FC Bayern – FC Chelsea 5:4 i.E. (2:2, 0:1)

FC Bayern Neuer – Rafinha (56. Martínez) , Boateng, Dante, Alaba – Kroos – Robben (96. Shaqiri), Lahm, Müller (71. Götze), Ribéry – Mandzukic
Ersatz Starke, Van Buyten, Contento, Pizarro
FC Chelsea Cech – Ivanovic, Luiz, Cahill, Cole – Ramires, Lampard – Schürrle (87. Mikel), Oscar, Hazard (113. Terry) – Torres (98. Lukaku)
Schiedsrichter Jonas Eriksson (Schweden)
Zuschauer 17.686 (ausverkauft)
Tore 0:1 Torres (8.), 1:1 Ribéry (47.), 1:2 Hazard (93.), 2:2 Martínez (120.)
Elfmeterschießen: 1:0 Alaba, 1:1 David Luiz, 2:1 Kroos, 2:2 Oscar, 3:2 Lahm, 3:3 Lampard, 4:3 Ribéry, 4:4 Cole, 5:4 Shaqiri, Neuer pariert gegen Lukaku
Gelbe Karten Ribéry, Boateng / Cahill, David Luiz, Torres, Lukaku, Cole, Ivanovic
Gelb-Rote Karten Ramires (85./wiederholtes Foulspiel)

Falls ihr es verpasst habt: Wer hätte das gedacht, dass ein auf dem Papier eher unbedeutendes Spiel, um den europäischen Supercup zum ersehnten echten Startschuss der Bayern-Saison wird. Fans und Spielern fiel es in den vergangenen Wochen sichtbar schwer nach der Saison 2012/2013 eine Einstellung zur neuen Spielzeit zu entwickeln. Zu groß waren die Erfolge vor nur drei, vier Monaten. Zu schwer fiel die Motivation für einen grauen Bundesliga-Alltag gegen Nürnberg oder Freiburg. Dieses Spiel mit einer großer Dramatik und Intensität könnte den Hebel endgültig umlegen auf eine neue Saison mit neuen Zielen und neuen Titeln.

Bayern war von Beginn an, um Kontrolle bemüht, aber Chelsea spielte schon in der 8. Minute einen herrlichen Konter über Schürrle und Torres zum 1:0 zu Ende. Bayern ließ sich davon nicht wirklich beeindruckend und zog das gewohnte Ballbesitz-Spiel auf. Müller und Ribéry scheiterten mit guten Chancen in der Box und aus 20 Metern. Kurz nach der Pause war es dann erneut Ribéry, der aus 22 Metern abzog und Cech beim 1:1 alt aussehen ließ. In der Folgezeit entwickelte sich ein (von Chelsea) hart geführtes offenes Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Ramirez sah nach einem heftigen Foul am eingewechselten Mario Götze zu Recht Gelb-Rot. Trotzdem gelang Hazard kurz nach Beginn der Verlängerung das 2:1. Bayern zog in der Schlussviertelstunde ein unfassbares Powerplay auf und hatte allein in der extra-time 18 Torschüsse. Weil Cech mehrfach herausragend parierte, sah alles nach Chelsea aus bis sich Martínez in der allerletzten Minute nach einem Abpraller aus 8 Metern dachte „and now goal“ und zum 2:2 traf. 

Im Elfmeterschießen trafen insgesamt 9 sichere Schützen, ehe Lukaku mit einer verzögerten Penalty an Neuer scheiterte. Europäischer Supercup-Sieger 2013: Bayern München.

2 Dinge, die auffielen:

1. INTENSITÄT

Was gegen Freiburg unter der Woche spürbar fehlte, war gegen Chelsea im Cup-Final von Beginn an omnipräsent. Bayern ging dieses Spiel von Beginn an sehr ernsthaft an und ließ sich auch von den teilweise überharten Engländern nicht aus dem Konzept bringen. Beispielhaft sei an dieser Stelle Thomas Müller zu nennen. Schon bei seiner Auswechslung in der 71. Minute schrie er im Vorbeilaufen wahllos Mitspieler an, schlug mit der rechten Faust in die eigene linke Hand und forderte seine Mannen auf, dieses Spiel zu gewinnen. Auch in der Pause vor der Verlängerung und der Halbzeitpause der Verlängerung, die Guardiola für intensive Ansprachen nutzte, war der Wille zum Sieg in der Körpersprache der gesamten Mannschaft zu spüren.

