Sammer: Ein Mann ohne Aufgabe?

Schon am gestrigen Freitag hat ein Artikel Verriss von Oliver Fritsch auf Zeit Online über die Rolle von Matthias Sammer beim FC Bayern einige Diskussionen ausgelöst. Für mich, war die Verpflichtung von Matthias Sammer ein wichtiger Faktor, um nach der enttäuschenden Saison 2011/2012 im Verein den Schalter umzulegen. „Keine Ausreden. Einzelschicksale spielen keine Rolle.“ Das war seine Maßgabe im Sommertrainingslager im Trentino. Die richtige Botschaft an Mannschaft und Umfeld und auch sonst brachte Sammer mit seiner klaren, mahnenden, aber vor allem auch demütigen Art gegenüber seinem Arbeitgeber einen neuen Ton zum FC Bayern. Der Sportjournalist Oliver Fritsch hält dagegen und bezeichnet Sammer als einen Mann ohne Aufgaben, der im Verein obendrein völlig isoliert sei.

„Matthias Sammer wirkt in München wie ein Einzelgänger. Nach der vollzogenen Meisterschaft in Frankfurt war er der einzige auf der Bank, der nicht zu den Fans ging. Der FC Bayern hat zwei Bürogebäude an der Säbener Straße. In dem einen sitzen Hoeneß, Rummenigge, der Finanzchef Jan-Christian Dreesen, der Marketing-Chef Andreas Jung, die Presseabteilung, also die Wichtigen. Im anderen sind die Räume der Verwaltung, der Ticketverkäufer. Und das Büro von Sammer. Die Isolation Sammers ist zementiert.“ Oliver Fritsch, 03.05.2013.

Zeit einmal genauer hinzusehen. Was ist dran an den Aussagen des Sportjournalisten? Der Text von Oliver Fritsch, der sich im Artikel anonym und in dieser Reihenfolge auf „Experten“, „viele Leute aus der Bundesliga“, „Fachleute“, „Beobachter“, „Wegbegleiter“, „Funktionäre“, „eine Führungsperson aus der Bundesliga“, „Profis“ und „Szenekenner“ beruft, lässt sich in drei Kernthesen zusammenfassen:

1. Sammer findet in der Mannschaft kein Gehör. 

2. Sammer ist ein Spielball von Uli Hoeneß, der sich mit Hilfe der Personalie Sammer die sportliche Macht im Club zurück erkämpft hat. 

3. Matthias Sammer ist trotz seiner Funktion als Sportchef beim FC Bayern nicht in die Personalplanung eingebunden. 

Der Reihe nach:

1. Sammer findet in der Mannschaft kein Gehör

Laut Fritsch erntet man auf Nachfrage bei den Spielern zur Person Sammer nur „Schweigen oder erhobene Augenbrauen“. Fritsch behauptet, es sei „keine Aussage eines Spielers in Erinnerung, aus der Wertschätzung für Sammer erkennbar sei.“ Zudem spreche Sammer nicht die Sprache der jungen Spieler, die in Fußballinternaten aufgewachsen sei.

Es ist schwer zu beurteilen was in einzelnen Spielern vorgeht und wie sie Sammers Arbeit bewerten. Die Aussage von Fritsch, dass keine positiven Aussagen von Spielern über Sammer bekannt sind, ist jedoch leicht zu widerlegen. Toni Kroos schrieb Matthias Sammer schon im September 2012 eine wichtige Rolle für die Leistungsexplosion der Mannschaft zu. Die Tipps des neuen Sportdirektors seien für seine Kollegen und ihn Gold wert: „Er strahlt etwas aus, was gerade für junge Spieler wichtig ist“, so Kroos. Der neue starke Mann neben Trainer Jupp Heynckes sei in der Lage, „die letzten Prozente aus uns herauszuholen.“ Zudem sei Sammer auf Grund seiner Erfahrung und seines Stellenwerts „ein Vorbild. Sein Denken ist wichtig für uns“, so Kroos im Kicker. Auch Claudio Pizarro bekannte bereits früh: „Sammer ist wichtig für uns.“ Und Franck Ribéry lobte Sammers Kritik nach dem Hinspiel-Sieg gegen Bremen: „Matthias Sammer ist ein Teil unserer Mannschaft. Er darf kritisieren wie jeder andere. Er ist auch für die gute Stimmung bei uns im Team verantwortlich. Dafür, dass wir voll da sind.“

2. Sammer ist ein Spielball von Uli Hoeneß, der sich mit Hilfe der Personalie Sammer die sportliche Macht im Club zurück erkämpft hat. 

