„Wer das nicht verstehen will, wird oft auf der Tribüne sitzen“

Bayern-Trainer Pep Guardiola hat die Länderspiel-Pause genutzt, um im Bayern-Magazin zum Heimspiel gegen Mainz 05 am Wochenende ein paar deutliche Ansagen in Richtung der Mannschaft los zu werden:

„Ich bin ein großer Freund meiner Spieler, wenn sie akzeptieren, was ich sage. Wer meine Entscheidungen annimmt, den unterstütze ich – wer das aber nicht verstehen will, wird oft auf der Tribüne sitzen. Ich sage immer wieder: Wir brauchen jeden unserer Spieler. Und deswegen bin ich froh, wenn wieder alle dabei sind. Natürlich haben wir zuletzt sehr, sehr gut gespielt. Aber mit Blick auf die gesamte Saison ist es nicht gut, wenn zum Beispiel Franck Ribéry oder Philipp Lahm alle drei Tage 90 Minuten durchspielen. Und je mehr Spieler ich zur Verfügung habe, desto besser kann ich variieren.“

Zwar ist Bayerns Personallage trotz der Rückkehrer Götze und Martínez weiterhin angespannt und noch weit davon entfernt echte Härtefalle zu schaffen, dennoch ist Guardiolas Zeitpunkt und Deutlichkeit richtig. Die zwei größten Bayern-Saisons der jüngeren Geschichte mit 2000/2001 und 2012/2013 waren auch deshalb möglich weil der komplette Kader bereit war eigene Ansprüche oder besser das eigene Ego dem Teamerfolg unterzuordnen.

Eine wohldosierte Rotation ist für mich ein ganz wichtiger Schlüssel für den maximalen Erfolg. Heynckes hat es im Vorjahr geschafft, dass das Spiel der Münchener unabhängig vom Personal in jedem Spiel sehr ähnlich aussah. Das ist die höchste Stufe des Systemfußballs, der Bayerns Rekordsaison maßgeblich geprägt hat. Wie sehr Heynckes die Rotation gerade im Vergleich zu titellosen Jahr 2011/2012 forcierte, wird allein an folgenden Zahlen deutlich: 2012/2013 kamen insgesamt 24 Spieler zum Einsatz. 2011/2012 waren es 21. 2012/2013 absolvierten 20 Bayern-Spieler 10 oder mehr Spiele. 2011/2012 nur 17 Bayern-Spieler. Dafür kamen 2011/2012 8 Spieler auf über 30 Einsätze in der Bundesliga. 2012/2013 war es nur Manuel Neuer, der diese Marke erreichte.

Bayern hat auch in dieser Saison einen qualitativ so breiten Kader, dass es fast töricht wäre, diesen nicht nicht auch aktiv zu nutzen. Rotation bedeutet wertvolle Regeneration für einzelne Spieler und ermöglicht vor allem in einer langen Saison mit unterschiedlichen Spannungsstufen das Setzen von Reizen, gerade in der Bundesliga. Es ist ein altes Gesetz, dass nicht die Spiele gegen Dortmund oder Leverkusen eine Meisterschaft entscheiden, sondern die Duelle mit Hannover, Mainz, Hertha und dem (bei allem Respekt) restlichen Niemandsland der Tabelle. Spieler, die in diesen Spielen in die Mannschaft rotieren, werden zeigen wollen, dass sie mehr Spielanteile verdient haben. Dieses psychologische Moment sollte sich auch Guardiola zu Nutze machen.

Der Bayern-Coach macht mit seinen Aussagen sehr deutlich, dass er von seiner Mannschaft Akzeptanz und Professionalität im Umgang mit dem Rotationsprinzip erwartet. Gerade wenn Götze in Form kommt wird es in der Offensive sehr schnell wieder enger. Guardiolas rechtzeitige Ansage in Richtung der Robbens und Mandzukics, aber auch in Richtung Medien, die in jeder aufstellungsbezogenen Einzelentscheidung einen Trend ablesen wollen, kommt zur rechten Zeit und wird Maßstab für die kommenden Wochen sein.

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