das war eine völlige Fehleinschätzung. Götze hat der Mannschaft noch mal einen richtigen Qualitätsschub gegeben. Und obwohl er jetzt schon regelmäßig so heraus sticht hat er noch richtig Luft nach oben. Wenn er ein wenig die Verspieltheit ablegt und etwas zielstrebiger wird, kann einem nur Angst und Bange werden.

  3. H34T schreibt:

    Schöne Zusammenfassung, ich sehe das größtenteils genauso. Gutes Spiel von Bayern und ein starker Start in die Rückrunde, ich hatte vor dem Spiel auch Bedenken wegen der Heimstärke von Gladbach und den vielen Ausfällen bei uns.

    Ich finde es schon beeindruckend, was mit Lahm/Thiago/Kroos/Götze möglich ist. Die Passstafeten waren teilweise schon der Wahnsinn. Aber wie angesprochen fehlt dann einfach die Torgefahr. Bei so großer Spieldominanz müssen einfach mehr zwingende Torchancen generiert werden.

    Was mir außerdem immer wieder negativ auffällt, sind unnötige Ballverlust von Thiago. Es gibt immer wieder Szenen, bei denen er ins dribbling, 1:1 geht und dann zu oft den Ball verliert. Wenn er diese Situationen sucht, dann sollte er sie auch für sich entscheiden. Trotzdem ist Thiago der erwartet starke Transfer, die Pässe sind teilweise extrem Zucker.

    Wird interessant sein zu sehen, wie sich die anderen heute schlagen, Dortmund hat mit Augsburg jedenfalls erstmal eine interessante Aufgabe, Leverkusen in Freiburg eine vermeintlich einfache. Sehr interessant wird auch, wie sich das aufgrüstete Wolfsburg gegen Hannover unter neuem Trainer schlägt, ob Frankfurt sich gegen Hertha behaupten kann und Huntelaar gegen Hamburg zum Einsatz kommt. Es sind fast nur interessante Spiele, Scheiße ist das geil, endlich wieder Fussball, nach einem Monat Entzug ist es wirklich an der Zeit.

  4. Axel schreibt:

    Prima Analyse! Ich fände es auch sehr bedauerlich, wenn Pep’s Konzept das Spiel der Mannschaft langfristig um eine wichtige Dimension berauben würde (Zielspieler in der Box für Flanken). Dazu kommt (aber vielleicht nur bei mir?) ein gewisser Überdruss an den Ballstaffeten unserer „kleinen“ Frickelkünstler im Mittelfeld. Nach dem 20sten Pass wird’s wirklich langweilig anzuschauen, wenn dabei kein Raumgewinn und keine Gefahr entstehen (ich weiß, die gegnerische Abwehr muss viel laufen und ist dann erschöpft, kommt nicht in Zweikämpfe, das frustriert, aber schön finde ich diese Art des Spiels nicht).

    H34T, Du bist der übrigens Erste, von dem ich lese, dass Dir die unnötigen Ballverluste von Thiago auffallen. Endlich! Ich dachte schon, ich sei der einzige. Aber ich jammer auf hohem Niveau, sorry.

    • Ryukyu schreibt:

      Thiago ist sowieso ein Kapitel für sich. Ich finde es erstaunlich, wie viel Geduld auch die Medien mit ihm haben. So richtig eingeschlagen ist er bisher eigentlich noch nicht. Und dass er Qualität hat, kann man bei der Ablöse ehrlich gesagt auch erwarten. Wenn man sich mal die teuersten Transfers der Bayern Geschichte anschaut, dann sieht seine Bilanz noch relativ überschaubar aus. Martinez ist voll und ganz eingeschlagen, Götze hat trotz ähnlich langer Verletzung auch schon deutlich mehr Punkte auf der Haben Seite, Gomez hatte die beste Quote seit Gerd Müller. Dann kommt auch schon Thiago auf einem Level mit Ribery und Robben, die in ihrer Debüt-Saison auch deutlich mehr gerissen haben. Der nächste Spieler ist der aktuelle Welttorhüter. Das war es dann auch schon mit Transfers jenseits der 20 Mio. Marke.