Hoeneß habe laut Fritsch die sportlichen Misserfolge des FC Bayern seit 2010 auf seinen Rücktritt als Manager zurück geführt, deshalb sei es ihm wichtig gewesen wieder mehr Macht im Verein zu bekommen. Genau deshalb habe er Christian Nerlinger entlassen und mit Sammer jemanden installiert, den er beherrschen und kleinhalten könne. Fritsch beruft sich hier auf einen „Szenekenner“.

Die Faktenlage für diese Theorie ist äußerst dünn. Hoeneß hat immer wieder recht glaubhaft darauf hingewiesen, dass er es als die Königsaufgabe beim FC Bayern ansieht einen Generationenwechsel in der Führungsebene herbeizuführen. Dieser Generationenwechsel hat mit den Personalien Dreesen und Sammer gerade erst begonnen und ist mit Sicherheit eine der größten Baustellen für die kommenden 5 Jahre. Dass aber ausgerechnet Sammer nun ein Spielball sein soll, um Hoeneß sportliche Macht im Club wieder auszuweiten leuchtet nicht ein. Sammer hat im Gegensatz zu Nerlinger einen Platz im Vorstand bekommen. Hoeneß erklärte nach der Meisterschaft der Bayern in Frankfurt, dass Sammer garantiert noch zehn bis 15 Jahre bei Bayern München bleiben solle. Alles in allem wenig Stoff für Verschwörungstheorien.

3. Matthias Sammer ist trotz seiner Funktion als Sportchef beim FC Bayern nicht in die Personalplanung eingebunden. 

Hierfür nennt Fritsch eine Reihe von Beispielen. Sammer habe mit dem aktuellen Kader nichts zu tun und sei zudem in die Verhandlungen mit Guardiola und Martinez nicht eingebunden gewesen. Guardiola und Sammer seien zudem persönliche Gegensätze. Der FC Bayern wollte darüber hinaus durch Sammer vom BVB lernen „wie man billig kaufen kann“. Dass nun Mario Götze verpflichtet wurde, sei ein Beleg dafür, dass Sammer sich im Verein nicht durchsetzen könne. Fritsch zitiert zudem einen „Bundesliga-Funktionär“ mit den Worten: „Sammer ist keiner, der die 1b-Reihe der Bundesliga kennt oder bis nachts Spiele der italienischen Liga schaut.“ Die Verpflichtung von Jan Kirchhoff und den wahrscheinlichen Transfer von Sebastian Rode habe zwar Sammer eingefädelt, beide seien jedoch reine Alibi-Transfers, damit Sammer das Gesicht wahren könne. Außerdem sei Hoeneß und nicht der Bayern-Sportchef vom HSV-Manager Frank Arnesen kontaktiert worden, als dieser Holger Badstuber verpflichten wollte.

Hier geht bei Fritsch nun einiges durcheinander. Dass Guardiola und Sammer schon vor dem ersten Tag der Zusammenarbeit als Gegensätze abgestempelt werden ist genauso fragwürdig wie die Kritik, dass Sammer als Sportchef des FC Bayern kein Expertenwissen über die „1b-Reihe der Bundesliga“ habe. Was ist eigentlich die 1b-Reihe der Bundesliga und wann hat Bayern zuletzt einen 1b-Spieler verpflichtet? Auch die Alibi-Transfer-Theorie lässt doch Fragen offen. Rode und Kirchhoff sind unbestritten zwei der größten deutschen Talente und wurden von zahlreichen Vereinen umworben. Und zu Badstuber ist zu sagen, dass es Sammer war, der die frühzeitige Vertragsverlängerung mit dem verletzten Verteidiger forcierte und ihn so langfristig an den Verein band.

Den einzigen echten Punkt setzt Fritsch bei der Beschreibung des Wechsels von Guardiola zu Bayern. Es war schon auffällig, dass Rummenigge und vor allem Hoeneß diejenigen waren, die die Verpflichtung einfädelten und auch kommunizierten. Das wirft in der Tat einige Fragen auf, weil der Sportchef eines Vereins in eine so entscheidende Grundsatzfrage sehr eng eingebunden sein sollte.

Fazit: 

Natürlich war Sammer bisher häufig mehr Kommunikator, als Macher beim FC Bayern. Er wird in Zukunft gerade bei Personalentscheidungen nachweisen müssen, dass er in der Lage ist einen Kader langfristig und strategisch zusammenzustellen. Das ist das Gebiet auf dem er durch seine vorherigen Aufgaben die geringsten Erfahrungen hat.  Auch der Umgang mit Rückschlägen und Niederlagen wird ein wichtiger Test für Sammer in der Zukunft. Weitere Dinge wie die Jugendarbeit brauchen Zeit. Diese hat Sammer schon zu Beginn seiner Amtszeit eingefordert.

