Guardiola forciert Wechsel von Thiago Alcantara zum FC Bayern

„Ich habe Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer gebeten Thiago Alcantara zu verpflichten, aber ich weiß momentan nicht was der Stand ist.“ Pep Guardiola auf der Abschluss-Pressekonferenz im Trentino, 11. Juli 2013. 

Ich muss zugeben, dass ich extrem ambivalent bin was diesen möglichen Wechsel angeht. Guardiola war auf der Abschluss-Pressekonferenz im Trentino extrem klar. Er will diesen Spieler. Thiago hat beim FC Barcelona eine Ausstiegsklausel in Höhe von 18 Millionen Euro, sodass der Transfer machbar erscheint und sehr schnell über die Bühne gehen könnte. Einige Pro’s und Contra’s zu einem möglichen Transfer des 22-Jährigen.

– Thiago ist fraglos ein ganz feiner Fußballer, der die Ballbehandlung von Iniesta mit der Dynamik eines Cesc Fabregas zu seinen besseren Zeiten auf sich vereint. Seine Fähigkeiten den Ball auf engstem Raum zu verarbeiten und abzuschirmen genügen schon jetzt allerhöchsten Ansprüchen. Gerade auf Grund dieser Fähigkeiten sehe ich ihn prädestiniert für eine Position im zentralen Mittelfeld. Dort hat er auch in Barcelona den Großteil seiner Spiele absolviert. Die strategischen Fähigkeiten eines Xavi oder Schweinsteiger hat er jedoch noch nicht, weshalb er hier Unterstützung bräuchte.

– Mit Mario Götze und Thiago hätte Bayern zwei der talentiertesten Spieler ihrer Generation im Kader. Perspektivisch ist der Transfer also auf jeden Fall sinnvoll. Vor allem wenn Thiago jetzt für 18 Millionen Euro zu haben ist.

– Guardiola verriet auf der heutigen Pressekonferenz, dass er sich Thiago auf der 6, 7, 8, 10 und 11 vorstellen kann was ungefähr so viel heißt, dass er jede Position im Mittelfeld spielen kann.

– Ich habe immer dafür plädiert, dass es dringend einen adäquaten Backup oder besser gleichwertige Alternative für Bastian Schweinsteiger beim FC Bayern geben muss. Schweinsteiger, der seit Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat, sollte keine 50-60 Pflichtspiele pro Saison absolvieren müssen. Das Programm der Münchener mit Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League und Klub-WM ist hart. Wenn Thiago Schweinsteiger die Gelegenheit gibt, sich Pausen nehmen zu können, ist das sicherlich positiv. Insgesamt würde seine Verpflichtung die Optionen für häufige Rotationen in der Startelf erhöhen.

– Eine Verpflichtung von Thiago könnte auf der anderen Seite eine Wellenbewegung im Kader auslösen. Guardiola weist immer wieder daraufhin, dass er viele Spieler hat, die auf mehreren Positionen agieren können. Es scheint momentan völlig unklar wer in dieser Saison auf welchen Positionen zum Einsatz kommt. Namentlich ist hier vor allem Javi Martinez zu nennen, den Guardiola durchaus auch als Innenverteidiger sieht. In einem 4-1-4-1 könnte dann durchaus Bastian Schweinsteiger als alleinige 6 zum Einsatz kommen. So richtig überzeugt bin ich von dieser Variante nicht. Ich hielte es sogar für fahrlässig Martínez aus seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld abzuziehen. Er war es der Bayern jahrelange Dysbalance auf dieser Position beseitigte. Er hat Bayerns Spiel durch seine Zweikampfstärke im Mittelfeldzentrum auf eine neue Ebene gehoben. Ich sehe wenig überzeugende Gründe, die dafür sprechen dieses Erfolgsrezept zu ändern.

– Konsequenzen könnte die Verpfllichtung auch für Luiz Gustavo, Emre Can und Piere-Emille Højbjerg haben für die es noch schwerer werden dürfte Einsatzzeiten im Mittelfeld zu finden.

– Ungewöhnlich scheint auch, dass der FC Barcelona Thiago offenbar keine Stammplatz-Perspektive bieten kann oder will, obwohl Schlüsselspieler wie Xavi (34) und Iniesta (29) in die Jahre kommen. Wäre man in Barcelona restlos überzeugt von dem jungen Spanier, würden sie ihn mit Sicherheit nicht einfach ziehen lassen.

– Auf seiner Auftakt-PK sagte Guardiola: „Wenn eine Mannschaft viel gewonnen hat, muss man wenige Änderungen tätigen. Die Mannschaft ist sehr gut. Wir wollen nichts ändern, um einfach etwas zu ändern.“ Ich fand diese Aussage von Guardiola damals sehr passend. Sollte Thiago kommen und das Gefüge nocheinmal durcheinander wirbeln, bleibt jedoch fraglich ob diese Aussage wirklich Bestand hat.

Momentan erzeugt ein möglicher Transfer von Thiago zumindest bei mir mehr Fragen als Antworten.

