FC Bayern – VfB Stuttgart 3:2 (1:0)

FC Bayern – VfB Stuttgart 3:2 (1:0)
FC Bayern Neuer – Lahm, Van Buyten, Boateng, Alaba – Martinez, Schweinsteiger – Robben (83. Tymoshchuk), Müller, Ribéry (90. Shaqiri) – Gomez (62. Mandzukic)
Ersatz: Starke, Rafinha, Contento, Pizarro
VfB Stuttgart Ulreich – Rüdiger, Tasci, Niedermeier, Molinaro (67. Sakai) – Gentner, Boka – Harnik, Maxim (61. Okazaki), Traoré (75. Cacau) – Ibisevic
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer 75.420 (ausverkauft)
Tore: Müller (37., Foulelfmeter), 2:0 Gomez (48.), 3:0 Gomez (60.), 3:1 Harnik (71.), 3:2 Harnik (80.)
Gelbe Karten: Schweinsteiger / Traoré, Boka, Ibisevic

Es war der letzte Schritt auf dem Weg zu einem historischen Triple. Das letzte i-Tüpfelchen auf eine Saison, deren Bedeutung für diesen Verein wohl erst in einigen Jahren in vollem Umfang deutlich werden wird. Der FC Bayern schleppte sich gegen Stuttgart nach einer zunächst dominanten zweiten Halbzeit ab der 70. Minute ins Ziel. Wer will es dem Team von Jupp Heynckes nach den Anstrengungen der letzten Wochen verdenken. Am Ende ist der Traum vom Triple Realität. Der FC Bayern ging „all in“ – er wollte in dieser Saison Alles – daran ließen Verantwortliche und Spieler in den vergangenen Tagen keinen Zweifel. Die Mannschaft ging am Samstag Abend den letzten Schritt. Es war gleichzeitig der Schlusspunkt einer Saison, die Maßstäbe gesetzt und die Verhältnisse im europäischen Fußball verschoben hat. Das Finale war ein würdiger, wenn auch am Ende unnötig spannender Abschluss einer Bayern-Saison nahe der Perfektion.

3 Dinge, die auffielen:

1. Fehlende Präzision zu Beginn und am Ende

Bayern tat sich in den ersten und den letzten 20 Minuten sichtbar schwer in diesem letzten Spiel der Saison 2012/2013. Gerade im Passspiel fehlte den Münchnern die letzte Konzentration und Präzision. Stuttgart versucht es häufig mit dem gleichen Muster. Lange Bälle auf Ibisevic, der die Bälle auf die nachrückenden schnellen Traore, Harnik oder Maxim ablegen und weiterleiten sollte. Bayern hatte mit dieser Spielweise wenig Probleme auch wenn der ein oder andere zweite Ball verloren wurde und sich Stuttgart zumindest einige Ecken herausspielte.

Bayerns Umschaltspiel war von Beginn an im Ansatz brilliant. Nach einem Ballgewinn schwärmten Ribéry, Müller, Robben und Gomez in vollem Tempo aus und provozierten mehrere 3-gegen-3 oder 4-gegen-4-Duelle im Konter. Da einige Bälle in die Schnittstellen auf Grund der bereits beschriebenen fehlenden Präzision an einem Stuttgarter Bein hängen blieben, ließen die großen Torszenen ein wenig auf sich warten. Nach starken 40 Minuten zwischen 30. und 70. Minute, in denen die Bayern Ball und Gegner dominierten schlichen sich erneut Unkonzentriertheiten ins Münchener Spiel. Interessieren muss das nach dem insgesamt verdienten 3:2-Erfolg der Bayern aber keinen mehr.

2. Philipp Lahm als Antreiber

Dass der Bayern-Kapitän wohl die beste Saison seiner Karriere spielt, habe ich hier bereits ausführlich beschrieben. Auch gegen Stuttgart bewies der 29-Jährige, dass er in der Lage ist ein Spiel von der rechten Abwehrseite aus zu dominieren und zu lenken. In Bayerns stärkster Phase zwischen der 30. und 70. Minute drehte Lahm auf. Er fing Bälle ab, er hinterlief immer wieder Robben und Müller und riss die VfB-Abwehr damit auseinander. Er spielte viele vertikale Bälle in die Spitze und hielt so das hohe Tempo der Bayern und den Druck auf die Stuttgarter Hintermannschaft aufrecht. Er holte den Elfmeter raus und zwang Gomez mit seinem scharfen Querpass regelrecht zum 2:0. Auch er verlor in der zittrigen Endphase ein wenig die Ruhe und verursachte durch Fouls zwei gefährliche Freistoßmöglichkeiten für den VfB. Am Ende ging es gut. Irgendwie…. Egal wie… Philipp Lahm hob den dritten Pokal innerhalb von vier Wochen in die Luft und wird als Kapitän einer der ganz großen Mannschaften des FC Bayern in die Geschichte eingehen.

3. Gomez wie immer

Es scheint nicht ausgeschlossen, dass Mario Gomez den Verein nach dieser Saison verlassen wird. Die Anzeichen verdichten sich, dass Mario Gomez den Verein nach dieser Saison verlassen wird. Das Pokalfinale war neben dem Hinspiel gegen Barcelona im Champions League-Halbfinale eines der ganz wenigen wichtigen Spiele, in denen er von Beginn an auf dem Platz stand. Zu wenig für einen Mann seiner Klasse. Gerade mal 13 Spiele bestritt der Ausnahmestürmer in dieser Saison wettbewerbsübergreifend von Beginn an. Mit den zwei Treffern im Olympiastadion traf der Nationalspieler in diesen Spielen 14 Mal. Eine beeindruckende Quote.

Insgesamt schoss Gomez 11 Tore in der Liga, 2 in der Champions League und 6 im DFB-Pokal. Auch wenn man sich noch so sehr bemüht. Es ist ihm kein Vorwurf zu machen. Heynckes vertraute in dieser Saison dem defensiv und im Kopfballspiel stärkeren Mandzukic. Weil der nicht enttäuschte, blieb für Gomez die Rolle als Ergänzungsspieler. Der 27-Jährige nahm diese Rolle an. Auch wenn es in ihm gebrodelt haben wird, Gomez ließ sich öffentlich nichts entlocken, was die Harmonie in der Mannschaft hätte stören können. Wenn er gefordert war, war er da und machte das, was er immer macht. Tore schießen. Nicht viel mehr, aber eben auch nicht weniger. Mit seinen Toren im Finale in Berlin hat nun aber auch er einen sichtbaren Anteil am historischen Triple.

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