Fritsch wirft in seinem Artikel ein bis zwei interessante Fragen auf. Die Ultimativität mit der Fritsch diese Fragen nach noch nicht einmal 12 Monaten Amtszeit von Sammer in München bereits beantwortet, ist aus meiner Sicht allerdings voreilig, tendenziös und teilweise auch leicht zu widerlegen. Schade.

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18 Antworten zu Sammer: Ein Mann ohne Aufgabe?

  1. Luis schreibt:

    Man muss halt auch mal sehen, dass Sammer erst vor einem Jahr in einen Verein gekommen ist, der feste Strukturen und Hierarchien und mit Uli und Kalle zwei starken Männern hat. Er hat eben auch noch einiges zu lernen. Es wäre vielleicht etwas viel verlangt, wenn er nur wenige Monate nach Amtsantritt direkt die Verantwortung über einen 40-Mio-Euro-Transfer übernehmen soll. Und auch der Kontakt zu Guardiola wurde ja schon im Frühjahr/Sommer letzten Jahres aufgenommen.

  2. Paul schreibt:

    Hallo, ich nehme in dieser Position einen Standpunkt ein, der irgendwo in der Mitte von euch Zwei liegt.
    Meiner Meinung nach hat Sammer logischerweise Kompetenz und wurde vorallem geholt, um erstmals Dinge im Jugendbereich zu verbessern und zu überarbeiten. Hier ist er sicherlich einer der besten Personen Deutschlands, da er auch einen großen Anteil, an Deutschlands derzeitigem Jugenderfolg hat. Sammer war ja nicht umsonst mehrere Jahre beim DFB tätig.
    Was seine aktuelle Position im Verein angeht, bin ich auch etwas skeptischer: Mir kommt vor, dass er in sportlich wichtigen Dingen wenig zu sagen hat. Sein Verhältnis mit Heynckes wirkt sehr schlecht, und wichtige Dinge wie große Transfers entscheiden weiter Rumenigge und Hoeneß. Die bisherigen Transfers von Sammer, sehe ich übrigens etwas kritisch. Kirchhoff hat bei Mainz nie über mehrere Spiele konstant gespielt und muss seine Klasse meines Erachtens erst unter Beweis stellen. Internationales Niveau hat er jedenfalls keines. Auch an Van Buyten kommt er nicht heran, so komm ich zum nächstens Punkt: Warum wird bitte Van buyten ein neuer Vertrag angeboten? Nach dem Kirchhoff Transfer macht das wenig Sinn.
    Sebastian Rode sehe ich sehr positiv, er ist aber meiner Meinung nach der falsche Typ für die 6. Er ist eher ein Box to Box Spieler a la Khedira, Höger, oder Bender. Hier ist man mit Gustavo eh gut im Ersatz besetzt und hat dazu noch Schweinsteiger, der ja auch meist diesen Part übernimmt. Ich hätte mir eher einen Roman Neustädter gewünscht, oder Marco Veratti von PSG, da diese zwei echte Strategen sind, und Schweinsteiger gut ersetzen können! Außerdem sind durch die 2 Transfers eigentlich 2 Kaderplätze verschenkt.
    Ein paar Worte noch zu Sammers Wirkung bei den Spielern. Ich habe hier logischerweise keine Quellen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass Samer kein wirkliches Verhältnis zu den Spielern hat und diesen nur auf die Nerven geht. Nur wenn Toni Kroos irgendwas zu den Medien sagt heißt das gar nichts. Vorallem wiederholt er nur, dass, was man im Sommer jeden Tag in der Bild lesen konnte. Und wenn die Frage vom Journalisten schon so ist: “ Inwiefern trägt Sammers Siegeswille zum Erfolg bei?“
    Was soll Kroos dann sagen?

    Zusammenfassend würde ich sagen, dass Sammer momentan eher wenig zu sagen hat, sein Einfluss aber in den nächstens Jahren immer weiter steigen wird.

    • derbayernblog schreibt:

      Viele wichtige Dinge, die Du ansprichst. Ich bin gern bereit darüber zu diskutieren ob die Transfers von Rode und Kirchhoff Sinn machen. Das war aber in der Zeit-Story nicht der Punkt. Sondern die These, dass beide Alibi-Transfers sind, damit Sammer das Gesicht wahren kann.