Nun kann man sich fragen, ob ein Sieg am Dienstag gegen Freiburg nicht eigentlich mittelfristig wichtiger gewesen wäre, als der inszenierte Pokal der UEFA, aber trotzdem scheint die Mannschaft ein solches Spiel gebraucht zu haben. Der emotionale Jubel nach beiden Toren in der regulären Spielzeit und der ausgelassene Jubel nach dem Schlusspfiff unterstrich diesen Eindruck. Was für die Spieler galt, kann übrigens auch 1:1 auf die Südkurve bezogen werden, die dieses Spiel auf den Rängen in beeindruckender Manier dominierten.

2. Experimentierfeld 6

Ohne Bastian Schweinsteiger war Pep Guardiola gezwungen zu improvisieren. Die Variante mit einer wechselnden 6 aus Toni Kroos und Philipp Lahm war dabei nur sehr bedingt erfolgreich. Kroos hatte arge Probleme mit dem physischen Spiel der Engländer und ist aus meiner Sicht im Zweikampf einfach nicht stark genug, um Angriffe und Konter zu stoppen und abzuwehren. Lahm machte das deutlich besser. Seine Spielintelligenz ist überragend. Er rückte mehrfach im Gegenpressing sehr geschickt nach und eroberte verloren gegangene Bälle umgehend zurück. Trotzdem war keiner der beiden in der Lage dem Spiel der Münchener die absolute Balance zu verleihen.

Anders wurde das als Javi Martínez in der 56. Minute aufs Feld kam. Zwar ließ Bayern immer noch einige Torchancen zu – zum Beispiel als Dante am eigenen Sechzehner mit Ball am Fuß ausrutschte – aber was Martínez in seinem ersten echten Pflichtspiel der neuen Saison 60 Minuten auf der alleinigen 6 zeigte, macht mir persönlich richtig Mut. Natürlich ist er nicht der Antreiber und Initiator, der Schweinsteiger auf dieser Position ist. Er braucht viel mehr Unterstützung im Spielaufbau durch einen zurückfallenden Achter – auch das war gegen Chelsea deutlich zu sehen. Aber seine Fähigkeit den Bereich zwischen Mittellinie und eigenem Sechzehner defensiv über die komplette Horizontale des Spielfelds zu dominieren tut dieser Mannschaft einfach gut. Ich bin gespannt wie Guardiola das Spiel seiner Nr. 8 bewertet und ob er trotzdem an seinem Plan festhält Martínez vorwiegend in der Innenverteidigung aufzubieten.

Dieses Spiel bot noch so viel mehr Erkenntnisse auf die ich in den kommenden Tagen nochmal näher eingehen werde. Für Bayern geht es erst am 14. September weiter mit einem Heimspiel gegen Hannover. Viel Zeit für Guardiola, um Schlüsse aus dem Saisonstart zu ziehen und Entwicklungen zu bewerten.

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10 Antworten zu FC Bayern – FC Chelsea 5:4 i.E. (2:2, 0:1)

  1. Taktik Boombox schreibt:

    Freue mich schon auf die kommenden Artikel ! 😉
    Anmerkungen:
    Bedeutung des Spiels:
    Ich glaube man hat gesehen, wie viel wichtiger dieses Spiel in dieser Woche vorallem für die Mannschaft war. Man konnte alte Rechnungen begleichen (oder sogar alte Demonen besiegen?), sich mit der europäischen Spitze messen und man hat schonmal den ERSTEN TITEL der Saison eingefahren. Egal wie gut die Mannschaft spielt: Bei Bayern ist eine Titellose Saison immer ein Misserfolg.

    Kroos als 6er:
    Ich finde, Kroos fehlt nicht nur die körperliche Robustheit und Stärke um in
    Zweikämpfen dagegen halten zu können, ihm fehlt vorallem die defensive Mentalität dafür. Bei Ballverlust, geht er nur Alibi-mäßig hinterher und führt Zweikämpfe auch nicht aggressiv und clever genug. Sein defensives Stellungsspiel (Raumverteidigung) ist zudem sehr halbherzig. Einzig als pressender Offensivakteur (Als 10er zu 2.ST im defensiven 442) ist sein Zweikampfverhalten akzeptabel.