      So ein 1:1 Vergleich ist nie ganz fair und man kann einen Spieler natürlich auch noch nicht nach einem halben Jahr bewerten, aber letztlich ist das die Kategorie von Spielern, an der sich auch Thiago spätestens in 1,5 Jahren messen lassen muss. Davon ist er bisher noch meilenweit entfernt. Auch von einem Götze.

      • derbayernblog schreibt:

        Das größte Fragezeichen bei Thiago ist für mich seine (fehlende) Torgefahr. Er ist an sehr wenigen Abschlüssen direkt beteiligt. Gerade wenn Guardiola weiter ohne echten Strafraumstürmer plant, braucht Bayern die zusätzliche Torgefahr aus dem Mittelfeld (Ribéry/Robben/Müller+?) schweinsteiger hat in der Vorsaison viele Tore geschossen und vorbereitet. Bei Thiago und mit Abstrichen auch Kroos fehlt mir diese Torgefahr noch.

      • Robert schreibt:

        Er war auch 2,5 Monate verletzt mitten in der Hinrunde…und 25 Millionen sind heutzutage auch nicht mehr so viel wie damals bei Robben und Ribery. Mkhitaryan hat 27,5 gekostet, und die würde ich nicht tauschen wollen. 😛

      • Shamp0o schreibt:

        Ich schätze Thiago überhaupt nicht so ein. Im Aufbauspiel ist er omnipräsent und so gut wie immer anspielbar, während er selber mit einer außerordentlich guten Passquote glänzt. Er ist ein Mann für punktgenaue Schnittstellenpässe hinter die gegnerische Verteidigung und wenn Bayern in den nächsten Wochen wieder Spielpraxis sammelt, bin ich mir sicher dass auf diese Weise einige Torchancen erspiel werden. Bis jetzt haben es Thiago und Kroos es auch nicht gerade leicht. Vor allem ersterer musste wie schon erwähnt für große Teile der Hinrunde pausieren. Auch Nach seiner Rückkehr hatten die beiden Achter stets mit unterschiedlichen Konstellationen der Offensivreihe zusammenzuarbeiten, was die vorher angesprochenen tödlichen Pässe umso schwieriger gestaltet, da die Laufverhalten der verschiedenen Offensivakteure unterschiedlicher nicht sein könnten. Von daher denke ich auch, dass in dieser Beziehung nicht zu viel Anpassung an den Gegner stattfinden sollte, um Bewgungsabläufe besser aufeinander abstimmen zu können.

        Thiagos größte Schwäche sehe ich in seinem sehr schwachen Defensivverhalten. Als Heynckes letztes Saison das Triple mit einem doch deutlich defensiveren System holte, war trotzdem jeder einzelne Spieler eine wichtige Komponente beim Verteidigen. Da man unter Guardiola verstärkt auf schnelle Zurückeroberung von verlorenen Bällen im Gegenpressing setzt, sind hier natürlich andere Qualitäten gefragt als noch unter Heynckes. Aber auch in dieser Hinsicht kann Thiago nicht wirklich überzeugen. Gepaart mit seinen teilweise vollkommen überflüssigen Ballverlusten entstehen auf diese Weise häufig fatale Sicherheitslücken im Bayern Spiel.

        Sollte Thiago diese (meistens einem überambitionierten Dribbling folgenden) unnötigen Ballverluste abstellen können, kann man vielleicht über seine fehlenden Defensivqualiäten hinwegsehen und sich auf seine erstklassigen Spielmacherqualitäten besinnen. Die fehlende Torgefahr ist meiner Meinung nach wie gesagt nur eine Frage der fehlenden Eingespieltheit.