      Zu Kirchhoff: Ich glaube, dass Bayern spätestens im Jahr 2014 auf der Innenverteidigerposition Handlungsbedarf hat. Selbst wenn van Buyten nochmal verlängern sollte. Er ist 35 – und die Vergangenheit hat gezeigt, dass 3 Innenverteidiger für eine Saison zu wenig sind. Wenn man sich dann umschaut wer auf dem Markt ist, landet man schnell bei Kirchhoff – zumal die Wahrscheinlichkeit groß war, dass er sonst in diesem jahr woanders hinwechselt und damit vom Markt ist.

      Rode soll ja wahrscheinlich erst 2014 kommen. Bis dahin kann im Kader der Bayern im Mittelfeld viel passieren. Tymoschchuk ist quasi weg. Schweinsteiger, Ribery und Robben werden nicht jünger. Diese Saison hat gezeigt wie wichtig der breite Kader für Bayern ist. Es wird da Verschiebungen geben. Der Ansatz ein großes Talent aus der Bundesliga zu verpflichten halte ich da für besser, als mit teuren Spielern aus dem Ausland ein gewisses Risiko einzugehen. Außerdem sehe ich Rode auch nicht allein auf die Sechser Position festgelegt. Er hat bei Frankfurt auch schon links im Mittelfeld gespielt.

      Aber wie gesagt: Es wird sich zeigen, ob sich diese Transfers sportlich auszahlen. Daran wird sich Sammer dann messen lassen müssen – darum ging es aber im Zeit-Artikel nicht.

      • Paul schreibt:

        Dass Sammer wenig mit dem derzeitigen Erfolg zutun hat, sehe ich übrigens genau so. Heynckes muss man da ganz klar in den Vordergrund stellen.
        Ich wollte mit dir noch kurz über die Transferpolitik der Bayern reden. Der Martinez Transfer war natürlich großartig, und absolut richtig. Der Vorstand sollte sich bei Rudi Völler bedanken, dass er Lars Bender nicht gehen hat lassen, dann wäre nämlich Martinez nicht gekommen. Finde es genau richtig, da Martinez überlebenswichtig für Bayern ist, und Rode, der ein ähnlicher Typ wie Bender ist und dessen Niveau sicherlich in naher Zukunft erreichen kann, 2014 gratis kommt.
        Dennoch glaube ich, dass ein Schweinsteiger Ersatz, der ähnlich strategisch denkt, dem Bayern Kader sehr gut tun würde. Gustavo kann das nämlich definitiv nicht und bei Martinez muss man abwarten.
        Was meinst du dazu, beziehungsweise hättest du jemanden im Auge?

      • derbayernblog schreibt:

        Ich denke auch, dass Jupp heynckes noch immer viel zu wenig Anerkennung für die Leistungen in diesem Jahr bekommt.

        Zur kaderplanung: ich sehe einen Spieler, die die Anlagen hat mittelfristig Bastian schweinsteiger zu ersetzen, der aktuell leicht zu haben ist…. Toni Kroos! Ich weiß dass es bisher auf der 6 häufig enttäuscht hat, aber vom Grundsatz passen seine stärken genau zu dieser Position. Ballaicherheit, Kurzpassspiel auf engem Raum, das Gefühl für den spielrythmus und spielverlagerungen, torgefährlichkeit aus der Distanz… Was vielleicht noch etwas fehlt ist die zweikampfstärke, die schweinsteiger über die Jahre erarbeitet hat… Das würde auf der 10 zudem Platz für Götze machen.

        Und zu Lars Bender: ich bin ein großer Anhänger seiner Spielweise. Ich hoffe, dass er mit Leverkusen im nächsten Jahr die Chance bekommt sich auf allerhöchsten Niveau zu beweisen. Auch ihn sehe ich immer noch als eine möglich Option für die Zukunft

