Koan Lewandowski im Sommer – was das Watzke-Machtwort bedeutet

„Robert Lewandowski wird 2013 definitiv nicht zum FC Bayern wechseln. Das ist endgültig! Das haben wir Robert und seinen Beratern jetzt mitgeteilt.“ Hans-Joachim Watzke, 09.06.2013.

Die Aussage klingt glaubwürdig und könnte die Diskussionen über einen Wechsel des polnischen Nationalspielers von Dortmund nach München zumindest für diesen Sommer endgültig beenden. Der Gesichtsverlust für Watzke und den gesamten BVB wäre riesig, sollte Lewandowski doch noch zum Rekordmeister wechseln. Das wird der kluge Geschäftsmann nicht riskieren.

Dortmund geht mit dieser Taktik trotzdem ein hohes Risiko ein. Es kann nicht im Sinne der Schwarz-Gelben sein, wenn mit Robert Lewandowski im kommenden Jahr ein Spieler im Kader steht, der nicht mehr für diesen Verein spielen möchte. Der Pole hat seine Wechselabsichten klar artikuliert. Ich vermute, dass Watzke darauf hofft, dass es nun hochkarätige Angebote aus dem Ausland gibt. Ein Wechsel nach England, Spanien oder Italien wäre sportlich leichter zu verkraften, als den aktuell vielleicht besten Stürmer Europas an den großen Ligakonkurrenten zu verlieren. Sollte Lewandowski ohnehin spätestens 2014 wechseln, stellt sich zudem die Frage warum Dortmund auf eine zu erwartende hohe Ablöse verzichten sollte.

Watzke hat auch klargestellt, dass es zwar Kontakt mit den Münchenern über die Personalie gab, aber bis heute kein konkretes Angebot eingegangen ist. Ohnehin scheint fraglich wie groß das Interesse der Münchener an einem Lewandowski-Wechsel in diesem Sommer wirklich ist. Echten Handlungsdruck gibt es im Sturm nicht, zudem ist Bayerns Zurückhaltung eher untypisch für die Entscheidungsträger des Rekordmeisters. Große Transfers wie Martínez oder Götze wurden mit wesentlich mehr Nachdruck voran getrieben.

Sportlich wäre ein Stürmertyp wie Lewandowski sicherlich eine Bereicherung. Gerade weil mit Pep Guardiola ein Trainer zu Bayern kommt, der in der Vergangenheit eher selten auf einen klassischen Mittelstürmer gesetzt hat. Lewandowski ist spielerisch herausragend. Seine Ballbehandlung, sein Zweikampfverhalten, seine Fähigkeit Bälle abzuschirmen und nicht zuletzt seine Torgefährlichkeit machen ihn zu einem kompletten, spielstarken Stürmer, der jedem Verein der Welt weiterhelfen kann. Trotzdem scheint es nicht nur bei Münchener Fans, sondern auch bei den Entscheidungsträgern eine Hemmung zu geben beinahe 70 Millionen Euro für Götze und Lewandowski an den größten Widersacher der vergangenen Jahre zu überweisen.

Für Mario Gomez ändert sich übrigens durch die Entwicklungen des Tages aus meiner Sicht so gut wie Nichts. Schon in der vergangenen Saison kam der Nationalspieler wenig zum Einsatz – ohne Robert Lewandowski. Sollte Gomez wechseln, dann wohl weil der Stürmer mit seinen Einsatzzeiten in der abgelaufenen Saison unzufrieden war und sich auch unter Guardiola keine Verbesserung verspricht – und nicht weil ihn der FC Bayern dringend abgeben will. Es war immer die Maßgabe von Uli Hoeneß, dass Verträge grundsätzlich eingehalten werden, aber Spielern, die den Verein verlassen wollen, dies auch ermöglicht wird.

So sehr ich mir persönlich einen Verbleib von Gomez wünschen würde – am Ende wird Pep Guardiola entscheiden müssen, ob ihm das Spielermaterial im Sturm ohne Lewandowski und Gomez ausreicht. Neben zwei klassischen Mittelstürmern mit Mario Mandzukic und Claudio Pizarro, stehen mit Mario Götze und Thomas Müller als Falsche Neunen weitere Alternativen für das offensive Zentrum zur Verfügung. Das sind nicht die schlechtesten Aussichten für die Saison 2013/2014 – auch ohne Lewandowski und Gomez.

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10 Antworten zu Koan Lewandowski im Sommer – was das Watzke-Machtwort bedeutet

  1. shelf schreibt:

    Danke für diesen schnellen Kommentar und überhaupt, für den ganzen Blog. Ich bin gerne hier.

  2. Wewew schreibt:

    Denkst ihr, man wird ihn 2014 ablösefrei bekommen, oder wird es ihn doch zum noch größeren geld ins ausland ziehen? Falls er seine form behält, wäre er dann eine große Bereicherung. Wirklich schade, dass es heuer scheinbar nicht klappen wird.