        Noch ein Punkt zu Müller: Ich war zu Beginn der Saison wirklich skeptisch, ob ein Spielertyp wie Müller beim Pepschen System einen Platz hat, vor allem wenn man das Überangebot an weltklasse Spielern betrachtet. Nach diesem Spiel bin ich aber restlos vom Gegenteil überzeugt. Er hat abermals gezeigt, dass durch seine einzigartigen Qualitäten für jede Mannschaft der Welt eine Bereicherung darstellen würde. Ich hoffe nur, dass er solche Leistungen etwas konstanter als bislang abrufen kann.

      • derbayernblog schreibt:

        Was Du zu Müller gesagt hast unterstreiche ich zu 100 Prozent. Das ist Wahnsinn, wie er es schafft seine Qualitäten auch in diesem System zur Geltung zu bringen. Bei Thiago müssen wir glaube ich noch ein wenig abwarten. Er konnte bisher auch verletzungsbedingt wenig zeigen – und die großen Aufgaben kommen noch!

  5. Pingback: #Link11: Bundesliga Pur | Fokus Fussball

  6. anandvishwanathan schreibt:

    Absolut richtungsweisendes Spiel. Hier heißt es abspecken für Lissabon.
    Lahm für Martinez auf der 6. Thiago für BS31 auf der 8 und Götzinho als F9 für den deutlich schwereren Stoßstürmer Mandschu. Auf diese Weise werden über 35 kg eingespart. Laufstarke und spielstarke Profis werden von Pep bervorzugt um sein Barca like System umzusetzen.
    Die Partie gegen BMG in den ersten 35 Minuten erinnerte doch stark an das CL Hinspiel gegen Man City. Der Gegner kam gar nicht erst in die Zweikämpfe.
    In dieser Besetzung ist der FCB deutlich spielstärker dafür jedoch auch deutlich verletzbarer.
    Die Raute mit Lahm-Thiago- Kroos-Götzinho oder Müller funktionierte hervorragend.
    Da die Temperaturen in Lissabon beim möglichen CL Finale 2014 normalerweise über 25 Grad Celsius liegen werden macht Pep den FCB leichter, laufstärker und spielstärker.
    Grundsätzlich verfügt der FCB über die beiden Rauten Rafinha-Dante- Alaba- Lahm sowie die vordere Thiago-Kroos- Rib- Götzinho- Müller ) Robben ).
    Hierbei sind Lahm auf der 6 und die F9 Götze die Schlüsselspieler. Gelingt es diese beiden Schnittstellen auszuschalten dann kommen die Bayern folgerichtig über die Flügel ( Alaba + Rib sowie Rafinha + Müller Robben. Dann gilt es die Flügel zu doppeln wie es eben Juve in Hz2 gegen die Bayern im CL Hinspiel in München gemacht hat. Vidal + Lichtsteiner haben diesen Part übernommen.
    Favre hatte nicht das Spielermaterial um diese Dinge umzusetzen.
    Favre hat kein System gefunden um Müller zu doppeln. Wendt stand häufig hilflos einem ständig rochierenden Müller gegenüber.
    Die Schwäche in Bayerns Barca like System wurde offensichtlich. Ist die vorderste Ballgewinnungsmaschine der Bayern ( in aller Regel gebildet aus den 5 Spielern Götze, Müller; Shaq; Kroos, Thiago ) erst einmal überwunden dann wird es auch gleich gefährlich.
    Deshalb erwarte ich in Lissabon bzw. in den entscheidenden Spielen der CL eher folgende Aufstellung:
    Neuer
    Lahm- Boa- Dante- Alaba
    Martinez
    Robben / Müller -Kroos- BS31 / Thiago- Rib
    Götzinho