    Müller und Lahm als Mittelfeldspieler:
    Beide haben definitiv die nötige Spielintelligenz und Spielverständnis um als 8er zu spielen. Mir gefällt Lahm jedoch von seinen technischen und körperlichen Fähigkeiten besser dort. Seine Körperfinten und Drehbewegungen sind schlicht Weltklasse. Allerdings hat er (noch) Defizite im kreativen Bereich und in Torgefahr.
    Müller hingegen hat immer einen enormen Offensivdrang und schaltet sich überdurschnittlich oft nach vorne ein. Das kann bei den viel höher stehenden Ribery und Robben zu starken Balanceproblemen führen.

    Boateng:
    Momentan die Nummer eins in der Innenverteidigung. Auch die längen Diagonalpässe kommen fast alle an. Extrem ägerlich war nur sein stümperhaftes Verhalten beim 1-2 durch Hazard. Durch solche Aktionen macht er sich immer wieder seine eigentlich exzellenten Leistungen zu nichte.

  2. Bayernexpat schreibt:

    Habe gestern schon zehn min nach Abpfiff geguckt ob du schon was verfasst hast, wie traurig is das denn?

    Hier meine Bemerkungen:

    War von beiden Mannschaften positiv überrascht. War doch ein ziemlich hohes Niveau so früh in der Saison. Bedeutend besser von Chelsea als das 0:0 in Old Trafford Anfang der Woche.
    Wenn Eto’o oder Torres in Form sind, haben die Riesen Potenzial mit Oscar, Hazard und Willian. Und hinten passts ja immer bei Mourinho Teams.

    Toll die Saison mit einem Finale anzufangen! Hat richtig Spaß gemacht. Pep vs Mou, Bayern Revanche fürs Drama dahoam und die fehlende Trophäe in der Vitrine haben alle dazu beigetragen das es ein richtiges Finale war.

    Martínez: ach Javi, wie hab ich dich vermisst!

    Kroos: völlig fehl am Platz im defensiven Mittelfeld. Nach wie vor, weder Fisch noch Fleisch der , jedesmal wenn ich ein Spiel zu sehen bekomme. Wie man am Ende wieder gesehen hat, steht er zwar oft richtig im letzen Drittel, aber wann hat der letztes mal das Tor getroffen mit einem seiner Schüsse von knapp außerhalb des 16ers?

    Lahm: erstaunlich was der auch im Mittelfeld kann. Hatte keins der Vorbereitungs Spiele gesehen, und war positiv überrascht. Schade das er hinten so schwer zu ersetzen is.

    Boateng: ich bin nach wie vor ein großer Fan. Strahlt immer mehr Ruhe aus.

    Dante: immer wieder für einen richtigen Patzer zu haben. Kann man sich auf diesem Niveau eigentlich nicht leisten. Das gleiche gilt bedingt für Neuer.

    Als am Ende mehr oder weniger wahllos hohe Bälle reingedroschen wurden, habe ich mich nach Gomez gesehnt 😦

    Götze wird wohl noch etwas brauchen, war nicht viel von ihm zu sehen gestern.

    Habe mich krass gefreut über die Art wie das 2:2 gefallen ist. Die Post Match Interviews mit Mou und Fat Frank waren genau was ich erhofft hatte. Von wegen der hat sich verändert. UEFA Verschwörung, das bessere Team hat verloren, haha!

    Müller: wenn einer oder mehr der drei von Ribéry, Robben oder Müller eine schlechten Tag hat, wirkt sich das zu sehr auf die Effektivität der Chancen Verwertung aus, für meinen Geschmack. Hoffe das Madzukic und Götze da bisschen was reißen können. Hunderte von Pässe sind toll, aber irgendjemand muss das Ding rein machen.

  3. anandvishwanathan schreibt:

    Gott sei Dank.

    Herzschlagfinale. Erinnerungen an Olympia 2000 mit dem legendären 10.000 m Fight zwischen Tergat + Gebre wurden wieder wach. Bayern Dusel, keine Frage.

