Testspiel-Notizen: Bayern München – Brescia Calcio 3:0 (2:0)

Es war der erste ernsthaftere Test der Saison 2013/2014. Der FC Bayern besiegt am Dienstag-Abend Brescia Calcio,  mit 3:0 (2:0). Wichtiger als das Ergebnis war die Frage, ob aus dem Spiel gegen den letztjährigen sechsten der Serie B einige Rückschlüsse auf mögliche Veränderungen des Bayern-Spiels unter dem neuen Trainer Pep Guardiola zu ziehen sind. Diese Frage kann man nach 90 Minuten durchaus mit Ja beantworten.

Testspiel-Notizen:

– Guardiola bot von Beginn an Toni Kroos und Pierre Emille Højbjerg auf der Doppelsechs auf, die nach der verletzungsbedingten Abreise von Bastian Schweinsteiger und der Abwesenheit der Confed Cup Teilnehmer Luiz Gustavo und Javi Martínez arg ausgedünnt ist. Es ist durchaus als Fingerzeig zu sehen, dass Guardiola mit Kroos auf dieser Position als möglichem Schweinsteiger-Ersatz plant und Højbjerg offenbar Can vorzieht. Højbjerg kippte im Spielaufbau immer wieder zwischen die Innenverteidiger ab und fungierte als erste Anspielstation im Spielaufbau. Kroos schob deutlich weiter nach Vorn zwischen die offensive Dreierreihe, was im Spielaufbau eher ein 4-1-4-1 entstehen ließ. Dies rächte sich einige Male als Bayern zu früh den Ball verlor und auf Grund des weit aufgerückten Kroos große Lücken im Zentrum anbot. Højbjerg gefiel mit einigen engagierten Zweikämpfen. Wirklich auffällig war der 17-Jährige, der zur Halbzeit ausgewechselt wurde, aber nicht.

– Pep Guardiola lässt bei Standardsituationen defensiv anders als Heynckes im Raum verteidigen. Offensiv wurden alle Ecken in die Mitte geschlagen und nicht wie in Barcelona üblich kurz gespielt. Eine Ecke führte dann auch zum 3:0 durch Jan Kirchhoff. Wenn auch begünstigt durch den Schlussmann der Italiener. Hier gibt es eine Analyse zu Bayerns Stärken bei Standardsituationen im Vorjahr.

– Sehr auffällig war die extreme Fluidität der Münchener im Offensivspiel. Kroos, Müller, Ribéry, Shaqiri und später auch Pizarro wechselten ständig die Räume. Das war auch schon bei Heynckes eine taktische Variante, die aber gegen Brescia sehr konsequent umgesetzt wurde. Es wird in den kommenden Wochen weiter zu beobachten sein, wie sich dieses Element in Bayerns Offensivspiel unter Guardiola entwickelt.

– Emre Can (der einen gefährlichen Fernschuss hatte), Julian Green, Alessandro Schöpf, Mitchell Weiser und Patrick Weihrauch, die in der zweiten Hälfte eingewechselt wurden, blieben in einer tempoarmen zweiten Halbzeit eher blass.

Was ist Euch im Spiel gegen Brescia aufgefallen?

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5 Antworten zu Testspiel-Notizen: Bayern München – Brescia Calcio 3:0 (2:0)

  1. Sauze schreibt:

    Ich denke Kroos war heute nur „Lückenfüller“ durch die Ausfälle von Schweinsteiger, Martinez und Gustavo. Falls wirklich häufiger auf 4-1-4-1 umgestellt wird, wird Kroos sicherlich nicht der alleinige 6er werden.
    Ich fand schon, dass Højbjerg auch offensiv ein paar gute Momente hatte und ziemlich engagiert zu Werke ging, einmal ja auch zu engagiert. Ich denke nach dem Pressschlag ist jedem Bayernfan mal kurz das Herz in die Hose gerutscht. Ich musste jedenfalls ebenso durchartmen wie Højbjerg als er wieder aufstehen konnte.
    Überraschend schwach fand ich heute Ribery. Er spielte zwar häufig „zentral“, aber meiste dennoch als linker der drei offensiven Mittelfeldspieler (soweit ich das im TV nachvollziehen konnte). Wobei ihm die massive „Enge“ und der Verlust der ein, zwei Schritte Antritt schon etwas die Luft zum brillieren nahm. Trotz des Einrückens schonb Alaba meist nicht aggressiv nach vorn, so dass es in der Mitte noch enger wurde. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird.

