Bayern Blog-Hinrundenzeugnisse: Teil 1 – Neuer und die Suche nach dem besonderen Spiel

Der Bayern Blog verteilt Hinrunden-Zeugnisse für den Bayern-Kader und zeigt auf wer sich wo im Jahr 2013 noch verbessern muss. Teil 1: Die Torhüter.

Manuel Neuer Bildrechte: Michael Kranewitter

Manuel Neuer: Die Nebengeräusche rund um seinen Wechsel vom FC Schalke 04 im Jahr 2011 verhallen allmählich. Neuer hat die Lücke die Oliver Kahn durch seinen Abgang im Jahr 2008 hinterlassen hat auf lange Sicht geschlossen. Er hat das erste Jahr bei Bayern anders als seine glücklosen Vorgänger Rensing und Kraft überstanden. Viel mehr aber auch nicht. Neuers Saison 2011/2012 war nicht enttäuschend, aber sie war auch nicht berauschend – vom Elfmeterschießen gegen Real Madrid im Champions League-Halbfinale einmal abgesehen. Seine Fehler gegen Gladbach (2x) und Mainz kosteten die Bayern im Vorjahr wichtige Punkte. In den entscheidenden Spielen gegen Dortmund und Chelsea hatte er keinen großen Einfluss auf das Spiel.

In dieser Saison wirkt Neuer insgesamt noch stabiler – wie die gesamte Bayern-Mannschaft. Konzentrations- und Leichtsinnsfehler sind seltener geworden. Er gewöhnt sich offensichtlich an die besondere Herausforderung als Bayern-Torwart nur sehr wenig gefordert zu sein, aber in kleinen entscheidenden Momenten die richtige Entscheidung treffen zu müssen. Um das statistisch zu untermauern hilft ein Vergleich mit dem Frankfurter Schlussmann Kevin Trapp. Für Trapp stehen laut Statistik 16 Glanzparaden zu Buche, für Neuer 3. Trapp hielt in der Hinrunde 62 Bälle, Neuer nur 42. Trapp kassierte trotzdem 27 Gegentore, Neuer 7. Willkommen im Alltag eines Bayern-Torwarts.

Neuer ist ein moderner Torwart, der mit seiner modernen, offensiven Spielweise, der gesamten Bayern-Defensive hilft, höheres Risiko im Spiel gegen den Ball zu gehen. Neuers Strafraumbeherrschung ist eine Qualität, die dem FC Bayern auf der Torwartposition nach den „Reaktionswundern“ Kahn, Rensing und Kraft und dem eher unscheinbaren, aber grundsoliden Butt über Jahre gefehlt hat. Er wurde von Sportchef Matthias Sammer immer wieder in Interviews zu einem Führungsspieler ernannt. Neuer weicht dieser Verantwortung nicht aus. Bayern-Torhüter werden aber auch immer wieder daran gemessen, ob sie enge Spiele für ihre Mannschaft gewinnen können. Wenn Neuer noch etwas fehlt, dann ist es sicher der Nachweis dieser Qualität. Seine einzige kleine Schwäche in der Hinrunde erlaubte er sich bei einem Weitschuss von Markus Feulner beim 1:1 gegen Nürnberg, der trotz unnatürlicher Flugkurve haltbar wirkte. Wirklich herausragend waren nur seine starken Reflexe beim 2:0-Sieg der Bayern im DFB-Pokal gegen Augsburg kurz vor Weihnachten, als er sein Team in einer kritischen Phase den 1:0-Vorsprung hielt. Sein Kicker-Notenschnitt bringt seine Leistung in der Hinrunde auf den Punkt: 3,0. Absolut in Ordnung – aber spätestens im Frühjahr 2013 hat Neuer erneut die Möglichkeit zu beweisen, dass aus einem sehr guten, ein besonderer Torwart in der langen Torhüter-Tradition des FC Bayern werden kann. Note: 3 

Tom Starke: Mit der Verpflichtung von Tom Starke setzt der FC Bayern einen Trend fort, der schon mit der Verpflichtung von Jörg Butt im Jahr 2008 begonnen hatte. Statt wie zuvor mit Scheuer, Gospodarek, Wessels, Rensing oder Kraft junge Talente aus der eigenen Jugend hinter einem gestandenen Torwart reifen zu lassen, setzt Bayern auf Erfahrung auf Bank. Tom Starke ist wie Butt zuvor eine absolute Idealbesetzung auf dieser Position. Nach seiner Ausbootung bei der TSG Hoffenheim trotz guter Saison, rückte Starke im Herbst seiner Karriere ins zweite Glied. Dass er da ist wenn man ihn braucht, bewies er beim 4:0-Pokal-Sieg gegen Kaiserslautern, als er wohl als Belohnung für seine bisherige Loyalität das Tor hüten durfte und dabei fehlerfrei agierte. Starke hat einen Vertrag bis 2015 und dürfte bis dahin mit Neuer das Torwart-Tandem bilden. Nicht zu benoten

Lukas Raeder: Auch wenn Maximilian Riedmüller aktuell formell als Nummer 3 geführt wird und Leopold Zingerle mit ins Trainingslager nach Katar reisen darf, muss hier Lukas Raeder kurz genannt werden. Raeder, der am 30. Dezember 19 Jahre alt geworden ist, wechselte vor der Saison als frisch gebackener U19-Meister vom FC Schalke 04 zu den Bayern. Der 1.94-Hüne hat wie Manuel Neuer die Torwart-Schule bei Lothar Matuschak durchlaufen, der modernes, mitspielendes Torwartspiel predigt. Raeder überzeugte in seinen sechs Einsätzen für Bayern II, die in dieser Phase ungeschlagen blieben und nur zwei Gegentreffer kassierten. Nach dieser vielversprechenden Anfangsphase erlitt Raeder Ende August einen Kreuzbandriss im linken Knie. Raeder fällt damit mindestes sechs Monate aus und wir wenn überhaupt erst spät in der Rückrunde wieder für Bayern II auflaufen. Seine Entwicklung wird jedoch weiter zu beobachten sein. Nicht zu benoten

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