    Unbedeutender Supercup? Von wegen gestern wurde bis aufs Messer gefightet. Beide Coaches wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Und jeder der Mou nach dem Spiel gesehen hat weiß, wie weh ihm diese Niederlage getan hat.

    Dass war das erste Spiel in dem das Bayern Team für ihren Coach gespielt hat. Die Bayern waren erstmalig in dieser Saison wieder eine echte Einheit. Sie haben für ihren Coach gekämpft.

    Mou sagt sein Team wäre das Bessere gewesen.Er meint wohl jene Szene in der Dante eine Pirouette dreht, Schürrle die Situation sofort erkennt und mustergültig auf Torres legt. Den musste er einfach machen. Hätte Torres eingelocht, dann wäre es wohl beim 2:1 für Chelsea geblieben. Und dann hätten alle gesagt dass Bayern zwar feldüberlegen, Chelsea aber effektiver war.

    Es war so viel Taktik im Spiel dass man sich das Match eigentlich noch 1-2 mal in Ruhe anschauen muss um genauere Aussagen zu treffen.

    1. Mou mit seiner üblichen Taktik: starke erste 15 Minuten mit Angriffspressing und 1:0 Führung. Dann tief stehen und sich auf „counter attacking“ verlassen. Seine Taktik ging in Hz.1 voll auf.
    Schürrle ( stark ) oder Hazard ( stark ) sollten die Flanken bzw. Pässe auf Torres spielen. Wenn möglich auch selbst den Abschluss suchen.

    2. 8 Minuten ohne BS31 und schon ist die Murmel im Netz. Alle die gebetsmühlenartig die Geschichte vom „langsamen BS31“ erzählen könnten sich mal Gedanken machen, warum die Bayern mit ihrem Antreiber einfach stabiler stehen.

    3. Alaba benötigte fast eine ganze Hz. um sich auf Schürrle einzustellen.Schürrle, der laut Löw stagniert hat seine Klasse unter Beweis gestellt.

    4. Mou war so zufrieden mit seinem Team dass er nur notgedrungen wechselte. Nach der berechtigten gelb-roten für Ramirez musste er einen neuen 6 er ( Mikel ) bringen,

    5. Robben kennen sie bei Chelsea in und auswendig. Cole hat den Holländer fast komplett aus dem Spiel genommen- nur ein Traumpass auf Müller. Erst nachdem Götze und später auch Shaqiri im Spiel waren gab es Akzente über rechts. Ansonsten liefen gefühlte 80 % der Angriffe über das Rib Monster ( Ivanovic muss sich wie bei einem üblen LSD Trip gefühlt ahben ).
    Aber auch Rib benötigte eine Hz. um seine Präzision zu verbessern. In Hz2 war Rib aber wieder in Monsterform.

    6. Selten sieht man wohl 3 verschiedene 6 er in einem Spiel. Nur Martinez und BS31 können diese Position gegen starke Gegner alleine erfolgreich ausfüllen.

    7. Wer zweimal einen Rückstand gegen ein so tief und gut verteidigendes Team wie Chelsea aufholt, der zeit eine gute Moral und starken Teamgeist.

    8. Auch wenn noch viel Arbeit vor der Mannschaft liegt, so könnte dieser Sieg der Durchbruch für Pep bei den Bayern sein. Den Weltpokal noch „abgrasen“ und dann ist die Medaillenkollektion die von Don Jupp begonnen wurde durch Pep komplettiert worden. Man könnte in diesem Fall sogar ein CL VF Ausscheiden in dieser Saison verkraften- sowie ein Kopf an Kopf Rennen mit dem BVB um die Meisterschaft. .

    9. Großes Lob auch an Mou und Chelsea die diesen Abend zu einem unvergesslichen für die Bayern gemacht hab en.

    10. Ein Wort noch zu 11m Schießen mit Czech. War er beim „Drama Dahoam“ bei JEDEM 11m der Bayern in der richtigen Ecke ( da gab es wohl einen Maulwurf ), so kam er diesmal nicht so gut vorbereitet zur Entscheidung.
    Neuer hat den einzigen haltbaren 11m von Chelsea gleich pariert. Czech war „nur“ bei den Schüssen von Lahm und Shaqiri in der richtigen Ecke. Schade dass Robben nicht geschossen hat wird sich Czech gedacht haben ( kleiner Scherz ).