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10 Antworten zu Guardiola forciert Wechsel von Thiago Alcantara zum FC Bayern

  1. giselher schreibt:

    „Wäre man in Barcelona restlos überzeugt von dem jungen Spanier, würden sie ihn mit Sicherheit nicht einfach ziehen lassen.“

    Soweit zu lesen war, hat der junge Mann eine Ausstiegsklausel, aus der auch die „18 Millionen“ herrühren sollen. Da iss dann eher nix für Barcelona mit „halten“ (s.a. > Götze, Mario). Und wenn der alte Förderer (und Bruder des Bertaers) persönlich anruft, dann kanns schnell zum Wechsel kommen.

    Und was die Kaderentwicklung angeht: Als backup für Bastian wärs für Thiago wenig interessant. Das könnte er in Barcelona auch für Xavi sein, und der ist schon 34. Nene, dem wird der Pep schon mehr versprochen haben. Für die Jungen allerdings (Can, Hojbjerg) und Gustavo mit seinen WM-Ambitionen ist das Ganze wohl weniger motivierend …

    • derbayernblog schreibt:

      Guardiola sagte heute, dass für Thiago das wichtigste ist, dass er regelmäßig spielt. Das kann ihm Barcelona offenbar nicht bieten. Das meinte ich damit.

  2. Imrahil schreibt:

    „Mit Mario Götze und Thiago hätte Bayern zwei der talentiertesten Spieler ihrer Generation im Kader.“

    Alaba nicht vergessen. Es sind drei. Ansonsten schöner und sehr aktueller Blog.

  3. giselher schreibt:

    Ja ne, schon klar. In Barcelona kommt er an Xavi & co. (noch) nicht vorbei. Und genau das, das Vorbei-kommen und regelmäßig Spielen, wird ihm Pep versprechen müssen bzw versprochen haben. Deshalb scheint mir der Gedanke, ihn als backup für Bastian zu holen, zu kurz gesprungen. Neben Bastian, o.k.

    Die Auswirkungen für Martinez, die ganzen IV’er und die Jungen nebst Gustavo sind ja treffend berschreiben.

  4. Gedächtnisflanke schreibt:

    Ich sehe den geplanten Thiago Transfer, und die wahrscheinliche Systemumstellung auf 4-3-3 / 4-1-4-1 für Bayerns Erfolg eher kritisch, auch wenn ich mich persönlich sehr freue und gespannt auf die Änderungen bin.
    Meiner Meinung nach war aber die Doppel 6 Martinez-Schweinsteiger das vielleicht wichtigste, und schwer trennbare Element der Mannschaft, welches essenziell für die Erfolge des FCB war. ( Man denke nur an die Leistung der beiden gegen den Fc Barcelona.)

    Fazit: Ich hätte mir eigentlich eine andere Vorgehensweise von Guardiola in seiner ersten Saison erwartet ( wenig Änderungen, einzelne Ideen einbringen, keine Abkehr vom 4231,…). Ich persönlich finde jedoch die Änderungen sehr spannend, und freue mich schon sehr auf den Bundesligastart mit eventueller falscher Neun, vielleicht dem Nadelspieler Thiago, noch offensiveren Außenverteidigern, usw…

  5. Biden schreibt:

    Ich glaub seit heute können wir davon ausgehen, dass Pep ein Barca 2.0 aufbauen will. Das 4-1-4-1, der Vorzug der „technisch hochbegabten“ gegenüber den körperlich Stärkeren Spielern …
    Die Frage wird wohl eher sein, wartet man ein Umbruch-/Übergangsjahr (vielleicht ohne Titel?) ab, um dann vielleicht nächstes Jahr ähnliche Spielweisen wie Barca zu haben ? Wird die Saison trotzdem gut oder nimmt man ihn den vermeintlichen Rückschritt (siehe Van Gaals „Sturheit“) und den Verlust der eigenen spielerischen Identität (Schnelles Umschalten+Ballbesitzspiel) übel ?

  6. elsub schreibt:

    Ich denke einer der Gründedie Guardiola für die Verpflichtung Thiagos sieht, ist das CL-Finale gegen Dortmund. Schweinsteiger musste oft aus seiner Position herauskippen um die Spieleröffnung gegen das Dortmunder Pressing zu übernehmen.
    Mit Thiago im Mittelfeld und Martinez in der IV hätte man sich das sparen können. Martinez kann ein Spiel eröffnen, er mit Dante wäre weniger Pressinganfällig als bspw Boateng/van Buyten.
    Über seine Zweikampfstärke und Antizipationsfähigkeit muss man kein Wort mehr verlieren, denke ich.
    Die Spielstärke, angefangen in der Innenverteidigung über das Mittelfeld bis in den Sturm, falsche 9 hin oder her, wäre in dieser Konstellation überragend.

