Meisterfeierei

Gestern gab es endlich die Schale, als verdienten Lohn für eine historische Saison des FC Bayern. Der 3:0-Heimsieg gegen Augsburg war die passende Umrahmung für eine Meisterfeier, die trotz der Aufgaben, die noch vor der Mannschaft liegen, ausgelassen ausfiel. Ein paar Notizen zu Bayerns Meisterfeierei:

– Die Idee 23 Bayern-Legenden als Repräsentanten für Bayerns 23 Meisterschaften zur Titelfeier einzuladen, war eine richtig schöne. Dabei waren: Gerd Müller, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Bulle Roth, Dieter Hoeneß, Hasan Salihamidžić, Roy Makaay, Hans-Jörg Butt, Oliver Kahn, Sepp Maier, Gernot Rohr (Ja der Gernot Rohr, 6 BL für Bayern, er ist der Großneffe von Ossi Rohr, der zur Meistermannschaft 1932 gehörte), Sören Lerby, Hansi Pflügler, Roland Wohlfahrt, Raimond Aumann, Bixente Lizarazu, Paolo Sergio, Christian Ziege, Giovane Elber, Sammy Kuffour, Willy Sagnol und Werner Olk (vielen dank an @helmi, @lizaswelt und @R_Petzold)

– Matthias Sammer und Jupp Heynckes ließen ihre Freude am Samstag fast ohne Zurückhaltung heraus. Sammer sprang trotz seines lädierten Knies wie ein junger Gott und Heynckes stimmte auf dem Rathausbalkon sogar einen an.

Philipp Lahm erlebte man am Mikro angetrunken gelöst, wie selten.

Richtig gut drauf war Anatolij Tymoschchuk, der wohl seine letzte Meisterschaft mit Bayern feiern durfte. Wer den Ukrainer und auch Rechtsverteidiger Rafinha, die beide in dieser Saison nur wenig Spielzeit bekamen, so ausgelassen feiern sah, bekommt ein Gefühl für den positiven Teamgeist, der offensichtlich in der Mannschaft herrscht.

Thomas Müller nutzte die Gelegenheit auf dem Balkon und schnappte sich das Mikro, um zwei Trainer hervorzuheben, die eher im Hintergrund ihre Arbeit leisten. Peter Hermann, für den es die erste Deutsche Meisterschaft war und der den Verein wohl verlassen wird und den zweiten Co-Trainer Hermann Gerland.

Franck Ribéry ist nicht besonders textsicher was klassische Münchener Fangesänge angeht, dafür überraschte er mit der Aussage: „David Alaba ist mein Sohn.“

– Karl Heinz Rummenigge versuchte es bei seiner knapp 30-minütigen Ansprache bei der Meisterfeier im Postpalast diesmal nicht mit einem Gedicht, sondern mit einem Liedtext, um seine Bewunderung für Jupp Heynckes Arbeit auszudrücken. Die Pointe versaute er trotzdem irgendwie.

– Ein anderer Kalauer saß dafür etwas besser, als Rummenigge die sechs Neuzugänge aus dem Ausland lobte. Einen Brasilianer, einen Schweizer, einen Basken, einen Peruaner, einen Kroaten und einen Sachsen (Tom Starke).

Außerdem verriet der Bayern-Vorstand was wirklich abging in der Kabine nach der Meisterschaft in Frankfurt vor einigen Wochen.

Liest man den Ticker zur Meisterfeier im Münchener Postpalast von FOCUS-Online gab es in der Nacht einen klaren MVP: Premierenmeister Manuel Neuer:

– 4.07 Uhr, im Postpalast: Jetzt krallt sich Lahm das Mirko, es läuft Michael Jacksons „Beat It“. Neuer tanzt entrückt.

– 4.12 Uhr, im Postpalast: Neuer übernimmt das Kommando: „Deutscher Fußballmeister, deutscher Fußballmeister, deutscher Fußballmeister – FCB!“

– 4.14 Uhr, im Postpalast: Da geht beinahe der Schalker mit Neuer durch: „Ale ale ale ale oh, BVB …“ und weiter kommt er nicht. Das „Hurensöhne“ übernehmen die umstehenden Bayernfans.

– 4.20 Uhr, im Postpalast: Dafür kommt jetzt von Neuer „Ein Schuss, ein Tor – die Bayern!“

Das war’s. Alles in Allem eine schöne Feier, die aber noch ein wenig Luft lässt für das was in diesem Jahr noch kommen soll.

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6 Antworten zu Meisterfeierei

  1. Markus Wilding schreibt:

    Ein Schalker als MVP – das vermiest mir doch gleich die Meisterfeier. Pfui deifi!

  2. Grantler schreibt:

    Peinlich, peinlich, dass Gesamtbild wackelt.

    Gerade wurde wieder mal die polizeiliche Kriminalstatistik für die BRD veröffentlicht.
    Da fällt auf, dass der „summa cum laude“ Bildungsstaat Bayern sehr gut aussieht, mit deutlich weniger Straftaten als Hessen, Bremen oder auch Berlin.
    Die Polizei weißt selbst darauf hin, dass hier nur das sogenannte Hellfeld berücksichtigt wurde und bittet um sensible Interpretation.
    Ich fragte mich entsprechend, liegt es vielleicht daran das Straftaten die in Bremen, Berlin oder Frankfurt als solches definiert werden in Bayern (dem etwas anderen Land) als solches nicht gewertet werden.
    Wird hier mit zweierlei Maß gemessen (…so wie auch im Fall Hoeneß) !?

  3. Grantler schreibt:

    Wer sich seine Erfolge erkauft oder erlügt, der wird auf lange Sicht damit auch nicht glücklich werden (siehe von und zu Guttenberg, Hoeneß, CSU und Konsorten). Das wußte bereits meine Großmutter. Aber die hat ja auch noch Werte wie Ethik und Moral gehabt.

    • Meingott schreibt:

      Zum Glück sind die Bayern über lange Zeit gesehen einer der glücklichsten Vereine der Welt. Das bestätigt deiner Grossmutters Aussagen.

  4. Pingback: »Die Schale ist wieder in München – da, wo sie hingehört!« | Miasanrot.de

  5. Pingback: Borussia M’Gladbach – FC Bayern 3:4 (3:2) | Der Bayern Blog

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