    Bezüglich mandzukic und gomez denke ich, dass beide sich perfekt ergänzen, aber genau deswegen sieht man ja immer neben den stärken auch besonders die schwächen des spielenden, bei gomez die fehlende arbeit im pressing und im kombinationsspiel, bei mandzukic schlicht und einfach eine fehlende torquote ala lewandowski (welcher bei unseren mitspielern in seiner verfassung sicherlich eine noch höhere als beim bvb hätte)

    Ein kompletter stürmer wäre einfach das i-tüpfelchen, welches den fcb der kommenden saison (hoffentlich) so unvergesslich wie den dieser spielzeit machen würde

    Doch wäre käme sonst in frage?
    Dzeko? mMn keine wirkliche verbesserung …
    lukaku?… noch nicht “fertig“…
    rooney?… >..<

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass, falls gomez scheidet, müller oder Götze als falsche 9 verwendet werden, da dieses konzept immer noch einzigartig bei barcelona ist, und die spielweise heuer wieder stark verändert wurde (mehr vertikalität, lange bälle auf ballbehauptende Mittelstürmer und vermehrtes achten auf 2. bälle, um das dichte mittelfeld zu umgehen)
    dies ist pep sicher nicht entgangen, und ich denke nicht, er wird den fcb so sehr verändern, nicht nach dem triple

    Was denkt ihr?

    • Robert schreibt:

      Fehlende Torquote bei Mandzukiz im Vergleich zu Lewa ist nicht wirklich gegeben, Lewandowski spielt halt schlicht und einfach jedes Spiel bei Dortmund durch, bei Bayern wird rotiert. In Zahlen: Mandzukiz hat vergangene Saison 130 Minuten pro Tor gebraucht, Lewandowski 115. Kein gravierender Unterschied. Gomez übrigens 64.

      Werten will ich das jetzt aber nicht, bin mir inzwischen selbst nicht mehr sicher, welche Kombination von den dreien ich am besten finden würde.

      • Robert schreibt:

        Edit: großer Pluspunkt für Lewa, er ist 3 Jahre jünger als die anderen 2. Insofern ist er natürlich schon die beste Wahl, am besten wärs aber, wenn er nächstes Jahr ablösefrei kommt.

  3. Wewew schreibt:

    edit:
    cavani wäre mMn zu teuer und wiederum eher ein strafraumstürmer, und aguero wird city wohl kaum ziehen lassen, obwohl sich dieser in einer kleinen formkrise befindet

  4. pfomic schreibt:

    Ich hoffe auch das Gomez bleibt.

    Bezüglich der Spielzeit möchte ich dir aber widersprechen.
    Bisher hat Gomez sich immer versucht durchzubeißen und dies auch fast immer geschafft.
    Wenn er nicht die Operation in der letzten Sommerpause, mit der anschließenden verletzungsbedingten Spielpause gehabt hätte, hätte er auch die erste Wahl sein können.
    Das werden wir halt nicht wissen wie es an für Mandzukic gelaufen wäre.

    Ich wünschte Gomez würde es auch unter Pep versuchen, weil ich Mario^2 für das ausgewogenste Stürmer Trio halte 😉 (mit ’nem ruhigen Pizza als Backup)

  5. derbayernblog schreibt:

    Ich bin auch der Meinung, dass ein Stürmertrio Mandzukic, Gomez und Pizarro mit den zusätzlichen taktischen Optionen Müller und Götze optimal wäre. Viele Vereine in Europa sind auf der Suche nach guten Torjägern. Wenn ich an Arsenal oder Juventus denke – denen fehlt vorne komplett die Durchschlagskraft. Bayern wäre mit dem genannten Stürmertrio da im Vergleich sehr gut aufgestellt. Spielzeit gibt es in einer langen Saison ohnehin genug zu vergeben. Von möglichen Verletzungen mal ganz abgesehen. Die Frage ist halt ob Gomez das ausreicht… und ob Guardiola mit solchen Spielertypen überhaupt arbeiten will.

  6. giselher schreibt:

    Wenns jetzt mal nicht richtig schmutzig wird. Lt. Kicker und spon (wer von wem abgeschrieben hat … man weiß es nicht) haben die Lewa-Berater folgende Klausel mit Dortmund ausgehandelt:

    Bietet ein Verein bis zum Saisonende eine Ablöse von über 10 Millionen € und Dortmund lehnt die Freigabe ab, ist der Spieler mit 10% der gebotenen Ablöse, umgerechnet auf sein Jahresgehalt, zu entschädigen.

    Ein Rechenbeispiel: Bayern bietet jetzt malsagen 18 Millionen, muss der BVB Lewandowskis Jahresgehalt um 1,8 Millionen erhöhen. Bei 30 Millionen wärens 3 uswusf.

    Stimmt das mit der Klausel, können die Bayern also die Gehaltshöhe eines fremden Spielers bestimmen. Und der BVB muss zahlen, ohne dass sich z.B. an der Vertragsdauer etwas ändert. Vorsichtig formuliert: Skurril!

    Andererseits: Wer seinen beiden Topyoungsters Götze und Reus Preisschilder auf die Stirn pabbt, der ist wahrscheinlich auch blöd genug, sonne Klausel zu akzeptieren …

  7. Pingback: Linkelf: Lewandowski-Hype und Auslandsvermarktung | Fokus Fussball

  8. Peter Dinklage schreibt:

    Ich habe heute gelesen, dass Lewandowskis Gehalt bei angeblich momentan 1,5 Mio Jahresgehallt liegen soll. Das ist doch wohl ein Witz ! Soviel verdienen selbst mittelklasse Spieler beim HSV oder bei Wolfsburg. Ich dachte er liegt irgendwo zwischen 4-6 Mio …

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