    Grundsätzlich lässt sich das Barca System aus 2010 / 2011 mit Messi ( Götze ) und Villa ( Rib ) als Topscorer herauslesen. Mit Busquets auf der 6 ( Martinez ) gibt es einen Spieler der je nach Spielsituation sich auch in die IV zurückfallen lassen kann.
    Es ist bereits nach dem BMG Spiel klar abzulesen dass Götzinho als Messi bei den Bayern geplant ist. Pep wird es gefallen haben dass Rib nicht zum Weltfussballer gewählt wurde. Denn dies hätte die Kräfteverhältnisse zugunsten von Rib verschoben.
    Mit Lewa ( ab Sommer 2014 ) wird die Position von Götzinho noch mehr gestärkt. Mandschu wäre dann nur mehr ein Störfaktor. Kein Zufall dass er gegen BMG nicht im Kader war.
    Pep plant Götze als Weltfussballer und Topscorer. Das einzige Fragezeichen ist die enorme Verletzungsanfälligkeit von Mario Götze.

  7. Bazi78 schreibt:

    Ich denke das Martinez unter Pep nicht mehr auf der 6 spielen wird.Er ist ihm einfach zu spielschwach.Busquets ist da doch um einiges stärker.Javi wird höchstens als Innenverteidiger zum Einsatz kommen.Das wäre natürlich schade für ihn.Jeder weiß wenn ein neuer Trainer kommt kann man unter Umständen alles was vorher gut war vergessen…

    • anandvishwanathan schreibt:

      Der „Pepsche Systemwechsel“ fordert seine Opfer. Iniesta hat sich bei Javi über dessen harte Spielweise beim CL HF in München beschwert. Diese athletische Dominanz die den FCB in der Saison 2012 / 2013 ausgezeichnet hat, wird nun in Pass und Dominanzfussball verwandelt- es ist ein Prozess der immer mehr Gestalt annimmt.
      Dass die Personalien Lahm, Götze, Ribery, Robben, Thiago, Kroos und Rafinha so im Vordergrund stehen erklärt sich aus dem „Barca like Styling“ welches Pep dem FCB nun immer mehr verpasst. Pep hat ein „Barca trained mind“ wie eben jeder der in La Masia ausgebildet wurde ( Messi, Xavi, Iniesta…)
      Ein sehr wichtiges Augenmerk ist hierbei neben der Passsicherheit auch die Stärke bei der Ballrückeroberung. Die eigentliche Energieleistung ist jene Ballrückeroberung. In diesem Sinne ist jeder Ballverlust ärgerlich und schädigt den Energielevel des Teams.
      „Wer spricht der führt“ heißt es so schön. „Wer den Ball hat der dominiert“ heißt es bei Pep. Das Wesentliche ist letztendlich die Geschwindigkeit der Pässe wie auch die vertikalen Kombinationen um die Spiele letztendlich zu entscheiden und nicht in Schönheit zu sterben ( Tiki Taka for nothing ).
      Das Spiel gegen BMG hat genau jene Entwicklung bereits angedeutet. Nach 7 Minuten hätte es nach zwei Treffern von Messi ( äh, Götze ) bereits 2:0 für den FCB stehen können.
      Im Übrigen ist auch Ancelotti bei Real damit beschäftigt ein ähnliches System zu installieren. Vor Kurzem wurde er bei Realtotal zitiert, dass es ein Fehler war, Özil zu verkaufen. Natürlich revidierte „Carletto“ am nächsten Tag diese Aussage. Mit CR7 + Bale hat Real in dieser Saison neben Rib+ Rob die gefährlichste Flügelzange der Welt. Aber Vieles hängt von jenen tödlichen Pässen ab für die Özil bekannt ist. Modric + Isco sind bei Real für diese spielentscheidenden Pässe verantwortlich.

  8. Pingback: #Link11: Langeweile und charmantes Chaos | Fokus Fussball

  9. Pingback: Die Spieltagsnotizen: VfB Stuttgart – FC Bayern München | Der Bayern Blog

  10. Pingback: Die Spieltagsnotizen: VfB Stuttgart – FC Bayern München | Miasanrot.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s