Guardiola-Vorstellung: Von Fallhöhen und Maßstäben

Der neue Bayern-Trainer Josep „Pep“ Guardiola hat sich heute auf einer lang erwarteten Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. In den vergangenen Tagen wurde fast jeder Schritt, jeder Winkelzug, jedes Interview des 42-Jährigen ausgeleuchtet und interpretiert. Der Hype um Guardiola ist zum jetzigen Zeitpunkt wohl kaum zu steigern. Er selbst hat dazu nicht viel beigetragen. Auch der FC Bayern hat dazu in den vergangenen Tagen wenig beigetragen und doch ist schon jetzt klar. Die Fallhöhe für Guardiola und den gesamten Verein ist riesig. Zumal nach einer Saison 2012/2013, die ohnehin kaum noch Spielraum nach oben lässt.

Wer die Pressekonferenz am Montag verfolgt hat weiß: Guardiola ist kein Messias. Guardiola ist kein Magier. Guardiola ist ein sehr bescheidener, höflicher, intelligenter, fußballverrückter und ehrgeiziger Mann und Trainer. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der FC Bayern wird in den kommenden Monaten, vielleicht Jahren beweisen müssen, dass er es ernst meint mit dem Projekt Guardiola. Er wird Erwartungen, die ins Unermessliche gestiegen sind, dämpfen müssen. Er wird sich vor diesen Trainer und die Ideen Guardiolas stellen müssen, wenn einmal zwei Auswärtsspiele in Folge verloren gehen und der Boulevard beginnt nach Jupp Heynckes zu rufen.

Der FC Bayern ist auch deshalb gut beraten eigene Maßstäbe, eigene Erwartungen an Guardiola und die Mannschaft zu definieren und auch offensiv nach außen zu vertreten. Es kann nicht darum gehen die Erfolge der Vorsaison noch einmal zu übertreffen. Es geht darum den FC Bayern fußballerisch weiterzuentwickeln. Es geht darum Nuancen anzupassen und einzelne Spieler zu verbessern. Es gilt die positive taktische Entwicklung der letzten Jahre zu verstetigen.

Der FC Bayern wird unter Pep Guardiola nicht jedes Spiel gewinnen. Er wird mit Sicherheit auch nicht jeden Titel gewinnen. Aber er hat alle Voraussetzungen mit einem erstklassigen Trainer und einem hervorragenden Kader in den kommenden Jahren erfolgreichen  Fußball zu spielen. National und International. Das sollte der Maßstab sein. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

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4 Antworten zu Guardiola-Vorstellung: Von Fallhöhen und Maßstäben

  1. Jan schreibt:

    Oh nein, das Unwort »Fallhöhe«. Dennoch: die meiner Meinung nach wichtigste Beobachtung hast du wunderbar gemacht. Es fehlt eine Zielsetzung bzw. wurde diese noch nicht kommuniziert. Oder doch? Karl-Heinz Rummenigge hat die Meisterschaft wie immer als ehrlichsten Wettbewerb erwähnt. Ich denke genau das wurde auch Guardiola als Ziel gesetzt. Ein Triple oder Double ist nicht so wahrscheinlich wie die Meisterschaft, in der es auf konzentrierte Arbeit über die gesamte Saison ankommt und Ausrutscher verziehen werden, aber trotzdem realistisch. Alles, was über den Bundesligatitel geht, ist auch für mich in der Saison 2013/14 nur Zugabe.

  2. derbayernblog schreibt:

    Hey! Danke für deinen Kommentar. Warum ist Fallhöhe für dich ein Unwort?

    • Jan schreibt:

      Weil es für mich im Zusammenhang mit der Steueraffäre um Uli Hoeneß aufkam, aber erst zur Champions League im Finale gegen Dortmund richtig nervig geworden ist. Wer hat die größere Fallhöhe?

      Wieso hat Guardiola eine höhere Fallhöhe als Jupp Heynckes zu Beginn seines »Feuerwehreinsatzes« und der nachfolgenden Trainerzeit in München? Mag das nicht definieren.

  3. Pingback: #Link11: Pep, die Wurzeln des brasilianischen Fußballs und Fußball-Comedy | Fokus Fussball

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