  3. Sammers Dackel schreibt:

    Daß der FCB ein geiler Verein mit tollen Spielern etc ist, darüber brauchen wir uns ja nicht zu unterhalten. Und der Artikel von Fritsch trägt ja, mehr oder weniger, nur ein paar Beobachtungen zusammen, die gerade den aufmerksamen FCB Fans nicht entgangen sind. Seit der Personalie Sammer gibt es ein paar Veränderungen im „Mannschaftsspiel“ des Vorstandes. Früher wurde gesagt, „den (Spieler) haben wir verpflichtet“. Jetzt -mit Sportvorstand Sammer- heißt es, „das war ich (Uli) und der Karl-Heinz“. Vom „Wir“ zum „Ich“. Warum? Was steckt dahinter?
    Fakt ist: Sammer hat keinerlei Einfluss auf Aufstellung, Trainingsinhalte, Transferpolitik, Trainerverpflichtung.
    Für viele Fans war ja gerade mit Sammers Verpflichtung die Hoffnung verbunden worden, daß die Identität des FCB gestärkt wird und nicht eine teure Söldnertruppe aufgebaut wird.
    Nur handelt es sich ja bei Sammlers Kompetenz in Bezug auf die Nachwuchsarbeit um ein ähnlich großartiges Missverständnis wie bei der Annahme dass Klinsmann ein toller Bundesligatrainer sein könne. Was es auf Dauer bedeutet, wenn der FCB seine Spieler immer für ~40 mio einkauft kann sich jeder ausmalen. Aktuell wurde der FCB für ~200 mio „zusammengekauft“. der BVB für ~50 mio. Will ich immer nur die Besten haben, was absolut legitim ist, dann kann ich die Nachwuchs- und Scoutingabteilung dicht machen. Ein Sky -Abo reicht um festzustellen, daß Goetze ein begnadeter Kicker ist. Das hätte sogar die Sekretärin von Uli erkannt. Oder? Also, was macht Sammer eigentlich?
    Und daß er neben Guardiola auf der Bank sitzen wird – wer glaubt das?
    Der große Unterschied zwischen Guardiola und Sammlers Ansatz besteht ja bekanntlich darin, daß Guardiola „Spielorientiert“ ausbildet und denkt, Sammer aber „Siegorientiert“.
    Die auch von Guardiola favorisierte Ausbildung ist das genaue Gegenteil von dem, was Sammer als DFB-Sportdirektor gepredigt hat.
    Alles in Allem macht die Personalie Sammer für den FCB keinen Sinn und sie hat auch nichts mit dem aktuellen Erfolg zu tun.

    • derbayernblog schreibt:

      Also das ist mir dann doch etwas zu dünn… Du sagst Bayern kauft nur noch Spieler für 40 Millionen – lässt aber die Sammer-Transfers Kirchhoff und wahrscheinlich Rode außer acht.

      Du sagst Sammer hat keinen Einfluss auf Aufstellung und Trainingsinhalte. Das hat kein Sportdirektor in Deutschland.

      Was das Thema Jugendarbeit angeht: Ich habe so gut wie keine grundsätzliche Kritik an seiner Arbeit beim DFB gefunden. Weder vom DFB, noch von Journalisten, Spielern oder Trainern. Im Gegenteil – auch sein Nachfolger Dutt betonte immer wieder, dass er von Sammers guter Vorarbeit profitiert. Ich lege Dir übrigens die Ausbildungskonzeption von Sammer ans Herz, die er beim DFB entwickelt hat. Wer das liest, weiß, dass es ihm grundsätzlich um mehr geht, als reine „Siegorientierung“: http://www.dfb.de/uploads/media/dfb_rtk_flyer_A4_quer_01.pdf

      Und nochmal: Nach 10 Monaten zu sagen Sammer hat nichts mit dem Erfolg des FC Bayern in dieser Saison zu tun ist in dieser Ultimativität genau so falsch wie die Aussage, dass Sammer der Hauptgrund für Bayerns Erfolg ist. Dagegen wehre ich mich. Denn das ist aus meiner Sicht zu voreilig und hat keine Substanz.

      • Pini Zahavi schreibt:

