Vor dem Saisonstart: Vorsicht vor Borussia Mönchengladbach

Wenn heute Abend die 51. Bundesligasaison mit dem Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach eröffnet wird, dann kommt mit der Favre-Elf ein kleiner Angstgegner der Münchener in die Allianz Arena. Seit der Saison 2006/2007 gewann der FC Bayern gerade einmal vier Spiele gegen die Borussen. Insgesamt 6 Mal ging es Unentschieden aus und zwei Mal gewann die Fohlen-Elf. In den letzten vier Bundesliga-Partien gelang Bayern mit dem 4:3-Erfolg am 34. Spieltag der Triple-Saison gar nur ein Sieg. Auch die Bilanz der direkten Aufeinandertreffen am ersten Spieltag ist für Bayern-Verhältnisse mäßig. Seit 2001 trafen die beiden Mannschaften vier Mal zum Saisonauftakt aufeinander. Ein Sieg, Zwei Niederlagen und ein Unentschieden stehen aus Bayern-Sicht zu Buche. Doch es ist mehr als die Bilanz, die Mönchengladbach zu einem unangenehmen Gegner macht. 

Seit Lucien Favre im Jahr 2011 das Traineramt übernommen hat, spielt Gladbach einen sehr geradlinigen Konterfußball. Auch nach dem Abgang von Marco Reus, der zusammen mit Patrick Herrmann auf den Flügeln und Mike Hanke als Umschaltspieler ein exzellentes Trio bildete, behielt Favre diese Ausrichtung bei. Erfolg hat er dabei vor allem gegen die Top-Teams. Es ist kein Zufall, dass neben Bayern auch Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in den vergangenen beiden Jahren enorme Probleme mit den Borussen hatten. Leverkusen ist gegen Mönchengladbach seit vier Spielen sieglos und auch Dortmund gewann nur zwei der letzten vier Duelle. Gleiches gilt für den FC Schalke.

Wenn man an Bayerns Schwierigkeiten im defensiven Umschaltspiel denkt, die sich durch die gesamte Vorbereitung unter Pep Guardiola zogen, dann wird auf diesen Aspekt gerade gegen Mönchengladbach ein besonderes Augenmerk gelegt werden müssen. Die Favre-Elf wird versuchen das Gegenpressing der Münchener bei Ballgewinn mit einem schnellen vertikalen Ball auf einen Umschaltspieler wie Xhaka oder Arango zu überwinden und dann mit den schnellen Offensivspielern Herrmann, Raffael und Kruse die Räume neben der alleinigen 6 zu besetzen und damit die Viererkette der Münchener unter Druck zu setzen. Wie gut das mit den Neuzugängen Raffael und Kruse funktioniert, bleibt abzuwarten.

Defensiv ist Mönchengladbach fraglos zu knacken. Das haben nicht nur die 4 Münchener Tore zum Saisonabschluss 2012/2013 gezeigt. Mönchengladbach lebt defensiv von seiner Ordnung und weniger von den Einzelspielern. Gerade Daems und der etwas langsamer gewordene Stranzl sind am Boden potenzielle Schwachstellen in der Gladbacher Hintermannschaft. Bayern muss versuchen den Druck auf die Gäste-Defensive durch hohen Ballbesitz und schnelle Ballzirkulationen im letzten Spielfelddrittel hoch zu halten, um 1:1-Situationen zu provozieren und den Verbund der Viererkette durch erzwungenes Herausrücken eines Teils zu lösen.

Bayern Aufstellung bleibt zum jetzigen Zeitpunkt eine Wundertüte. Weil Thiago angeschlagen ist, scheint neben Schweinsteiger auf der 6 zumindest die Offensive mit Kroos, Müller, Robben und Ribéry klar. Ob Mandzukic vorne stürmt oder Shaqiri in die Mannschaft kommt, ist genauso unklar welches Innenverteidiger-Duo von Beginn an auf dem Platz steht. Potenziell scheint jede Kombination möglich. Nach den Eindrücken der Vorbereitung wäre es aus meiner Sicht fahrlässig Boateng draußen zu lassen. Trotzdem spricht einiges dafür, dass Guardiola zum Start auf Dante und Martínez setzen wird.

Der FC Bayern geht (natürlich) als klarer Favorit in den Saisonauftakt gegen Borussia Mönchengladbach. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Guardiola muss nun zeigen, dass er in der Lage ist seinem Team den richtigen Plan gegen einen für Bayern unangenehmen Gegner mit auf den Weg zu geben.

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3 Antworten zu Vor dem Saisonstart: Vorsicht vor Borussia Mönchengladbach

  1. Ryukyu schreibt:

    Ich bin auch gespannt auf die Aufstellung. Von Ribery, Kroos, Müller und Robben kann man wirklich ausgehen. Ich bin mir auch relativ sicher, dass Mandzukic von Beginn an spielt. Alles andere könnte ich nach der Vorbereitung ehrlich gesagt auch nicht verstehen.

    Schweinsteiger gehört für mich mit seinem Trainingsrückstand auf die Bank. Ich hätte auf Thiago getippt auf der 6, wenn er nicht ausgefallen wäre. Vielleicht gibt Martinez dort sein Debüt? Oder gar Gustavo? Aber das ist eher unwahrscheinlich.

    Schweinsteiger, Dante und Martinez im defensiven Dreieck fände ich grob fahrlässig mit ihrem Trainingsrückstand. In der IV MUSS Boateng spielen. Er hat die Vorbereitung komplett mitgemacht und vollkommen überzeugt. Unabhängig davon ist er für mich nach seiner Rückrunde der stärkste IV. Ich vermute sogar, dass er im DFB-Pokal geschont wurde. Ich schätze, dass man hinten Boateng und Dante sehen wird, sowie auf den Außen natürlich Alaba und Lahm. Persönlich würde ich sogar eher van Buyten spielen lassen, weil er die gesamte Vorbereitung absolviert hat.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir zum Auftakt ein Experiment mit Lahm im Mittelfeld zu sehen bekommen, obwohl die Variante durchaus denkbar wäre ohne Schweinsteiger und Thiago. Der Saisonstart macht trotzdem deutlich, wie viele Optionen Bayern hat. Und dass, obwohl Götze und Thiago die idealen Spieler für die Halbpositionen schon ausfallen und noch einige andere Spieler Trainingsrückstand haben.

    Auf jeden Fall verspricht allein schon die Aufstellung der ersten Elf heute für große Spannung! Ich freu mich drauf! Keine 11 Stunden mehr! 🙂

  2. Pingback: #Link11: Des Königs neue Blogschau | Fokus Fussball

  3. Ryukyu schreibt:

    Gute Aufstellung! Boateng drin und Mandzukic. Das stimmt mich optimistisch.

    Neuer – Lahm, Boateng , Dante , Alaba – Schweinsteiger – Robben , T. Müller , Kroos , Ribery – Mandzukic

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