  7. Spanische Fliege schreibt:

    Die Katze ist aus dem Sack. Pep wollte Neymar, Isco und Thiago. Kroos, Gomez und Robben sollten verkauft werden. Durch den Erlös speziell von Gomez + Robben sollte der Tarnsfer von Neymar möglich gemacht werden.
    Für Isco kam Götze. Neymar wurde zu teuer und hätte zudem die Rolle von Rib in Frage gestellt. Da hat die Bayern Führung nicht mehr mitgemacht. Das Gehaltsgefüge sollte intakt bleieben.

    1. System 4-1-4-1- bevorzugtes System von Pep
    Neuer
    Lahm ( Raf )- Javi ( Can )- Dante ( Boa )- Alaba ( Bad )
    Gustavo ( Thiago, Can )
    Müller ( Robben )- BS31-Thiago ( Kroos )- Rib ( Shaq )
    Götze ( Mandzukic, Pizza )

    2. System 3-4-3- wenn noch mehr Offensivkraft gefordert ist
    Neuer
    Lahm- Dante- Alaba
    Götze-Javi- Bs31- Thiago
    Müller ( Rob )- Mandzukic ( Pizza )- Rib ( Shaq )

    3. Der Heynkes Klassiker + Götze: 4-2-3-1- kommt nur dann wenn 1.+2. nicht funktionieren
    Lahm- Boa- Dante- Alaba
    Javi ( Can ) – BS31 ( Thiago )
    Müller ( Robben )- Götze ( Kroos )- Rib ( Shaq )
    Mandzukic

    Der FCB wird spanischer, spielerischer, erzielt mehr Tore und kassiert auch mehr.
    Die Devise lautet nicht mehr: „Zuerst defensiv stabil, physische Dominanz und dann nach der Anpassungsphase Tore erzielen“.
    Sie wird ersetzt durch „Pressing, Ballbesitzfussball, spielerische Dominanz sowie enorme Laufbereitschaft.
    Hierzu werden eher kleine, technisch versierte und sehr laufstarke Spielertypen bevorteilt. Ob der BVB, Barca, Real, Man U, PSG oder auch Chelsea die Verwundbarkeit der Bayern ausnutzen kann werden wir sehen. Letztendlich entscheiden die Tore und da haben die Bayern gerade mit Gomez einen Topscorer abgegeben. Mandzukic ist im System Pep nur mehr eine Übergangslösung.

    Pep installiert somit ein ähnliches System wie bei Barca und keinesfalls das System CL Sieger 2013 + Götze.

    Der Transfer von Martinez, Pep und Thiago zu Bayern ist das Brainchild von Del Bosque. Mit Martinez für Boa in der IV sowie Gustavo auf der 6 und Thiago in der Xavi Spielmacher Rolle hat er Gomez, Boa, Kroos und in gewissem Maße auch BS31 entwertet. Ein sehr schlauer Schachzug von Del Bosque.

  8. Spanische Fliege schreibt:

    Barca benötigt Geld für Thiago (PSG) bzw. eine entsprechende Alternative. Der Verkauf von Villa hat nicht viel Geld eingebracht, Neymar war viel teurer als erwartet.
    Die Lösung für Barca: Verkauf von Thiago bzw. Fabregas oder gar beide.
    Was bedeutet der Transfer von Thiago für die Bayern? Einen Verdrängungswettbewerb wobei Thiago möglicherweise unter Pep gesetzt sein wird. Grundsätzlich auf der 8 aber auch auf der 6 oder 10.
    BS31 als alleiniger 6er? Ein Scherz? Nein, Emre Can ist der ideale Sechser da zudem noch sehr Kopfball- und zweikampfstark. Er ist aber spieltaktisch und technisch noch nicht so weit. Ergo rückt Gustavo wieder ins Blickfeld. Unter Pep wird er eine zentrale Rolle spielen- sonst wäre er längst gewechselt.
    Das 4.1-4-1 mit Gustavo oder Thiago auf der 6 bedeutet dass Martinez in die IV rückt. Bei Systemwechsel auf 3-4-3 geht Javi auf die 6.
    Mandzukic ist im System Pep nicht mehr notwendig. Er wird nur für die Übergangszeit benötigt. Für Kroos gibt es die Perspektive: Atletico, Neapel, Florenz oder Leverkusen. Alternativ wird er vermehrt auf der Bayern Bank sitzen.
    Der ursprüngliche Plan von Pep basiert auf der Xavi- Messi- Iniesta + Villa Kombi. Wobei Barca 2010 gerade durch die Topform von Villa über links praktisch unschlagbar war. Absolut kein Team war in jener Saison in der Lage sie ernsthaft zu fordern ( weder Real noch Man U… )
    Pep wollte Neymar für Villa, Thiago für Xavi, Isco für Iniesta. Hierdurch wird Rib auf links frei und geht in die Messi Rolle ( alternativ können Müller oder auch Götze die false 9 spielen ).
    Isco ( Götze ) für Iniesta. So bildet sich die Xavi-Messi- Iniesta- Villa Machtformation beim FCB.
    Da Neymar nicht verpflichtet werden konnte, musste Pep umdenken.

  9. Pingback: Thiago Alcántara wechselt zum FC Bayern | Der Bayern Blog

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