        Versuchen wir uns den Fakten zu nähern und beachten dabei, daß das ganze mediale „Geschwalle“ nicht gerade hilfreich ist 😉
        Das kein Sportdirektor Einfluss bei Aufstellung etc hat, kann ich nicht beurteilen.
        Indirekt ist der Einfluss aber -je nach Club- gegeben, da der Sportdirektor im Normalfall der Hauptverantwortliche für die Kaderplanung des Clubs ist, die die Interessen des Clubs eher berücksichtigen sollte, als eine temporäre Erscheinung die da Trainer heißt.
        Von Dutt gelobt werden, als Referenz anzuführen. Davon hat Sammer bestimmt nicht geträumt. ;))
        Für den Fall, daß Du allgemeines Konzept-Blablabla gerne liest: Das sieht in anderen Europäischen Verbänden auch nicht anders aus – auf dem Papier. Da steht überall das selbe drin – ohne Ausnahme.
        Hilfeich wäre in dem Zusammenhang ja mal die Meinung von einem Trainer in einem Leistungszentrum, der detailliert darlegen könnte, inwiefern sich durch Sammer etwas geändert hat. Ich kenne einige Nachwuchsleitungszentren aber keinen einzigen Trainer, der irgendeinen Einfluss von Sammer auf die Nachwuchsarbeit bestätigen könnte. Wie auch? Ist er z.B. beim VfL Bochum vorgefahren und hat sich das Training der U-15 angeschaut und anschließend gefordert, daß andere Trainingsformen umzusetzen sind? Hat er als Sportdirektor beim DFB Hermann Gerland beim FCB Tips gegeben, daß dieser doch mal bitte bißchen im Sammerschen Sinne trainieren lassen soll?
        Der Hermann würde einen Schrei-Lachanfall bekommen!
        Wenn jemand behauptet es gäbe einen signifikanten Einfluss von Person X auf die aktuelle Deutsche Spielergeneration, dann muß mir diese Person auch beantworten, welches Nachwuchskonzept denn für den Titel ’74 und welches für den ’90er Titel verantwortlich ist.
        Wenn sich hier jemand hinstellt und behauptet, daß man Spieler “backen“ kann, wenn man nur das richtige Konzept hat und Sammer unterstellt wird, daß er diese Rezept/Konzept hat, dann frage ich mich, warum er die Anwendung dieses Wissens nicht betreibt? Mal ganz davon abgesehen; welches Rezept hat denn Loddar geformt oder K-H Rummenigge oder Maradona oder Ibrahimovic?
        Wenn diese „Backmischung“ bekannt ist, dann …

        Noch paar Zahlen – zum Nachdenken: Deutschland 80mio Einwohner. Spanien 40mio.
        Müßte Deutschalnd da nicht die doppelte Menge an hochtalentierten Kickern hervorbringen? Oder Holland 16 mio. Wieviel Holländische Topspieler gibt es?
        Wenn Bayern in vier Jahren das CL-Finale gewinnt, mit 9 Leuten aus dem eigenen Nachwuchs in der Aufstellung, dann bin ich bereit an ein erfolgreiches Konzept zu glauben. Bis dahin: „Demut“ und „Bescheidenheit“ und immer bei den Fakten bleiben.

      • derbayernblog schreibt:

        Was für eine Messlatte für gute Jugendarbeit….. Wer hat denn in den letzten 20 Jahren die Champions league gewonnen mit 9 Spielern aus der eigenen Jugend?

  4. Pingback: Sammer, der Mann ohne Aufgabe - Seite 3 - Fanlager

  5. Nik schreibt:

    Sammer raus! Sammer raus!

  6. Ois Chicago schreibt:

    Was für eine interessante Debatte. Allein dass wir den Artikel auf zeit.de hier diskutieren, zeigt ja, dass es „Gesprächsbedarf“ gibt… eine völlig abstruse These würde ja der Bayernblog mit keinem Beitrag würdigen.

    Ich bin nicht kompetent genug, um wiederum Sammers Kompetenz beurteilen zu können, mein Bauchgefühl sagte mir damals, als er geholt wurde, aber:

    Der passt „kulturell“ nicht zu uns, der wird bei uns nicht „warm“.

    Das muss ja erstmal nichts Schlechtes sein. Immer im eigenen Saft zu braten, immer nur Leute um sich zu haben, die genauso denken wie man selbst, ist in keinem Unternehmen förderlich. Andererseits braucht jedes Unternehmen ein Mindestmaß an Homogenität und Zusammenhalt.

    Nach Peps Verpflichtung war, nach unfassbarer Freude, meine Reaktion Nr.2: Hoppla, jetzt ham wir einen Großkopferten zuviel an Bord. OHNE Sammer im Verein, hätten wir nach Peps Verpflichtung einen goldene Brücke für Heynckes bauen können, um ihn als oberste sportliche Autorität (mit welchem Titel auch immer) weiter an den Verein zu binden. Als jemand, der als Rheinländer und Quasi-Spanier (ganz im Gegensatz zu Mr Sammer) bestens mit der lateinischen Kultur vertraut ist, wäre er der ideale (!) Brückenkopf zwischen Präsidium/Vorstand und Trainer gewesen. Aber MIT Sammer war so ein Jobangebot nicht möglich … und die Art und Weise, wie man Heynckes quasi abservieren musste, muss hier nicht weiter beklagt werden.

    Ich bin sehr gespannt, wie Pep und Sammer harmonieren werden. Wie gesagt, die unterschiedliche Mentalität muss nicht notwendigerweise ein Nachteil sein, kann aber.