    11. Zwei Tore schienen mir haltbar ( Schuss von Rib + Hazard ). Dafür haben Czech + Neuer ihre Teams mit Weltklasseparaden vor weiterem Übel bewahrt.
    Und klar, die Szene wo Hazard Kapitän Lahm und Boa nass macht war schon etwas peinlich.

    12. Jonas Erikkson fast perfekt. Nur für den üblen Tritt von Torres auf die Achillesferse von Martinez muss er natürlich den Karton ziehen. Ansonsten hat er das Spiel fluide und fair geleitet. In jedem Falle eine gute Option für die WM in BRA wenn es dort in die Entscheidung geht.

    <<<<<<Danke an Pep + Mou, Chelsea und die Bayern für einen wunderbaren Abend. Geil. Mehr davon.<<<<<<<
    Mou sah ganz schön angefressen aus nach dem Spiel. Die Ränder unter den Augen waren nicht zu übersehen.

    Großes Kompliment auch an die Bayern Fans die eigentlich das gesamte Spiel über super Stimmung gemacht haben. Super Super Super Bayern Fans. Danke.

  4. Ryukyu schreibt:

    Bah, war das ein geiles Spiel! 🙂 Fast noch geiler als das Spiel war allerdings der unglaubliche Support! Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich den zuletzt als so herausragend wahrgenommen habe. Umso höher ist das ganze zu bewerten, weil so ein Spielverlauf ja eher als Stimmungskiller wirkt.

    Geiler Bericht auch zu diesem geilen Spiel. 🙂 Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so über einen Supercup-Titel freuen kann. Wir sind beim 2:2 jedenfalls hart eskaliert. 😀

    Zum Spiel wurden hier die wichtigsten Dinge schon benannt, ich fasse mich ausnahmsweise mal kurz. 😛

    Mein persönliches Fazit des Spiels: Ich habe ja eigentlich immer an Kroos geglaubt und halte ihn von den Fähigkeiten her eigentlich für den perfekten 8er im neuen System, aber er bringt es einfach nicht auf den Platz. Und der entscheidende Mangel wurde hier auch schon korrekt benannt: Es ist in der Tat seine fehlende Bereitschaft, sich im Defensivspiel aufzuopfern. Wenn ich sehe, wie er nach einem Ballverlust hinter dem Ball her trabt, da schwillt mir der Kamm. Mich würde es nicht wundern, wenn sich nach der Saison die Wege trennen. Julian Draxler wäre der Mann, den ich mir an seiner Stelle wünschen würde. 😉

    Nicht überzeugt hat mich erneut Rafinha. Er bleibt für mich ein passables Backup in der Bundesliga. In einem Topspiel wollte ich mich nicht auf ihn verlassen müssen. Übrigens hat Chelsea Robben in meinen Augen gar nicht sonderlich gut verteidigt. Robben ist immer einfach zu verteidigen, wenn er nicht Lahm hinter sich hat. Rafinha rückt nicht auf und hinterläuft nicht. Dadurch reicht es, ihn nach innen zuzustellen. Im Prinzip kann man Robben auf der Bank lassen, wenn Lahm nicht hinter ihm spielt. Müller ist dann deutlich effektiver. Die defensive Stabilität kam für mich nicht nur durch einen überragenden Martinez (HURRA!! ER KANN DIE 6!!!) zustande, sondern vor allem auch durch Phillip Lahm auf der rechten Seite. Könnte man ihn doch nur klonen. Der wäre auf 4-5 Positionen der beste seiner Art.

    Egal, ich will gar nicht groß meckern. Solche Spiele wie gestern sollte man am besten einfach genießen. Mache ich jetzt auch und schaue es noch einmal.

    P.S. Verschwörungs-Mourinho ist ein Spinner vor dem Herrn. Den brauche ich echt nicht bei Bayern.

