Vorschau: Worauf es gegen Dortmund ankommt

Borussia Dortmund hat uns in den vergangenen Jahren genervt – richtig genervt! Die Spanne von 6 sieglosen Duellen in Folge, darunter mehrere Niederlagen der Kategorie „richtig bitter“ und eine Demontage im DFB-Pokalfinale 2012 ist für Bayern-Verhältnisse etwas außergewöhnliches! In dieser Saison sind die Vorzeichen andere als in den vergangenen Duellen. Bayern spielt offensiv wie defensiv besser und vor allem konstanter als der BVB. 17 Punkte Vorsprung in der Liga sind dafür ein deutlicher Indikator. All das zählt am Mittwoch jedoch nicht! 1. Beginnt auch dieses Spiel bei 0:0 (3 Euro) 2. hat der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze (6 Euro) und 3. hat der BVB auch in dieser Saison zum Beispiel im Ligaspiel in München oder in der Champions League gegen Real und ManCity bewiesen, dass er fokussiert auf ein Spiel immer noch auf aller höchstem Niveau agieren kann! Bayern braucht eine absolute Topleistung, um den Dortmund-Bann endlich zu brechen!

Worauf es gegen Dortmund ankommt:

1. Pressingeresistenz

Das Pressing der Dortmunder ist ihre vielleicht größte Stärke. Bayern hatte in den vergangenen Duellen immer wieder Phasen in denen die Borussen die Stärken der Bayern mit ihrem Pressing völlig aus dem Spiel nahmen. Die Konsequenz waren viele Rückpässe in die Abwehr beziehungsweise sogar zu Torwart Neuer. Die Statistiken belegen diesen Eindruck. In den vergangenen beiden Bundesligaspielen gegen Dortmund hatte Manuel Neuer im Schnitt über 51 Ballkontakte. Sein Schnitt in der Bundesliga liegt bei 34 Ballkontakten pro Spiel. Allein beim 1:1-Hinspiel in dieser Saison spielten die Münchener 30 mal zu Neuer zurück. Zum Vergleich: Weidenfeller erhielt gerade einmal 9 Rückpässe. Natürlich ist dies auch Ausdruck des Ballbesitzfußballs der Bayern – die Wahrheit ist jedoch auch, dass aus diesen Rückpässen viele lange unkonkrollierte Bälle resultierten. Neuer allein schlug im Duell mit Dortmund im Dezember 2012 18 lange Bälle. Zum Vergleich: Gegen Bremen am vergangenen Wochenende waren es 3. Nimmt man die Viererkette dazu spielte die gesamte Münchener Hintermannschaft im letzten Duell mit Dortmund, das ja sogar als beste Leistung der Münchener gegen die Klopp-Truppe gilt, insgesamt 50 lange Bälle – gegen Bremen waren es 20 (und selbst dieser Wert ist für Bayern-Verhältnisse recht hoch). Eine Vielzahl dieser langen Bälle wurden jedoch zum Beispiel gegen Werder von der Höhe der Mittellinie in Richtung 16er gespielt. Im Duell gegen Dortmund wurden die meisten langen Bälle vom eigenen Strafraum aus geschlagen, weil Dortmund die Münchener dort so unnachgiebig zupresste.

All das zeigt wie sehr Dortmund in der Lage ist, das Spiel der Bayern zu verändern und sie damit aus ihrem gewohnten Rythmus zu bringen. Bayern muss am Mittwoch Wege finden, dass Pressing der Dortmunder zu umgehen. Gefordert sind hier vor allem Schweinsteiger und Martinez, die im Zentrum mit hoher Laufbereitschaft und hoher Passgenauigkeit Räume finden müssen, um anspielbar zu sein und den Ball dann schnell weiter zu leiten oder zu verlagern. Auch Kroos und die Außen Müller und Robben sind hier gefordert durch Rochaden und situatives einrücken oder fallen lassen in die Mitte anspielbar zu sein. Kommt Bayern mit dem Ball am Fuß in die Dortmunder Hälfte oder sogar in Tornähe sind Robben, Kroos, Müller und Mandzukic/Gomez jederzeit in der Lage, die in dieser Saison schwache Dortmunder Viererkette auszuspielen. Dormunds Abwehr ist der eindeutige Schwachpunkt. Der Ball muss jedoch zunächst kontrolliert am Dortmunder Pressing vorbei, um die Viererkette der Schwarz-Gelben in Verlegenheit zu bringen – das ist die Kernherausforderung für das Spiel am Mittwoch.

2. Standardsituationen

Gerade in engen Spielen ist der Wert von Standardsituationen nicht zu unterschätzen. Bayern ist in jedem Spiel in der Lage sich 5-10 Ecken und 3-4 gefährliche Freistoßpositionen zu erarbeiten. In den letzten Wochen war ein deutlicher Aufwärtstrend der Bayern bei Standardsituationen zu erkennen. Nach gefühlten Jahren mit kniehohen Ecken an den ersten Pfosten, lassen sich inzwischen einige Muster erkennen. Die kopfballstarken Dante, Martinez und van Buyten positionieren sich als Zielspieler am ersten und zweiten Pfosten bzw. im Zentrum des 16ers und sorgen allein mit dieser Präsenz und energischem Einlaufen für Unordnung in der gegnerischen Hintermannschaft. Gerade die kurze Ecke auf den einlaufenden van Buyten ist eine erfolgversprechende Option – wie im Spiel gegen Arsenal zu sehen. Auch ein solcher Standard kann in einem engen Spiel den Unterschied ausmachen.

3. Manuel Neuer

Als Torwart beim FC Bayern gibt es zwei Arten von Spielen. Die Spiele, bei denen auch Uwe Gospodarek oder Sven Scheuer eine gute Figur abgegeben hätten (das ist der Großteil der Spiele) und die Spiele, die für besondere Torhüter vom Kaliber eines Oliver Kahns oder Manuel Neuers reserviert sind. Dass Manuel Neuer, der über weite Strecken dieser Saison in vielen Gospodarek/Scheuer-Spielen einen guten Job macht, in der Lage ist enge Spiele zu entscheiden, hat er bei Schalke und in der Nationalelf bewiesen. Bei Bayern fehlen ihm diese absoluten Highlights noch – sieht man mal von den Elfmeterschießen im Jahr 2012 gegen Gladbach und Real Madrid ab. In seinen vier Duellen mit Bayern gegen Dortmund hielt Neuer 3x ordentlich – gewonnen hat er den Bayern jedoch keins dieser Spiele. Mittwoch-Abend – so viel ist wohl jetzt schon klar – wird ein Kahn/Neuer-Spiel.

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2 Antworten zu Vorschau: Worauf es gegen Dortmund ankommt

  1. Pingback: Die Blog- & Presseschau für Mittwoch, den 27.02.2013 | Fokus Fussball

  2. Marco Werner schreibt:

    Gefällt mir ausgesprochen gut.

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