FC Augsburg – FC Bayern 0:2 (0:1)

FC Augsburg – FC Bayern 0:2 (0:1)
FC Augsburg Amsif – Vogt, Sankoh (71. Hain), Klavan, de Jong – Callsen-Bracker, Baier – Musona (90. Petrzela), Koo, Werner – Mölders (67. Bance)
FC Bayern Neuer – Lahm, Boateng, Dante, Alaba – Martínez, Schweinsteiger – Müller (78. Tymoshchuk), Kroos (86. Rafinha), Ribéry – Mandzukic (61. Gomez)
Ersatz: Starke, Van Buyten, Contento, Shaqiri
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)
Zuschauer 30.660 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Müller (39./Handelfmeter), 0:2 Gomez (62.)
Gelbe Karten: – / –

3 Dinge, die auffielen: 

1. Der Glanz des glanzlosen Sieges

Die Vorzeichen für das Spiel gegen Augsburg waren typische für einen möglichen Bayern-Punktverlust. Ein Auswärtsspiel im frühen Dezember nach einer Champions League Partie unter der Woche. Das Thermometer nahe 0 und eine Mannschaft, die gegen den großen FC Bayern nichts zu verlieren hat. Ein bekanntes Szenario also, gegen das Heynckes jedoch schon mit seiner Aufstellung ankämpfte, die einer Bestbesetzung gleichkam. Keine Experimente also. Dennoch gelang es der Weinzierl-Elf über weite Strecken der ersten Hälfte das Spiel offen zu gestalten. Das lag vor allem am unglaublich agilen Koo, der sich der Pressingzone im Bayern-Mittelfeld entzog und den Ball exzellent verteilte (mehr dazu unter Punkt 3). Mit zunehmender Spieldauer wurde jedoch die Unterlegenheit der Augsburger Defensive in 1-gegen-1 Duellen deutlich, die zu vielen Tormöglichkeiten der Bayern im Strafraum führte. Gerade Ribery nutzte diese Schwäche immer wieder aus und attackierte Sankoh und Callsen-Bracker mit seinen inversen Dribblings. Die Augsburger Viererkette gewann zusammen gerade mal 46 % der Zweikämpfe. Zum Vergleich: Die Bayern Abwehrreihe entschied über 60% der direkten Duelle für sich.

Am Ende war das 2:0 trotz einer schwachen Schlussviertelstunde verdient und standesgemäß wenn auch glanzlos. Die Münchener haben ihre Pflichtaufgabe erfüllt. Wie viel das Wert war, wurde erst am Sonntag Abend deutlich. Denn glänzend wurde dieser Sieg erst durch die Ergebnisse in Dortmund, Stuttgart und Hannover.

2. Neue Qualität durch Joker Gomez

Mario Gomez macht seit seinem Comeback nach Verletzungspause vieles richtig. Er hat den neuen Konkurrenzkampf im Sturm hervorragend angenommen und das nicht nur mit seinen Toren (3) und Assists (2) gegen Valencia, Hannover, Borsiov und Augsburg. Auch verbal erlebt man zur Zeit einen neuen Gomez. Wirkte der deutsche Nationalspieler in der Vergangenheit in seinen Interviews und Aussagen häufig etwas ungelenk, ist seit einigen Wochen eine neue Klarheit eingekehrt beim ex-Stuttgarter. Auf die Frage nach mehr Einsatzzeit, verweist er auf den Teamgedanken bei den Münchenern. Er wolle da sein wenn der Trainer ihn braucht. Diesen Worten hat er bisher Taten folgen lassen. Vorbei die Zeit als Gomez darauf verwies kein Einwechselspieler zu sein und sich damit selbst ein Alibi für eher schwache Joker-Auftritte in der Vergangenheit schaffte. Gomez gibt den Bayern mit seinen zuletzt guten Leistungen auch nach Einwechslungen eine neue Qualität und Flexibilität. Gerade in der letzten Saison fehlte den Bayern ein verlässlicher offensiver Joker, der Torgefahr ausstrahlt und die Qualität hat ein Spiel zu drehen oder der Mannschaft neues Tempo zu verleihen. Mit den Zugängen Shaqiri, Pizarro und Mandzukic ist die Offensive verbreitert worden. Alle Offensivspieler müssen den Gedanken verinnerlichen auch von der Bank kommend in der Lage zu sein, Spiele entscheidend zu gestalten. Gomez hat diese Einstellung offensichtlich bereits verinnerlicht und sich somit zugleich auch für Einsätze von Anfang an empfohlen.

3. Koos Bewerbungsschreiben

Ja-Cheol Koo ist ein hervorragender offensiver Mittelspieler, der in der kommenden Saison bei einer Top-8 Bundesliga-Mannschaft spielen sollte. Das muss in dieser Deutlichkeit einmal gesagt werden. Koo war der mit Abstand beste Augsburger gegen Bayern und sorgte in der ersten Hälfte fast im Alleingang dafür, dass das Spiel in den ersten 30 Minuten ausgeglichen war. Koo ließ sich immer wieder weit zurückfallen und fungierte als Anspielstation und Ballverteiler. Er hebelte damit die Pressingzone der Bayern aus, da er sich Martinez und Schweinsteiger entzog und die Räume um Kroos und Mandzukic herum nutzte. Seine Ballsicherheit im Positionsspiel, sein Blick für die offenen Räume im Konterspiel und seine technischen Fähigkeiten im Dribbling in Tornähe, machen den Südkoreaner zu einem kompletten Spieler. Während er in Wolfsburg nie wirklich den Durchbruch schaffte, half er in Augsburg ab der Winterpause der Vorsaison mit 5 Toren und 3 Assists den Klassenerhalt zu sichern. Auch in dieser Saison traf er nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn bereits zwei Mal. Seine Werte gegen Bayern: 3 Torschüsse, 70 Ballkontakte und überragende 94,6 Prozent seiner 56 Pässe fanden einen Mitspieler. Zudem lief er knapp 12 Kilometer. Allesamt Topwerte und ein weiteres Bewerbungsschreiben an den Rest der Liga.

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