  5. Wewew schreibt:

    Die lahm klone.. oh ja, hab ich mir schon so oft gedacht, ich denke er wäre von den anlagen (!) bzw. wenn man ihm auf der jeweiligen position etwa eine hinrunde zeit geben würde, auf beiden AV positionen und auf der 8 der beste der welt, und auf der 6, der 10 und den offensiven außenbahnen unter den top 5…

    Er besitzt die unwiederstehlichen arbeitsrate und physis (was antritt, ausdauer und sprintgeschwindigkeit angeht) der absolut besten (ein alves von 2010), doch dies ist nicht das besondere… viel eher ist es, wie er diese eigenschaften mit unnachahmlicher konstanz und defensivstärke verbindet, er ist enorm zweikampfstark, begeht kaum fehler, sein stellungsspiel ist stark, und spieler, die mit seinen tacklings mithalten können, kann man vermutlich auf einer hand abzählen…

    Und martinez… der gehört schleunigst ins mittelfeld, sei es die 8 oder die 6
    Ich stelle ihn mir durchaus auf ersterer position vor, da guardiola schweini auf der 6 als spielgestatler wohl für zu passend hält, und martinez könnte auf der 8 das gegenpressing, welches kroos wie gesagt leider zu wenig energisch bestreitet, intensivieren… er ist auch pressingresistent (wahrscheinlich steht er einem kroos nicht nach) und in jetztiger situation beschränkt sich das passmuster eines 8ers stark auf kurzpassspiel auf engem raum, was er beherrscht…
    kroos hätte vermutlich mehr kreativität und schussstärke auf seiner seite, doch im gegenzug könnte der spanier gegebenenfalls in den strafraum vorrücken, um kopfbälle zu verarbeiten, während sich der offensivere 8er zurückfallen lässt….
    und die strafraumverteidigung, wenn man sich mal zurückzieht, wäre mit ih sicher stabiler

    was denkt ihr, martinez auf der 8??!!?

    • anandvishwanathan schreibt:

      @Wewew
      1. Zu Martinez
      Natürlich ist er der ideale 6er. Bei Barca spielt Busquets und zu Mou wollte er nicht. Ergo konnten die Bayern ihn verpflichten. Bielsa, der vorherige Mentor von Martinez ist auch ein Mentor von Pep.
      Falls Javi auf die a6 kommt stellt sich die Frage: wohin mit BS31. Rechts auf die 8- gegen starke Gegner defensiver, gegen schwache offensiver.
      Auf der a6 ist Bs31 einfach zu verletzungsanfällig. Auf der 8 ist er nicht mehr der Hauptgestalter dafür aber besser in der Lage die notwendigen Lochpässe für Rob, Mandschu, Müller, Pizza, Shaq, Rib oder auch Götze zu liefern. Zudem kann er bei Bedarf ( gegen starke internationale Teams sowie gegen den BVB ) tiefer stehen und damit situativ die bestens erprobte Doppelsechs mit Martinez herstellen. Über Javi + BS31 können die Bayern dann wieder das Tempo bestimmen.

      Im Übrigen wollte Pep ursprünglich seinen spanischen Kollegen Martinez gegen Chelsea nicht auf die 6 stellen. Er wollte die Katze noch nicht aus dem Sack lassen.
      Es war in diesem Spiel seine DRITTE Lösung ( dabei ist noch zu bedenken dass BS31 + Kirchhoff nicht dabei waren ). Er hat erkannt dass er mit Kroos oder Lahm auf der a6 das Spiel gegen Chelski nicht gewinnen kann.
      Im Übrigen hat der „Clash“ gegen Chelsea gezeigt dass Pep innerhalb eines Spieles imehrfach taktisch reagiert. Um dies leichter zu machen benötigt er Spieler wie Lahm die in einem Match 3 verschiedene Positionen einnehmen können. Deshalb auch die Lobrede auf den „intelligenten Lahm“.