  2. Bendid schreibt:

    – Alle Spieler schienen etwas stark belastet und verletzungsanfällig gewesen zu sein.
    – Shaqiri mit vielen technischen Fehlern bei der Ballannahme
    – Mandzukic überhaupt nicht ins Spiel eingebunden
    – Flügelpäarchen fehlte Abstimmung (Ribery-Alaba, Shaquiri-Lahm)
    – Generell scheint die Systemumstellung erstmal ein Rückschritt zu sein
    –> DEF: Pressing und Abdecken der Passwege klappt schlecht
    –> OFF: teilweise Schlechte Raumaufteilung, keine Abstimmung
    … abwarten wieviel besser es noch wird 🙂
    – Kroos und Ribery scheinen als einzige Tiki-taka-fähige Balltechnik zu haben
    – Green scheint gegenüber den anderen Jünglingen die Nase etwas vorn zu haben
    – Boateng war extrem unkonzentriert bei seinen letzten 10min
    – Van Buyten grundsolide, sicherer als Kirchhoff
    – Neuer gewohnt abgeklärt im Aufbau
    – Rafinha war spritzig aggressiv und Ballfordernd, errinnerte ein bisschen an Dani Alves
    – Rest hast du schon erwähnt ^^

    Fazit = noch zu früh um aussagekräftige Kenntnisse zu gewinnen …

  3. Pingback: #Link11: Fußball-EM, Sexismus und worum es wirklich geht | Fokus Fussball

  4. Gedächtnisflanke schreibt:

    Toller Artikel, du hast fast alles relevante schon erwähnt. Hier noch eine Frage vor mir, bevor ich ein paar Gedanken niederschreibe: Das Pressing war aber eigentlich schon ein 442, mit Müller und Mandzukic als Stürmer? Defensiv waren es schon zwei Viererketten mit einer Doppelsechs, oder?

    Hier ein paar Dinge, die mir persönlich aufgefallen sind:

    * Alabas enorme Athletik: Ich bin immer wieder aufs neue über Alabas unglaubliche Schnelligkeit und Ausdauer überrascht. Teilweise hinterläuft er RIbery, und sprintet dann bei Ballverlust gute 50 Meter zurück. Es wäre interessant, Leistungsdaten von den Bayern zu haben, ich könnte mir gut vorstellen, dass Alaba auf einer größeren Distanz mit Robben der Schnellste ist.
    Taktisch gesehen hat sicherlich das Potential, sollte Riberys Freirolle noch größer werden, die Breite auf der linken Seite alleine zu halten, wie es schon Dani Alves bei Barcelona vorgemacht hat.

    * Pierre Emille Højbjerg hat mir nicht wirklich gefallen, ich fand ihn eigentlich recht spielschwach und träge. Irgendwie wie Kroos, nur ohne dessen außergewöhnliche Spielstärke. Eine ernsthafter Konkurrent für Gustavo, der Martinez-Ersatz, scheint er mir nicht zu sein.

    * Shaqiris Ballmitnahmen: Auch wenn er gestern, wie Vorredner Bendid schon sagte, unkonzentriert schien und mit Schlampigkeiten auffiel, ist mir trotzdem seine wunderbare Ballbehandlung aufgefallen. Besonders seine drehenden Ballmitnahmen auf engstem Raum sind sehr stark.

    Insgesamt fand ich das aber gestern nicht so berauschend, die leichten Umstellungen gingen auf Kosten der Kompaktheit, wobei natürlich Schweinsteiger und Martinez nicht dabei waren.

  5. Pingback: “Wir verschieben unter Guardiola anders” | Der Bayern Blog

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