    Que sera, sera, whatever will be, will be…

    Spannend wird’s jedenfalls.
    Apropos. Hat sich übrigens jemand das Spiel heute angesehen? Ich weiss nicht einmal das Ergebnis, so wurscht ist es mir. Ich glaub, ich schau jetzt aber mal nach, soooo blasiert bin ich ja dann doch nicht.

  7. CVN schreibt:

    Schauen sie, ich bin mehr als vierzig Jahre beim Verein dabei. Soweit mich das alles noch so interessiert habe ich einmal nachgefragt bei einigen Leuten die ich kenne:

    – „Der schaut immer bei den Profis beim Training zu.“
    – „Mit dem Hoeneß oder dem Rummenigge sieht man den eigentlich nur selten.“
    Ein Jugendtrainer:
    – „Ich hätte mir schon ein bisserl was erwartet, gekommen ist bis jetzt aber nichts.“

    Mehr weiß eigentlich keiner. Insofern scheint der Zeit-Artikel zumindest schon in der Tendenz ganz richtig zu sein.

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  9. Pingback: BVB der bessere FC Hollywood ?

  10. Ich kann die ganze Aufregung bezüglich Matthias Sammer nicht nachvollziehen. Sowohl der Martinez Deal als auch die Verpflichtung von Pep Guardiola wurden lange vor Matthias Sammer auf den Weg gebracht. Nach seinem Arbeitsantritt hat er sicher auch viele andere Dinge zu tun gehabt, die es nötig machten, bestimmte Projekte zu delegieren oder bei anderen Verantwortlichen zu belassen, statt alles gleich selbst zu übernehmen.
    Schon heute wird ersichtlich dass Sammer in manchen Belangen quasi ein Hoeneß-Klon ist. Ihre Persönlichkeit ähnelt sich in vielen Dingen. Sie haben beide klare Vorstellungen von ihren Absichten und Zielsetzungen, gehen durchdacht vor und kommunizieren wenig politisch korrekt, dafür aber ehrlich oder gar nicht. Christian Nerlinger war zu wenig Hoeneß als dass er sich über einen längeren Zeitraum beim FCB hätte überleben können. Denn Uli ist und bleibt das Maß an dem sich alle die folgen werden, messen werden müssen. Da Nerlinger aber seine eigenen Wege gehen wollte, was durchaus legitim ist, dies jedoch Vereinsintern zu Querelen führte, musste Christian gehen und jemand verpflichtet werden, der der Arbeitsweise von Hoeneß wenigstens in Ansätzen folgt.
    Nichtsdestotrotz ist der Einfluss von Matthias Sammer im Verhältnis zu Hoeneß gering, wird über die Jahre jedoch sukzessive zunehmen und sich darüber hinaus in seinem Wirken gegenüber Hoeneß emanzipieren. Ob dies mit Erfolg beschienen sein wird, bleibt abzuwarten. Ich für meinen Teil bin jedoch zuversichtlich.

  11. firedo schreibt:

    nunja als sportjournalist wird der Herr Fritsch ja schon Zugang zu bestimmten Quellen haben, die dem Ottonormalverbraucher nicht offen stehen. Ich finde seine sonnstigen Artikel eigelich immer toll, und kann mir nicht vorstellen, dass er sich das alles an der Haren herbeigezogen hat. selbst wenn der Artikel natürlich zugespitzt sein wird, hat hier noch keiner der kritiker „beweise“ vorgelegt, die diesen artikel Widerlegen könnten.

  12. Zahavi decoded schreibt:

    Franz Beckenbauer zum Sky Kommentator: „Welche Rolle hat Matthias Sammer?“
    Der Kommentator druckst herum, wirkt unsicher und sagt dann was von „Sportdirektor“.
    Der Kaiser ist nicht zufrieden und harkt noch einmal nach. „Was genau macht er?“
    Der Reporter zuckt mit den Achseln und murmelt noch etwas leise in die Runde.
    Der Kaiser stellt klar: „Matthias Sammer ist der Boss. Er war es der nach dem verlorenen CL Finale gegen Chelsea eine neue Mentalität in das gesamte Team gebracht hat. Er hat vor allem psychologisch gearbeitet da einige Spieler sich nach der bitteren Niederlage in einem Tief befunden haben. Also noch einmal, Matthias Sammer ist der Boss“

    Noch Fragen? Die Chinesen sagen: „Über dem Kaiser da ist nur der Himmel“ ( Sky im Englischen )

    Sammer über den Ostfriesen Alemao: „genau unser Mann“.
    Pep zu Dieter Eilts: „“Genau der Richtige zum Zeitungen austragen“.