      2. Sorry, muss eine Lanze für Mou brechen. Natürlich, er war als Spieler eine Null und benötigt deshalb diese mediale Präsenz. Heroencoaching für die Medien.
      Wir denken uns in Mous Gehirn. Spiele gegen Pep sind sein bevorzugtes Lebenselixier.
      Mou lässt Chelsi in der Anfangsviertelstunde hoch stehen und auf ein frühes 1:0 gehen,. Taktik geht voll auf.
      Nach der Drangperiode der Bayern in Hz2 über etwa 20 Minuten kam dann Chelski wieder stark zurück. In der letzten halben Stunde hat Chelsea 3 Großchancen kreiert ( Oscar frei nach Pass Schürrle und Piruette Dante, Ivanovic per Kopf an die Latte, Luiz zwing Neuer zum Becker Hecht – zudem mehrere Schusschancen die kläglich vergeben wurden).
      Spieltaktisch hat er seinem Team EIN klares taktisches Konzept vorgegeben welches gut umgesetzt wurde. Es gab keinen Grund zu wechseln ( Mata auf der Bank ).
      Ab der 87. Minute auf 10 Mann dezimiert wurde er erstmalig zu taktischer Umstellung gezwungen. Bis dahin hat er seiner Spieltaktik und seiner Wahl der Spieler 100 % vertraut.
      Dann spielt er die komplette Verlängerung mit 10 Mann und muss seinen schnellen Mann Schürrle ( ideal für counter attacking ) für die Absicherung hinten ( Mikel ) ofern. Damit lahmt die rechte Seite und es geht nur mehr über Hazard und Torres / Lukaku.
      Eden Hazard hat er in der Pause vor der Verlängerung gesagt dass er auch mal auf eigene Faust zum Abschluss kommen soll. Ganze 3 Minuten der Verlängerung dauert es bis Hazard genau dies umsetzt. Wieder geht das Konzept von Mou auf.
      Bis dahin hat Mou seinen Buddy Pep ausgecoached. Pep bringt Shaq, seinen letzten Trumpf um die rechte Seite lebendig zu machen.
      Mou spielt nicht nur gegen seinen größten Coaching Konkurrenten sowie den aktuellen CL Sieger sondern auch gegen ein Publikum welches die Bayern permanent nach Vorne pusht. Er weiß, nach dem 2:1 durch Hazard dass jetzt die Hölle beginnt- zumal er ohne Schürrle im Konterspiel extrem geschwächt ist. Mou fordert die Chelsea Fans auf sein Team zu unterstützen. Und wie er sie auffordert ( als ginge es um sein eigenes Leben ).
      4 Sekunden vor Schluss kommt der FCB per Brechstange ( Dante auf Javi ) zum Ausgleich. Mou sagt sich innerlich „mir fehlt das Glück“. Er hat alles richtig gemacht, sein Team perfekt auf die Bayern eingestellt und seine Spieler haben dies auch hervorragend umgesetzt. Und dann dass…Drama bei Mou.

      Genauso muss sich Pellegrini gefühlt haben nachdem er Kloppo im CL VF praktisch ausgecoached hatte und dann noch per Brechstange und Schiri Support verliert.

      Sorry, für mich hatte Mou die bessere taktische Ausrichtung . Er ist aber vor allem an einem gescheitert: Pep hat den Bayern klar gemacht dass sie ihm vertrauen und an ihn glauben müssen- und dies bedingungslos. Er hat Glück gehabt.
      Die Szene mit Rib + Pep war symptomatisch für das Innenleben der Bayern. Pep hat den Durchbruch bei den Bayern geschafft. Der Sieg gegen Chelski stärkt die Mentalität und den Zusammenhalt ungemein. Ansonsten wäre es die 2. Niederlage im 2. Endspiel für Pep bei den Bayern gewesen.

      Spieltaktisch hat Pep das Spiel verloren. Mental hat er es gewonnen. Pep hat immer an sein Team geglaubt- auch noch 4 Sekunden vor Schluss bei 1-2 Rückstand.
      Im Übrigen hat er sich genauso verhalten wie im entscheidenden Spiel Barca-Real in der Meisterschaft 2012. Sein Team hat das Spiel 1:2 und damit die Meisterschaft gegen Mous Real verloren. Dabei hatte Pep vollstes Vertrauen in sein Team und hat gtrotz Rückstand ganz spät erst gewechselt.
      An dieser Stelle hat Pep erkannt dass sein Team nicht mehr diesen unbedingten Erfolgswillen hatte- sein Team war zu satt. 4 Tage später schied man dann konsequenter Weise gegen Chelsea im CL HF aus. Genau an dieser Stelle wurde der Gedanke „Bayern München coachen“ lebendiger, zumal Pep wenige Tage später bei Barca aufhörte.