    @Sammers-Dackel
    Du schreibst: „Der große Unterschied zwischen Guardiola und Sammlers Ansatz besteht ja bekanntlich darin, daß Guardiola “Spielorientiert” ausbildet und denkt, Sammer aber “Siegorientiert”.

    Sammer hat ebenso wie Lobanowsky oder auch Michael Schumacher eine technische Ausbildung. Das Ding muss funktionieren und möglichst perfekt. Wir arbeiten solange daran bis es klappt. Jedes kleinste Einzelteil muss ideal abgestimmt sein damit das Ganze „läuft wie geschmiert“.
    Pep hingegen ist eher Visionär und träumt von „voetbal total“ mit dem FCB in München. Inspiriert wurde er vor allem von der „Rosario Connexion“ wie Menotti, Bielsa.
    Barca unter Tiki Tata ( Tata Martino stammt auch aus Rosario ) und Pep mit den Bayern verfolgen das selbe Konzept. Wobei Barca in diesem System aber bereits viele Jahre Erfahrung und einige Erfolge mehr „auf dem Buckel“ hat.
    Mir ist klar dass die „Rosario Connexion“ mit Unterstützung der Medien an Sammers Stuhl sägt.

    Der Sky Reporter brüllt ins Mikro: „Wir wollen viele grandiose Orchester die Begeisterung beim Zuschauer hervorrufen und uns die Taschen füllen. Wir wollen keine ergebnisorientierten Spielverderber + Blutgrätscher a la Dieter Eilts. Verstanden? Wir wollen Visonär Pep ohne „Motzki“ an seiner Seite“.
    Dies war doch wohl der Tenor von Newsverkäufer Fritsch bei der Zeit Online.
    Deren Vision wird an der Anzahl der Mausklicks gemessen.

    Mir schon klar warum plötzlich @Pini Zahavi hier im Forum auftaucht. Pini Zahavi stammt aus Ness Ziona in Israel und hat seines Zeichens den CR7 Deal von Man United für „schlappe“ 94 Mio € an Real als „Superagent“ eingefädelt.
    Ein Portugiese als „König der Königlichen“.
    Nur der Messi ( ARG + Rosario Cennexion ) ) steht noch über ihm. Und dessen Coach bei Barca war lange Zeit eben jener Pep Guardiola der eben von jener Rosario Connexion inspiriert wurde.

    Sammer stört die „Rosario Connexion“ die im Grunde genommen alle vom „voetball total“ wie Johan Cruyff ihn versteht begeistert sind.
    Warum wohl die Artisten Rib + Rob unter Pep so aufblühen….
    Sammer will erfolgsorientierten + ergebnisorientierten Fussball, Pep hingegen will mit seinem Orchester begeistern. Pep ist eher ein Künstler, Sammer ist Techniker.
    Pini Zahavi hingegen ist einer derjenigen die den Rahm abschöpfen- er macht Kasse. Pini Zahavi hat so „brillant“ Fussball gespielt wie die Al Thanis oder Glazers. Denen geht es um die Kohle, alles andere ist denen „Schnuppe“.
    Die „Rosario Connexion“ u.a. sorgt für klingelnde Kassen. Erst mit Maradona hat der Fussball finanziell so richtig durchgestartet. Menotti von der Rosario Connexion war sein Förderer.
    Der FCB kauft Javi Martinez ( Dieter Eilts Verschnitt ) für 40 Mio €. Barca holt Neymar für 57 Mio €. Und genau den hatte doch Pep für sein Orchester vorgesehen. Der Uli hat den Deal mit dem „Zauberer vom Zuckerhut“ unterbunden. Spielverderber. Verdammt. Schlechter Steuermann im Sinne derjenigen die Kasse machen wollen.

    Aber möglicherweise gibt es doch noch Hoffnung für Peps Idee vom grandiosen Orchester. Bei Özil könnten Hoeness + Pep + Sammer eine gemeinsame Linie finden.
    Ob das Münchener Orchester das aufgepeppte Barca Orchester ( mit Virtuose Neymar ) überragt bleibt abzuwarten.

    Setzt Pep seine Idee vom virtuosen Orchester durch oder werden die Bayern wieder auf deutsche Tugenden ( Dieter Eilts ) und Technik ( Sammer ) zurückgreifen um wieder in die Erfolgsspur zu kommen?.

    Wie sagt der Kaiser: „Matthias ist der Boss“ und der will Ergebnisse- heißt funktionierende Maschinen.

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