      Von wegen „Freundschaftsspiel „und „Spiel um die goldene Ananas“. Beide Coaches haben am Freitag in Prag wie um ihr eigenes Leben gekämpft. Und es war am Ende hauchdünn…
      Genau dies macht den Fussball so interessant. Mou verdient mehr Respekt als Coach.

      Sorry, Pep und Mou streiten sich ständig, sind aber trotzdem verheiratet. Die freuen sich schon jetzt auf die nächste Auseinandersetzung- auf Leben und Tod natürlich.
      Hoffentlich beißt Mou seinem Buddy Pep nicht irgendwann das Ohr ab ( Anspielung auf Hollyfield- Tyson ).
      Wie sagt doch Uli Hoeness: „Pep ist heiß auf Mourinho“.

      • anandvishwanathan schreibt:

        Kleiner Nachtrag noch zu Mou + Pep:
        Mou ist jetzt nach der dramatischen Niederlage erst so richtig angespitzt.
        Er ruft Ibra an, der der Presse mitteilen soll ,dass Pep ( hat Mou keines Blickes gewürdigt in Prag ) kein Mann ist.
        Zudem baggert Mou an Lewa von dem er weiß dass der Pole die Bayern schon mehrfach erlegt hat. Auch Roo will er unbedingt da er weiß, dass er somit einen großen Teil der Engländer hinter sich hat.
        Wer dachte Mou wäre bereits geschlagen täuscht sich. Psychologische Kriegsführung auf Hochtouren beim „Filou Mou“.

        2008 Mou ist als Coach bei Barca im Gespräch. Dort soll ihn ausgerechnet Pep assistieren. Barca verpflichtet Pep, der zuvor Barca-B trainiert hat.

        2009 Pep holt als Rookie die CL mit Barca – neben weiteren Titeln

        2010 Mou MUSS kontern + holt die CL mit Inter, Wechselt dann nach Real Holt Özil + Khedira nach Madrid- er wollte ursprünglich BS31.

        2010 / 2011 Mou wird von Pep im CL HF gedemütigt. Mou lässt im Bernabeu Catenaccio gegen Pep spielen. Zusätzliche Schmach für Mou durch ein 0:5 gegen Peps Barca in der Meisterschaft. Pep gewinnt abermals die CL Damit zieht Pep an CL Titeln bereits mit Mou gleich. Mou MUSS kontern.

        2011 / 2012 Mou schlägt Pep mit 2:1 im Camp Nou. Mou wird Meister. Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte. Barca + Real scheiden im CL VF aus. Darnach gibt Pep seinen Posten bei Barca auf. Chelsea gewinnt die CL gegen die Bayern. Mou holt Modric.

        2012 / 2013 Pep hat die Füsschen in „Old York“ hochliegen. Mou fehlt die Herausforderung. Außer der Supercopa holt er keinen Titel. Affäre mit Casillas der mit Barca Spielern ( Xavi ) einen Komplott gegen Mou „ausheckt“. Mou wird in SPA demontiert. Er streitet sich nicht mehr mit Pep, Mou streitet sich mit seinen eigenen Spielern. Sein ganzer Fokus liegt auf der CL- dort scheitert er am BVB.
        Pep unterschreibt bei den Bayern. Die Bayern gewinnen die CL mit Osram ( Don Jupp ). Mou geht zu Chelski. Der BVB hat Klopp, da kommt Mou nicht unter. Es hat ihm aber unter den Fingern gejuckt.

        2013 „Drama für Mou“ im UEFA Supercup in Prag. Er verliert mit Chelski gegen Peps Bayern mit 6:7 nV+E
        „Mou wird zum Osram“, will jetzt sofort einen Topstürmer- am besten Lewa der weiß wie man die Bayern ( Pep ) schlägt. Mou ist jetzt so richtig heiß auf Pep.
        Die Wahl der Mittel ist ihm egal. Er will Pep schlagen- um JEDEN Preis.

  6. Wewew schreibt:

    Haha :D… klingt einleuchtend, und diese Fehde, welche mir erst jetzt, sofern es sie tatsächlich in dieser von dir dargestellten konsequenz gibt, richtig bewusst wird, versüßt mir die zeit mit pep noch mehr

  7. Pingback: #Link11: Der helle Wahnsinn | Fokus Fussball

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